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Gießener JeiLnng

Bejugsprets 4,— Mk. monatlich

vierteljährlich 12,— Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen vierteljährlich 9,— Mk. — Erscheint DienStag, Donnerstag u. Samstag. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksen­dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Druck der Gießener BerlagSdruckerei, Albin Blei«.

€tpeöitioh: Gietzen, Südanlagt 21.

Anzeigenpreis 2,40 Mk.

die 44 mm breite Pctitzcile, für Answärtö 3,00 Mk Die 90 mm breite Reklame-Zeile 1»,UU Mark Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhe berechnet. Rabatt kommt bei Überschreitung deSZahlnnyS- ziele- (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.

Verlag der ,,Gießener Zeitung" in Gießen.

Nr. 25

Telephon Nr. 1362.

Samstag, den 24. Juni 1922,

Telep hvn Nr. 1562.

35. Jahrg.

Sommtrfonnenwtidti

Wieder ist Sommersonnenwende! Einst das große 341 uralt germanischer Wesensart, kam es nach uZd nach immer mehr in Vergessenheit, um zeitweise vollends von der Bildfläche zu verschwinden. Der Gedanke aber lebte fort. Und nun plötzlich ist es wieder da. Das letzte Jahrzthnt deutscher Heimatgeschichte hat diesem Volksfest zu neuem Leben verhalfen In weiten Volks- kreisen fand der Sonnenwendgedanke Eingang, bis schließ­lich der nationale Niederbruch unseres deutschen Vater. landcS das Fest auf den Schild exhob, es zum Volksfest im großen nationalen Einheitsgedanken im wahrsten Sinne gestaltete. Durch Nacht und Dunkel der Ver­gangenheit fanden wir uns dennoch zurück zum Licht. Hel- leuchtende Sommersonne mit ioarmen, liebenden Strahlen steht über diesem Tage. Auf Arm und Reich, auf Hoch und Niedrig leuchtet sie herab. Denn vor der wärmen­den Liebe der Mutter Sonne sind wir alle gleich. Sommersonnenwende, die gute deutsche Vätelfitte, ist ein Kapitel der nationalen Wiedergeburt unseres Volkes Ein Volksfest, das nicht Partei. und KonfefsionSuntcc- schiede kennen darf. Jeder ist willkommen hier, der deutsch fühlt. So treten wir auch jetzt wieder an die lodernden Feuer der Sonnenwende im stolzen Heimot- Sefühl, im deutschen Glauben. Und vor bin lodernden lammen der Sounenwendseuec reichen wir uns bann einmütig die Hände: Du bist mein Bruder, denn wir find deutsch. „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern". Volksversöhnung und Verbrüderung unter dem eigenen Volkr. Hier findet diese hohe Aufgabe ein dankbares Arbeusscld. Drum muß bet Sommer sonnenwcndgc- danke der Volkseinheit weiter wachsen. Allen vater­ländischen V reinen bietet sich hier eine dankbare Auf­gabe ihrer rührigen Betätigung am Wiedcraufbau unseres zertrümmkrten und zerrissenen Volkes Auf, dcutschcS Volk, daher, das Fest deiner starken Vorfahren ist da, auf zur Einheit, zur Stärkung deines Glaubens an das

deutsche Vaterland. -Versöhnung wollen wir feiern und nationale Wiedergeburt im Lichte des SonnenwendtageS !

Das Codesurteil der Befaizungspolitik.

Amerika klagt an!

Mr. F. W. Elven, in Cincinnati (Ohio) ist ein hervorragender deutsch-amerikanischer Journalist, gleich, zeitig ist er Herausgeber der großen „Cincinnati Freien Pctsse" unb steht in engsten Beziehungen zu den führen­den Persönlichkeiten dec Republikanischen Partei. Im Mai d. IS. hat Herr Elven eine längere Reise durch die besetzten Gebiete im deutschen Westen unternommen. Das Ergebnis dieser Reise, das Resultat der von Herrn Elven in den Rheinlanden, in dec Pfalz und im Saar­gebiet angestellten Untersuchungen, seine Beobachtungen und Eindrücke schildert er wahrheitsgetreu in einem Artikel, der di<Leiden unserer geknechteten Brüder, die entsetzlichen unhaltbaren Zustände des besetzten Westens mit einer Deutlichkeit, Anschaulichkeit, Rücksichtslosigkeit und unerbittlichen Schärfe schildert, ausdeckt und anS Licht d.r O.ffmtlichkeit zieht, wie dies bisher deutlicher, anschaulicher, rücksichtsloser und schärfer noch in keinem reichsdeutschen oder europäischen Blatt geschehen ist. Eine Anklageschrift, eine furchtbare Ank'azcschrift gegen Frankreich und Belgien ist dieser Artikel. Gegen Frank­reich, von dem der Verfasser selbst sagt: „Ec habe rS als Amerikaner als tiefe Beschämung empfunden, daß ■ diescS Frankreich, welches heute am Rhein, in dec Pfalz und im Saargebiet seiner Kulturfeindlichkeit so offen Ausdruck gibt, Amerika als Waffengenossen habe be> grüßen dürfen." Gegen Belgien, von dem der Verfasser

angesichts der grauenhaft sinnlosen Verwüstung eines deutschen kirchlichen VereinShauseS mit bitterer Ironie erklärt, „das sei auch eine von bin Rassen, mit denen Amerika die Welt erlösen und die Erde wohnlicher machen wollte." Eine Anklageschrift, eine furchtbare Anklageschrift ist der Axtikel dieses Deutschamerikaners Wir veröffentlichen diesen Bericht in nächster Nummer.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 25. Juni. 2. nach TctnitatiS. Kollekte für die evangelischen Gemeinden in Ausland.

S t a d t k t r ch c: Vormittags 8 Uhr, zugleich Chcis- trnlkhce für die Neukonficmterten aus der Matthäusge- meinde: Pfarcasslftent Becker. — Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Becker — Vormittags 11 Uhr: Kinderktcche für die Markusgemeinde: Pfarcer Becker.

Johanneskicche: Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus dec LukaS- gemeinde: Pfr. Bechtolsheimer. — Vormittags 9^ Uhr Pfarrafftstent Müller. — Vo^nittagS 11 U§c Ktndec- klrche für die JohanneSgemeinde: Pfarrafftstent Müller.

BeranlwoUlich: Aldin Klein, Gießen.

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