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Vezugspreis 20,— Mk. monatlich
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vieriesiährlich 60,—Mk., vorauözahlbar, frei in» Hau». Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweig- au-sâbestellen vierteljährlich 51,— Mk. — Grscheixt VienStag, Donnerstag u. Samstag. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht »erlangterManuskripte wird nicht garantiert. Druck der Gietzeuer DerlagSdruckerei, Albin Klei«.
Lxpetzittsn: Sietzen, SSdanlage 21.
die -Um» breite Pctitzei l e, für Auswärts 10,—Mk Die 90 mm breite Reklame-Zeile 20,— Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grö^e berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung desZahlungs» zteleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften «hueBerbindlichkeit.
Verlag der „Gietzeuer Zeitung" in Vietze«.
ÄLr. 45.
Telephon Nr. 1362.
Bravo, Deuifcbamerikaner.
Zurzeit befindet sich der Tiger E l c m e n c e a u auf einte AgitationSfahrt durch Amerika, um das stark gesunkene Ansehen Frankreichs notdürftig wieder aufzu- fcischen. Tank der geschickten Werbetätigkeit der französischen Botschaft in Washington und der französischen Vereine war Clemenceau von einer Reihe großer Städte offiziell zu Vorträgen eingeladen worden, und dazu gehörte auch daS nach dem französischen König Ludwig der Heilige getaufte ^t. Louis an der Mündung des Missouri in den Mississippi. St. Louis hat von jeher trotz seines französischen Ursprungs zu den stärksten Bollwerken der Deutschtums in Amerika gehört und auch jr^t hat sich dieses in nachahmenswertester Weise geregt. Die zusammengeschlossenen deutschen Vereine und Organisationen haben durch ihren Vorsitzenden geharnischten Protest gegen eine derartige Ehrung des Mannes eingelegt, der in dem Schreiben selbst nicht als Tiger, son- dern als Hyäne bezeichnet wird. Dieses tatkräftige Auftreten hat seine Wirkung nicht verfehlt. Bürger« meister und Stadtrat von St. Louis haben einstimmig beschlossen, die an Clemenceau ergangene Einladung rückgängig zu machen. Das ist ein herrlicher Erfolg »wiFTpr hpjitfrfwn ^trtmmF«np«nflpn ienleitk ilcs OrcanK.
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Samstag, den 11 November 1922. -->-»-->°" ^»«»
■a**M**n*num****n*B*a**M***n***** tung in nationaler und sozialer Hinsicht. Sie heben im Volke die Freude und daS Verständnis für die Natur, die gerade dem Großstädter so notwendig sei, und fördern das Zusammenleben in der Familie. Ihre Wirksamkeit sei also weit vielseitiger als die Sportplätze, und sie seien wichtiger als diese.
Dieses Urteil hat bei den Sportfreunden lebhafte Gegnerschaft hervorgerufen. Mit Unreckt. Die Frage, welche Betätigung, die spott Uche oder kleingäctncrische, wichtiger ist, braucht meines Erachtens nicht untersucht zu werden. Beide sind Bestrebungen, die der Fürsorge und Unterstützung durch Staat und Gemeinden gleich dringend bedürftig und würdig sind. DacauS folgt aber auch, daß bei Bereitstellung von Gelände für die eine Betätigung nicht in die Interessen der anderen eingegriff-n werden darf. DaS Reichskleingartengesetz sieht das Institut der ZwangS- Pacht vor, um im Bedücfnisfalle Gelände für Kleingal- tenzwecke gegen den Willen des Grundeigentümers im Zwangswege in Anspruch zu nehmen. Keine einsichtige Gemeinde wird, wenn es Gelände für. Kleingartenzwccke braucht, auf Grundstücke zurück zu greifen, die als Spiel» und Sportplätze verwendet werden, cS sei denn, daß besondere Gründe vorliegen, die einen entsprechenden è --— ^^ -»- â- cuk- O--1I- ^,u«ur.u o«x c^s^n^
Gießenev
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Nr. 43. Telephon Nr. 1362.
Der Kampf um den Rhein beginnt
Von Trevir. (Schluß.)
