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(Neueste Nachrichten)

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'Ulations- »stkarten

Neuheiten!

Nr. 35

Telephon: Nr. 362.

Mittwoch, dm 30. April 1913.

Telephon Nr. 362.

25. Jahrq

Neue Hemmnisse aus dem Baltan.

^futaric, bas Streitobjekt. - Albaniens neuer Fürst.

j Ein Telegramm aus Letinje meldet, baß im Auf- | wollte, ist noch nicht zu Beschlüssen gelangt. Die ganze

ig des Königs Nikolaus die königliche Familie ihre

Aungskarten etc.

wei geschmackvoll

esidenz in Skutari aufschlagen werde.

, Daß die Montenegriner, wie schon Fürst Trubetz- versichert hat, Skutari nicht um Millionen wieder iwillig herausgeben werden, hat auch der Finanzmi- Itr geäußert.

Die Nachricht von der Proklamation Essad Pascha n Fürsten des unabhängigen Albanien und sein und Trutzbündnis mit Montenegro, die ansäng- mit großem Unglauben ausgenommen wurde, wird

von allen Seiten bestätigt. Nach in Paris vorlie- ben Informationen soll der König von Montenegro I Vertretern seines Landes im Auslande bereits mit- lill haben, daß der neue Fürst von Albanien, Essad |d)Q, bei Uebernahme der Regierung auf die volle mstützung der Balkanslaaten rechnen könne. Essad j(ha erschien zu Beginn des Krieges mit einer Ab-

Essad

otor- chine

erverbrauch.

le Gara nlie.

Jng albanischer Truppen in Skutari, um sich ilmandeur von Skutari, Hassan Risa Bey, zur Ber­

dem

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klassigen Haus- Geschäften.

ung zu stellen. Als Essad Pascha erfuhr, daß die »hmcichte aus seinem Heimatlande Albanien ein auto- ies Reich unter einem fremden Fürsten machen woll- nahm er den Truppen die türkischen Fahnen weg ersetzte sie durch die Fahnen des neuen Albanien, olgedessen wurden seine Beziehungen zu Hassan Risa der ein strenggläubiger Türke und ernster Soldat bald äußerst gespannt. Gegen Ende Februar die- Hahres regelte Essad Pascha seine Beziehungen zu an Risa Bey auf seine Weise. Er lud den Gou- eur zum Diner ein, wobei Hassan Risa hinterrücks udet wurde. Auf diese Weise wurde Essad Pascha Inler Herrscher der Stadt.

Essad Pascha bringt mit seinen Truppen langsam Innere von Albanien vor.

Nach aus Manien in R o m eingetroffenen Nach- 'n herrscht in allen den Teilen Albaniens, die von serbischen und türkischen Truppen geräumt sind, ommenc Anarchie.

Ter französische Minister des Aeußern Pichou _ing Ismail Kemal Bei, den Leiter der pro-

---ifd)cn Regierung von Albanien. Ismail Kemal rrOIl umsonst, einem Berichterstatter, das Vorgehen Essad Litsnartienu.verse*^ lasse sich nur mit den Worten „Verrat und 200 7-Pfg zig.a^ i tz" kennzeichnen.

^M.^ 200^^^ der Londoner Voischafterkon-

boo deren Ausgang Oesterreich-Ungarn seine fer-

E Anril bestellt0, erb. d“ Haltung in der Skutarifrage abhängig machen P- ^ bei_____________

Angelegenheit hat insofern eine weitere Komplizierung erfahren, als sich E s s a d P a s ch a tatsächlich zum Für/sten des neuen Albanien proklamiert hat und außer von seinen 26 000 Mann Truppen auch von den Balfanstaaten, namentlich von Montenegro, unter­stützt wird. All die schönen Erzählungen von dem blu­tigen Sturm der Montenegriner auf Skutari sind fauler Zauber; die Stadt fiel den Soldaten Nikitas als Preis eines ganz gemeinen Kuhhandels, oder, um besser im Bilde zu bleiben, eines Hammelhandels zwischen dem Herrn der schwarzen Berge und Essad Pascha zu.

