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Verlag der ..Giefteuer Zeit»«-" i* «tehe«.
Expedition: Stehen, Südanlagt 21.
Nr. 12.
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Samstag, Den 25 März 1^22 t»i.h« ».j«.
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35. Jahrg.
Der Danfa vnna fordert einen Block der Uernnnft
Die wirtschaftliche Not dcS deutschen Volkes wächst von Tag zu Tag. Düster liegt d'e Zukunft vor ihm. Reich, Länder und Gemeinden wisse» in ihren finan Allen Sorgen tot bet ein noch auS. Die steigende Teuerung droht zahlreichen Familien zum Verhängnis zu werden. Der Frindbund drängt auf Zahlung. Die Ausgabe von immer neuem Papiergeld nhöht im verderblichen KreiSumlauf daS wirtschaftliche Eiend. Der parteipolitische Hadrr blüht leider wie nur je. Das Parteiprogramm gilt leider vielen auch heute allrS DaS verarmende deutsche Volk ist drS politischen Streites überd.üssig. Es verlangt, daß dir Parteien die tont schastllchtn Norwendigketten dcS Tages erkennen. Besserung kann nur der Zusammenschluß dcr Parteien zu einem Block der wirtschaftlichen Vernunft und tatkräftigen Hilfe bringen. ES gilt parteipolitische Gefühle durch wirtschaftspolitisches Handeln zu ersten. DaS P äsidium dtS Hansa-BundtS hält die Stunde für ge kommen, um die Parteien und ihre Führer eindringlich aufzufordern, endlich das Trennende bet Seite zu lassen und einen einheitlichen, gtschlossenrn Block der nationalen Arbeit^zu schaffen Deutschland ist unrettbar verloren, W.nn rS nicht gelingt, alle K äste b.8 deutschen Wirtschaftslebens in pofittürr L istung zusammenzufass, n. Geschieht dies nicht, so wird bte ungr heuere Not der Z it dazu führen, daß die deutsche Wotschaft über die Parteien hinweg sich eigene Wege sucht.
fassliche Handwerkskammer.
Auf Einladung und in Anwes nhiik des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft sand am 3. März 1922 eine Besprechung über Lchcltngssragcn, inSb^ondece Lehr- ttngsvergütnuge« unter Zuziehung von Bert eiern der DutMstäour Handwerketorganisationen und ter Giwerkichasnn statt. Beiden Teilen war in dieser stark besuchen Vrrsumnckung Gelegenheit zu etngeh nder Aussprache gegeben. Seitens der Arbeitgeber wurde streng an dem Grundsatz f stgehalten, daß Lehvltngs- fragen tarifliche Behandlung nicht finden können. Die Bl'i tr. ter der h sstsche« Hunt Wcrk^tuNlMec betonten ausdrückl ch den gleichen Standpunkt, gestützt auf die gesetzlichen Vorschriften der tëkrotrbeoibnung. Dabei gab.».st. nähere Darlegungen, welche Maßnahmen bis j.tzt seitens der Hondwcrkskanimer zur Regelung der Lehrltngsmrgütungkn getrost n worden seien Es kam hlelbct zum Ausdruck, d rß man Lehrlinge, oft noch im K'ndeSalter (14—17 Jahre) dem politischen Getriebe nicht auSltefern bibfe; daß Lehrverträge Pc Vatverträge sehn u. s. w Auch vertritt die Handwe^kskammtr die Auffassung, daß diese Fcaae durch Verhandlungin innerhalb der Innungen und V retnigungen mit ihren Gesellen erledigt werden müsse, da die Handwerkskammer das SelbstbestimmungSrecht der gewerblichen Ocgani schönen achten muß und auch wegen der örtlichen Verschiedenheiten und persönlichen Ungleichheit der Lehrlinge schematische Festsetzungen praktisch undurchführbar sind. Nach eingehender Auesp och«», an der sich auch der Hcrc A.beitsminrst-r cege betetligtr, wurde vorgrschlagcn, erneut an die Innungen (k. her anzutrctcn, damit alsbald in gem inschaftiichec Verhand lung zw'schcn Meister und Gesellen diese Ver. ütungen für jeden Berufszweig den heutigen Veihältnlssen entsprechend neu festgesetzt werden. Die Hautwerkskomm.r ist st lb streben b jederp it bei eit ver mittelnd einzug elfen, wenn sie von einer Innung oder Bereinigung aus besonderen Gründen darum angegangen wird. Gleiche Verhandlungen, wie innerhalb der Darmstädter Organisationen (ingdatfk, müssen sofort im Handwerk des gesamten Kammergebiets aufgegriff.n werden, dabei wird erwa tet, daß überall im Lande dieser wichtigen aktuellen Foge volliS V rständms seitens deS Hand Werks entgegen gebracht wird.
