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benschuh jr., zu Frankfurt a. M.; Sfeinme^ Heinrich Schmid! zu Grünberg bei Steinme^meifter A. Leon­hard zu Grünberg. Anträge auf Verleihung an Weihnachten 1914 sind von der gewerblichen Korpora­tion, welcher der Arbeitgeber angehört, bei der Hand - Werkskammer zu Darmstgdt bis spätestens 1. Novemver 1914 einzureichen. Den Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur Auszeichnung Vorgeschlagenen, so­wie ein von dem Betriebsinhaber ausgestelltes, ortspo- lizeilich beglaubigtes Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen ununterbrochenen Tätigkeit in ein und demselben Betriebe enthalten muh, sowie ein von der Polizeibehörde ausgestelltes Leumundszeugnis beizuschliehen.

Schleunige Erledigung der Be­rufungen bei Wehrbeitragslei stungen. Mit Rücksicht auf die besondere Belastung, die den Steuerpflichtigen durch den einmaligen Wehrbeitrag auf­erlegt wird, sind die Behörden besonders angewiesen worden, Berufungen gegen die Veranlagung sofort zu erledigen und etwa zu viel erhobene Beiträge umgehend zurückzuerstatten. Es ist im einzelnen angeordnel, daß jede Verzögerung in der Erörterung und Entscheidung der Berufungen im Wehrbeitragsverfahren zu vermeiden ist. Der Vorsitzende der Veranlagungskommission hat unverzüglich die Zustellung der Entscheidung an den Beitragspflichtigen zu veranlassen und gleichzeitig die Hebestelle mit entsprechender Nachricht zu versehen.

n Gießen. Als Nachfolger des zum 1. April 1914 in Pension gehenden Oberbürgermeisters Mecum gilt Beigeordneter Bürgermeister Keller. Herr Keller ist Jurist und erhielt zum Geburtstag des Grohherzogs den Bürgermeistertitel. Bei seiner Wahl würde man die für einen Juristen geschaffene und von ihm bekleidete Beigeordnetenstellung vorläufig eingehen lassen.

N Gieße n. In der Sonntag Nacht um 1 Uhr wurde der Weichensteller Gimpel aus Lützellinden, der einem Personenzug ausweichen wollte, von einem D-Zug ersaßt und überfahren. Sein Tod erfolgte so­fort.

n Gieße n. Ein Fahrkartenverkäufer der Gie­ßener Fahrkartenausgabe wurde nach Veruntreuung von etwa 1000 Mark vereinnahmter Gelder vom Dienst dispensiert. Er hatte die Fehlbeträge, die er an der Fahrkarten-Druckmaschine unterschlagen hat, dadurch zu verdecken versucht, daß er den Kontrollsireisen fälschte. Der Fehlbetrag, den die Frankfurter Fahrkarten-Kon- trolle entdeckte, ist sofort von Verwandten bezahlt wor­den.

o Bad-Nauheim. Sonntag vormittag wur­den in der Wohnung seiner Mutter der 26jährige Dro­gist Austin und eine 21 jährige Kellnerin aus Brand - oberndors bewußtlos ansgesunden. 9lad) näherer Unter­suchung stellte es sich heraus, daß beide Arsenik genom- men hatten. Der junge Mann war bereits tot, währ­end das Mädchen noch lebte und nach Auspumpung des Magens im städtischen Krankenhause jedenfalls mit dem Leben bauonfommt. Der junge Mann war seit kurzer Zeit in einer Drogerie in Stellung, lernte die Kellnerin kennen und hat sich wahrscheinlich im Verkehr mit ihr ein unheilbares Leiden zuoezogen, das ihn ver­anlaßte, Rache an ihr zu üben. Das Arsenik hatte er sich leicht in der Drogerie verschaffen können.

):( L i m b u r y. Die Stadt beabsichtigt, die ge­samten Volksschulen in einem neuzeitlichen Schul-Ge­bäude unterzubringen. Durch einen Anbau an das Rat­haus soll ein Archivraum geschaffen werden zur Unter­bringung des wettvollen städtischen Archivs, das Pro­fessor Otto von Hadamar zu ordnen begonnen hat. Die Gesamttosten für beide Projekte sind auf 300 000 Mark veranschlagt.