Ueber die Botschafter-Konferenz in London am Montag sind folgende Mitteilungen bekannt: Es wird nach wie vor daran festgehalten, daß die Skutarifrage ohne ernste Komplikationen ihre Lösung finden werde. Die gütlichen Vorstellungen in Montenegro werden fort­gesetzt, eine verschärfte Blockade soll vorläufig ein ge­nügendes Pressionsmittel darstellen. Rußland u. Frank­reich teilen diese Ansicht, hatten aber an der Zuteilung Skutaris zu Albanien fest.

Die weitere Entwickelung hängt von der Entschließ­ung des Wiener Kabinetts ab.

Ein neuer Kollektiv schritt der Mächte ist in Eetinje erfolgt. In der Note wird Montenegro dringend auf­gefordert, sofort Skutari zu räumen und die Stadt dem Kommandanten der internationalen Flotte in Antivari zu übergeben. Eine sofortige Antwort ist verlangt wor­den.

* W i e n, 28. April. Graf Berchtold konferierte heute eingehend mit dem russischen, dem englischen und dem deutschen Botschafter. Die Situation ist äußerst ge­spannt. In englischen Diplomatenkreisen wird die Si­tuation für sehr ernst gehalten, da Frankreich und Ruß­land territorialen Kompensationen für Montenegro un­bedingt das Wort reden, Oesterreich aber unbedingt ent­schlossen ist, solchen Aspirationen die Zustimmung zu versagen.

Die Montenegriner haben nach dem Erlaß einer Proklamation, über deren Inhalt noch nichts bekannt ist, mit ihren Hauptstreitkräften Skutari verlassen und sind nach dem Norden unter dem Kommando des Prinzen Danilo abgegangen. Fünf Bataillone sind in der Stadt zurückgelassen worden. Da man eine frei­willige Preisgabe Skutaris durch die montenegrinischen Truppen nicht annchmen kann, so ist wahrscheinlich, daß die Truppen zum Schutze der Grenzen gegen einen Einfall österreichisch^ungarischer Truppen Verwendung finden sollen.

Der Herzog von M o n t p e n s i e r hat einen Brief veröffentlicht, in dem er erklärt, daß er auf jede Kandidatur für den Fürstenthron von Albanien ver­zichte.

Der bulgarische Kommandant in Saloniki hat Befehl erhalten, den Rückzug der bulgarischen Truppen aus Saloniki aufzuhallen.

Rom, 29. April. In diplomatischen Kreisen Roms beurteilt man die Lage äußerst e r n st. Man hält es für wahrscheinlich, daß die Botschasterkonferenz in Lon­don Oesterreich, Italien und England mit der Durch - führung einer energischen Aktion betrauen wird. Man spricht davon, ba^ es notwendig sein wird, 60 000 Mann zu landen. Die Haltung Ruhlands wird mit groher Besorgnis betrachtet. Die Konsuln sollen die Mächte benachrichtigt haben, einige Vorsichtsmaßregeln zu treffen, die zunächst auf die Entsendung von Kriegs - schiffen in die wichtigsten Häfen, eventuell auf die Aus­schiffung von Matrosen zum Schutze der Konsulate sich beschränken würden.

Wien, 29. April. Von maßgebender albanischer Seite wird mitgeteilt: Es ist nunmehr ganz klar, daß der Handstreich Essad Paschas sich unter russischer Mithilfe abgespielt hat, ebenso wie es feststeht, daß bei der Uebergabe Janinas russische Einflüsse im Werke gewesen sind. Montenegro und Serbien haben sich dieser Intrige natürlich mit Freuden angeschlossen, weil für sie durch die Zusage, das Gebiet bis zum Drin an Montenegro abzutreten, die Aussicht auf San Gio­vanni di Medua, dem von ihnen geforderten Adria-Ha­fen, eröffnet wurde.

