Expedition: Seltersweg 85.
Samstag, den 23. August 1913
25. Jahr«
Telephon Nr. 362.
Wien. Es
Manövern durch die gerabteilung beteiligt
Luftschifferabteilung und die Flie- sein.
Oesterreich.
heißt mit Bestimmtheit, daß Prinz
oari bringen, von wo die Weiterreise nach Cetinje cr= folgt. Das Königspaar gedenkt dort etwa acht Tage zu bleiben.
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Nr. 68.
Telephon: Nr. 362.
23)
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bcn, in welcher unter Androhung der finanziellen Nushungerung gefordert wird, die Truppen auf Me Linie Enos-Midia zurückzuziehen.
Nach dem Sturm.
Erzählung von Emil Frank.
(Nachdruck verboten.)
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1 widerte er: „Ich bedauere, ich kann den Vorschlag nicht ' annehmen, denn er entehrt mich. Ich will versuchen,
Jäh wandte er sich um. Schroff und herrisch fragte er: „Nun?"
Und dieses „Nun" weckte den Grafen aus seinem Träumen und Grübeln, es eriveckte den Trotz in ihm und eine Stimme sprach: „Gerade nicht!" Laut er-
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te er es ja nur begreiflich finden, daß Warminski seine Kinder bei sich behalten wollte, um sie selbst zu erziehen. So nahm er ihm die Ablehnung nicht sonderlich
■Salbe MSB geheilt Vtrbindl. »
vierteljährlich 75 Psg., vorauLzahlbar, frei inS Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen vierreljähetich 60 Pfg. — Erscheint MitttoochS und SamstagS. — Redaktion: SeüerS- weg 83. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, ÖH ebener Zeitung " G. m. b. H.
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, ! übel, im Gegenteil, er freute sich darüber, denn es war ,, : doch sicher kein schlechtes Zeichen, daß Warminski selbst
Te1- wich die in Aussicht gestellte Geldsumme in seinem Entschluß nicht beeinflußt wurde. Andererseits erschien
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Gießener Zeitung
Bezugspreis 25 pfg. monatlich
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Uom Balkan.
Der erste bulgarische Friedensunlerhändler ist mit einer besonderen Mission nach B u k a r e st abgereist. Dieser Mission wird in politischen Kreisen große Bedeutung beigelegt.
Aus Skutari wird berichtet: Von französischer Seite ist dem Ches der Miriditen Prenk Bib Toda bei ; seiner letzten Anwesenheit in Paris geraten worden, ein Fürstentum der Miriditen zu gründen und 'ich 3um Oberhaupt des neuen Staates ausrufen zu lassen. Prenk hat dieses Ansinnen der französischen Diplo- I malen jedoch entschieden abgelehnl.
Zwischen den Großmächten sind Verhandlungen über einen neuen Kollektivschritt in Konstantinopel im Hange. Es soll der Pforte eine Note überreicht wer-
‘der Firma von werden, wird die berühmten Oji
hochseine Ähsjlliili, lbstssmner ^ sowie ein 5 1 Gewehre mt: nb EjektorMè billig ^ -ân östliche W^ sendW. AM ’finb neu ck w raucht.
MWK He Mon M W w 7 reell, diskret: „j Jarl Winkls 8, Friedrichs: i erst bei Annis gebende Dank •_ chlüK«! Hontär jtft
Cholera auf dem Balkan.
Unter den unangenehmen Restbeständen, welche die Ballanwirren hinterlassen haben, befindet sich einer, der «icht bloß die Diplomatie, sondern auch das große Pub- lnkuG sehr stark interessiert, nämlich die Cholera. In den Balkanländern selbst grassiert sie noch mit erschreckender Heftigkeit — sind doch nach einer Meldung aus Belgrad in den letzten 10 Tagen allein in Serbien 793 Personen an Cholera erkrankt, von denen 131 starben und von dort hat die Epidemie nach Bosnien über- . gegriffen, wo sie allerdings bisher noch keinen epidemi- fef^n Charakter aufweist. Jedenfalls hat die Eisenbahn- v<rwaltung sich bereits zu Vorsichtsmaßnahmen gegen die Einschleppung der Seuche veranlaßt gesehen, ' und laut einer im „Reichsanzeiger" veröffentlichten Bekannt- niachung sind infolge des Auftretens der Cholera in Smyrna die aus den Häfen Kleinasiens nach einem deutschen Hafen kommenden Schiffe und ihre Insassen bis auf weiteres vor der Zulassung zum freien Verkehr ärztlich zu untersuchen.
