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Nr. 28^ Telephon Nr. 1362.

Samstag, den 15. Juli 1922.

Telephon Nr. 1162.

35. Jahrg.

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Aufruf!

Wieder steht das deutsche Volk am Grabe einer großen Hoffnung:

Obtrfcbkfitn!

Treudeutsche Männer und Frauen, die am 20. März 1921 vor aller Welt die Treue zum deutschen Vater- lande bekundet hoben, sind entgegen allem Recht polnischer Herrschaft ausgeliefert, und schon rüstet sich der Pole 1« neuem Kämpfe Zielbewußt und mit großen Mit­teln trifft er seine Vorbereitungen, um weitere deutsche Gebiete zu verpolen u. d zu gegebener Stunde an sich zu bringen Nichts k nnzeichnet den polnischen Im­perialismus schlagender als die vor kurzem erfolgte polnische Gründung des

„verbandet zur Verteidigung der westlichen Grenzgebiete “

Sein offen verfolgtes Ziel ist die Stärkung des PolentumS auf der gesamten polnischen Westltnte vom Baltikum bis zu den Karpathen, die Verpolung der deutschen Ostgebiete, die Rüstung zum Kampfe für die Eroberung des bet Deutschland verbliebenen Teiles von Obtrschlesien.

Der Aufruf des polnisch.obecschlssischm Volksrates: „Verbaut auf die Zukunft, der polnische Gentus schreitet siegreich vorwärts!" enthüllt die- letzten polnischen Hoff­nungen, die schon Korfanty durch seine Rede in Posen ausdeckte, in der er sagte:

„Die Entscheidung des Botschafterratcs ist nicht die endgültige Lösung der Frage. Wir müssen der Bevöl- lerung, die unter deutschem Joch geblieben ist, eifrigste Fürsorge zuteil werden lassen, damit sie weiß, daß der starke polnische Staat hinter ihr steht, daß der polnische Staat über sie wacht und ihr rechtzeitig zu Hilfe kom­men wird."

Daß die polnischen Pläne nicht nur auf dem Papier stehen, beweisen die von Tag zu Tag zunehmenden Land- und Häuselkäufe im deutschen Osten, im abzutretenen und deutfchgkblikbencn Obecschlcficn. Westoberschlesien steht unter dem Zeichen dec mit bewundernswerter Tat­kraft künstlich erzeugten, fortgesetzt geschürten und plan­mäßig organisatorisch ausgebauten

polnischen Jrredenta.

Was tut das deutsche Volk gegen die große Gefahr, die ihm durch den polnischen Imperialismus droht? Es muß, will es sich nicht selbst aufgeben, die Vereitelung der polnischen Ziele als heilige Pflicht empfinden. Es muß ohne Rücksicht auf Stand, Partei und Konfession geschlossen hinter den Bewohnern der bedrohten Grenz-

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macken stehen! Es muß den Oberschlesi:rn das Gefühl des Schutzes, dec Stütze und dec Stärkung durch alle Volksgenossen geben.

Die notwendigsten Gegenmaßnahmen sind in Ober- schlesien eingeleitet. Es ist gelungen, die deutschen kultu­rellen Organisationen in Obclschlesirn zusammenzuschlie- ßen. Es ist gelungen, die Vereinigten Verbände h.imat- treuer Oberschlesier zu einer Vereinigung zu gestalten, die das Band zwischen Oberschlesien und dem Reich festigt und stärkt, die unentwegt im deutschen Volke den Ge­danken wachhält:

Gverschlesten ist deutsch und muß deutsch bleiben

Aber die Aufgaben sind riesengroß, die uns die Abwehr der polnischen Bestrlbungen stellen. Nur dann können sie durchgeführt werden, wenn das deutsche Reich den Oberschlesiern nicht nur moralisch, sondern auch ma­teriell Hilfe leistet. Es gilt, die Finanzierung aller Or­ganisationen auf lange Zeit sicher zu stellen, die der Ktärbung des Deutschtums in Oberschlesten, ter Befestigung des Rückhaltes der Entrechteten an einem treudcutschen Osten dienen. Zu diesem Zwecke ist der

„OberfchWIKbe ÜlUsbund“ gegründet worden.

Keine Organisation hat außer dem „Obcrschlesischen Hilfsbund" nach Entscheidung des Ministeriums für Volks­wohlfahrt jetzt mehr das Recht, Geldsammlungen für die deutschen kulturellen und sozialen Ausgaben in Ober­schlesien zu veranstalten oder Stiftungen u. decgl. für diese Zwecke zu erbitten.

Im Gegensatz zu früher auftretenbin geldsammeln­den Organisationen bietet der „Oberschlesische Hifsbund", der den Charakter eines Vereins trägt, jedem seiner Mit­glieder die Möglichkeit, Kontrolle über die eingehenden Gelder und ihre Verwertung im Jnterisse Oberschlesiens auszuüben. Im übrigen aber bürgt die Zusammen­setzung des Vorstandes und des Beirates, denen eS sta­tutenmäßig obliegt, die Aufbringung und Verwendung der Geldmittel zu überwachen, für die unparteiische und sachlich zweckmäßige Verwendung dec vorhandenen Mit« tel.

