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Telephon: Nr. 362.

Samstag, den 16. August 1913

Telephon 9tx. 362.

Uom Balxan.

Stimmung über Adria n opel in Kon- i[t, geht aus Aeußerungen des Großwesirs ermächtigte den Siorrefponbcnten des Lon- ||gl ^ity Telegraph" in Konstantinopel, zu erklären, Aürki keinen Drohungen, woher sie auch kom- ^^s'egen, weichen werde. Die Türkei werde eher Wunlergehen, als Adrianopel und Thrazien pllr solche tyrren zu überlassen. Eine enge Annäherung der 1 ^^'OnilA n Griechenland und Serbien stehe bevor.

anten im i 11 ^ ^ ' " 1 Aug. Tic Weigerung der I 21D ri a11opcl und Thrazien zu räumen, hat in r Bürger Finanz und Börsenkreisen einige Aufreg- ^ell^oft^vorgenlfen.

^âmmggf< 'l Parisien" erfährt von gut unterrichteter Seite, I- 57.90 Mf D t a n £ beschlossen habe, die Frage von Adria- herange? , 1er bas Forum der Großmächte zu bringen. Die eziehn ' ^ werde, so heißt es, an die europä- nsch jede j^binette den Antrag stellen, daß der Pforte 'ede ben. ^EUslüg^ und finanzielle Hilfeleistung verweigert ^^^^'lange sie nicht Adrianopel geräumt habe.Pe- ^^^^Wislen" versichert, daß Rußland in seinem Borha- nmen , id volle Unterstützung Frankreichs solide heru

15. Aug. DasEcho de Paris" willvon Lj« türkischen Persönlichkeit erfahren ha-

Wir n aus der Pforte einen p e r s ö n l i ch e n und den d11 Kaiser Wilhelms erwartet, der ver- ^^W^Iwird, die Frage von Adrianopel durch eine für iahen^ie'h, günstigeTransaktion" zu regeln.

ien deshalb *

Einzug der bulgarischen Truppen in Is 130000 Fafei stattgefunden. Die Straßen sind festlich ge- der grossen £ uiib von einer gewaltigen Menschennienge be- Vertrauen ui lh der Spitze des Zuges ritt der König in Äen wir schonn mit einem Laubkranze auf der Stirn, Mite sein Generaladjutant und der Kriegsminister.

zu Zeit stimmten die Truppen K r i e g s l i e- LUireij die von der Menge ausgenommen tumben,

fliehten!

is, Schneiderin, 15. Aug. In Wiener Hostreisen verlautet, ; mit, und! ^ 9 i g Ferdinand von Bulgarien in streng- Incognito in Ischl eintreffen werde, um mildem W^Ml?P'anz Joses die politische Lage zu besprechen, rneiswr, ^reich schernt noch keineswegs geneigt zu sein, ?nde ^nruâeviDnsforderung aufzugeben, und Bulgarien ?n, ohne da~ ^ Haffen. Wie es aber auch kommen mag, ârt^'irâ.>â)pel werden die Türken nicht wieder heraus geben; »seren Ork rn feinen Bentz würden sie von neuem den Kampf

(Nachdruck verboten.) chroff und herrisch fragte

::::--: n wobl wiffenb, daß dann ber Balkankneg zum »orten, die auf ö,M , ........i>w,«.t^taM1jiiJwju.uire»mMwi iiww^ vorigen Saison

N«ch dem Sturm. ^"â^" Erzühluiiü von Emil Frank, bar Herr Fritzi Irup.PostSimn

^ Her# '^h wandte er sich unr ski. Pion L Hc r Chaussee h bestehend i uze von De«; leisten, namlu

1t un?"

ab dieses ^ni"* wccttc den Grafen aus seinem iien und G-ub'm. cs erweckte den Trotz in ihm

2nite Stimme sprach:Gerade nicht!" Laut er- ing,Ersun.ei- tt er:Ich üebMterc, im kann den Vorschlag nicht «ich, denn er cu kehrt mich. Ich will verbuchen. [ Her Kraft cmporzv lammen und zu sühnen, was chnlde'. habe. Die Kinder sind mein, ich will sie

usitzerstrtise delbacb,Bz-S- u, Stemkirr-t nn,

Himburg. _ "

