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Gießenev Iettung

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^ Aich Nr. 40

^«Äl gor dem Balkan-frieden.

Telep hon: 9?r. 362.

Samstag, den 17. Mai 1913.

Telep hon Nr. 862.

25. Jahrq

11 Bemann frei).

. 1 Die Botschafter wollen in allernächster Zeit enb " jHicdene Schritte bei den Friedensdelegierten Baltanstaaten unternehmen, um die U n 1 e r z e i ch-

^^ar u n Q der Friedenspräliminarien mög- bald herbeizuführen.

Ippfi" Die griechische Regierung Halder b ti I

M 1 i gotischen Regierung Mitteilung gemacht, daß ihr unmöglich sei, mit dem dieser Tage in Athen ein- BeMf.d.Wissenscf.ßi-Mencn bulgarischen Delegierten Sarawow zu ver- ^SChlecht^kr ^111^^ ohne daß die beiden anderen Balkanftualen Heilung n ^Kr,«it der Konversation teil nehmen. Die griechische Re- *nlr& sei der Ansicht, daß die G r e n z f r a g e n vor

ohne Quecks /ohne n Icn Dingen Fragen des Gleichgewichts der Kräfte ohne Berufsst, oliu^'b irffcllon, die sich nicht in einem Tete-a-Tete zwischen verscot unb Bulgarien erledigen lassen.

öl', weil ThisquenS In Athen soll man erregt sein, daß die aus chemisches Heik93nlaß der Skularifrage begonnene italienische Truppen- prM6â45^ fortbauere und daß gegenwärtig 40 080

U-Sachsenhausens in Brindisi zur Einschiffung bereit seien. Angeb- W. 8, Leipzigers^ l ch soll der Entschluß der griechischen Regierung, den ciSgesaHHiBB^ Forderungen nicht nachzugeben, trotzdem un-

7 T~--- e-lschlitterlich sein.

Emgef. Vers,Agen; |imBMlmi-M[irnn _________

Mark gefordert, die aus Ersparnissen verwendet werden sollen.

* Der vierte (Petiüons-)Ausschuß der Zweiten hessischen Kammer trat gestern zu einer Beratung zu­sammen. Die Vorstellung der^Orts- und Polizeidiener Ober Hessens, betr. ihre Anstellungsverhältnisse, wurde abgelehnt, weil die darin gestellten Forderungen tatsächlich schon durch die neue Landgemeindeordnung erledigt sind und die Erfüllung weiterer Wünsche Sache der betreffenden Gemeinden ist. Ueber die Vorstellung Militäranwärter um Vermehrung ihrer Stellen wurde die Beratung vertagt, bis eine Negierungsäuherung da­rauf erfolgt ist. Der Protest des ärztlichen Kreisvereins O b e r h e s s e n gegen die Errichtung eines U n- sall-Krankenhauses in Gießen wurde eben­falls vertagt, um zunächst Ermittelungen darüber ein­zuziehen, ob sich das Gerücht bestätigt, daß das ganze Projekt der Erbauung einer solchen Anstalt aufgegeben worden sei. Die Vorstellung, betreffend die Zulassung von Werkskassen an Stelle der Privatbeamten-Versicher- ung, wurde für erledigt erklärt, weil die ganze Ange­legenheit für Hessen keine praktische Bedeutung hat.

preußischen' Militärattachees v. Lewinski nach [bcm Bahnhöfe.

Die Vermählung des Königs Manuel mit der Prinzessin Auguste Viktoria von Hohenzollern findet erst im September statt.

* In Neu-Kamerun fand ein Gefecht zwi­schen einer Abteilung der Schutztruppe und räuberischen

Eingeborenen statt.

Siewertsen und ein

halten

n o w,

angeblich 30

Dabei wurde der Vizefeldwebel Fr. Soldat getötet. Die Eingeborenen Tote.

Rutzland.

