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Giessener Zeitung
(Neueste Dacbricbten) mit (Giessener Cageblatt)
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Bezugspreis:
6 0 Goldpfennig monatlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf.
Telephon Nr. 1362.
Expedition: Südanlage 21
Redaktion, Druck und Verlag: Albi» Klein in Gießen.
Verlagsdruckerei, vorm. KeNer, gegr. 1783.
Anzeigenpreise:
30 mm breite Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg.
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90 „ „ Reklamezeile 130 „
Nr. 6. Donnerstag, den 15. Januar 1925 38. Jayrg.
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Wirtschaftliche Ruudscha«.
(Zusammenfassende Uebersicht über die deutsche Wirtschaftslage.)
(Nachdruck verboten.)
Allgemeine Lage. Die Wirtschaftslage hat auch in der letzten Zeit im allgemeinen eine langsam aufsteigende Tendenz gezeigt. Bedarf und Nachfrage wäre auf allen Gebieten der Erzeugung vorhanden, eine entsprechende Auswirkung auf die Produktion wird jedoch ganz erheblich zurückgedämpft durch die ungünstigen Eeldverhältnisse.
Staatswirtschast. Im Januar betrugen die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben 768,8 Mill. M (Dezember 635,1). Der Voranschlag betrug 437 Mill. dt.
Geldmarkt. Im Hinblick auf die Finanzskandale ist das wesentliche Ergebnis der letzten Woche die Aufstellung neuer Richtlinien über die Verwendung der Reichspostgelder im Benehmen mit der Reichsbank. — An den Börsen herrschte im allgemeinen Ruhe. Am Geldmarkt hält eine gewisse Anspannung an, die jedenfalls für Ultimo Februar gewisse Schwierigkeiten besorgen läßt. — Durch Morgan u. Co. wurden in der letzten Woche 2% Mill. Dollar-Gold nach Deutschland verschickt. — Der Gesamtbetrag der schwebenden Auslandskredite wird auf 1—1,5 Milliarden Goldmark geschätzt.
Handel, Gewerbe und Industrie. Die Spitzenverbände der Wirtschaft haben sich erneut gegen eine höhere Aufwertung ausgesprochen, weil die Prüfung der Aufbringungsfrage für alle Wirtschaftszweige zu dem gleichen negativen Ergebnis führe.— Die Lage der Industrie und des Handels zeigt weiter ein Anhalten einer aufsteigenden Tendenz. In erster Linie ist dies in der Eisenindustrie und im Spinnstoffgewerbe zu beobachten. Die für den Baumarkt arbeitende Industrie konnte teilweise eine nicht unerhebliche Belebung des Geschäftsganges feststellen. Die hier in Frage stehenden Industriezweige sehen der kommenden Bausaison sehr hoffnungsvoll entgegen. — Auslanosge- schäfte sind von der deutschen Industrie fast überall nur unter Ueberwindung größter Schwierigkeiten durchzuführen, da die ausländische Konkurrenz immer noch stark unterbietet.
Kohlen. Ein Bericht der deutschen Bergarbeiterorganisationen zeigt eine schnelle Ausdehnung der Kohlenausfuhr Deutschlands seit Jnkraftsetzen des Dawesplanes. — Die deutsch-ober- schlesische Steinkohlenförderung zeigt im Januar einen kleinen Rückgang.
Holzmarkt. Die Nadelstammholzpreise setzten ihre Sprünge nach oben fort und kamen mitunter an die Grenze des Phantastischen. Man ging mit den Geboten sogar bis zu 173 Pro- 3ent der Grundpreise. Die Nachfrage nach Nadelpapierholz blieb rege. Auf dem Laubholzmarkt herrscht gute Nachfrage nach Eichenrundstämmen. Bei den lokalen Brennholzversteigerungen werden nach wie vor die Taxen erheblich überschritten.
Vaumarkt. Im kommenden Frühjahre läßt sich eine wesentliche Zunahme der Bautätigkeit gegenüber dem Vorjahre
erwarten. Schon im Januar wurden 2447 Wohnhausbauten und 596 sonstige Bauvorhaben gemeldet. Das bedeutet gegenüber im Dezember eine Zunahme um die Hälfte.
Warenmarkt. Die Eesamthaltung auf den Warenmärkten muß immer noch als unsicher bezeichnet werden. Die Käufer beobachten noch eine starke Zurückhaltung, sodaß die Umsätze keinen bemerkenswerten Umfang erreichen konnten. — Am Eisenmarkt machte sich auf dem Jnlandsmarkte eine lebhafte Tätigkeit bemerkbar. — Bei den letzten Häuteversteigerungen in Erfurt und in Ludwigshafen war ein Rückgang der Preise zu konstatieren. — Infolge der Hoffnung auf baldigen iWedcr- beginn der Bautätigkeit wurden verschiedentlich große Verkäufe in Baumaterialien abgeschlossen. — Die Belebung am Chemi- kalienmarkt blieb auch in der jüngsten Zeit aus. Das Exportgeschäft war ebenfalls nicht befriedigend. — Am heimischen Verbrauchszuckermarkt zogen die Preise weiter langsam an. — Der deutsche Kaliabsatz wird im Februar schätzungsweise 1,5 Mill. Dz. erreichen.
Ausstellungen und Messen. Die Frühjahrsmesse der deutschen Bekleidungsindustrie und der Schuh- und Lcdcrwirtschaft war mit fast 1400 Ausstellern auf einer Ausstellungsfläche von über 30 000 Quadratmeter, die größte messewirtschaftliche Veranstaltung, die bisher in der Reichshauptstadt unternommen lung wird vom 1. bis 8. März in Berlin veranstaltet. — Die Frankfurter Früjahrsmesse wird vom 19. bis 22. April abgehalten. — Die hcllMvversche technische Messe, verbunden mit Landmaschinenmarkt, Radio-Ausstellung sowie Baumesse wird vom 2. bis 7. Mai stattfinden. — Eine bayerische Lebensmittelmesse soll in Nürnberg vom 16. bi. 24. Mai eröffnet werden. — Vom 1. Mai bis 8. August ist in Leipzig eine Ausstellung für Heim und Technik. — Vom 23. Mai bis 7. Juni wird in Magdeburg eine Ausstellung der gesamten Zuckerindustrie sowie der Zucker- verarbeitenden Industrien abgehalten. — Die zweite landwirtschaftliche Messe in Köln findet vom 4. bis 12. Juli statt. — Vom 12. Juli bis 16. August ist in Innsbruck eine Kunst- und Gewerbeschau. — Die Tiroler Herbstmesse für Landwirtschaft, Industrie, Handel und Gewerbe ist vom 4. bis 11. Oktober. — Die Mailänder Mustermesse wird vom 12. bis 27. April abgehalten, die internationale Mustermesse in Agram vym 26. April bis 4. Mai.
Produktenmarkt. Angesichts der Unsicherheit der Uebcr- seemärkte herrscht auch an den deutschen Produktenmärkten Zurückhaltung. Das Geschäft war im allgemeinen sehr eng bc-
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Zur Blutreinigung
und Auffrischung der Säfte ist die jetzige Jahreszeit besonders geeignet. Wir raten Ihnen, in der Apotheke 30 Gramm Herbex- Kerne zu kaufen, die unschädlich, aber von vorzüglicher Wirkung sind. Sofern in anderen Apotheken nicht erhältlich, sicher in der Universitäts-Apotheke „Zum goldenen Engel".
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