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Nr. 69. Delep hon: Nr. 362.
Zur jabrbunderikier in Hdbeim
Am Montag vormUtag fand unter Anwesenheit des a i i e r 5, des P r i n z r e g e n t e n, sowie eines gro- . ^â,^'» Teiles der deutschen Bundesfürsten die Jahrhundeck-
garantieret । t an bei Befreimrgshalle statt.
n h . âchdem alle Fürstlichkeilen eingetroffen waren und die ^VOn/^jis^k^eßrühung beendet war, fuhren der Kaiser und der Günzregent durch Kehlheim zur Höhe des Michelsber- H 'fle5. An dem hinter der Befreiungshalle errichteten Ban- lclliaus, wo die Bundesfürsten schon versammelt wa- wn, wurde der Kaiser und der Prinzregenl durch Ge- Mützdonner empfangen. Nach dem Beginn des Fest- Wes bewegte sich ein sarbenbunler Zug vom Barett - .^E^^chailse zur Besreiungshalle. 9ln der Spitze dieses Zuges umi^i^ W die Deputation der Bayrischen Armee mit
Fahnen der Regimenter, die schon im Jahre 1813 bestauben. Es folgten Kinderscharen in den Gewändern jener Zeit und Hinler diesen ritten die Bundesfürsten, ^on deren Spitze der Kaiser neben dem Prinzregenten. Dann kamen die Vertreter der freien Städte, der Reichs- mnprWWMwflp^ ^n Bethmann-Hollweg, die Vertretung des Bun- .., , . desrales, das Präsidium des Reichstages, das bayrische ^Wll''!WsPtaa1sministerium, staatliche und städtische Behörden Beste gegen Ste ^ viele Gäste aus dem ganzen Reich. In der festlich M" '“' " geidjmücftcn Besreiungshalle hielt der Prinzregenl eine »^Qualitäten S Ansprache, in der er das Andenken seines Großvaters —E— -»tzLud wigs 1. und den Gedanken der deutschen Einheit unsthNato dem dieser Vorsahre das Monument gewidmet ESESBEront. Die Feier wurde durch Glockengeläute eingeleilel und der Zug bewegte sich dann zum Banketthause zu- I I rüd. Bei dem an die Feier in der Besreiungshalle sich »G âM^ansttließenden Festdiner im Banketthause hielt der Prinz- [ IlfllWiit einen Trinkspri^ch auf den Kaiser und die Buw *“J|be5hirften, worin er sagte: Die deutschen Bundesfürsten * sind mit Allem, was die mit ihnen durch geheiligte Ue- te berlieferungen verbundenen Stämme und Völker be-
wegt, auf das innigste verknüpft. Sie reichen gerne und A4 m*t Freuden dem wackeren deutschen Manne die Hand, ^^ m^ ihnen sich zum Schutze der heiligen Güter un- ilUUM ^ Rolkes, der von Gott gesetzten Autorität und der Liebe zum Vaterlande zusammenschließt. Mit dem
Kaiser an der Spitze haben die hohen Bundesfürsten fdi zu dieser vaterländischen Gedächtnisfeier eingefunden. Cie legen durch ihre Anwesenheit Zeugnis ab von dem Kcfühl starker Zusammengehörigkeit, das sie uüter sich mib mit dem deutschen Reich verbindet, mit dem Reich, helfen Ebre ihre Ehre, dessen Wohlfahrt ihre Sorge, leiten Aufschwung und Ansehen unter den Völkern das Zick ihres vereinten und treuen Strebens ist. Wie sie mit dem deutschen Volke gemeinsam das Gedächtnis einer fotzen Vergangenheit feiern, so tragen sie mit ihm in
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20 I rasse 24.
Nach dem Sturm.
Erzählung von Emil Frank.
r. Olim ;tujiyuv yuiy <juu ^ujia uiv vor uic ziuc uungen in Md sagte jeder einzelnen — auch Fräulein Benken: .'ßpll.l^ ,^bcr das Wiederkommen nicht vergessen!"
^^mithLondonW.Ge^ ^Ach, Jan," meinte Slawa, „wir fahren ja noch gar Nicht, wir kommen noch fünfmal zu Dir, und dann geht es erst los."