Konaks.
** Gntgegeukommru bei den Htuukunssge kttchett dee Stenerpflichtigen. ^ei Hansa- Du«d hat an d'U R ichs minister der Finanz'.n das d^ingiude Ertuchin ger cht^t, die Finanzämtec auzuweifen bei Sturbungegjn^ci, die gerade jetzt infolge der Häufung
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von Steuern zahlrrich gestellt werden, Weityi h?ndstcS Entgegenkommen zu beweisen. Die Steigerung aller Warenpreise hat die Einkünfte selbst der besseren Gc- schäftSmoimte drS IohreS 1921 wieder vcifchlvngen. Steucirückmgln konnten nur in bin seltensten Fällin gemacht werden. Da ferner viele Stcuerpstichtt^e bei der Einkommensteuer Einspruch erhoben haben, weil sie unter Abweichung von ihren Angaben in dec Steuererklärung wesentlich höher eingeschätzt sind, muß überall da, wo der Etnipiuch bcgiiinbet ersch, int, zum mindesten der bestrittene Teil ber St ucc gestünde' we'dcn können. Hierzu sind die Finanzämter nach § 105 Abs. 2 der RerchSab^abenordnung berechtigt. Dem Reichsfinanzmintster ist nah.gelegt worden, in diesen Fragen den Finanzämtern eine besondere Anweisung zu geben, wozu er nach § 108 der Abgabenordnung (allgemeiner Härt« paiag'. aph) durchaus die Möglichkeit hat D-r Hansa-Bund b.tont, daß rS dringend notwendig ist, durch Entgegenkommen eine Besserung des Berhältn sseS zwisch'N Finanzbkhö.dkn und Steuerpflichtigen herberzusühcen.
" Amtstage des Kreisamis Gieße« Mit Rücksicht auf die großen Kosten, wrlch^. der Bevölkerung bei Reisen noch Gi-ßen entstthen, wird das KciiSamt am 31. Mä'z 1922, vormittags 91/, Uhr beginnend, auf dem Kalhaus zu Grüukerg und am 7. April, vormittags 9V; Uhr beginnend auf dem Rathaus zu Hungen Amtstage abhalten. Die Einwohner d^c- j<'btgtn Gemeinden M Preises, tollte zu den Amls- gertchtsbcziik« n Grünberg, Homberg. und Laubach gehö.cn, können auf dem Amtstag in Grünberg vor» sprechen, bhjenigen aus den Gemeinden, welche zu den Amtsgerichteb zicken Hungen, Lich und Nidda m§unn auf dem Amtsi.age in Hungen.