Rumänien hat, um eine Einschleppung der Cholera durch die zurückkehrenden Truppen zu verhüten, umfassende Maßregeln getroffen. Das Truppengros be- ; findet sich bereits in der Nähe der Donau, die bei Co- rabia, Zimnieca» Und Magurelle überschritten werden wird. Diejenigen Truppen, bei denen Cholera festge - I stellt worden ist, müssen eine 5tägige Quarantäne an [ her Donau einhalten, bevor sie in die Friedensgarniso- nen abrücken dürfen. — Den amtlichen Bulletins zu- solge betrug die Zahl der Todesfälle in der Armee 6 Offiziere und 867 Mann.
~7aaAA£ aus eigener Kraft emporzukommen und zu sühnen, was ich verschuldet habe. Die Kinder sind mein, ich will sie erziehen."
In diesem Augenblick waren ihm seine Worte bitter tylllkUv ernst. Er wollte anders werden, sich aufraffen aus ferner Letbaraie.
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feiner Lethargie.
Fürst Bogdan schaute prüfend seinen Schwiegersohn an. „Wenn es nur wahr ist, was er sagt," dachte er, denn er konnte ja nur wünschen, daß Warminski sich hielt, schon um der beiden Mädchen, seiner Enkelkinder willen mußte er das wünschen. Und dann könn-
es ihm unwahrscheinlich, daß er sich hier auf die Dauer hielt, daß er nicht wieder in sein Lotterleben zurückfiel. Wenn man den Mann mit seinen reichen Geistes- g-aben dazu bewegen könnte, sich nach irgendeiner Rich- bung hin zu betätigen. Aber wie sollte man das be- g-innen? Ja, wer das wüßte! Da fiel ihm etwas ein und er sagte: „Es war nicht so böse gemeint, ich wollte
Politische Rundschau
Deutschland.
• Au dem Kaisermanöver werden drei Zep- p e l i n l u f t s ch i f s e und das neue Luftschiff „M. 4“, sowie 50 Flugzeuge teilnehmen.
* Die großen Flotten-Herbstmanöver werden mit der Zusammenziehung sämtlicher Flottenteile am 2 6. A u g u st in d e r N o r d s e e ihren Anfang nehßnen, unter dem Oberbefehl des Vizeadmirals von Jngenohl, und am 15. September beendet sein. Zum ersten Male wird das Manne-Luftfahrwesen an den Flotten-Hcrbst-
F ü r st e n b e r g zum Nachfolger des Grafen Berchtold ausersehen sei, und daß er noch vor dem Zusammentritt der Delegationen im Herbst diesen Posten übernehmen werde.
* Erzherzog Franz Ferdinand, der österreichisch-ungarische Thronfolger, den man die politisch wichtigste Persönlichkeit Europas genannt hat, wurde vom Kaiser Franz Josef am 83. Geburtstage des Kaisers zum Generalinspekteur der gesamten bewaffneten Macht Oesterreich-Ungarns ernannt. Der letzte Inhaber dieser Charge war der 1817 geborene Erz - Herzog Albrecht, der sich in den Jahren 1843 und 1849 in Italien auszeichnete, 1863 Feldmarschall wurde, am 24. Juni 1866 bei Custozza über den italienischen Feldherrn Lamarmora siegte und sich um die Reorganisation der österreichischen Armee hoch verdient machte. Er starb 1905.
Holland.