Der russische Minister des Aeußern, S s a s 0 - hat gestern in der Neichsduma einen Gesetzen! -

wurf eingebracht, der für Montenegro materi­elle Unterstützung verlangt.

Inkasso an einen rühr sof. zu vergeben. Off" W, 4003 an Haasenstr

A 6., FranKfurt t»

Politische Rundschau.

Deutschland.

Berlin. Der Kaiser bleibt den Mai hin-

' _" "Mrd) in Potsdam, bezw. in Berlin. Am 31. Mai fim ~ - ^ll die Frühjahrsparade in Potsdam und am 2. Juni iMprUfaii Berlin statt. Am 4. Juni wird der Kaiser an der 1 der 200jährigen Zugehörigkeit des Herzogtums

Geldern zu Preußen teilnehmen. Der Kaiser wird an skropk Et^ (r ^nfcrcn Elde-Negatta, die am 24. Juni stattfindet, OllCne lUialnebmcn. Auf Wunsch des Kaisers, der an der Neise

Hautausschligt, Adr b (^ Imperator teilnehmen will, ist die Fahrt des Jm- döre Finger. 1 p« rator auf die Zeit nach der Kieler Woche festgelegt Wer tisher vew^ und zwar zwischen dem 7. und 10. Juli.

Heilunghoffte,5 D a r m st a d t. Auf seiner Vesuchsreise bei den c I süddeutschen Höfen ist der Prinzreo)cn1 Ludwig vion Rino-Mi xai)crn mit seiner Gemahlin am 13. Mai hier ange - frei voosdiiM k® fxinmen, um dem hessischen Hofe seine Antrittsvisite zu machen. Die Abreise der bayerischen Herrschaften erfolgte Rll°hanbew111,1 Donnerstag Nachmittag.

b MN h * *

Der Zweiten Kammer der Stände ist eine Ne­

* Ueber die Wehr- und Deckungs-Vor­lagen geht die Meinung jetzt vielfach dahin, daß die Verabschiedung der beiden Gesetzentwürfe nicht gleich - zeitig erfolgen wird. Die militärischen Neuforderungen sollen bis Anfang Juni verabschiedet, die Deckungssra- gen indessen erst in einer Herbsttagung erledigt werden.

* Die preußischen Provinzen werden zum Negierustgsjubiläum des Kaisers nach Berlin Ab­ordnungen senden, bestehend aus dem Landeshaupt - mann, dem Vorsitzenden des Provinziallandtages und dem Vorsitzenden des Provinzialausschusses. Die Ab- 1 ordnungen werden am Vormittag den 16. Juni dem Monarchen im Schlosse zu Berlin die Glückwünsche der Provinzen, die sie vertreten, überbringen. Die Provinz Hessen-Nassau, die keinen Provinziallandtag, son­dern zwei Kommunallandtage hat, wird durch eine Ab­ordnung vertreten sein, die sich zusammensetzt aus dem Landeshauptmann in Hessen, dem Landeshauptmann in Nassau, dem Vorsitzenden des Kommunallandtages für den Negierungsbezirk Kassel, v. Pappenheim-Liebe­nau, und dem Vorsitzenden des Kommunallandtages für den > Regierungsbezirk Wiesbaden, Geh. Justizrat Dr. Humser-Frankfurt a. M.

Frankreich.

* Die internationale Finanz-Kon­ferenz. Die französische Negierung brachte in der gestrigen Sitzung der Deputiertenkammer einen Ge­setzentwurf ein, der einen Kredit von 50 000 Francs zur Bestreitung der Kosten für die Pariser Finanz-Kon­ferenz fordert. Die Konferenz ist von neuem verschoben worden, und zwar auf den 27. Mai. Es werden 11 Mächte vertreten sein, und die Zahl der Delegierten der Konferenz wird aus 60 geschätzt. Der Gesetzentwurf sieht für die Arbeiten der Konferenz schätzungsweise 3 Mo­nate vor, bei insgesamt 50 Sitzungen.

