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6 0 Goldpfennig monarlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf.

Telephon Nr. 1362.

Expedition: Südaniage 21.

Redaktion, Druck und Verlag:

Albin Klein in Gießen, Nerlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.

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30 mm breite Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg „ „ " zz Lokal 10 „

90 „ „ Reklamezeile 130 „

38. Jahrg. Samstag, den 11. April 1925 Nr. 43»

Generalfelömarschall von L)müenburg.

Ein Lebensbild.

Von Paul Mariell.

Wenn das Leben eines großen Deutschen, wie das Hinden­burgs, zum Gemeingut des ganzen Volkes geworden ist, wird es gleichsam zur nationalen Pflicht, das Werden, den Aufstieg eines solchen Heros allen zur Lehre und Erkenntnis in Haus und Hütte zu tragen, denn in der Wüste unseres tragischen Zusam­menbruches erhebt sich die Sehnsucht nach dem Propheten, der uns aus dem Chaos politischer Zerrissenheit wieder zur natio­nalen Einheit, zur alten Größe, glorreichen Deutschtums führt. Aus allen deutschen Gauen, aus allen Winkeln des Landes klingt der sehnsuchtsvolle Ruf nach einem wahrhaft großen Führer, der uns Symbol, Vorn und Hoffnung ist.

Hindenburgs Leben ist ein echtes Soldatenleben, von jener klassischen Silhouette, wie sie allen großen deutschen Heerführern eigentümlich ist. Hindenburgs Familie, vorbildlicher altpreußi­scher Adel, durch und durch soldatisch, das Waffenhandwerk eine unerschütterliche familiäre Tradition, daneben sparsam, fleißig, und schlicht, selbstlos im Dienst am Vaterland, gab dem jungen, als Sohn des Leutnants und Adjutanten von Beneckendorff und Hindenburg zu Posen geborenen Paul von Hindenburg jene durch Ueberlieferung geheiligte militärische Erziehung, durch welche das alte Preußen groß geworden war. Nach freundlich verlebten Jugendjahren in Glogau, wo der Vater als Haupt­mann und Kompagniechef Dienst tat, bezog der junge Hinden­burg, Hjährig, 1849 die schlesische Kadettenschule z u Wahlftatt, die in harter, aber stets wohlmeinender Knaben­zucht den kommenden Mann zum nahenden Lebenskampf schulte und stählte. Man hat den alten preußischen Kadcttenanstalten vielfach eine lieblose Pädagogik nachgesagt; wie dem auch sei, es lebte etwas in ihnen von dem großen Geist der Antike, alt­spartanischer Schlichtheit und hehrem Seelenadel, der schließlich den Ruhm des deutschen Offizierkorps und seine weltgeschichtliche Mission begründete. Hindenburgs Briefe aus seiner Kadetten­zeit an seine Eltern sind köstliche Dokumente eines deutschen Sol­datenjungen, der den Willen zu einer großen Zukunft hat. Auch die damalige Berliner Kadettenanstalt war ihm mit dem groß­städtischen Relief eine fördernde Soldatenschule, die den geistigen Boden des kommenden Feldherrn bilden half. Sicher waren es Sonntage, des Daseins für den jungen Kadetten, wenn im Rah­men der goldenen Ferien für eine kurze Spanne Zeit die Fessel des straffen, militärischen Drills fiel, um auf dem alten, im Schlesischen liegenden Heimatgut Neudeck Freuden des Lebens âd der Jugend zu feiern.

In Neudeck war es auch, wo der in Urlaub weilende Kadett nach Ausbruch des Krieges 1.866 feine Einberufung als Leut­nant, wenig über 18 Jahre, in das dritte Earderegiment zu Fuß erhielt, in dessen Geschichte der Name des jungen Leutnants von Hindenburg ehrenvolle Erwägung findet. Mit schneidigem

i Elan hatte der junge Hindenburg in der Schlacht bei Königgrätz

! mit seinen tapferen Schützen mehrere Geschütze einer feindlichen Batterie erobert, wobei Hindenburg durch eine Kartätschenkugel am Kopf verwundet wurde. Mit ganzer Seele war der junge Hindenburg seinem soldatischen Beruf zugetan; aus allen Brie­fen seiner Kriegszeit an die Eltern lodert das jugendliche Feuer beruflicher Begeisterung, ohne die niemand in seinem Fache zum wahren Meister wird. Damals schrieb der junge Leut­nant Hindenburg an seine Eltern:

„Es ist die höchste Zeit, daß die Hindenburgs einmal wieder Pulver riechen. Unsere Familie ist darin leider seltsam ver­nachlässigt. So leid es mir tut, Euch nicht noch einmal sehen zu können, so freue ich mich doch über diese bunt belebte Zukunft, für einen Soldaten ist ja Krieg der Normalzustand und außer­dem stehe ich in Gottes Hand. Falle ich, so ist es der ehren­vollste und schönste Tod, eine Verwundung muß ja auch nur

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