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Druck der Giessener Verlag^druckcrei, Albiu Mein
Wr. 94
Telep hon: Nr. 362.
Das definitive Rufultat der Stadiverordneten-lUablen
i i-’ am vergangenen Dienstag — also vor 3 Tagen Hon sdattgesunden haben — konnte uns auch heute ÄLüik von der Bürgermeisterei n o d) nicht mitgeteilt
»«bei!. Nach den bisherigen Feststellungen sind »*11)11:
Aus 9 Jahre:
ge-
SainSiag. hon 22. JioDcniber 1913.
dürfen: „. . . . Das Ergebnis hat allgemein überrascht". Wir setzten bei den Gießener Bürgern mehr Bürgersinn
voraus, darum der Leitattikel am Samstag und darum unsere Beleuchtung des Wahlresultats mit den Worten: „.. . Große Ueberraschungen hat die Wahl nicht gebracht." Das neue Stadtverordneten-Kollegium mag nun daraus ersehen, auf wessen Boden man am sichersten
stehen kann.
-r-n.
Telephon Nr. '- _.
25. Jahr;,
nehmen, ist heute Nacht wieder nach Berlin ab gereist, wo er im Kriegsministerium und aus der türkischen Bot-
schasl Besprechungen haben wird. Der Zeitpuiüt seiner Abreise nach der Türkei ist noch nicht bestimmt.
3 nabe rI o r n, Dr., Iulius, StaLtverordneter iligspor, Adolf, Kommerzienrat
Cir j n., Louis, Stadtverordneter
>il ül l e r, E. H., Schreinermeister
>.eich e l h e i m, Siegmund, Stadtverordneter
> Hjte ck e n b e ch e r, A., Landgerichtsdirektor oll, August, Kaufmann ichl, Joh., Schneidermeister
J I 5 Inns, Wilhelm, Stadtverordneter
' T ^’ <njel, Fritz, Eisenbahnhandwerker
8 I )il 11) e r, Hans, Architekt
▼ Hl Q d) t e I, Fritz, Amtsgerichtsrat
Auf 6 Jahre:
llN I.Juli 1914 JHwll, Adolf, Kommerzienrat, Fabrikant
i(§, fteundW öABbe r 1 h a l, Christian, Fabrikant
I ©Weitste: Aus 3 Jahre:
VW d, Franz, Hoflieferant, Möbelhändler
Slam.- M A ^. Oil r i e r, Heinrich, Geschäftsführer (Soz.)
|ll Samper, , 9 «ag g e n m ü l l e r, August, Reallehrer oder
Defilier, Valentin, Lehrer
bie GeschU:: Außerdem erhielten Stimmen: 8 lednt a n n, Georg, Kontrolleur
______J indenstrüth, Heinrich, Schmredemeifter
.» «.«—— l $ct den drei neuen Stadtvätern, welche auf
2258 2213 2085 1929 1919
1911 1894
1879 1859
1726 1661
1646
1467
1381
1329
1327
1326
1326
1308
1303 drei ein
M-jcht gewählt sind, ist der Stimmenunterschied
Keßer! geringer, wie er nur geringer sein kann; 2 haben
Stimmenzahl, der nächstfolgende hat nur eine , „ * f /ä5 ä.mne mehr und der drittbest gewählte hat wieder tWL. Oh r 2 Stimmen mehr, also im ganzen nur. 3 Stimmen 3. FrüSblut, wählte der Zahl für die mit Stimmengleichheit um den streif, f&tMj' iSi:âptssessel ringenden beiden Lehrer H a g g e n- unb Müller. Diese Erscheinung wird ganz N K eint roten, aus der anderen Seite erkennt man an
St. grotze Enten: diu sm Resultat, wie außerordentlich wichtig es ist, daß Mm,beste M^ jeher Bürger von seinem Wahlrecht Gebrauch ma= Nn ® : heni sollte. Jeder Wähler kann den W-u! s - Alinen, Poilii*- ^ [^ geben und wären nur 3 bürgerliche Stim- via mehr noch abgegeben worden, dann wären — UlLIN wie in Worms und vielen anderen Orten - - onch hier in Gießen die Sozialdemokraten leer aüs-
