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Trurf der GHeftcuer Verlag^druckcrei, Albin Klein

Telep hon: Nr. 302.

Mittwoch, Den 17. Dezember 1913

Telephon dtr. 86*2.

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gewissenhaft, chinen- und s Giem« irchenplatz 9.

Ueber Hronprinrenerriedung

jeiib jetzt aus Anlatz der Rückkehr des K r o n p r i n- » t n nach Berlin in den Zeitungen viel geschrieben. Nenn die pädagogischen Betrachtungen sich aus eine »«stimmte Persönlichkeit zuspitzen oder gar das Verhalt­es zwischen Vater und Sohn in Behandlung nehmen, r wird leicht die Grenze überschritten, die Takt uüd Vugfyeit ziehen sollten. Wir möchten uns nicht unberu- 64 in Familienangelegenheiten einmischen. Aber in eini­gn Berliner Blättern finden sich Einseitigkeiten und Mertreibungen, die der Entgegnung bedürfen. Es Dird da so geredet, als ob Danzig ein ganz schrecklicher Ntbannungsort gewesen und Berlin der einzig richtige ^lah für einen Heranwachsenden Anwärter aus die Krone eL

Mch unserer Ansicht muß der künftige Monarch möglichst alles kennen lernen. Nicht bloß den Kopf w Monarchie (man hat ihn schon einmal Wasserkopf (anannt), sondern auch die Glieder des Staatswe- e 15. Der Aufenthalt in Danzig hat freilich mit zwei Z.ihren ziemlich lange gedauert; aber im allgemeinen ist s gut und heilsam, wenn der Kronprinz auchi n der Pxooin^ sich umsteht. Land und Leute in ihrer Viiannigsaltigkeit kennen zu lernen, ist eine zweckmäßige H-rbereitung für die Wirksamkeit eines Herrschers, der xTl<n alles sein soll. Der Thronerbe muß natürlich auch in den Geschäftsgang der Zentralbehörden in Berlin eingeweiht werden; doch das richtige Verständ- n <5 für die Ausgaben der Zentralverwaltung entwickelt

Leibhusaren nach dem großen Ererzierplatze, wo Re- gimentsererzieren stattfand. Auch die Kronprin­zessin wohnte zu Pferde den verschiedenen Uebungen des Regiments bei. Nach einer Attacke führte der Kron­prinz seiner Gemahlin sein Regiment noch einmal vor, und dann wurde nach der Kaserne zurückmarschiert. Auf dem Kasernenhof verabschiedete sich der Kron - Prinz von seinem Regiment mit einer kurzen Ansprache und betonte, daß er die beiden Jahre an der Spitze der 1. Leibhusaren zu den schönsten Jahren seines Lebens Zähle. Der nach dem Kronprinzen rangätteste Offizier des Regiments, Major von Borcke, dankte dem Kron­prinzen und brachte ein Hoch auf ihn aus. Der Kron­prinz winkte dann den Standartenre 1er heran, ergriff das seidene Fahnenband des Feldzeichens und drückte einen Kuß darauf. Sodann sprengte er, ohne sich umzuschauen, im Galopp davon.

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sich am besten aus der Kenntnis der Geschichte bei den untern und mittleren Behörden, d i e dem p rakN« . s âen Leben näher ste h e n. Der Herrscher muß I mch alles können, aber er mutz ünstande sein, alles zu b''preifeu. Daher scheint uns die Vielseitigkeit der Kennl- Niisst Und Erfahrungen von höchstem W.erle zu sein. Ulibiisiens ist der Aufenthalt in einer Provinzialstadt an sich nicht übel. Wir möchten sogar wünschen, daß der Kt.'vnprinz gelegentlich auch die Mitte und den W e- st t n der Monarchie aus eigener Anschauung näher ittnim lernt.

Das Volksleben in feiner Gesamtheit muß derjenige 'einten lernen, der einst der Landesvater sein soll. Also NM man überhaupt Vorschläge machen will, so darf im das gewerbliche Leben in seinen kleineren und grö- V.rtn Betrieben und die sozialen Verhältnisse nicht x^gtfien.

