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(Neueste Nachrichten) mit (Giessener Tageblatt)

Amts- u. Ucreinsnacbricbten

Bezugspreis:

6 0 Goldpfennig monatlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine30 Goldpf.

Telephon Nr. 1362.

38. Jahrg.

Expedition: Südanlage 21

Redaktion, Druck und Verlag: Albin Klein in Gießen, SRerfagäbrutferei, vorm. Keller, gegr. 1783.

Anzeigenpreise:

30 mm breite Petitzeile, Auswärts 30 Goldpsg „ „ „ „ Lokal 10 „

90 „ „ Reklamezeile 120 „

Donnerstag, den 9. Juli 1925.

Nr. 80

die ZrieAeasmiete in Hessen.

lSchlntz.)

Zu der Aufstellung im Einzelnen ist folgendes zu bemerken: Durchweg rentierten die Häuser in Darmstadt im Jahre 1914 S %. Was unter und was über 5 % rentierte, kann als Aus­nahme angesehen werden. Diese Tatsache ist von allen maß­gebenden Instanzen anerkannt. Das vom Verfasser seiner Aufstellung zu Grunde gelegte Haus rentiert aber bei 30 000 Mark Schätzung und 1714 Mark Mieteinahme 5% %. Der Mehrertrag gegenüber der allgemein ortsüblichen Miete be­trägt bei voller Friedensmiete 214 Mark jährlich. Diese für Darmstadt ungewöhnliche Rente kann auf einer ausnahms­weise niedrigen Schätzung, wie auch auf die nachträgliche Ein­richtung der Mansardenwohnung oder sonstige mir nicht be­kannte Umstände zuruchuführen sein.

Durch die Zugrundelegung dieser von der Ortsüblichkeit ab­weichenden hohen Friedensmiete ergibt die Aufstellung an sich schon ein zur Beurteilung der Allgemeinverhältnisse unbrauch­bares Bild. Aber trotzdem für die Zwecke des Herrn Dr. Questel günstigen, weil über das Normalmaß rentierenden, Hauses, ist das Ergebnis bei näherem Zusehen ein durchaus klägliches.

Befassen wir uns zunächst mit dem Ergebnis des Steuer­jahres 1924/25, so sind in dieser Zeit an Mieten eingegangen 685,60 Mk.

Ausgegeben sind nach der Ausstellung des Verfassers:

Steuern u. Abgaben (ohne Sondersteuers 246,10 Mk.

Reparaturkosten Mr 5 Mieters 237,60 „

für große Instandsetzungen . . 160 40 „ 644,10 Mk.

sodaß ein scheinbarer Ueberichuß von 41,50 Mk.

verbleibt. Der Bersasser hat aber, ob mit oder ohne Absicht, die Kosten des soz. Hausverwalters nicht in

Ansatz gebracht, die nach seinen Angaben mit wenigstens 120,— Mk. zu berechnen sind, sodaß sich eine Mehrausgabe gegen­

über den Einnahmen von 78,50 Mk.

ergibt.

Das Beispiel bietet auch um deswillen ein sehr unzuver­lässiges Bild, als der Verwalter nicht etwa die notwendigen Reparaturen in den Wohnungen hat vornehmen lasten, sondern er hat einfach den Mietern die Jnstandsetzungszuschläge belassen, die sie im Interesse der Wohnung verwenden oder nicht ver­wenden können. In diesem, auch sonst vielfach geübten Ver­fahren liegt eine große Gefahr für den Vermieter insofern, als der Mieter (ich meine damit nicht alle) die Instandsetzungs- Zuschläge sich vergüten läßt, die Wohnung läßt wie sie ist und eines Tages dem Vermieter eine total abgewohnte Wohnung hinterläßt. Denn daß sich mit den gesetzlichen Zuschlägen eine Wohnung nicht ordnungsmäßig instandhalten läßt, ist eine auch von Mieterseite wiederholt bestätigte Tatsache. Zugegeben aber, die sür die 5 Wohnungen Mr Verfügung gestellten je 47,50 M hätten für das letzte Jahr ausgereicht, so reichen sie für das

Steuerjahr 1925/26, nachdem der Bauindex in der Zwischenzeit von etwa 150 % auf 210 % gestiegen ist, bestimmt nicht mehr

aus.

Welche Aufwendungen für die außerhalb der Wohnungen liegenden Instandsetzungen notwendig geworden sind, darüber sagt der Verfasser nichts. Er beschränkt sich (absichtlich?) auf Wiedergabe des Betrages, der für diesen Zweck vorgesehen ist. 160 Mark im Jahr reichen aber bei Weitem nicht zur Instand­haltung des äußeren Hauses aus.

Ich werde nachstehend mit einem gleichwertigen Haus die Zahlen von Einnahme und Ausgabe auf die Wirklichkeit zurück­führen. Es ergibt sich da folgendes Bild:

Mieteinnahme (5 % von 30 000 Jt)

Steuern und Abgaben

Reparaturen (entjpr. dem Bauindex)

Gebühren

Hypothekenzinsen

Verwaltungskosten

(nach Angabe des Verfassers) ab 1. August 1925 erhöhte Sonder­

steuer (Mehrbetrag)

Mehrbetrag durch Erhöhung der Ee- meindegrund- und Sondersteuer 66.—

Erhöhung des Brandversicherungs­

1500.— Mark

478.60 Ji

472.50 „

127.60 „

108.75 „

120.- „

60.- „

beitrags

10.-

zusammen 1443.45 Ji

Statt der vom Verfasser errechneten 480.15 Mark Zinsen für das eigene Kapital des Besitzers bleiben ganze 56.55 Mark übrig. Wenn man in Betracht zieht, daß in obiger Aufstellung noch nichts enthalten ist für Abschreibung des Eebäudewertes, für Mietausfälle und für Zinsen des Eigenkapitals, so kann jeder Laie ermessen, welche reale Grundlage die von Herrn Dr. Ques- sel aufgestellte Behauptung hat, der Haubesitzer könne aus der Friedensmiete die Zinsen bezahlen, die übrigen Unkosten decken, die Sondersteuer tragen und behalte noch 480 Mark übrig, womit er sein heute mit 6 000 Mark aufgewertetes Haus mit 8 % verzinsen könne. Für die Leser des „Volksfreund" die sich die Mühe einer Nachprüfung der Queffel'schen Zahlen nicht machen, wird die Behauptung des Verfassers den nötigen Ein-

NON NA MANNA

DIE /<A ZIGARETTE

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