Wien, 29. April. Der „Reichspost" telegraphiert man aus Cattaro: König Nikita empfing den österreichisch-ungarischen Gesandten Giesl, der von Mon­tenegro die bedingungslose Räumung Skutaris forderte. Ueber diese Audienz wird authentisch mitgeteilt, der Kö­nig habe erklärt, daß er niemals Skutari hergeben werde. Die militärischen Vorbereitungen Montenegros gegen Oesterreich-Ungarn dauern ungeschwächt fort.

Die Tatsache, dah Essad Pascha ein autono­mes Albanien unter der Souveränität des Sultans pro­klamiert hat, sei ein panslawistischer Schach- z u g, der in Belgrad und Eetinje ausgeheckt worden fei, um die Ausführung des Beschlusses der Groß - Mächte zu verhindern.

Äst HAMBTBG -----

Nachbarn V0M Heideland, feine I^V.p^ - Roman von Ludwig Vlitmcke. k ^a ^hien, Ander-) (Nachdruck verboten.)

Haushaltung^ Luf dem Moorhof war es still geworden. Ein memen, ^ ^ ^. :r Nebel Iag wteber auf der Heide, und die Nacht

je- um i ^p jto^fij^ter. Da verließ Tborö sein Haus und schlich,

ho Seiten 'iu ^.Äfe auf der Schulter, hinaus in die Dunkelhett. loxreugen, auv .^ He-e Gesellen, Rechte und Mägde schliefen, mernmib Urteil0 beim ^. Heute lenkte er seine Schritte nicht zur Gast-

[ r.^n Afi, sondern auf den Moorhof. Einen nichtswür-

cflohen teuflischen Plan hatte er nämlich ersonnen. Wie I wem 2 WN M M mittag zu Lorenzen gegangen war, da glaubte I mftlev gift bu er mürbe wieder keine Aussicht haben, die Zinsen ichmen ersi vn oh eilig bezahlen zu können. Dann wollte er still- I Orie P i$nb weitergehen, scheinbar, als lüge ihm nicht so

I Bedarfsfälle" ?tel daran und am zweiten Januar moUte er kom- es uns ^it seiner Urkunde und sagen: „So, der Moor- I l w mir! Hier steht es schwarz auf weiß. Bin-

In Katalog H Tagen habt Ihr das Feld zu räumen." —

Den W -^ wäre ein glänzendes Geschäft gewesen. Unb I abZ"lrelln Geschäft sollte auf jeden Fall gemacht werden,

-«hweine, die ließen sich ja leicht beiseite bringen. > m ihrem Wert des Moorbauern letzte Rettung tonn war er ein Ertrinkender, ber nach den? flut greift. „Heute werde ich es Euch Heim­er, heute sonst Du Deinen Lohn für dieFrechheit ^iEals haben, Du Lümmel vom Moorhof! Magst Knecht vermieten, und der Alte kann Gänse

M Das murmelte er ganz leise vor sich hin, wie betrat. Alles lag auch hier im tiefsten und Tiere. Trotz ber Dunkelheit ge- lyoru ohne große Mühe, in den Schweinestall Hier zündete er die Stallaterne an, deren gemerkt, entnahm Zeiner Tasche eine Mare mit Phosphorbrei, den er zum Vergiften

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Oesterreich vor der Mobilisierung.

