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Kietzen

I Bezugspreis 25 pfg. monatlich

du tret jährlich 75 Pfg., vorauözablbar, frei inSHauS. Abgeholt in unterer Expedition oder in den Zweig- ausgabesrelten vierteljährlich 60 Pfg. — Erscheint Mittwochs und SamStagS. — Redaktion: SelterS-

weg 83.

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n iä?t verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag der ,, Gießener Zeitung" «L m. b. H.

Nr. 34

Telephon: Nr. 362.

Uom Balm

J Die montenegrinischen Truppen sind am ■ Dienstag siegreich in Skutari eingezogen.

C e t i n j e. König Nikita hat sich in Begleitung 8 dec, russischen Militärattaches nach Skutari begeben.

C e t i N j e. Der Ksnig von Montenegro sagte in ^— —--einer Ansprache: „Die großen Opfer, die das Land für ^W^^Skutari gebracht hat, sind nicht umsonst gebracht wor­den. Skutan ist von heute ab montenegrinisch.

rieii lari

* Nach an Wiener zuständiger Stelle eingetroffe- Nachrichten ist König Nikolaus fest entschlossen, Sku- n i ch t zu r cttU m e n.

n als die

Serbische Militärkreise halten den Krieg mit Bulgarien als unmittelbar bevorstehend.

Konstantinopel. Mahmud Pascha ist nach pabcmföj ab gereist, um die Friedenspräliminarien mit Bulgarien zü unterzeichnen.

Oesterreich hat Montenegro vor das Ul­timatum gestellt: Skutari zu räumen, da nach dem ge­meinsamem Svmch der Großmächte die Festung dem neuen Staat Albanien einverleibt werden soll. Die politische Lage ist darum nicht gut.

richs, Acker-

nit Stickstoff,

Zainilie

Politische Rundschau Deutschland.

Der Kaiser hat in M e tz mehrere Vesichlig-

ibertem. S" vorgenommen.

■Landw. otia

Homb u?g. Der Besuch der kronprinzlichen ist im nächsten Monat zu erwarten.

Die Z i v i l t r a u u n g der Prinzessin Vik -

Luise mit dem Prinzen Ernst August zu beliessen Braunschweig und Lüneburg findet am 17. Mai in

Potsdam und die kirchliche am 24. Mai in Ber - statt.

* Die Kaiser-Manöver werden im Jähee

914 im TaunUs stattfinden, der Giessen

Zeitung.

* General-Feldmarschall Graf H a e s e l e r be­icht hyute Samstag die Feier seines vor 60 Jahren folgten Eintritts in die Armee.

Einfach

Zimwt

Echottstr.'

Frankreich.

Paris. Mehrere Pariser Zeitungen sprechen

—T77*7in Jitteresse korrekter Beziehungen zwischen Deutschland mb Frankreich den Wunsch aus, es möchte die Auf- ontär sejutzs—............ _ uj ^M

f, Lich-rSr-ß- Mk Nachbarn vom Heideland.

Roman do* Ludwig Blümcke.

16) (Nachdruck verboten.)

Er hatte sich gründlich getäuscht. Und das war ein -^^^^VVßes Glück. Nicht vor dem Gasthaus stand er, son-

SÄ

&P- d.

m wieder vor dem Schulhaus. Durch einen Spalt t Fenstervorhänge sah er, daß die Familie Holm noch lesend am runden Tisch saß. Da pochte er be- an, entschuldigte sich und bat, man möchte ihn einmal einlaffen. „Ach, Du bist verirrt im Nebel, nicht den Weg nach Hause finden!" rief Inge aus glockenreinen Stimme und dabei lachte der aus ihren blitzenden Augen.

„Nur gut, daß Du Dich zurückfandest. Ich fürchtete schon, Du könntest in ein Moorloch geraten sein." „Aber Du bist gestürzt!" sagte der alte Holm. „Das ich an Deinem Anzug."

„Ist schon richtig,' ich will alles erzählen." Damit Ewald sich schwerfällig auf seinen gewohnten Platz — es lag ihm wie Blei in den Gliedern —.