):( Frankfurt a. M. Eines der ältesten und angesehensten Konfektionsgeschäfte von Frankfurt, Karl S ch u 1 ü e in der Goethestraße, ist in Zahlungsschwie­rigkeiten geraten. Es bietet seinen Gläubigern 30 Pro­zent. Die Passiven betragen 100 000 Mark, die Aktiven 50 000 Mark.

):( H ö ch st a. M. Sämtliche Möbelfabriken un­serer Stadt, die in der Möbelindustrie einen wichtigen Faktor bilden, haben feit Samstag allgemein ihren Betrieb aus die Dauer von 14 Tagen eingestellt. Der Grund zu dieser umsassenden Arbeitseinstellung ist schlecker Geschäftsgang. Die Arbeiten werden nach den bisherigen Dispositionen erst am 5. Januar wieder ausgenommen werden.

! M a i n z, 22. Dez. Ein Aerztestreik in Mainz wird jur Tatsache werden, wenn innerhalb 8 Tagen keine Einigung zwischen Aerzten und Kranke.' Zen für ganz Deutschland zustande kommt. Die heute Abend * (tattgebabte außerordentliche Generalversammlung der Mainzer Ortskrankenkasse beschloß, die Familienversicher­ung zu suspendieren und an Stelle der freien ärztlichen Behandlung und Lieferung von Arznei ein erhöhtes Kralrkengeld zu gewähren. Es wird ferner an Stelle der Aerzte eine Kassenkommission der fransen!affe über Rranfbeit ober Gesundheit der Mitglieder entscheiden und schwere Fälle dem städtischen Krankenhaus über- weisen.

):( Wiesbaden, 20. Dez. Ein 13 jähr. Schü* ler eines hiesigen Pädagogiums, der wegen Schulden- machens von seinem Vater Vorwürfe erhalten hatte, schrieb seinem Direktor, daß er sich deswegen das Le- den nehmen werde. Die Ankündigung hat der Junge wahr gemacht: Er fuhr nach Mainz, kaufte sich dort einen Revolver und erschoß sich. 13 Jahre, Schulden

! und Selbstmord unsere städtische Jugend erreicht mit I unheimlicher Geschwindigkeit dieKulturhöhe" derLe- bekreise".

Aus aller well.

::: G ö t t i n g e n. Das Kreisturnfest des sieben­den Deutschen Turnkreises (Oberweler) findet im näch­sten Jahre in Göttingen statt. In der Sitzung des Ge- samtansschusses für das Kreisturnfest wurde beschlossen, das Fest am 8., 9., 10. und 11. August 1914 auf dem Jahnspielplatze unter der Mitbenutzung der gegenüber der Leine gelegenen Wiesen abzuhalten.

::: Köln, 22. Dez. Im Rheintal ist empfindliche Kälte eingetreten und hat große Verkehrsstörungen her- vorgerufen. In der Eifel fiel das Thermometer auf 9 Grad unter Null.

::: Leipzig. Geh. Sanitätsrat Dr. Ferdinand Goetz, der langjährige greife Vorsitzende der deutschen Turnerschaft, hat sich in seinen alten Tagen einer Arm- Amputation unterziehen müssen. Er war schon seit längerer Zeit leidend, dieser Tage wurde ihm, um Schlimmerem vorzubeugen, in einem Leipziger Kran­kenhaus der linke Arm amputiert. Der 87jährige Pa­tient befindet sich den Umständen nach wohl.

::: Straßburg i. Els., 22. Dez. Ein gewalti­ges Getöse versetzte die ganze Stadt in Aufregung. Die Seifenfabrik von Biersohn im Vorort Kronenburg war durch Dynamit in die Luft gesprengt worden. Die Wirk­ung der Erplosion war äußerst stark. Große Stücke des Mauerwerkes und des Schornsteines wurden mit fort- geschleudert. Teile der Bureaueinrichtung und des Ma­schinenhauses wurden in weiter Entfernung wiederge­funden. Das Fabrikgebäude wurde bis auf die Grund­mauern zerstört. Die Fabrik stand zur Zeit leer und sollte am ,1. Januar wieder in Betrieb genommen wer­den. Da das Gebäude unbewohnt war und ganz frei liegt, sind Menschen bei der Erplosion nicht zu Schaden gekommen. Der Sachschaden ist sehr bedeutend. Wie die Untersuchung ergab, ist die Erplosion dadurch verursacht, daß ein Korb mit Dynamit, der von verbrecherischer Hand in der Fabrik ausgestellt war, vom Felde aus durch eine lange Zündschnur zur Erplosion gebracht wurde. Von den Tätern fehlt side Spur. Man ver­mutet einen Racheakt.