Uv Mw \langen. Es freut uns heute weiter mitteilen zu kön- ^ünschen SieAüfi^ u ^ ^g der von uns am letzten Samstag veröffent- gangenheit, ßep^ ;-^ Leitartikel doch g e w i rk t bat. Es ist uns bOjââ'elil- uiehreren Seiten bestätigt worden, daß der und jener ltmt^Lbeib^M^r sich gesagt hat: 4 Kandidaten aus dem Crts= amsund l^l^re' Iiktässen-Bmeau, das ist zu verwetten und infolge- yeise.) Wt^ciim sind wohl manche entsprechende Streichungen vor- reiben ^ft^ worden. Beim Verlesen der sogn. bürget -
IL .AglvbliÄet Stimmzettel hörte man aber ferner viele Na- isfâ in, die vorher als Kandidaten gar nicht genannt wa- Anch das ist ein sehr großer Fehler. Der Abgeber iw solchen Stimmzettels arbeitet gegen das Bürger - ^'AHn'fn! Wäre diese Stimmenzersplitterung vermieden woe- - die nächsthöchstbestimmten bürgerlichen Kandidaten kr, Haggenmüller und Lindenstruth hätten .113 c n b gesiegt und der sozialdemokratische Stadt- ^nete Fourier wäre stark in der Minderheit geblie- ^c L Unsere in letzter Nummer angeführte Behauptung: ü e n i st doch noch liberal g e n u g, ist zwar mm ^Gießener Linz." bezweifelt, denn sonst hätte er am Mittwoch über das Ergebnis der Wahl nicht schreiben
lat «M S
) mieten. ___
In letzter Stunde ersahren wir, daß den Herren Haggenmüller und Valentin Müller das Los zu Gunsten des Ersteren entschieden hat. Reallehrer Haggen- müller, ist demnach Stadtverordneter.
Der Kapitalismus der Sozialdemokratie.
Wie der „Hannoversche Courier" erfährt, hat die Stadt Hildesheim mit dem sozialdemokratischen Verbände der Bergarbeiter Deutschlands eine Anleihe von 600 000 Mark abgeschlossen zu einem Zinssätze von 4.75 Prozent. Wir sind also jetzt so weit, daß das organisierte Proletariat, um einen Aüsdruck des sozialdemokratischen Vlotabulariums zu gebrauchen, Gelder gegen Zinsen an Kommunen verleiht. Es macht sich die Mittel der Bourgeoisie und des Molochs Kapitalismus zunutze, so schreiben die „Frks. Nachr." dazu, schreckt nicht vor dem Fluch zurück, der an dem mühelosen Zinsenerwerb des Mammonismus, - an dem unverdienten Wettzuwachs klebt, weil er in die eigene Tasche fließt. Es macht ein Geschäft, wie andere Leute auch Geschäfte machen und läßt sich die Zinsen seiner verliehenen Gelder von einer Kommune, das heißt von Reichen Und Armen, ganz ohne Ansehen der Person und der Parteiangehörigkeit, zahlen.
Ein anderes Gesicht freilich gewinnt die Angelegenheit, wenn man die Kommune betrachtet. So sehr man auch geneigt sein mag, die Vorurteilslopgkeit und Nüchternheit zu schätzen, die bei Geldgeschäften am Platz ist, bleibt hier doch ein Rest von Bedenken, die den Kenner des Geistes der Sozialdemokratie und des Kapitalis - mus aufstoßen müssen. Es liegt im Wesen der Geld- macht, daß sie trotz aller Unpersönlichkeit gelegentlich oder gar systematisch auch persönliche Rücksichten fordert. Frankreich verborgt nicht ohne politische Neben - zwecke sein Geld an Rußland. Und wir müßten' die Sozialdemokratie schlecht kennen, wenn sie nicht da. wo sie Einfluß nehmen kann, diesen Einfluß auch nehmen würde. Wenn erst einmal in Zeiten teuren Geldes ein Run der Städte auf die Gewerkschastskassen anheben sollte, würden auch die politischen Bedingungen der; sozialdemokratischen Kassen nicht ausbleiben. Und das könnte dann ja nett werden.
Politische Rundfc^u
Deutschland.