Und wie er zu Ende war mit dem Bericht, da fragte „Was soll ich jetzt tun? Was halten Sie für das Herr Holm?"

„Mein Sohn, Du kannst gar nichts dabei tun, vor der md wenigstens noch nicht. Irren ist menschlich! Du irmteft Dich sehr wohl getäuscht haben. Schweige also beobachte scharf. Ehe Du damr etwas unternimmst, her und frage mich wieder."

Ewald befolgte nach langem Ueberlegen diesen Rat. Ms er heimkam, da saß Stine noch auf. Die hatte Augen und sah wieder einmal recht blaß aus. strich ihr mit seiner harten Hand über den Schei- sagte nur: „Geh doch zu Bett, es ist bald elf und um drei kräht der Hahn bei uns."

sie geeint, ahnte er. Er mochte darum

ertung

Grpedition:

Seltersweg 85.

Samstag, den 26. April 1913.

sührung chauvinistischer Dramen und sonstiger Schau­stellungen nunmehr ein Ende nehmen.

* Paris. König Alfons wird seine Reise nach Paris am 5. Mai antreten.

Entwickelung der Helegschaftszahl und der Arbeiter- lohue in der Zergwerksindustrie in den letzten 10 Jahren.

Die soeben erschienenen Jahresberichte der König!. Preußischen Bergbehörden enthalten ein wertvolles und reichhaltiges Material für die Beurteilung der Ver - hältnisse in der Bergwerksindustrie. In den Vorbe­merkungen zu diesen Berichten befinden sich nähere An­gaben über die Zahl der in den einzelnen Oberberg - amtsbezirken im Berichtsjahre durchschnittlich beschäftig­ten Arbeiter, Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter. Wir lassen nachstehend die Zahlen der im gesamten preu­ßischen Bergbau und in den einzelnen Oberbergamis - bezirken beschäftigten Arbeitskräfte folgen und fügen zum Vergleich die für das Jahr 1911 und die für das Jahr 1902 festgestellten Zahlen hinzu, sodaß man einen Ue- berblick über die Entwickelung des Kohlenbergbaues in den letzten 10 Jahren gewinnt.

In den 5 preußischen Oberbergamls-bezirken waren 1912 durchschnittlich insgesamt 761 482 Arbeiter Und Arbeiterinnen beschäftigt (736 021 im Jahre 1911 und 541 951 im Jahre 1902). Gegen das Vorjahr ist mit­hin die Eesamtbelegschaftszahl um 25 461, gegen 1902 um 219 531 gestiegen. Von der Gesamtbelegschastszahl entfallen auf den Oberbergamtsbezirk Dortmund 372 256 (353 902 bezw. 246 195), Breslau 170 052 (167 019 bezw. 123 416), Vonn 125 064 (125 605-bezw. 100 015) Halle 69 808 (67 136 bezw. 56 896), Clausthal 24 302 (22 359 bezw. 15 429A. Denmach hat die Eesamtbe­legschaftszahl im Oberbergamtsbezirk Dortmund eine Zunahme um 18 354 bezw. 126 061, im Bezirk Bres­lau um 3033 bezw. 46 636, Halle um 2672 bezw. 12 912, Clausthal um 1943 bezw. 8873 erfahren, wäh­rend im Bezirk Bonn ein Rückgang der Belegschafts - zahl um 541 gegen das Vorjahr und eine Steigerung um 25 049 gegen 1902 zu verzeichnen war. Die Ge­samtzahl der im Bergbau beschäftigten weiblichen Arbeitskräfte betrug 10 070 (1911 10 022, 1902 9087). Hiervon entfallen auf den Oberbergamtsbezirk Breslau 9003 (9018 bezw. 7949), Halle 818 (799 bezw. 709), Bonn 226 (192 bezw. 376), Clausthal 18 (12 bezw. 24), Dortmund 5 (1 bezw. 29). Die Zahl der ju­gendlichen Arbeiter stellte sich im Jahre 1912 ins­gesamt auf 27 623 (gegen 26 142 i. V. und 17 760 im Jahre 1902). Auf die einzelnen Oberbergamtsbezjirke verteilt sich diese Zahl wie folgt: Dortmund 12 866 (12 006 bezw. 8078), Bonn 5193 (5427 bezw. 3996),