* Der Friedenskongreß im Haa a.^ beschäftigte sich mit den Fragen der friedlichen Vollstreck - ung von Schiedssprüchen, besonders mit dem Entwurf einer internationalen Polizei von dem holländischen Professor van Vollenhoven.
Italien.
*' Das italienische Königspaar beabsichtigt, den Besuch in Montenegro, der schon nach dem Lausanner Friedensvertrag geplant war, damals aber durch den Ausbruch des Balkankrieges verhindert wurde, nunmehr Anfang September abzustalten, sofern keine neuen Verwickelungen einireten. Die Königsjacht „Tri- nakria" wird das Königspaar am 7. und 8. Septbr. in Neapel ausnehmen und nach der Bucht von Anti-
Dich nicht verletzen. Sieh einmal, Warminski, Du wirft Dich für den Augenblick selbst nach Veränderung sehnen,- komm mit Deinen Kindern zu uns nach Tatischan! Bei uns findest Du Landwirtschaft und Industrie vereinigt, Du wirst unserem Betrieb sicher Interesse abgewinnen und auch meine Frau wird sich freuen, die Mädels solange bei sich zu haben. Willst Du?"
Graf Warminski fühlte sich durch diese Einladung geschmeichelt. Es kam ihm vor wie Erlösung aus drük- kender Enge, daß er endlich einmal Krzemien verlassen durfte. Seit Jahren war er — von kleineren Reisen abgesehen — nicht mehr herausgekommen, und jetzt erfaßte ihn mit einem Mal die Sehnsucht, hier alles stehen und liegen zu lassen. Darum nahm er die Einladung seines Schwiegervaters an. Ten Sommer wollte er mit den Kindern in Tatischan verleben und von da aus eine größere Reise unternehmen. Fürst Bogdan nahm freudig von Warminski und den Kindern Abschied und fuhr fort.
Hei, gab das bei Jadwiga und Slawa eine Freude! Der Vater war zu ihnen gekommen, hatte sie an sich gedrückt und ihnen erzählt, daß sie in wenigen Tagen abreisen würden. „Zu Großmama und Großpapa?" fragten sie. Ter Vater bejahte. Ta stürmten sie jubelnd fort, um Fräulein Benken die Neuigkeit zu berichten. Der Graf folgte ihnen und fragte das Fräulein, ob sie mit der Reise einverstanden fei; denn es war ja selbstverständlich, daß während einer so langen Zeit der Unterricht der Mädchen nicht unterbrochen werden durfte. Fräulein Benken hatte natürlich nichts einzuwenden, und so wurde die Reise auf den folgenden Donnerstag festgesetzt.
Nur einer war traurig, als er erfuhr, daß die Herrschaften in Kürze abreisen sollten, und das war natürlich Jan Sojka. Noch am selben Abend waren Jadwiga, Slawa und Fräulein Benken zu chm gekommen, und
Bus Stëdt und Land
• Die Hauptversammlung des Hessischen Landesverbandes des Deutschen Flotten Vereins findet Sonntag, den 24. d. Mts., in Schotten statt. Die Tagung beginnt 10,30 Uhr vormittags. Eine zahlreiche Beteiligung ist zu erwarten.
