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Bejugspreh 25 pfg. monatlich

Vierteljährlich 75 Pig-, vorau-zahlbar, frei ins HauS. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- ausgabestellen vierteljährlich 60 Pfg. — Erscheint Mittwoch« und «MuStag«. — Redaktion: SelterS- weg 83. — Kür Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Wietzener Zeitung" Gt. m. b. H

Expedition: Seltersweg 8Z

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite P etitzei l e für Auswärts 20 Pfg Tic 90 mm breite Reklame-Ze i!e 50 Pfennig Errrabeilagen werden nach Genn-di und Gröhe berechne:. Rabatt kommt bei Ueberschreitung bc6 Zablung^- ziele- (30 Taget, bei gerichtlicher Beitreibung ober Konkurs in WegiaU. Platzvorschriften ohne BerbindliN' feit. Druck der ttZicftcner Verlag^druckcrci. Albin Klein.

Nr. 93

Telep hon: Nr. 362.

Mittwoch, den 19. November 1913

16:

25. Iabro

Die Gießener StadtverorrmeLenwahien 1913

Dom gestrigen Tage hat große Ueberraschungen nicht gtbrocht. Gießen ist in seinen Grundfesten immer noch liberal; das Bürgertum kann seine Rechte noch wahren, um auch dieses Mal unter den verschiedenen politi= fatu und Lokal-Organisationen nicht volle Einigkeit her- ötip.cii'ü/rl werden konnte. In der Hauptsache hat die gemeinsame Liste der Freisinnigen und Natio- lUlir^eralcn gesiegt (nur Lehrer Martin Fischer utab Lchstibgehilfe Karl Zorn blieben in der Minderheit), tton^en hat eine genügende Mehrheit von Wählern sich ms einen Mann vereinigt, der im öffentlichen Leben, in großen Standes- und Erwerbsgnrppen sich schon ost âlvahrt hat. Der 1. Vorsitzende des Hausbesitzervcr- tin5 und nunmehrige Stadtverordnete I ,r d e r 1 h a l, tor ohne Unterstützung der politischen Parteien gesiegt mb in der Hauptsache dem Bürgerverein und den Haus­siern seine Wahl verdankt, wird jetzt die. Interessen âr Vereinsmitglieder noch weit mehr vertreten können

•ik bisher.

Die vielen bürgerlichen Kandidaten (es waren bis 'M Wahl 49 öffentlich genannt und beider Feststellung >> Wahlrefultats wurden nochmals nahe so viel an- ^<rt tuffgerufen, die wenige Stimmen bekommen hatten) lieben aber doch eine immerhin genügende Stimmen- ^pliterimg herbeigefiihrt, die die Wahl eines so- tUülbeniofra1i|kf)en Kandidaten, bes Orts krankenkässen - Gts^ästssührers Fourier ermöglichte. Nur, noch ganz tr eiige bürgerliche Stimmen aus den nächstfolgenden HciiiÜbaten Neallehrer Haggenmüller und die Sozialde- niâNt.u wären ganz leer ausgegangen. Daß ihr Ge- NM Schneidermeister Johannes Diehl glänzend gewählt ifiia bc^iir haben sie sich bei den liberalen Parteien zu bot bauten, aus dessen Zettel der Name Johs. Diehl ja a^h,ml stand.

Ml gern ein gefreut hat man sich in Bürgerkreisen, d^b der bis zur letzten Stunde bekämpfte Kandidat bMnbahnhandwerker Fritz Wenzel mit großer Ma­jorität gewählt worden ist. Seine Feuerwehrkameraden ui.MtbcitsfaHegen haben den Ausschlag gegeben. Wer büs bisherige Wirken im Dienste der Allgemeinheit der n ie iten Stabträte einigermaßen kennt, der hat im Ajos schon gesagt, datz die Herren Kommerzienrat KliHjpor, Schreinermeister E. H. Müller und Landge- riDsdirektor Schmeckenbecher, die doch gewiß nicht von de U Sozialdemokraten unterstütz.! worden sind, die mei­sten stimmen auf sich vereinigen werden. Das Msul- tad ist zwar noch nicht ganz genau festgestellt, bis heute

Mittag gab die Bürgermeisterei das folgende bekannt.