* Bei der Abstimmung über die Zurückhaltung der dritten Jahresklasse siegte die Negierung mit einer ver­schwindenden Mehrheit. Nachdem die Priorität über eine Herrn B a r t h 0 u nicht genehme Tagesordnung mit 315 gegen 241 Stimmen abgelehnt worden war, wurde dem Kabinett mit 321 gegen 125 Stimmen das Vertrauen der Kammer ausgesprochen.

Amerika.

* Der Einspruch, den der auswärtige Minister der Vereinigten Staaten beim Gouverneur von Kalifornien gegen die Unterzeichnung des Gesetzes über den Land­erwerb durch Ausländer erhoben hat, ist fruchtlos ge­blieben. Herr Johnson in Sacramento hat angekün­digt, daß er das Gesetz unterzeichnen werde.

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cprmngsvorlage zugegangen über den Automobilverkehr WmcheimTrösel. Eine weitere Negierungsvorlage be- Wt die Errichtung eines Wohnhauses fl.it einen zweiten Oberarzt an der Landes-Heil- vinb Pflegeanstalt in Gießen. Es werden 28 000

Die Nachbarn vom Heideland.

Roman von Ludwig Blümcke.

(Nachdruck verboten.)

Da rannte Ewald, so schnell ihn seine Füße tragen konnten, dem Schulhause zu. Holms wollte er Lebewohl sagen, Inge wollce er noch einmal sehen und ihr schwö­ren, daß er seinen ärgsten Feind nicht absichtlich getö­tet. Sie sollte wissen, wie es gekommen war. Und aus ihrem Munde sollten die anderen es wieder erfahren. / Sie würde ihn nicht verdammen und nicht als einen Mörder verabscheuen, sondern wie einen Toten be­trauern. Und das sollte sein Trost fein buken. 111 der fernen Welt. Dazwischen aber schrie es um ihn und in ihm immer wieder immer lauter:Warum hast du i^nge, deinen Vater, dich selber und alle, die üir nahe Istehen, in dic^s Unglück gebracht l"

Da Hört er ein Kcucheit und Husten, einen schweren Schritt. Sollte es etwa ein Gend. m Hin? Es war Hendrik mit feilt an Kasten. Der Mensch hatte alles mit angesehen, hatte jedes Wort gehört und in Angstschweiß gcbaöet, im Graben hinter einem Wachholderbusch ge­kauert. Erst senk wo er Ewald weh Ant wMwe. traute er sich aus seinem Versteck l eer ar. Er wustw, daß La r junge Moorbauer in der Notwehr gehandelt, daß der­selbe zweifellos von dem andern itiedergc schössen wor- -beit wäre, wenn er ihn nicht unschädlich gemacht mitte. Wer er hielt es für das klügste, sich nicht in die Sacve Meinzumischen. Niemand sollte erfahren, was er vor­hin erlebt. Mochte der Moorhofer sich rechtfertigen, wie er.wollte, mochte es ihm gelingen oder nicht.---

Wieder menschliche Schritte ! Wieder fährt Ewald erschreckt zusammen unb wischt sich den kalten Schweiß Dou der Stirn.---

Bist Du das, Inge?" fragt der Ankommende, und U^chuldbeladeny erkennt Hans Hinrichsens Stinnne.

in

* Staatssekretär v. I a g 0 w ist wieder von Wien Berlin eingetroffen.

* In München erfolgte am Donnerstag die

feierliche Ueberführung der Leiche des ermordeten

Die preussischen kaMagr-llläblen

haben gestern am Freitag stattgefunden. Soweit man das Ergebnis zu überblicken vermag, werden keine er­hebliche Veränderung der Zusammensetzung des preuhi-

huiß eine öüöuiiß des Himmer Hin: Dem Freunde will ich zuerst alles gestehen.

Ich bin es!" antwortete er also, unb mit wenigen Sätzen hat er seine Tat eingestanden.

