Einzelbild herunterladen
 

Giessener Zeitung

(neueste nacitricbtea) M («tsstetr C«gt»Ult)

Amts- u. Uereinsnacbricbten

Bezugspreis:

6 0 Goldpfennig monatlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf.

Telephon Nr. 1362.

Expedition: Südanlage 21.

Redaktion, Druck und Verlag: Albi« Klein in Metze«,

Berlagsdruckerei, Borm. Keller, gegr. 1783.

Anzeigenpreis: 5 Goldpfennig für 1 mm Höhe und 30 mm Breite, für Auswärts 10 Goldpfennig;

1 Reklamezelle 90 mm breit 130 Goldpfg

Nr. 27.

Samstag, den 5. Juli 1924

37. Jahrg.

Lin Vorschlag jur Schaffung einer Psandbriesmark

zwecks Gesundung der Wohnungsnot und Geldknappheit.

(Schluß.)

Ein Beispiel möge den Vorschlag illustrieren: Die Stadt I Frankfurt würde beschliehen, 2 000 Wohnungen von je 2 bis 3 | Zimmern mit Küche zu bauen. Die Herstellung einer solchen Wohnung wird nach dem Urteil Sachverständiger rund 5 000 Mark kosten, die 2 000 Wohnungen also 10 Millionen Mark be­anspruchen. Diese Summe stellt das Reich der Stadt in Pfand- i briesniark zur Verfügung und die Stadt zahlt je nach dem Fort­schreiten des Baues an die Bauhandwerker und die Baumeister die fälligen Rechnungsbeträge in Pfandbriefmark aus. Nur auf diese Weise, das heißt, nachdem neue Werte geschaffen sind, darf die Pfandbriesmark in den Verkehr kommen, in dem sie dann wie die Rentenmark als gleichwertiges Zahlungsmittel zirkuliert.

Das Reich hat es vollkommen in der Hand, die Bautätig­keit zu regulieren. Will es 200 000 Wohnungen in einem Jahre bauen, so muß es den Kommunen 1 Milliarde Pfandbriefmarken zur Verfügung stellen, bei 100000 Wohnungen nur 500 Millionen usw. Die geschaffenen Neubauten bleiben im Besitz des Reiches oder gehen nach Vereinbarung in das Eigentum der Kommunen über. Auf alle Fülle aber werden wieder neue Werte ge­schaffen, nachdem wir 10 Jahre lang mit unseren Häusern Raub­bau getrieben haben. Da das Reich für seine Psandbriefmark keine Zinsen aufzubringen hat nur die Druckkosten sind zu bezahlen so können die eingesordeten Mieten wieder für Neu­bauten Verwendung finden, wenn man nicht vorzieht, die Pfand- briefmark allmählich wieder zu amortisieren.

Der ungeheure Vorteil, den die Durchführung dieses nur in großen Zügen hier umrissenen Vorschlages bringen würde, zeigt sich in zwei Richtungen. 'Einmal würde der Wohnungs­mangel raschestens behoben, die unmögliche, alle Bürger drückende Zwangswirtschaft konnte bald abgebaut werden und jeder Deutsche könnte sich in nicht zu langer Zeit diejenige Wohnung suchen, die ihm als Heim behagt. Dann aber würde der Geldmarkt eine Be­reicherung erfahren, die ihm dringend nottut. Auf der Rentenmark allein können wir unser Währungssystem nicht aufbauen; sie reicht nicht aus, den Geldumlaus zu decken. Im Frieden schon benötigten wir etwa 4 Milliarden Zahlungsmittel; heule, bei den gestiegenen Preisen, ist der Geldbedarf noch ein wesentlich grötzerer, daher die jetzige starke Geldknappheit, die eine, für das Geschäftsleben unerträglich hohe Zinjenforderung im Gesolge hat. Wird die Psandbriefmark als ebenbürtiger Geldschein neben der Rentenmark auf den Markt kommen, so werden dadurch alle Zweige unseres Wirtschaftslebens neu befruchtet, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Handel und Industrie, Handwerk und Landwirtschast haben den Vorteil davon, denn der Sparsinn wird wieder geweckt, die private Bautätigkeit aufs neue angeregt und so die heißersehnte Gesundung der deutjchen Wirtschaft endlich herbeigesührt. Nur nebenbei sei bemerkt, daß mit der Ausgabe der guten miindet- sicheren Psandbriefmark die jetzt noch im Umlauf befindlichen ganz wertlosen Milliarden- und Billionenscheine, mit denen man müh­sam den Geldverkehr aufrecht erhalt, verschwinden mühten.