** Invalidenverstcheruug der Hehrtinge Die LandeSve.sicherungsanstail „H ss-n" fchreivl uns: Von Frankfurt a. M. auSgthenö ist in lttzter Zeit eine Mitteilung durch die Tagesprtsse gegangen, nach der L' h lingc, die täglich unter 6,67 Mk (männlich') ober 4,67 Mk. (weiblich«) verdienen, von d r V.rpst'chtung zur Invalidenversicherung befreit sehn. Diese Auffassung ist unzutreffend. Beesicherungsfcci sind Lehrlinge nur bann, wenn sie noch nicht 16 Fohre alt sind oder ledigl'ch fielen Unterhalt beziehen. Erhält ein L.hrlmg, d r über 16 Jah c alt ist, einen Barlohn, so stellt sich dieser ohne Rücklicht auf feine Höhe als Entgelt im Sinne d-s § 1226 der R^cheversichcrungsordnung bar und b grünoit bte Invalidenversichecungspfücht des Lehrlinge. E ne Sondeebcstimmung besteht nur bizüg- lich der HandlungSlehrlinge u^b deij nigen in Apoihek n, die nur dann veesicherungrpstlchtio sind, wrnn ihr regel' mäßiger JahrcSorbeNsveidicnst 2000 Mk. Entölt. nTkht übersteigt.
** Gude einer Kommunalisterteu Schuhmacherei. Am 1. Juni 1931 rlchwte bte Dauner Schuhmacher-Innung an den Gemeind-.vo.stand zu Bcrlm-Oberschöncwcide folgcndes Schce.b.n: „Es wird uns mitgetkilt, daß die Gemeinde Berlin - Overschöne- weide eine Gemeindcschuhmacherei unterhält. Obschon die Gemeinde Naum, Licht und Heizung buf m Betriebe unentgeltlich zur Verfügung stellt und die Preise sich nicht weftntlich von thmn der feibftänblgrn Schuh mocher untersch.tdcn, soll sich der Betrieb richt wtet- schaitlich b..wöhrt haben. Er soll im Jahre 1920 vom 1. Januar bis 1. August ein D.fizit von 9900 Ma k aufwetsen und auch wcttcrhin m t Belast für die Staot arbeiten Dèr Leiter soll nicht einmal Fachmann fein. — Wir bitten ergebens! um Auskunft über ben Bctti^b und besonders auch, ob die uns gemacht n Angaben Zutnffend sind oder nicht. Gleichzeitig bitten wir um Auskunft, ob Gewerbesteuer gezahlt wnd." Nach zwei Erinnerungen kam vom Bezirksamt XV, Deputation für kommunale Betriebe Abteilung B la 245/21, folgend r Bericht: „Zum Schreiben vom 27. Juli 1921, Nr 2148/21, teilen wir mit, daß es zurzeit nictjt möglich ist, einen genauen Bericht über die Schuhmacherwrrkstatt in Oberschönewiidc zu geben, da d'c Akten ueb Kassenbücher wegen vcrmu tich^r Veruntreuung von Dit-nst- geldc it durch ben Luter beschlagnahmt Norden sind. — .Dr-- Wcikstatt ist bis auf wettc. es wcg>n Mangel an Arben geschlossen. Ü ber die endgüstige Schlußung wird bie D»pu:at ou in dcr nächsten Z.N v.chunbeln. Wir w^d n dann näheren Bericht folgen lassen, gez.: Jonosch, B zirksbürgerme-ster." Nach unteren 7 Wochen wu'.dc urtgrhOl: „Zum Schreiben vom 27. Juli 1921. N . 2U8/21, tetien wir mit, daß die SchuhmachL'.wc.lstait in Obrrschöniw tde aus L schuß drs B^rrksuu't^- XV am 24. September - Jè. gifAU^M»
worden ist. g^z. Steuir, Stabtrat. Beglaubigt: gez I Schuhmal,n, Obersckcetär." Kommentar hierzu über- I flüssig.