Wien, 29. April. Die Situation ist äußerst zu­gespitzt. Alle Vorbereitungen für ein s e l b st ä n d i - ges Vorgehen Oesterreich-Ungarns sind getroffen.

on-Wül

E,

ber Ratten in seiner Mühle zu benutzen pflegte, ver­mengte den gefährlichen Jrrhalt mit dem in einem Eimer schon für den nächsten Morgen bereitstehenden Futter und schüttete dies in die Tröge. Sofort stürz­ten die wachgewordenen Schweine, ihre erste Abfütter­ung vermutend, gierig und hungrig wie jederzeit, aus das vergiftete Fressen.---

Ebenso unbeurerkt, wie er gekommen war, schlich der Schurke wieder von dannen, seines Erfolges gewiß.---

Als Großmutter am nächsten Morgen in den Stall trat, da wurde sie von chren geliebten Borstentieren nicht mit dem gewohnten Freudengeguieke empfangen. Sie hörte nur, soweit sie überhaupt nur zu hören ver­mochte, ein Grunzen und Röcheln, als wäre wieder die Seuche ansgebrochen. Die Schweine konnten doch nicht schon gesättigt sein? Der Eimer mit dem Durchein- anber von Kartoffelschalen, saurer Milch, Rüben und anderem war Jeer. Sollte Stine denn schon gefüttert haben? Eben trat dieselbe mit dem Milcheimer herein.

„O Gott im Himmel, was ist das? Die Schweine sind ja krank!" ruft die sofort aus, mit ihren scharfen Ohren die eigentümlichen Laute, das Röcheln und Stöh­nen sofort hörend. Wahrhaftig, jetzt sehen sie beim Schein der Laterne die beiden Schweine langausgestreckt daliegen, vergebens versuchend, sich aufzurichten. Die drei kleinen, die zum Weihnachtsmarkt einen guten Preis bringen sollten, wanken im Kreise herum, knicken mit den Beinen ein und fallen nach wenigen Schritten um. —

„Die sind vergiftet!" kreischt Großmutter, ihre mageren Hände über dem Kopf zufammenschlagend. „Das haben die Zigeuner getan, die heute hier durch­zogen!"

„Ich laufe sofort zum Eichhof, Hinrichsen hat ein Doktorbuch. Vielleicht kann er helfen!" Damit stürzte

Stille auch schon davon, in bau kalten, nassen Moraen hinaus. —

Ewald und der alte Lorenzen standen fassungslos da, sahen einander nur an unb fanden keine Worte. Dieses neue Unglück schien sie beide gelähmt zu haben.

„Das ist der Todesstoß," stöhnte Ewald schließlich, während Großmutter ihre Lieblinge streichelte und allerlei Versuche anstellte, sie wieder zu beleben. —

Plötzlich wich der Ausdruck dumpfer Verzweiflung von des jungen Bauern Gesicht und ein anderer trat an seine Stelle, der des Hasses, der Rachsucht. „Kein anderer als Thorö hat uns das getan!" rief er nun aus. „Aber das soll er büßen!"

Vater Lorenzen wankte zurück, so erschreckte ihn der Anblick seines Sohnes, wie eben das Licht der La­terne auf dessen Antlitz fiel. —

„Urteile nicht so schnell! Geh' runter zu Mathie­sens. Da ist heute Tierarzt Aßmusfen bestellt. Viel­leicht ist er schon gekommen. Bringe ihn gleich mit."

Nach diesen mit klangloser Stimme gesprochenen Worten sank Lorenzen wie gebrochen auf einen Klotz und saß da, als hätte er den Verstand verloren. --—-

Stine achtete nicht des scharfen Ostwindes, der ihr entgegenwehte. Sie vergaß, daß sie nur mangelhaft an­gekleidet war und empfand es nicht, daß sie bis auf die Haut durchnäßt war, daß ihr volles, braunes Haar sich gelöst und in nassen Ringeln das glühende Gesicht um­flatterte. So trat sie in Hinrichsens Wohnzimmer, wo Vater und Sohn eben mit ernsten Gesichtern bei der Morgensuppe saßen. —

Hans erkannte sie im ersten Augenblicke gar nicht. Das sollte Stine sein, das Kind Stine? Wie ein halb­wüchsiges Mädchen war sie ihm immer vorgekommen diese letzte Zeit und so hatte er sie auch behandelt. Jetzt sieht er auf einmal, daß sie es nicht mehr ist.

(Fortsetzung forat.)