nicht neugierig sein. Daß seine Ahnung richtig war, sollte er sogleich bestätigt finden, denn Stine hielt seine Hand fest und bat ihn, noch einen Augenblick zu bleiben. „Ich glaube, Hans macht sich unglücklich mit der Hei­rat," sagte sie dann. „Vorhin war die Tiedgen hier, die hat mir tolle Sachen von Mutter und Tochter Mathiesen erzählt. Er soll die Lungenentzündung haben, und Dr. Schröder hat wenig Hoffnung, daß er noch einmal auf­kommt."

„Stine, glaube nicht alles, was die Leute sagen. Dr. Schröder ist ein Schwarzseher, — Und nun gute Nacht."

Weiter sagte er nichts. — Seine Kammer lag auf dem Boden. Er suchte sie sofort auf, fand aber keine Ruhe in dieser Nacht, oenn ein Gespenst war eingezogen in den stillen Raum und nahm ihm die Ruhe. „Der Haß" hieß dieses Gespenst.

VL Gebieter Tod.

In Mo . . u^ Wirtschaft ging es an diesem Sonn­tagabend — ei? war acht Tage nachdem Ewald Lorenzen die beiden Gestalten im Nebel gesehen — wieder hoch her. Da Hans Hinrichsen auf einige Tage in Geldan­gelegenheiten verreist war, glaubte feine Braut sich ein­mal aller Ketten und Bande ledig, und vergaß gänzlich, was damals Pfingsten ihr Mund dem Verlobten ge­schworen. — Thorö, ein paar gute Bekannte, die bei ihm zum Besuch waren, ein Ingenieur aus Kiel und noch einige Lebemänner, tranken mit ihr und ihrer Mut­ter Champagner, tanzten, musizierten und machten einen Lärm, als sollte das ganze Haus einstürzen. — Da trat die Magd, ein ^freches Mädel mit struppigem Haar, mit unverschämtem Lachen herein und sagte zu Hermine: „Der Herr läßt Sie Bitten, Sie möchten doch gleich ein­mal zu ihm kommen, es ist sehr schlimm mit ihm."

„Ach was, schon wieder sehr schlimm! Sag' meinem

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Telephon 9tr. 362. 25. Iahrg.

Breslau 7333 (6635 bezw. 3616), Halle 1763 (1634 bezw. 1632), Clausthal 468 (440 bezw. 438). An der Gesamtzahl der jugendlichen Arbeiter ist das weibliche Geschlecht mit 1,78 Proz. (gegen 1,72 Prozent im Jahr 1911 und 4,2 Prozent im Jahre 1902) beteiligt. Nach der amtlichen Lohnstatistik hat der verdiente reine Lohn im Jahre 1912 auf eine Schicht der Gesamtbe­legschaft im Durchschnitt 'betragen: Oberbergamtsbezirk Dottmund 5,03 Matt (1911 4,69, 1902 3,82), bei Aachen 4,87 (4,59 bezw. 3,71), auf den staatlichen Saarbrücker Gruben 4,22 (4,06 bezw. 3,57), Ober - schlesisn 3,64 (3,,48 bezw. 2,97), Niederfchlesitzn 3,44 (3,3(Phezw. 2,73), Bezirk Halle (Braunkohlenbergbau) 3,78 (3,69 bezw. 2,94), Bezirk Halle (Salzbergbau) 4,34 (4,20 bezw. 3,58), Bezirk Clausthal (Salzbergbau) 4,42 (4,29 bezw. —). Seit 1902 sind somit die Löhne im Dortmunder Revier utn 1,21 Mk. je Schicht gleich 31,68 Prozent, im Aachener Revier um 1,16 Mk. gleich 31,27 Proz., im Saarrevier um 0,65 Mk. gleich 18,21 Prozent, in Oberschlesien um 0,67 Mk. gleich 22,56 Prozent, in Niedcjcschlesien um Q,71 Mk. gleich 26,01 Prozent, im Braunkohlenbergbau des Bezirkes Halle um 0,84 Mk. gleich 28,57 Prozent, im Salzbergbau des Bezirkes Halle um 0,76 Mk.' gleich 21,23 Prozent ge­stiegen.