" Der Bund Deutscher Getreide-, M'hl-, Saaten-, Futter- und Düngemtitelhändlec D«utschlandS E. V. schreibt unS wie folgt: „In einer sehe großen Anzahl von ProvinZ'Zcktunul'N e>schei^en A'tck<l, welche An^ gaben nnerhörter yrdBtrdbcrtieii im Getveide
Handel zur sprach.- bringen. Bei Durchsicht der Presse I h^ven wir fefigeft- llt, daß diese Aufkäufe auS ziemlich * ollen Teilen des ReicheS^g,meldet werden. Wir haben 1 nun Veranlassung genommen, in den betuffenben Bezirken Nachfrage zu halten und haben dab i nicht einen einigen Fall fefigefteüt, in welchem diese Behauptungen sich bewahr hettet haben. ES handelt sich hier um einen Feldzug gegen den reellen Handel, dcr^von irgendwelchen Dunkelmännern eingeiritet^worden^Jst. »68 ist sthr leicht unwahn Behauptungen in die Welt zu setzen, denn cs wird dabei in der Absicht gearbât : wenn auch die Behauptungen nicht wahr find, so bleibt doch immer etwas an dem reellen Handel hängen. Es wäre durcbauS«notwendig"undâUnS^übrrauö ei wünscht, wenn wir die NaMlN beräumen ober deren Vertreter erfahren könnten, welche solche Angebote machen. Solange ein solcher. Fall nicht einwandfrei festgeftcllt ist, müssen wir alle diese Gerüchte als böswillige AuS fireuungen bezeichnen. Sachlich liegt zurzeit für den Händler nicht die geringste Veranlassung vor, einen Preis von Mk 1100,— für Roggen zu bezahlen, da j der, der sich cffrkttve Ware für den Herbst hinllgen will, doch heute schon die Möglichkeit hat, dies aus Beständen bet alten Ecnte zu tun und zu diesem Zw.ck- nicht einmal die Hälfte d-L genannten Preises a^zulegen braucht. Ein ernsthafte Händler kann überhaupt nicht in Frage kommen, unö wie müssen daS ganze Gerücht als auferlegten Schwindel bezeichnen, der off nsichtl'ch politischen Zwecken dienen soll. Der Verband d^c ®etulbe- und Futtermittel Vereinigungen Deutschlands E. V. hat eine Krlahnnng vsn MK. 5 000,— demjenigen ausges tzr, der nactltoafen kann, daß ein im Besitz der H^ndelöcrlaubnis b. find- licher Kaufmann für Getreide nächster E^nte Mk. 800,- ober mihc für bes Zentner geboten ober gezahlt hat Wir fordern alle ß^cc des Blattes _unb insbesondere, die sich bemüßigt fühlen, derartige Verleumdungen beö reellen Handeis todter zu babcdtm, auf, sich die Be lohnung von Mr. 5000, zu v rbienen "
** Die Frankfurter Messen der Jahre 1922 und 1928. Das M tzamt für bte Frankfurter JnKr- nmio alcn Mtss n teilt auf vielfache Anfrage mit, daß der Frühjahrsmtsse 1922, bk vom 2. bis 8. April statt* findet, die Heibstm-sse vom 8. bis 14. Oktober folgen wird D e entsp echenden Termine sind im Jahre 1923 für die Frühj -hlönnss^ b i 15. bis 21. Aprll, für die Herbstmesse vom 26. bis 29 S ptember. — Der Besuch der vom 2. bis 8. April dauernden Frankfurter M ffe bespricht außerordentlich rege zu werden. .Die^Vocan- meldungen aus Deutschland wie aus dem Ausland übertreff n weit die nach dem glänzenden Verlauf dec letzten HerbstmJse bereits hochgelpannten Erwartungen. Besonders zahlreiche Anmeldungen liegen bisher vor auS Italien, Transit (b, Holland, der Schweiz, L'x^mburg und den skandinavischen Ländern. Much aus entfernteren Gebieten, aus Ungarn, Pol'N, Rumänien, Portugal, haben sich nbr^aschend viele Einkäufer angemeldet. Dee erste Sonderzug aus b m Ausland bringt bereits in Der Nacht zum 31. März mehrere hundert österriichifche Gäste nach F.ankfurt. In rascher Fo'ge we den sodann die italienischen, b;e schweizer und die schw-d sch^n Mssc- beiucher gleichfalls mit Sonderzügen in Frankfurt ein- treffen. Der Haupizustcom tohb am 1 und 2. April erfolgen, wenn die aus den verschiedensten Richtungen Deutschlands btrf hienb.n Missezüge cintreffen.
Verantwortlich: Ridin ÄI tin, Gießen,