Es sind

Haberkorn, SM i n gi p o r,

gewählt:

auf 9 Jahre:

Dr. Jul., Kreisarzt Adolf, Kommerzienrat

Petri 1L, Louis, Weißbindermeister 9)1 ü H e r, E. H., Schreinermeister

S ch m e ck e n b e ch e r, A., Landgerichtsdirektor Heichelheim, S., Kommerzienrat Noll II., August, Kaufmann Diehl, Johs., Schneidermeister Plan k, Wilhelm, Gerbermeister Wenzel, Fritz, Eisenbahnhandwerker Meye r, Hans, Architekt Wachtel, Fritz, Amtsgerichtsrat

auf 6 Jahre:

Noll, Adolf, Kommerzienrat

I n d e r 1 h a l, Christian, Fabrikant

auf 3 Jahre:

Brück, Franz, Möbelhändler Müller, Valentin, Lehrer Fourier, Heinrich, Geschäftsführer

Außerdem erhielten Stimmen:

Haggenmüller, A., Reallehrer Beckmann, Eg., Kontrolleur

L i n d e n st r u t h, Hch., Schmiedemeister Noll, Hch., Geschäftsführer Frensdorf, Carl, Kaufmann

2257

2207

2084

1963

1911

1910

1891

1876

1858

1704

1659

1643

1416

1372

1330

1324

1322

1321

1304

1209

1158

1097

Vorstehendes Resultat kann aber, wenn die genauen Zahlen bekannt sind, vielleicht eine Verschiebung zwi­schen dem Gewählten mit der niedrigsten Stimmenzahl und dem nächstfolgenden Kandidaten mit der höchsten Slimmcnzahl unter den Nichtgewählten bringen. Es hatten sich nämlich bei den Stimmenfeststellungen gestern Abend in 2 Abteilungen Differenzen eingeschlichen.

Aus 3 Jahre hat Gießen nun wieder einmal Ruhe vor den mühsamen Stadlverordnetenwahlen. Mögen die Bewohner nun allesamt in das neue Stadtverordneten- Kollegium das Vertrauen setzen, daß es für das Wohl und Wehe der Stadt allezeit mit Ueberzeugung eintritt und möge das Stadtverordneten-Kollegium sich dieses

Vertrauens stets würdig erweisen.

-r-n.

politische Rundschau

Deutschland.

nenu.• 1 Der Kaiser hat die Ordenskommission er-

’H-Muster ' nzcichen in geeigneten Fällen den Hinterblie- ebe^uA t^ CI '.Ci auf Antrag zur Aufbewahrimg als Andenken zu

ligt, die vor dem Feinde erworbenen Orden u.

‘ Die Kaiserin hat Schloß Wilhelmshöhe nach in 8 liebentägigem Aufenthalt, wieder verlassen urtb sich

^il vergangenen Nacht nach Potsdam zurückbegeben. I lebten Tage ihnr Anwesenheit stattete die Kaiserin ' i Nakonissenliause einen Besuch ab. Zu gleicher Zeit ■

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Hz re im Auftrage der Kaiserin Kabinettsrat Kam- Wlk von Spitzenberg sowie die Hofdame Gräfin uüiirg das Palais am Friedrichplatz. Aus dieser , & wird in interessierten Kreisen geschlossen, i^ btr Hof in ungünstiger Jahreszeit bei Besuchen in f aM dieses Schloß zu bewohnen gebeult, da v erschu­ft nur Umstände das Schloß Wilhelmshöhe als nicht ge-

eignet für Spätherbst- und Winterbtzsuche erscheinen lassen.

* H i e I, 18. Nov. Der Kaiser ist heute abend 10.50 Uhr nach Wildpark abgereist, wo seine Ankunft morgen früh "'m 7.42 Uhr erwartbar ist.

* Aus das Huldigungstelegramm der Teilnehmer an der Hundertjahrfeier der braunschweigischen Batterie, das das Gelöbnis treuesten Gehorsams von 1000 alten Soldaten der Batterie dem Kaiser mel­dete, ist folgende Antwort telegraphisch eingegangen:

„Ich habe mich über den Gruß der tausend alten Soldaten der Braunschweiger Batterie sehr gefreut als Zeichen dankbaren Gedenkens der großen Zeit und patriotischer Treue für Kaiser und Reich. Es lebe Se. Königliche Hoheit der Herzog Ernst August.