'inK OaO ^ Wie die Zeit doch flog! Die Kinder waren ja ganz anden tußer Rand und Band vor Freude. Fräulein Benken ♦teitt6.3:^ hatte ihre liebe Not mit den Quälgeistern, die vor lau- Fav F ter Reisegedanken gar nicht mehr ans Lernen kamen. ^e-c^^ draußen war eine Pracht, daß einem das Herz lachte.
Wieviel M ds schien Blüten geschneit zu haben, so verschwende- igMwckei^. pi^ hatte der Lenz die Erde geschmückt. Das war ein ^usen. R^V: hangen und ein Gleißen, ein Blühen und Duften, und rieider, ^?^ ^e Bögel sangen so schön, die kleinen, süßen Konzert- ^neidert- ^^ Meister! Puck und Grej, die Ponys, hatten Ferien. Asbeste. ^ i Stein, jetzt war es auf den eigenen Beinen am schönsten. juverlä*31^^ Dann war der Morgen der Abreise. Graf War- ^ F8Schnitts Mnski hatte am Tage vorher eine lange Unterredung intern- g ^ mjt c^an Sojka. Sie behandelten ein unerklärliches !hema: Schulden. Sojka war etwas kleinlaut gewor- ’r0Sp ^ â ' jen, als er da auf dem Zettel jene Ziffer sah, die Krze-
ir0$^ den, als er da auf de 'Äl-i^V »nrns Schuldenlast üs-ESâ- ^ '^ '"" -"'"'^
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bezeichneten. Was hatte der
®raf doch toll gewirtschaftet! Da half ja all sein Sparen nichts. Und wenn das so weiter ging, dann dauerte es nicht mehr lange, und Graf Warminski konnte mit
dm lieben Kindern abermals abreisen, diesesmal auf Nimmerwiedersehen! Ja, so machtens die hohen Her- .rew. Erst schleuderten sie mit dem Gelde herum, als turnte es für sie kein Ende geben, und war der Geld- be«tel leer, dann mußten Juden herhalten, und die tatreu wahrlich nichts umsonst. So dachte Jan Sojka
Expedition: Seltcrsöcg 85.
Mittwoch, den 27. August 1913.
Treue die Sorgen der Gegenwart und teilen mit ihm । die Zuversicht auf eine glückliche und gesegnete Zukunft unseres geliebten deutschen Vaterlandes. — Der Kaiser führte in seiner Erwiderungsrede u. a. aus: Die begeisterte Teilnahme aller Klassen unseres Volkes an den Feiern dieses Jahres, die sich auch heute wieder so kraftvoll und warmherzig hier an der Donau bekundet, legt Zeugnis dafür ab, wie tiefe Wurzeln das vaterländische Empfinden geschlagen hat, wie innig sich das deutsche Volk mit seinen Fürsten verbunden fühlt. Eure Kgl. Hoheit haben durch die Anregung der Zusammenkunft der deutschen Bundesfürsten und der Vertreter der freien und Hansa-Städte in der Besreiungshalle die heutige Feier zu einem erhebenden Feste ganz Deutschlands gestaltet. Mit herzlicher Dankbarkeit für Eure königliche Hoheit werden wir alle dieses erhebenden Tages stets gedenken.
Posen.
Der Kaiser und der Prinzregent Lud- w i g trafen gestern um 7.15 Uhr in Posen ein. Bei dem (Einlaufen des Zuges feuerten die Westforts 33 Schutz als Salut. Am Kaiserpavillon fanden sich zum Empfange ein: Der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, der um 6.30 Uhr eingetroffen war, sowie die anderen anwesenden Prinzen des königl. Hau^- ses, Fürst zu Fürstenberg, der kommandierende General des 5. Armeekorps, General der Infanterie von Sirantz, der Kommandant der Festung Posen, Generalleutnant von Koch, der Oberpräsident von Schwartzkopf, sowie der zum Ehrendienst beim Prinzregenten befohlene Inspekteur der ersten Kavallerie-Inspektion, Generalleutnant Brecht. Der Kaiser begab sich im Automobil nach dem königlichen Reftdenzschlotz, wo er Wohnung nahm, ebenso der Prinzregenl. Der Kaiser und der Prinzregenl wurden von einer ungeheuren Menschenmenge stürmisch begrüßt. Regengüsse hatten das Feld und die Wege aufgeweichi. Trotz des schlechten Wetters zogen viele Tausende von Zuschauern zu Wagen und zu Futz hinaus zum Paradefeld. Die große Tribüne war dicht besetzt. Die Parade befehligte der kommandierende General von Sirantz.