5 D a r m st a d 1, 21. Nov. Die hessische Zweite Ständekammer wurde heute zu einer Tagung auf den 3. Dezember, vormittags 9 Uhr, zusammenberufen. Auf der Tagesordnung finden sich 39 Punkte. — Der F i - nanzausschuß der Zweiten Kammer tagte heute vormittag und nachmittag gemeinsam mit den R>egier- ungsvertretern und besprach wiederholt die bekannte B e- soldungsvorlage. Es wurde eine Reihe Abänderungen bei den unteren Beamtengruppen, insbesondere bei den Forstwarten, den Hilfsgerichtsschreibern, den Ratalterbeamten usw. vorgenommen. Am Nachmittag wurden die Verhältnisse der akademischen Beamten beraten. Diese sollen nochmals einer eingehenden Prüfung unterzogen werden.
):( Kassel, 21. Nov. Generalleutnant Liman v. Sanders, der dazu ausersehen ist, die Leitung einer militärischen Kornmission in der Türkei zu über-
Oesterreich.
* W i e ff. In einer Versammlung zur Errichtung eines Drcibunbbcnfmals wurde Heschlcjsen, eine Ruhmes- oder Gedächtnishalle für Kaiser Franz Joses zu errichten.
* Gegenüber dem mehrfach ausgesprochenen Be- bauern, ba§ Oesterreich-Ungarn nicht sofort bei Kriegsbeginn den Sandschak besetzt habe, bemerkte Graf Berchtold in der ungarischen Delegation, daß er hierin die vom ehemaligen Minister des Aeuhern Grafen An- drassy befolgte Politik fortgesetzt hè, der schon seinerzeit auf die Schwierigkeiten und die Kostspieligkeit einer militärischen Besetzung hingewiesen und betont habe, daß eine vollständige Eifiverleibung des Sandschaks den Glauben an den Plan eines Vormarsches nach Saloniki erwecken könnte. Im gegenwärtigen Falle waren dieselben Gründe ausschlaggebend gewesen.
Frankreich.
* Paris, 21. Nov. Die Kammer nahm ohne Debatte die Schaffung eines neuen Armeekorps 21 an, das zwischen den Armeekorps 7 und 20 eingefügt werden soll.
* Paris, 21. Nov. Der von dem Leutnant v. Forstner (Zabern) so sehr beleidigten (?!) französischen Nationalehre ist ein Rächer in der Person des Direktors der imperialistischen „Autoritee", des Herrn Paul de Cassagnac, erstanden. Er hat auf die Aeußer- uncen des Leutnants v. Forstner hin diesem einen eingeschriebenen Brief mit einer Forderung zum Duell übersandt, v. Forstner verweigerte jedoch vernünftigerweise die Annahme des Brieses und lieh ihn uneröffn net zurückgehen. Heute nun hat Cassagnac an Herrn v. Forstner ein längeres Telegramm geschickt, in dem er darauf hinweist, daß der ab gelehnte Brief eine Du^ll- sorderung enthalten habe, und bei ihm angefragt, ob er bereit sei, die Forderung anzunehmen.
England.
* L 0 n d 0 n, 21. Nov. Der Sonderkorrespondent des Reuterschen Bureaus in Windsor ist zu der Mitteilung ermächtigt, daß der Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand von seinem Aufenthalt in Windsor hoch befriedigt ist. Obwohl der Besuch des Erzherzogs nur ganz privat ist, können die dabei gegebenen Gelegenheiten, mit den britischen Ministern in Berührnlrg zu kommen, nur viel und dauernd Gutes in den glücklicherweise ausgezeichneten Beziehungen zeitigen, die zwischen den Regierungen König Georgs und Kaiser Franz Josefs bestehen. Die Sympathie des Kaisers für England ist wohlbekannt, ebenso wie der Wunsch der Völker der österreichisch-ungarischen Monarchie, immer mit England in Freundschaft zu leben.
Vom Balkan.
* Konstantinopel. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, wird die Pforte, welche jetzt mit Griechenland den $ rieben geschlossen hat und nun nicht mehr Griechenland zu fürchten braucht, nunmehr von Italien die Rückgabe der von diesem besetzten Inseln gemäß dem Schweizer Friedensvettrag fordern. Infolge dieser Forderung könnten neue größere Schwiengkeilen entstehen.
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