Wilhelm I. R."

* Der Besuch des Kaisers in München bei ^em KKönig Ludwig III. findet am 15. Dezember statt; am 16. des genannten Monats, abends, wird der Kai­ser München erst wieder verlassen.

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^I färbtrti 6ebr. Rover

* Der König der B ulgare n ist am Mon­tag inkognito in Kob u r g eingetr,offen. Seine Anwe­sen!,eit gilt bem Besuche der Gruft seiner Eltern in der katholischen Kirche. Daselbst fand in Gegenwart des Kö­nigs ein Eedächtnisgottesdienst statt.

* Kob u r g, 18. Nov. Der König von Bul gäh­nen ist heute abend 7 Uhr nach Wien abgereist.

* Berlin. Der russische Ministerpräsident K o - k o w z e w besuchte gestern nachmittag wieder den Reichs- lancier und hatte mit ihm eine längere Untcncb=

* Berlin, 18. 4t ov. Das von einem sächsisch. Blatte verbreitete Gerücht von der angeblichen bevor- ste. enden Scheidung der Ehe des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen wird von zuständiger (Seite als völlig aus der Luft gegriffen entschieden dementiert.

* Gemäß eines soeben ergangenen Befehls, wird Kontre-Admiral v. Rebeur-Paschwitz, dem Kapttänleut- nant Kinzel von S. M. S. „Kaiser" beigegeben ist, für die Dauer der, Erprobung der Linienschiffe „K a i - f e r“, und „König Alber t" auf dem erstgenannten schiffe sich cinschiffen. v. Rebeur-Paschwitz wird in sei­ner Eigenschaft als Direktor der Marineakademie wäh­rend seiner Abwesenheit durch Kontreadmiral Schau­mann vertreten.

::: Die Verhandlungen zwischen der ärztlichen Lan- deszenirale in Baden und der freien Vereinigung ba­discher Krankenkassen haben zu einem erfreulichen Ergebnis geführt. In allen wesentlichen Fragen wurde U e b e r e i n st i m m u n g erzielt.

Oesterreich.

* Die österreichische Delegation wählte den Abg. L e o zum Präsidenten und den Grafen Silva-Tarou^a zum Vizepräsidenten. Leo führte bei der Uebernahme des Präsidiums autz, die Delegation werde sich Haupt- sächlich mit dem politischen Umwandlungsprozeß auf dem Ballan beschäftigen müssen, dessen Rückwirkung dl» Monarchie unmittelbar weit lebhafter empfinden mußte, als eine andere Großmacht. 2C. Die ungarische Delega­tion wählte in ihrer konstituierenden Sitzung L a n g als Präsidenten und Graf Zichy als Vizepräsidenten.

* Wien, 18. Nov. Auf der heutigen Festver­sammlung des Bundes österreichischer Industrieller, hielt der Vizepräsident des Deutschen Reichstages, Professor Dr. Paasche, einen Vortrag über: „Oesterreich-Un­garns wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland". Die Ausführungen des Redners, die in der Anregung zur Gründung eines deutsch^österreichisch-Ungarischen Wirt - schaftsverbandes gipfelten, fanden lebhaften Beifall. Der Festversammlung wohnten der deutsche Botschafter von Tschirschky, Handelsminister Schuster, der Leiter des Fi­nanzministeriums Engel, Eisenbahnminister Forster, der Statthalter, Vertreter industrieller Korporationen und zahlreiche Parlamentarier bei.

Frankreich.

* Die französische Kammer nahm mit 350 gegen 216 Stimmen den Paragraphen des Wahlgesetzes an, der besagt, daß jeder Wahlkreis auf 22 500 einge­schriebene Wähler einen Deputierten wählt und darüber aus jeden Bruchteil, der größer als 11 250 ist, gleich­falls einen. Der Minister des Innern Klotz erklärte, dies verminderte die Abgeordnetenzahl auf ungefähr 520.

::: Paris. Die vor 6 Jahren in Lhoisy le Roi begründete Arbieiter-Glassasbrik mutzte trotz der ihr vor 6 Monaten von der Regierung gewährten bedeutenden Unterstützung infolge finanzieller Schwierig­keiten ihren Betrieb ein st ellen.

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