Was Napoleon I. nicht gelungen ist, die Besiegung Englands, scheint Clemenc-au Poincare zu gelingen. An drei Stellen^st dec Koloß der englichen Weltmacht verwundbar. Schon Napoleon griff England an diesen Stellen an. Dec Aermelkanal ist kein absoluter Schutz der Insel. Die Völker- und Länderbrücke über Vordec- asten, Aegypten und Syrien nach Indien ist unsicher. Alles hängt von der Mächtegruppierung in Europa ab, denn auf dem Kontinent besaß und besitzt eS der Natur der Dinge nach keinen natürlichen Freund und Verbündeten. Das sog. europäische Gleichgewicht, das Aus' balanzieren der europäischen Landmächte, der Gegensatz Deutschland-Frankreich garantierte England die Sicherheit auf seinen Inseln, garantierten ihm die Herrschaft über seine Kolonien und Mandatländer. Vor allem im Orient. Denn eS allein hat alle Kräfte frei und beweglich. Beschränkte Kolonial- und Söldncrtruppen genügten ihm. Mit anderen Worten: Seit dem Kampf Napoleons um die französische Weltherrschaft — und schon früher — stützte sich Englands Herrschaft auf die preußische, später auf die deutsche Armee! Ueber den preußisch-englichen Sieg bei Leipzig-Waterloo konnte England zur Weltherrschaft schreiten, ungehindert. Durch den Abschluß der Entente mit Frankreich Rußland, durch den Weltkrieg und den Versailler Vertrag aber zerschlug es die deutsche Armee, zerstörte es selber das europäische Gleichgewicht. Ein Heer in Europa besitzt heute nur mehr Frankreich. Und damit beherrscht es macht politisch ganz Europa. Es steht am Rhein und an ter Schwâ des Ruhrgebiets. Es unterwühlt im Orient
errichtet werden. Reich, Länder, Gemeinden und sonstige öffentlichen Köcpenschaftcrr sollen zuc Schaffung von Wohnungen süc ihre Beamten, Angestellten und Arbeiter ausreichende(.Acbeitgeberzuschüffe leisten, da die Befcie- digung des Wohnungsbedücfniffes zurzeit kaum möglich ist. Mit Hilfe öffentlicher Mittel ist an der Finanzierung der Wohnungsneubautätigkeit grundsätzlich festzuhalten.
35. Jahrg.
I gekauft und auch bezahlt. Die restlichen 13 Millionen Mk. ! wechselte er bei einem Dollarkurs von 3000 wieder um und erhielt dafür 9230 Dollar. Er verläßt also Deutschland mit einem Ueberschuß von 230 Dollar, nimmt für 5 Millionen deutsche Fabrikate mit und hat in Deutschland dazu noch anderthalb Wochen umsonst gelebt.
lugend von beute.
In der Kesselschmiede eines größeren Werkes im Westen steckte ein zwanzjähriger Kesselschmied mit einem Geldschein seine Zigarette an. Da ec daS schon öfter, getan hatte, wurde er von älteren Arbeitern, die diesen Vorgang beobachtet hatten und darüber empört waren, gebührend zurechtgewiesen. DaS schöne ist nun, daß ein Betriebsratsmitglied, daS mit der Direktion des Werkes über diesen Vorfall verhandelte, tatsächlich den Standpunkt vertrat, daß der jugendliche Arbeiter mit dem von ihm verdienten Geld anfangen könne, was er wolle. Ueber einen ähnlichen Vorfall, der sich in Hagen zugc. tragen hat, wurde unlängst in einigen Blättern berichtet. In einer Wirtschaft zerriß ein junger Mann zum Er- staunen der Gäste sechs Etnhundertmackschetne und warf die Fetzen von sich. Ein anderer gleichgesinnter Genosse rundete mit ein.m Hwanrtamackschcin seine
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Samstag, den 28. Oktober 1922.
das Fundament der englichen Herrschaft. Nichts mehc kann es daran hindern. Mit wettcagenden Geschützen kann es England beschießen, kann es unter ihrem Schutz Truppen landen, kann es mit feinen Flugzeuggeschwadern London bombardieren. Frankreich ist ungehemmt, denn die Gegenmacht Deutschlands ist gebrochen.
Voraussetzung dieser französischen Weltmachtpolitik ist die dauernde Ohnmacht Deutschlands. Wir müssen diese Zusammenhänge sehen, wenn wir richtige Außenpolitik treiben wollen. England muß heute suchen, das Gegengewicht gegen die fcanzösische Macht wieder in Europa zu schaffen. In einem starken Deutschland. Was es im Orient noch erreichen mag durch Kompromisse, — alles wird Flickwerk bleiben. Die Entscheidung liegt letzten Endes am Rhein. Der Kampf um den Rhein beginnt jetzt erst. Der Kampf wird ein erbittertes Ringen sein.