Ich bereue es bitter, ich habe wie ein wildes Tier

gehandelt, aber aus Notwehr, schlimm geworden!" Tränen bei diese u letzten Worten.

Ist er denn ganz tot?"

Ohne Zweifel!"

Dann mußt Tu fort, auf

Wäre es nur lischt so erstickten seine Stimme

der Stelle fort über die

öü'. 'Hc Grenze! Keine Minnie darfst Du verlieren! Unser Herrgott meint es gut nur Dir, das ersten aus seiner Fügung, die ur^ gerade jetzt .zusammenführt!

Ich habe soeben 120 Tale

sollte

Vater morgen zu

511; ain menge borgt. Damit Thorö gehen und sagen:

Hier habe ich die Zinsen. Sie können dieselben jeden 7 ag bei vmme n, ichou im r oraus. I ept lassen Sic mich

in , rieben

kommen.

es so c-". das Geld.

orm

und wagen Sic nicht noch wieder, mein betreten!" Nun, cb ist eben anders ae-

And wir müssen amtcCmeit, der Himmel hat ak. Aber r icht viele .jokc Hier, rinn.: Bis Tingleff ist Fzhvgelcgcuheit von Host-

. Du bist vor To^-w ,.ck.<uh in Jütland." ein paar herzliche Abschieds!

wa und fest als ein <

und Eioald und Hans trenntci

cecl ewiger Freundschaft, : sich.

Freunds Rechtfertigung kämpfen! Jeder Richter muß sagen, daß ich ein Schuft wäre, wenn ich jetzt anders ge- handelt hatte!"

Damit waren diese Bedetlkcn beseitigt, und Hans wußte, was zu tun war.

Wie er nun an die Sandgrube kam, da trieb es ihn, hinabznsteigen und nach dem Toten zu sehen. Die Hofsnung, der Freund könnte sich geirrt haben, Thorös Leben könnte vielleicht noch nicht ganz erloschen sein, be­flügelte feine Schritte.

Beim Schein eines Windlichtes, das er bei sich hatte, soh er den Müller da auf einem Steinhausen in seinem Blute liegen. Ja, der müßte tot sein. Ganz dicht beugt er sich auf den starren Körper hinab. Da hört er euvas wie cm leises Stöhnen, da nimmt er wahr, daß das Herz noch schlägt, ganz matt nur.Wenn er zu re.ten wäre. £ Gott im Himmel hilf, daß Ewald nicht mit einem Kainszeichen durchs Leben irren muß!"

Jetzt muß er seinen Plan ändern. Es muß sofort Hilfe hc deigeschafft werden. Mit Windeseile rast Hans über ktoor und Heide dahin nach Lorenzens Hof, der liegt ja am nächsten.

chuell alle mit, es gilt einem Verunglückten hel­fen!" eilst er in die Stube, wo der Moorbauer, Stine, Hinrichsen und Großmutter am Tilchr sitzen.

Sie folgten ihm und erfuhren unterwegs in abge­brochenen Sätzen, was geschehen.

Vorläufig niemand etwas sagen, damit der Freund erneu Vorsprung gewänne, wenigstens bis morgen schweigen, ßkn Hans für das Ratsamste. Dann würde man den Toten finden und den Totschläger sofort ver­folgen. Daß derselbe nur Ewald sein könnte, mußte man ja vermuten. Aber, wenn man erführe, daß er dem Verbrecher zur Flucht verhalfen? Sollte er das verschweigen?

Nein, nein, ich will es offen bekennen und für des

So schnell wie diese Nacht hatten die beiden ma­geren Klepper vom Moorhof in ihrem ganzen Leben nicht zu lausen brauchen. Doktor Schröder sollte geholt werden, darum schlug Hans unbarmherzig mit seiner Peitsche auf die Pferde ein, die schnelle Gangart nicht liebten und nicht gewohnt waren.

(Fortsetzung folgt.)