. Als Dreißigjähriger wird der Kronprinz selbst schon >«s reckten Weges zur Vorbereitung auf seine hohe Auf- ubk sich bewußt sein. Erfreulicherweise steht der Kai- ei? noch in voller Geistes- und Körperkraft, sodaß dem Mwprinjen noch reichlich Zeit zur Sammlung von Er- a «Migen vor Antritt der Herrschaft übrig bleiben dürfte. M? rufenGlück auf" und wollen nur den Wunsch der 8 II e i 1 i g k e i 1 bescheiden geltend machen.

i ^kach demL.-A." ist die Versetzung auf einen âe »sonderen Wunsch der Kaiserin zurückzuführen. Die Kommandierung ist völlig Unerwartet und über» : 0« Id? e n b gekommen. Selbst das kronprinzliche Paar )oott nichts davon gewutzt. Wie erinnerlich, hatte das rlMyrinzliche Paar vor nicht zu langer Zeit den Kaiser »entlaßt, das Danziger Kommando des Kronprintzen ü^M- Herbst 1914 zu verlängern und als Folgeer- dieimiiTig hiervon sind erst Mitte August d. Js. die Rliriverträge für die kronprinzliche Villa, sowie für die ibkchcn Mietswohrrungen des Gefolges und der Be- ânschaft bis zum Oktober nächsten Jahres erweitert SM

Den Kronprinzen soll die Versetzung durchaus nicht MMnrlml berührt haben.

Danzig, 15. Dez. Heute vormittag ritt der ^ir onprinz zum letzenmale an der Spitze der ersten

Politische Rundschau

Deutschland.

* Das Kaiserpaar traf am Montag vor - mittag in München ein. Als der Zug hielt und der Kaiser am Wagentritt erschien, eilte König Ludwig auf den Kaistr zu, der rasch abstieg und den König herzlich umarmte. Dann schüttelten sich die.beiden Monarchen die Hände. Während der Kaiser mit dem König auf den Kronprinzen Ruprecht und die anderen Prinzen jut schritt, begrüßten sich die Kaiserin und die Königin eben­falls auf das herzlichste. Nachdem der Kaiser den Mi­nisterpräsidenten und die übrigen Würdenträger begrüßt hatte, schritt er mit dem König und den Prinzen die Front der Ehrenkompagnie ab. Als der König mit dem Kaiser am Tor des Bahnhofes sichtbar wurden, brach das Publikum in stürmische Hochrufe aus, und unter Hochrufen fuhr der glänzende Zug nach der Residenz, wo das Kaiserpaar vom Königspaar in seine Gemächer geleitet wurde. Um 1 Uhr fand große Frühstückstafel statt. Nachmittags 3 Uhr besichtigten der Kaiser und die Kaiserin das Deutsche Museum. Das Essen fand beim Kronprinzen und am Abend Festvorstellung im Hof - theater statt. Das Wetter war leider ungünstig. Nachts hatte ein Sturm die Dekorationen zerzaust, und beim Einzüge des Kaiserpaares regnete und schneite es durch­einander. Die Majestäten ließen sich indessen dadurch die gute Stimmung nicht verderben. Der Kaiser hat eine große Anzahl von Auszeichnungen verliehen. Der Vorsitzende im Ministerrat, Dr. Freiherr v. Hertling, erhielt z. B. die Büste in Bronze. Auch der König hat eine große Reihe von Ordensauszeichnungen und Geschenken verliehen und diese den Damen und Herren des kaiserlichen Gefolges selbst überreicht. Beim Mi-

nisterpräsidenten Frhrn. v. Hertling fand zu Ehren Staatssekretärs v. Jagow eine Frühstückstafel statt.

* Der Kronprinz ist von der Stellung Kommandeurs des Leibhufaren-Regiments Nr. 1 Langfrchr-Danzig enthoben und in den Generalstab

des

des in der

Armee nach Berlin versetzt. Die Versetzung entspricht einer schon im Frühjahre ausgesprochenen Bitte des Kronprinzen an seinen Kaiserlichen Vater. Seit längerer Zeit hielten Generalstabs-Offiziere der Garnison Danzig dem Kronprinzen taktische und kriegswissenschaftliche Vor­träge. Ebenso hat der Kronprinz die Schlutzarbeiten des

ältesten Kriegsakademie-Jahrganges mitgearbeitet sich hierdurch, sowie durch eignes Studium aus neue Kornmandv vorbereitet.

und das

* Herr von Schleinitz wird nicht mehr Kommandeur der Schutztruppen nach Deutsch-Ostafrika

zurückkehren. Er ist seiner Stellung enthoben und wird durch Oberstleutnant v. Lettow-Forbeck, den

bisherigen Kommandeur des 2. Seebataillons ersetzt werden, der seit Monaten für die Führung der Kame­runer Schutztruppe bestimmt war, seine Ausreise aber noch nicht anqetreten hat. Der neue Kommandeur steht im 43. Lebensjahre und hat 1904 an dem Feldzuge ge­gen die Hereros in Deutsch-Südwestafrika teilgenommen.