::: V r e s l a u, 22. Dez. Laut Meldung der Schles. Zig." aus Sagan steht das Herzogliche Ver­waltungsgebäude in Flammen. Die Akten sind gerettet.

::: Kopenhagen, 22. Dez. Aus einem Gute in der Nähe von Bramigen wütete eine verheerende Feuersbrunst. 100 Kühe und 100 Schweine kamen in den Flammen um.

Helden der Befreiung.

111.

Als Oesterreich sich den Verbündeten anschloß, sang ihm Schenkendors den Willlommengruß:

Wir grüßen dich mit Waffenlünzen, Wir neigen uns an deinen Grenzen, Du klangreich Böhmenland 1 O Heer im Schmuck der grünen Reiser, Wir rufen Sieg und Heil dem Kaiser,

Der deinen Sinn erkannt . . ."

Jede Schlacht, jedes Gesecht sand seine Sänger, die meisten natürlich die Völkerschlacht, die Arndt, Stäge - mann, Wetzel, Schenkendors, Salchow und Christian Nonne besungen haben. Und nach errungenem Sieg stieg aus tausenden dankbarer Herzen SchenkendorssTe- deum" zum Himmel:

Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir!

Es schallt der Freien Lobgesang

Vom Ausgang bis zum Niedergang."

Die Sänger begnügten sich aber nicht nur damit, die deutsche Schmach zu beklagen und das Volk zum Kampfe zu rufen, sie zogen auch selbst ins Feld. An der Seite Körners kämpfte Friedrich Förster, dessen Kriegslieder und Jägerlieder auch heute noch nicht vergessen sind, wie:

Auf und an! spannt den Hahn, Lustig ist der Jägersmann !"

Oder:

Frisch auf, zum fröhlichen Jagen,

Seid munter und erwacht,

Die Hörner locken und rufen

Uns heut' zur ersten Schlacht."

Gleich seinem Freunde und Kameraden Mai von Schenkendorf trat beim Ausbruch des Freiheitskrieges auch der ehemalige Kürassierleutnant Friedrich de la Motte-Fouquee wieder in die Reihen der Kämpfen­den. Er führte die Jäger aus dem Havellande nach Breslau, zeichnete sich in der Schlacht 'bei Lützen aus und fâmpftc trotz Erkältung und heftiger Bruftfchrnerzen in den Schlachten bei Bautzen, Dresden und Kulm mit. Dann aber mußte er ins Lazarett. Doch litt es ihn hier nicht lange und bei Leipzig focht er schon wieder mit. Als Major nahm er bald darauf wegen Krank­heit seinen s2lbschieb. Seine frischen Kriegslieder wur­den viel gesungen. Von Gneisenau wurde er Marschall Blücher als derKriegssänger des Heeres" vorgefteilt.

Josef von Eichendorf gehörte anfänglich den Lützowern, und zwar der fünften Kompagnie, die Turn­vater Jahn befehligte, an, trat aber nach dem Waffen­stillstand aus und wurde als Leutnant in ein schlesisches

Landwehrregimenr eingereiht. Bekannt ist seinAppell' in dem er es widersinnig findet, vom Kampf zu sing er' ohne selbst zu kämpfen:

Ich hön viel Dichter vagen

Von alter Ehre rein,

Doch wen'ge machtens wagen Und selber schlagen drein.

Mein Herz wollt' mir zerspringen,

Sucht mir ein ander Ziel, Denn anders sein und fingen, Das ist ein dummes Spiel."

Die Sänger Alexander vo» Blomberg, der der Lieblingslied der Lützower, dasSchwertfegeriied- gt dichtet hatte, und Christian Sühnau, der Wehrlied« fang, starben den Heldentod. Der eine bei der Ein. nähme von Berlin im /Februar 1813, der andere bei dem Kampf um das Dorf Üubnitz. Und noch ui^ Sänger fochten mit, deren Namen säum mehr betank sind: August Thomas, Heinrich Schmitt, Iulius vs, Heyden, Gottwald und Karl Wilhelm Göttling, beffa Lied