Gegen 9% Uhr trafen der Kaiser, der die Uniform der Königsjäger zu Pferde trug, die K a i s e r i n die Kronprinzessin, Prinzessin August Wilhelm, die Söhne des Kaisers Und der Prinz-Regent von Bayern in der Uniform seines 47. Regiments ein. Der Kaiser und die Prinzen stiegen zu Pferde. Nach dem Abreiten der Front begann der Vorbeimarsch. Es fand nur ein einmaliger Vorbeimarsch statt, wobei der Prinz-Regent sein Infanterie-Regiment, der Kai-
uno war ein wenig argcrucy unb ein wenig traurig, weil er so nutzlos sich plagte.
Der Graf aber war heute anders: gesprächiger, besorgter, offener. Er machte kein Hehl daraus, daß seine Lage anfange, beängstigend zu werden, ebenso wenig aber verschwieg er, daß er fest entschlossen sei, sich zu halten, so gut es ging. Er trug Sojka auf, mit einer großen Firma, die mit Holz handelte, in Verbindung zu treten und ihr die großen Holzbestände von Krzemien anzubieten. ^Jch darf jetzt nicht danach fragen, ob ich recht tue oder nicht, ob ich die entwaldeten Flächen wieder ausforsten kann oder nicht," so schloß er, „ich muß jetzt nur daran denken, mir Krzemien zu erhalten. Wenn ich meine Ausgaben einschränke und der Wald einen annehmbaren Ertrag liefert, dann bin ich fürs erste gesichert."
Sojka hatte bisher keine Einwendungen gemacht. Erst war er erstaunt über diese ernste Willenskundgebung des Grafen, über den Entschluß, Krzemien zu erhalten um jeden Preis. Dann aber kam der Praktiker zum Durchbruch, und er machte dem Grafen Vorschläge, wie Ersparnisie gemacht werden könnten, ohne das Gut zu schädigen. Der Gras genehmigte alles ohne Widerstand, nur gegen den Verkauf einiger entfernter Vorwerke sträubte er sich, denn er meinte, wenn er erst einmal anfinge zu verkaufen, dann sei ein Ende gar nicht abzuseHen. Sojka aber ließ sich nicht beirren; er wies zahlenmäßig nach, daß die Ausgaben an Steuern, die Kosten der Vermattung und Bewirtschaftung tn keinem Verhältnis zu den Erträgen dieser abgelegenen Besitzungen ständen. Dagegen sei der angebotene Preis sehr annehmbar. Er habe in den letzten Tagen keine Gelegenheit gehabt, dem Grasen von die sem Angebot Mttteilung zu machen. Seiner Meinung nach stecke hinter diesem Angebot der Plan zu einer industriellen Anlage, unb dieses komme entschieden dem
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die 44 mm breite ^ e t ii } e i ( o für Anowäns 20 Pfg. Die 00 mm breite Reklame-Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach »»elvichl und (Mrofu berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchrenung des ZabltingS- Zieles (30 Tage», bei gerichtlicher Beitreibung ober bei Konkurs in Weg'nü. Plaevorichriften obneBerbindlichteit.
Truck der (Lietzener VerlagSdruckcrei, 2(1 bin Klein.
Telephon Nr. 862.
25. Jahr«
ser das Regiment der Königsjäger zu Pferde vorführte. Nach der Parade kehrte die Kaiserin im Wagen zuriick. Der Kaiser begab sich mit dem Prinzregenten und den Prinzen zu Pferde an der Spitze der Feldzeichen gegen 11 Uhr nach Posen zurück.