Es ist gut, wenn wir wissen, daß uns dieser Kampf unmittelbar bevorsteht, es ist gut, wenn wir wissen, daß die Lage im Rheinland außerordentlich ernst ist. Nicht, daß die Bevölkerung des RheinlandeS in ihcec unet» schulterten Haltung zum deutschen Vaterlande irgendwie wankend geworden wäre, nicht, daß die rheinischen Hochverräter irgendwo bedeutsame Fortschritte gemalt hätten: Ernst ist die Lage deshalb, weil Frankreich im Orient gesiegt hat, weil England vollkommen auf d.e Unterstützung Frankreichs angewiesen ist, weil Fcaulreich das militärische Uebergewicht in Europa erlangt ha^, sie ist ernst, weil das Recht in der W-stt, das Seivstvestimmungscecht der Völker, durch Frankreichs imperialistische Politik zu einer Farce geworden ist. Es liegen Anzeichen darüber vor, daß Frantreich, obwohl Die Gefahr wahrscheinlich vorübergehend beseitigt war, alle Vorkehrungen getroffen hat, um
und so zu erhöhen, daß aus ihrem Ertrag jährlich 20000 neue Wohnungen gebaut werden können. Industrie und Bakkgewecbe, sowie Land-und Forstwirtschaft sind ceichs- gesetzlich zu verpflichten, entsprechend ihrer Leisturrgs- sähigkeit neben allgemeiner Wohnungsvauabgabe Ar- beitgeberzuschüsse zux Erstellung von Wohnungen zu leisten. Schließlich verlangte der Ausschuß von der
Telephon Nr. 1362.
3d. Jahrg.
im Rheinlande vollendete Tatsachenzu schaffen. Während es England gegenüber erklärt, daß es willens ist, die türkischen Rechte anzucrlennen und zu unterstützen, in demselben Augenblik hat es seine Vorbereitungen beendet, um Dentschlands Rechte, Deutschlands Freiheit und Deutschlands Selbstbestimmung mit Füßen zu treten. Wenn sich derartiges im Angesichte eines Völkerbundes vollziehen kann, der soeben zum Ausdruck gebracht hat, daß ec die Absicht hat, nun endlich wirkliche Arbeit für den Fciede« zu leisten, so wird damit erneut bewiesen, daß der Völkerbund ein willenloses Weckzeug in Händen französischer Politik daxstellt.
Dem deutschen Volke abec erwächst die heilige Pflicht, sich dec Gefahren bewußt zu sein, die dem besetzten Rheinland drohen und einig zu sein in dec Abwehr dieser Gefahren.
EUtrarlfcbes.
** TelbstgefertigteTHaudarbeiten.-find Geschenke zum nahenden Weihnachtsfest, denen die Schöpferin eine eigene Note verleihen kann, die alles. dasZzum Ausdruck bringt, was sie für den Beschenkten empfindet - und Gattin, Tochter oder Schwester wird auf^ihreLei gen ^Arbeit nm^vieles stolzer sein.^Schon geraume Zeit vorher beginnt eine eifrige, verfchwiegene Tätigkeit, ^^^,?^âU^erall^,beliebten^„Beyer's Handarbeitsbücher" werden als Ratgeber gern befragt. Sie bringen in über 60 Bänden aller Arbeitsweisen^ unerschöpfliche Fülle künstlericher, praktischer .vcuiter jur alle erdenklichen Zwecke. Jede Arbeitsart ist durch einen ausführlichen Lehrgang leichtfasslich erklärt, und dadurch ist es möglich, in die Geheimnisse selbst scheinbar schwierigster Tech- mren die kunstvolle Handarbeiten entstehen lassen, einzudringen. Die Ichmucken, reichillustrierten Bände sind auch stets gerngesehene (gaben von bleibendem Wert für den Weihnachtstisch. Der Verlag >~ .tto Bep er, Leipz ig-I gibt Ihnen genaue Auskunft und liefert fern ausführliches Verzeichnis mit vielen Abbildunaen kostenlos an Jedermann._______________
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Gesetz ecfocderliche Erlaubnis zum Viehhandes nicht besitzen und sich über alle den Viehandel betreffenden gesetzlichen Bestimmungen hinwegsetzen. Man taufe darum möglichst nur Schlachivieh dicekt vom Landwirt odec einem alten beauftragten Viehhändler!
Verantwortlich: Ht bin Klein, Gießen.