Kein schöner Tod auf dieser Welt, Als wer auf grüner Heide fällt F

auch heute noch bekannt ist. Llber noch weit mehr Säi» ger fangen und stritten, deren Namen längst vergeht sind, ja überhaupt nie besannt waren, deren Lieder ab« in allen Lagern begeistert gesungen wurden. So ii$ die Dichter der vielgesungenen LiederHolde Nacht, dm dunkler Schleier. . ." undDie Preußen haben Wanr geschlagen" unbekannt geblieben. Daß überall in bt* schen Landen der Gesang kräftig blühte, das Jagen um auch die zahlreichen Volkslieder, die in jener Zeit e^ standen:Frisch auf, Kosaken, wir müssen in das gM* So hat sie Gott geschlagen mit Roß und Mann um Wagen",Warte, Bonaparte, warte Kujon, andre AB che, wir kriegen dich schon". Wer hat diese Lieder um die vielen Marsch- und Schlachtenlieder erdacht? Atz Beiwachtfeuer oder auf dem Marsche fielen dem einer ober dem anderen biederen Landwehrmann ein pa« Reime und Verse ein, die er seinen Kameraden nM bekannter Melodie vorsang. Sie waren leicht zu btj halten und bald sangen sie alle mit. Ein anderer diger Kops dichtete neue Reime hinzu, ebenso leicht al merken und zu fingen. Und bald sang sie das ga^I Regiment, das ganze Heer. Daß Wt^n gemein» m c r Gesang Wunder tut, aaoon waren I die Heerführer überzeugt. Namentlich Blücher hörtest'.»» Soldaten gerne singen, doch mußten es lustige Lit^V fein; von schwermütigen war der muntere Held tri» Freund. Darum konnte er auch das LiedHolde NaM dein dunkler Schleies nicht leiden. Zu einem jun« Mann, dem er die Erlaubnis gab, eine ^ammlunq Kriegsliedern drucken zu lassen, sagte er iüom »e/Zcih 7 Man immer munter druff los gesungen! . .isVud eiwas Feuer unter die Leute; Jetzt muß ein fingen, wie ihm ums Herz ist, der eine mit dem Sdrwl bei, der andere mit dem Sabel". Und wie wir geseml haben, verstanden es unsere Freiheitssänger ganz nel sterlich, mit beiden zu singen, mitLeier und Schwall

Litrrariscbrz.

? Siegmund. AufSeekönigsThron. ,j Erzählungen für die reifere Jugend von Marg. M Leinenband Mk. 2. - Das neue Buch der Frau V« Lenk, das von der reiferen Jugend mit Begeisterun^W grüßt werden wird, enthält zwei wunderschöne Gesches Die erste,Siegmund", erzählt die ergreifenden sale eines jungen Germanen, der gegen Ende des zaH Jahrhunderts n. Chr. im Markomannenkriege den verloren hat und zu Rom im Triumphzuge die Teiln« einer vornehmen Römerin erregt, von dieser erzogenZ nach mancherlei Schickungen das Christentum anmf und endlich im fernen Afrika feine längst totgegl« Mutter wiederfindet. Richt minder spannend und-^W ist die zweite Geschichte,Auf See Kön igs in der uns die ersindungsreiche Verfasserin nach ?ß land und ins 18. Jahrhundert führt, einer Welt, f I sie als Kennerin des großen Walter Scott ganz P ist. Hier sind es zwei Knaben, ungleich an und Wesen, aber in inniger Freundschaft verbünd 1 in demselben Schlosse von demselben Lehrer deren einer sich verleiten läßt, sich dem Aufstau I Hochschotten zugunsten des stuartschen Prinzen Karl anzuschließen, durch eine Sturmflut daran gehindert^ aber zugleich in Todesgefahr gerät und von dem J Freund und dem wackeren Magister glücklich wird. Die Frische der Schilderungen, die Fülle 1 interessanter Begebenheiten, die Lebimswahcheit ziehenden Charaktere, werden diese prachwollen ten bgld.zu Lieblingen unserer jungen Leserwelt ; der reine, fromme Sinn und der sittlich-religiöse * der aus ihnen spricht, läßt sie aber auch für Cm" nicht weniger wertvoll und fesselnd erscheinen, von Iohannes Herrmcmn, Zwickau (Sachsen).

Kirchliche Nachrichten.

Lvaugtlische ®emtt«k « G"ht».

1. Wtihnachtsfei«rt«>, 25. Dyb^ Rodelte für tote Kleinknds-Btwahranstal!

In bet StadtNrche.

Vorm. 9% Uf)t: Pfarrer Schwabe.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Adolph.