* Die deutsche Regierung hat den Botschafter der Vereinigten Staaten davon in Kenntnis gesetzt, daß die deutsche Flotte der Einladung der Vereinigten Staa­ten Folge leisten und an der internationalen Flotten - reime in Hampton Roads gelegentiich der Eröff­nung des Pana malkanals im Frühling 1915 teilnehmen werde. Die deutschen Kriegsschiffe werden bei dieser Gelegenheit den Panamakanal durchfahren.

A 9 n b c r 11 n g e n zur Wehrordnung, die demnächst airsgegeben werden sollen, betreffen den Fortfall der Losung beim Ersatzgeschäft und die Ein­teilung der zum Militärdienst sich Stellenden nach ver­schiedenen Tautzlichkeitsklassen.

* Die deutsche Militär-Mission traf am Sonntag über Belgrad und Sofia in Konstantinopel ein. Der Empfang war rein militärisch. Die Botschafter von England, Frankreich unb Rußland überreichten bei ihrem Besuche auf der Pforte die geplante Note über die deutsche Militärmission. Dem Schritt liegt, wie die Botschafter gegenüber dem Großwesir ausdrücklich be­tonen, nur ein informatorischer Charakter zu Gruttde. Der Ministerrat setzte bereits die Antwort fest, die der Großwesir den Botschaftern erteilen soll. Es heißt da, der deutschen Militärmission liegt keinerlei politischer Zweck zugrunde. Sie ist beauftragt, sich mit der Re- orgamsation der militärischen Bildungsanstalten und des ersten Armeekorps, das eine Art Modellkorps wer­den soll, zu befassen. Die Obhut über die Meerenge werde in die Aufgaben der Mission nicht einbezogen.

* Berlin. Der Ständige Ausschuß der Lan­de s v ersicherungsanstalte< hat mit der Reichsversicherungs- anstalt für AngesteÄ« Grundsätze über die Heil b e - Handlung bei doppelt Versicherten ver­einbart, welche die schleunige Einleitung erforderlicher Heilverfahren so weit als möglich sichern. Es besteht die bestimmte Erwartung, daß die einzelnen Landesversich- erungsanstatten dem Abkommen beitreten werden.

* Ueber die Beziehungen des englisch-amerikanisch. Tabccktrustes zur deutschen Zigaretten ^ Jnldui- strie werden vom Reichsamt des Innern demnächst Er­mittelungen eingeleitet werden. Außer den Interessen sollen auch Mitglieder des Reichstages zu den alsdann stattfindenden Erörterungen zugezogen werden.

* Der Abschluß der kriegsgerichtlichen Untersuchung der Iaberner Affäre steht nahe bevor. Das 99. Infan­terie-Regiment, bisher in Jabern, wird nach Kassel ver­setzt und nach Jabern das 167. Regiment, jetzt in Kassel, versetzt werden. Oberst von Reutter behält sein Regiment, Leutnant Freiherr von Forstner wird in ein anderes Re­giment versetzt werden.

Zum Krankenkassen-Konflikt. In einer in Berlin abgehaltenen Versammlung der Ver­treter der vereinigten Krankenkassenverbände über den bevorstehenden Aerztestreik wurde festgestellt, daß Einig­ungsverhandlungen zwischen den zentralen Verbänden ; der Aerzte und Kassen nach Lage der Sache völlig aus- ! sichtslos seien, zumal der Leipziger Verband wiederholt j betont Hube, von seinen Hauptforderungen nicht abgehen i zu können. Im übrigen seien an vielen Orten die Kas- ! sen Und Aerzte völlig einig; der Frieden wäre auf der ganzen Linie gesichert, wenn der Leipziger Verband den Vertragsabschluß freigäbe. Tatsächlich würden vielfach Verträge von Aerzten trotz des Verbotes geschlossen. Ge­genüber der angedrohten völligen Einstellung der Be­handlung der Versicherten bei den Kaffen, die von den ihnen nach dem Gesetze, nach den Beschlüssen des Bun­desrates und der preußischen Minister zustehenden Schutz-

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