Jeder kennt die Rot des Deutschtums in Obecschle- sien und die Wichtigkeit seiner Erhaltung für Deutsch­land und für die Wirtschaft Europas.

Große einmalige Gaben sind erforderlich, um die bringenden Erfordernisse bald befriedigen zu können; nahmhafte Jahresbeiträge müssen erzielt werden, um die planmäßige Durchführung dec großen Arbeiten sicher­zustellen.

Darum bringe ein jeder nach besten Kräften die erforderlichen Opfer!

Mitgliedscrklärungen und Zahlkarte (Postscheckkonto Berlin 10899) liegen bei. Jährlicher Mmdestb.itrag für Einzelmitglieder 200 Mk. Laufende oder einmalige Bei­träge über 20000 Mk. wollen auf das Konto „Ober schlesischer Hilfsbund" beim Bankhaus Mendels sohn & Co in Berlin, Jägerstraße 49/50, eingezahlt werden.

Im Damen des Vorstandes gez Kitta

Oberpröfibent von Oberschlesien.

mehr Volksbewussifein!

Im neuen Palais zu Potsdam, der früheren Som- merresidenz des deutschen Kaiserpaarcs, hat sich kürzlich ein für unsere heutigen Zustände sehr b. zeichnender Vor- fall abgespielt. Ein Augenzeuge erzählt darüber: Als wir mit noch etwa dreißig Besuchern eine halbe Stunde lang auf den Einlaß gewartet hatten, erschien endlich ein Beamter, dec die Führung übernehmen sollte. Ec prüfte die Einlaßkarten und ließ uns in einen Vorraum eintreten. Da erschien plötzlich Der Führer einer Rund- fahrtgesellschaft mit etwa 30 Ausländern, drängte sich vor u. forderte die Ausländec in französischer Sprache auf, vorzutceten, da sie die Räume zuerst besichtigen dürften. Diese Aufforderung brachte die deutschen Besucher begreif licherweise in große Erregung. Auf unsern Protest erklärte unser Führer,daß die Bevorzugung derAusländer auf Grund einer Anordnung dec j tzigen Hausverwaltung erfolge. Wie Deutsche mußten nun an bet Schwelle eines jeden Raumes mitunter längere Zeit warten, bis der Führer dec V-'rkshcsgesellschaft mit seinen französischen Erlau- terungen fertig war. Die Ausländer achteten wenig oder überhaupt nicht auf die gegebenen Vorschriften, sondern untersuchten die Etnr-chtungen des Schlosses durch Betastrn der einzelnen Gegenstände, sogar die zu- sammengerollten Teppiche wurden nicht verschont.

menfeh werde Bauarbeiter.

Die Maurer, die beim Bau dec Hochhäuser in den Cäciliengärten bei Berlin beschäftigt find, ei halten im Akkord, wie es heißt, für die Stunde 100 Mark. Da sie täglich 8 Stunden beschäftigt sind und ihnen außer« dem noch drei Laufzeitstunden am Tage zur Hälfte ver­gütet werden, so entspricht baß einem Wochenlohn von 5700 Mark und einem Monatslohn von 25 000 Mark. Kein Wunder, daß bei solchen Löhn.n die Bergarbeiter zu Dutzenden weglaufen und Maurer werden. Diesen Lohnunfug, denn ein solcher ist es, müssen wir dann durch die ständig zurückgehende Kohlenförderung büken.

Literarisches.

* * Deutsche Volkskunst. Anleitungen und Anregungen zuin Kennenlernen und Beachten alter deutscher Volks- und Hci- ulatkunst. Herausgegeben von Prof. O. Schwindrazheim. Bd. 1. Mit 300 Kunstdruckbildern und farbigen Beilagen. Mk. 43.50, geb. Mk. 50.— portofrei. Heimkulturverlag, Wiesbaden. Das hier zusannnengefaßte Gebiet bildet tatsächlich eine Art Einheit mit seinem köstlichen Anschauungsmaterial, das liebevoll abseits der großen bekannten Heerstraße gesammelt wurde. Der Stoff ist sachlich gegliedert: Der Ort als Ganzes) Straße und Platz, Bauernhöfe; Bürgerhaus; Bautechnik und Hausschmuck jeder Art; Tor und Tür. Ein knapper, aber mit wenig Worten außeror­dentlich belehrender Tert, der dem Laien wirklich sehen hilft, er­höht den Wert des jedem Wanderer, Volks- und Heimatfreund wertvollen, recht billigen Werkes mit echt deutscher Volkskunst.

„Wer seine Kinder lieb hat, gewöhnt sie fcüh- zeitig an den gesunden und fräftigen, wohlschmeckenden und billigen Kathreiners Malzkaffee. Aeczte u.Lehccc haben immer wtedec dieEcfahcunggemacht,daßKtndec,die Kathreiners Malzkaffee bekommen, gesünder und kräftiger und in dec Schule frischer und leistungsfähiger sind. Dabei macht man den Kleinen selbst die größte Freude, denn nichts ist ihnen lieber, als eine große Taffe Kath­reiners Malzkaffee."

Millionen trinken

ihn täglich /

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ein sicheres Zeichen für die Güte und Sparsamkeit von >

Kâthreiners Maizkaftee.

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