Am Abend fand beim Kaiserpaar im Residenzschloß Paradelafel für das 5. Armeekorps im großen Festsaale und im Wisbysaale statt. Zur Tafel führte der Prinzregent von Bayern die Kaiserin, der Kaiser führte die Kronprinzessin, der Kronprinz die Prinzessin August Mlhelm. Im Verlaufe des Mahles brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch aus: „Mein Glas gilt dem 5. Korps, welches die Gelegenheit hatte, heute vor mir in tadelloser Verfassung zu erscheinen und damit die Probe in der Friedensausbildung zu leisten. Ich erwarte von dem Korps, daß es im Ernstfälle den Geisbergstürmern nacheifern und gleichen Ruhm an feine Fahnen heften wird. Drei Hurra für das 5. Korps. Hurra! Hurra! Hurra!"
Der! Kaiser verlieh dem Oberpräsidenten der Provinz Posen von Schwartzkopf den Kronenorden erster Klasse. Der Prinzregent speiste Mittags bei dem kommandierenden General v. Strantz. Der Kaiser hat dem Grenadier-Regiment Nr. 6 die Gardelitzen an der Uniform und am Helm den Gardeadler ohne Stern verliehen. Die Offiziere des Regiments erhalten eine altertümliche Stickerei am Waffenrock.
Uom Balkan.
Auf dem Balkan bereitet sich ein neuer Zusammenstoß vor, der durch das Einrücken der türkischen Truppen in das Gebiet westlich der Maritza veranlaßt wird. Die Meldung von der Besetzung Kirdschalis durch die Tücken wird amtlich bestätigt. Die Türkei will den Krieg. Sie will bei Gelegenheit der RäuNruNg von Tanthi, Gümüdschina und Dedeagalsch das Gebiet zwischen der altbulganschen Grenze und dem ägäischen Meer besetzen, da die bisherigen Verletzungen des Londoner Friedensvertrages für sie so überraschend günstige Ergebnisse gehabt haben.
Belgrad, 25. Aug. Gestern sand der seitliche Einzug der serbischen Truppen unter Führung des Kronprinzen statt. Die Gemeinde Belgrad überreichte dem Kronprinzen Alerander einen weckvollen Ehrensäbel. Die Truppen rückten dann bis zum Stadtpark, wo nach einer Ansprache des Königs das Karageorg-Denkmal enthüllt wurde.
Arts Belgrad wird gemeldet, daß Ministerpräsident Paschitsch während eines Wiener Aufenthaltes mit dem' Grafen Berchtold auch die Frage eines
Besitz zugute. Da stimmte der Gras zu, in weitere Unterhandlungen einzutreten und ihm vom Stand der Angelegenheit jeweils Nachricht zu geben.
Die Herrschaften waren abgeretst. Jan Sojka hatte lange dem Wagen nachgeblickt, der auf der staubigen Landstraße dahinrollte. Dann war er in sein einsames Häuschen zurückgekehrt. Ihm war so weh, so zag ums Herz. Die gestrige Unterredung mit dem Grafen hatte wohl viel zu dieser Stimmung betgetragen. Heute beim Abschied hatte es ihm einen Augenblick scheinen wollen, als sei die Last der Verantwortung, die er sich aufgeladen, zu schwer.
Doch Sojka war nicht der Mann, der sich lange Niederdrücken ließ. Ja, wenn in seiner Brust nicht so viel Gottvertrauen gewohnt hätte! Und wenn er Jadwiga und Slawa nicht so lieb gehabt hätte! Schon um ihretwillen mußte er tun, was in seiner Kraft stand.
Die lieben, lieben Mädchen!
Gestern hatten sie ihm noch einige Photographien geschenkt. Da war erst Jadwiga. Auf dem Bttde sah sie nicht so frisch und keck aus wie im Leben. Aber blitzten ihn nicht auch vom Bild ihre Augen an wie Kohlen? Und dann Slawa, das herzige, süße Kind. Ske war zarter, feiner als Jadwiga, ähnelte mehr der toten Mutter. Dann kam noch ein Bild zum Vorschein: darauf stand in der Mitte Fräulein Benken, rechts von ihr Jadwiga, links Slawa. Auch dieses Bild betrachtete Jan Sojka genau, und das geschah nicht bloß der Kinder wegen; Fräulein Benken war ihm ja im Laufe der Juhre eine liebe Freundin geworden. Das war auch wirklich kein Wunder, wo sie fast täglich zusammenkamen, wo ihre Herzen in so vielen Punkten übereinsttmmten.
(Fortsetzung folgt e.