* Handwerkskammer zu Darmstadt. Die Beschlüsse der 18. Plenarversammlung betreffend die Regelung des weiblichen Lehrlingswesens haben nun- meln die Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern gefunden. Hierdurch sind Kontrollvorschristeu ent gültig jestgelegt, die die Handwerkskammer in die Lage versetzen, die Lehrlingsverhältnisse in weiblichen Handwerksbetrieben zu überwachen und Versuchen vorzubeu- gen, die gesetzlich festgelegten Lehrzeiten zu umgehen. Insbesondere kommt hierbei die Beschästigungsweise von Mädchen, die sich in einem weiblichen Handwerkszweig nur einige Kenntnisse für den eigenen Hausgebrauch erwerben wollen, in Betracht. Bon Lehrverhällnissen im Sinne der Gewerbeordnung kann in solchen Fällen nicht gesprochen werden. Diese Beschäftigungsart wurde jedoch nur allzu oft von Personen, die sich von der Notwendigkeit der Heranbildung eines ordnungsmäßig ausgebildeten Nachwuchses nicht überzeugen wollten, dazu benutzt die bestehenden Vorschriften über den Abschluß zwei oder dreijähriger Lehrverträge zu umgehen. Es erwies sich weiter nötig, die Übergangsbestimmung für Ablegung der Gesellenprüfung im weiblichen Handwerk zu verlängern, um auch den Personen, die vor Unter - stellung der weiblichen Handwerksbetriebe unter die Gewerbeordnung die Lehre beendeten, die Teilnahme an der Meisterprüfung noch zu ermöglichen. Nunmehr ist bestimmt: Gewerbetreibende, die in den Betrieben der Kleidermacherei, Putzmacherei, in der Weihnäherei, Stik- kerei und in Friseurbetrieben solche weibliche Personen aufncl-men, die das Gewerbe mir für ihren eigenen Hausgebrauch erlernen wollen, sind verpflichtet, der Handwerkskammer binnen 4 Wochen nach dem Eintritt hiervon unter Benutzung des von der Hand - werkskammer zu beziehenden Formulars (Lehranzeige) Anzeige zu erstatten. Des Mschluffes eines Lehrvertrags und Zahlung der Einschreibgebühr bedarf es in solchen Fällen nur, wenn die Dauer der Beschäftigung 6 Monate übersteigt. Der Lehrvertrag muß dann über die Dauer der gesetzlich festgelegten Lehrzeit abgeschlossen werden und wird die bereits verbrachte Zeit in Aufrechnung gebracht. Im übrigen haben die Vorschriften zur
die Kinder erzählten freudestrahlend, was der Vater ihnen versprochen hatte. Erst merkten sie gar nicht, daß Jan traurig war und schwieg,, denn ihre Plappermäulchen gingen wie Spinnrädchen und ihre Augen leuchteten vor Lust. So eine Reise war für die Kinder ja an und für sich ein Ereignis. Und dann zu Großmama! Die kannten sie ja kaum, denn es war schon lange her, daß die alte Dame Krzemien besucht hatte. Aber was hatte sie damals für prachtvolle Geschenke mitgebracht! In diesen Erinnerungen schwelgten die Mädchen, und Jan Sojka saß still in seinem gepolsterten Lehnstuhl und blickte mit resigniertem Lächeln auf die Kinder. „Ach, Tu lieber Gott," dachte er, „das ist nun mal der Anfang, denn wenn sie erst größer werden, dann hört das alles von selbst auf, dann werden sie vornehm wie die verstorbene Mama, und dann kommen die Freier und führen sie fort, die eine hierhin, die andere dorthin. Ich bleibe allein mit meinen Bildern, die nicht sprechen, und mit meiner großen Sehnsucht. Fräulein Benken nahmen sie auch mit! Ja, ja, ich soll halt wieder einsam sein wie damals, als--"
„Jan, Tu sagst ja gar nichts!" meinte da auf einmal Jadwiga, und auch Slawa hörte auf zu erzählen und zu fragen.
Und Jan sagte noch immer nichts. Die Erinnerungen waren zurückgekehrt. Einsam, einsam! hatte es aus allen Ecken seines Häuschens gerufen, und das hatte ihn bange und still gemacht. Das mochten selbst die Kinder fühlen, daß der alte Mann traurig war, sie hatte ihn ja selbst so lieb. Slawa sagte: „Jan, wir kommen bald wieder, nicht wahr, Jadwiga?" Die nickte. Und dann sprangen sie beide um ihn herum und schmeichelten ihm und streichelten seine Hunde und die schnurrende Katze. Ta kam die Sonne, die einen Augenblick hinter dicken Wolken gesessen, in Sojkas Seele, und er wurde wieder froh und lustig. , . (èorts. folgt.).
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