Aus Stadt und Cand.

N Gießen. Bei herrlichem Wetter traf am Mitt­woch der Kaiser kurz nach 12 Uhr hier ein, nach­dem kurz vorher derGroßherzog von Hessen in der ZeUghaUskaserne eingetroffen war. Um 12.20 Uhr er­reichte der Kaiser unter dem Jubel der Bevölkerung die Kaserne,, woraus sich die beiden Fürsten herzlich be - grüßten. Der Kaiser schritt die Front seines hessischen Regiments Nr. 116 ab, dann fand ein Parademarsch in Zügen statt. Darauf begaben sich die Fürsten mit Gefolge in das Offizierskasino. Nach dem Früh?,üa : der Kaiser um 2.50 Uhr wieder nach Homburg zurück. Kurz darauf trat der Großherzog von Hessen, der noch einen kurzen Aufenthalt im großherzoglichen Schlosse ge­nommen hatte, die Rückreise nach Darmstadt an. Mili- litär bildete in den Straßen Spalier. Das Publikum bereitete dem Kaiser und dem Großherzog herzliche Ovationen.

n Gießen. Das Provinzial-Wasserwett In­heiden hat in seinem ersten Geschäftsjahr sehr gün­stig abgeschnitten, die außerordentliche Rücklage beträgt rund 150 000 Mark, der Gewinn 260 000 Mk.

n Gießen. Eine Abteilung der Koblenzer Tele­graphentruppe traf hier ein und errichtete eine Funken - station für drahtlose Telegraphie.

Vater, ich kann unsere Gäste nicht allein ürffen. Gib ihm einen Kognak, dann wird er wieder zufrieden sein."

Damit wandte sie sich wieder den anderen zu und trank ihren Sekt aus. Ihre Bemerkung wurde von den stark angetrunkenen Herren als ein großartiger Witz ausgenommen und mit schallendem Gelächter quittiert — Die Mckgd hatte es nicht so eilig. Sie stemmte die drallen Arme in die Seiten und schaute dem tollen Treiben erst eine Weile zu. Ihre Gegenwart genierte weder Frau Mathiesen noch Hermine in der rosigen Sektlaune.

Champagner gab es sonst nicht im Arendruper Wirtshaus, da genügte gewöhnlich Grog und Kasfee­punsch, Teepunsch, dünnes Bier und Branntwein. Aber seit der reiche Müller Stammgast geworden und häufig feine Herren mitbrachte, da hatte Mathiesen sich auch einen Weinkeller anlegen müssen.

Als die Magd eine Stunde später in die Kranken­stube eintrat, um dem Herrn die Bemerkung des Fräu­leins wortgetreu zu übermitteln — den Aerger darüber gönnte sie ihm nur zu sehr — da — war Mathiesen ein toter Mann. Mit einem gellenden Schrei prallte das Mädchen von seinem Lager zurück. Die verzerrten Züge des Toten flößten ihr Entsetzen ein, die Kognakslascye und der Römer entfielen ihren Händen und lagen in Scherben auf dem Fußboden.

Ein Herzschlag hatte dem Kranken, wie Dr. Schrö­der richtig vorhergesagt, ein jähes Ende bereitet.

Wie die Magd nun bleich und verstört abermals in das Herrenzimmer hineinpolterte, da hatte die Aus­gelassenheit gerade ihren Höhepunkt erreicht.

„Der Herr ist tot! Kein Mensch war bei ihm!" kreischte die Eintretende.

Thorö stößt eine Verwünschung aus, die andern werden still und ernst--Der Jubel hat ein Ende, und Mutter und Tochter sind plötzlich nüchtern ge­worden. (Fortsetzung folgt.)