Ein weiterer, gar nicht hoch genug einzuschätzender Gewinn I für unsere ganze Staatswirtschaft wäre darin zu finden, daß bei einer Neubelebung der Bautätigkeit, wie sie nach meinem Vor­schläge mit Hilfe der Pfandbriefmark zu ermöglichen ist, die Erwerbs- loleufiirforge mit ihren Hunderten von Millionen Unkosten fast ganz aus dem Staatshaushalt verschwinden würde, da man den allergrößten Teil der zurzeit Erwerbslosen beim Wohnungsbau nutzbringend beschäftigen könnte.

Als ich auf der Hauptversammlung der deutschen Haus- und Grundbesitzervereine in München Ende März ds. Js. meinen Plan kurz entwickelte die Debatte über die Reichstagswahlen nahm alle Zeit in Anspruch stieß ich aus eine lebhafte Opposition, da inan durch meinen Vorschlag eine neue Inflation befürchtete. Jeder neue Gedanke, auch wenn er noch so gut ist, wird anfangs auf Gegnerschaft stoßen; allein der Einwurs einer Inflation ist wirklich nicht stichhaltig. Denn eine Inflation mit wertbeständigem Gelde ist nicht zu besürchten. Man schaue nur nach Amerika, das jetzt nach dem Kriege seine Dollarwerte gar nicht unterzubringen weiß. Und doch steht der Dollar wie ein Fels in der Börsen- ' brandung. Ein Finanzmann, dem ich meinen Plan vortrug, äußerte anfangs gleichfalls starke Zweifel, gab aber am nächsten Tage, nachdem er sich die Sache überlegt hatte, unumwunden zu, daß mein Vorschlag klar und verblüffend einfach sei; nur aus letzterem Grund, weil er verblüffe, rufe er umfangreiche Zweifel hervor. Man befreunde sich also mit meinem Gedanken, er behebt den WohnungSmangel und stärkt den deutschen Geldmarkt.

G. Wagner.

Geschäftliches.

Milch wirkt bekanntlich blutbildend und es kann blut­armen Personen aus diesem Grunde nur geraten werden, mög­lichst viel Milch zu genießen. In Nestle's Kindermehl ist ein sehr hoher Prozentsatz reinster Sahnenmilch von. kerngesunden Gebirgskühen enthalten, dazu Weizenmehl, Rohrzucker, Maltose und Vitamine; es besteht also aus lauter hochwertigen Natur­produkten, die blut-, fett- und knochenbildende Eigenschaften haben. Es ist wohlschmeckend, leicht verdaulich und billig, denn 1 Origi­naldose kostet in allen Apotheken, Drogerien und besseren Kolonial­warenhandlungen nur Mk. 1,50. Es leistet nicht nur als Säug­lingsnahrung, sondern auch als Stärkungsmittel für blutarme Erwachsene, Magen- und Darmkranke ganz vorzügliche Dienste, Blutarme und magenschwache Erwachsene sollten sich nicht an dem NamenKindermehl" stoßen und vertrauensvoll einen Versuch mit dem vorzüglichen Nestle's Kindermehl wagen.

Heftfe s Rindetmebf, fas gib Deinem Rind, boft du es sieb!