Kube, Hont B ziescm Augenblick waren ihm seine Worte bitter 5 wann. ® | Er woll re anders werden, sich auf raffelt aus uerstrasse2 ^nover-Orb-. cb,ChaHoiteC- «se 141

Robe,

st Bogdan schaute prüfen5 seinen Schwkegcr-

nn cs nur roahr ist, was er sagt," dachte

:k verbot

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[ er ton ute ja nur wünschen, daß Warminski schon um der beiden Mädchen, seiner EnkeL- en mußte er das rvün chen. Und dann fonn= ja nur begreiflich finden, daß Warminski seine sich behalten wollte, um sie selbst zu erzie- uabm er ihm die Ablehnung nicht sonderlich Gegenteil/ er freute sich darüber, denn es war kein schlechtes Zeichen, daß Warminski selbst in Aussicht gestellte Geldsumme in seinem nicht beeinflußt wurde. Andererseits erschien rscheinlich, daß er sich hier auf die Dauer ß er nicht wieder in sein Lotterleben zurück- man den Mann mit feinen reichen Geistes- bewegen könnte, sich nach irgendeiner Rich- in ?u bergigen. Aber wie sollte man das be- 1 Ja, r. ?: das mümel Da fiel ihm etwas ein ^:Es roar nicht so böse gemeint, ich wollte

europäischen werden könnte, den alle zu verhüten bestrebt ; sind. Mag also Bulgarien seine Entschädigungen sonst , wo suchen, dem Türken, der trotz seiner Niederlage zu­letzt doch noch gut abgeschnitten hat, kann es gleich sein. ! Adrianopel aber wird nicht zum letzten Male heiß umstritten gewesen sein. Es wird des Erisapfel bleiben, um den sich einst von neuem blutige Zwietracht erheben wird.

Der König von Griechenland telegraphierte an die . Pforte, daß die griechischen Truppen Dedeagatsch ver­lassen werden. Der König forderte die Pforte auf, diese Stadt zu besetzen.

August Bebel t

Der 13. August 1913 ist ein Trauertag für die : deutsche Sozialdemokratie und ein bedeutsamer Tag für : die deutsche Volksvertretung. August Bebel ist, wie be­reits bekannt ist, im 73. Jahre an einem alten Herz- ' leiden Gestorben, als er sich gerade unermüdlich zum Besuch des Jenaer Parteitages der sozialdemokratischen Partei vorbereitete. Mit ihm ist nicht nur eine partei­politisch und parlamentarisch überaus einflußreiche Per­sönlichkeit dahingegangen, sondern vor allem eine der stärksten Individualitäten, eine Erscheinung, die auf Freuud und Feind aüss nachdrücklichste gewirkt hatte und deren Spuren in der Geschichte des deutschen Rei­ches so nachhaltig sich eingedrückt haben, wie die irgend­eines Mannes, der seit der Gründung des Reiches im öffentlichen Leben stand.

Die Daten der 73 Jahre, die Bebel gelebt hat, sind einfacher Natur. Er war gelernter Drechsler, kani von der liberalen Parteibewegung durch Lassalle zum Sozialismus und gründete mit dem zweiten großen Führer der Sozialdemokratie, Liebknecht, zusammen im Jahre 1869, also mit 29 Jahren, die sozialdemokratische Arbeiterpartei. Schon im Jahre 1867 saß er im Nord­deutschen Reichstag, und dem deutschen Reichstag ge­störte er mit einer Unterbrechung von 1881 bis 1883 ständig an. 57 Monate saß er, teils wegen Landesver­rat, teils wegen Majestälsbeleidigung, im Gefängnis; einmal wurde er aus Leipzig ausgewiesen. Seine lite­rarischen Hauptwerke sind:Die Frau und der Sozia­lismus" und seineErinnerungen", die allerdings mit der Aufhebung des Sozialisten-Gesetzes abschließen.

Bei den Trauerfeierlichkeilen für den Abg. Bebel in Zürich wird das R e i ch s l a g s p r ä f i d i u m of­fiziell nicht vertreten sein. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um eine Aufnahme, sondern lediglich um die Beobachtung des herkömmlichen Verfahrens. Frau' Dr. Simm erhielt von dem Präsidenten des Deutschen

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Dm) Kuiu ueiicbCÄ. Sieh einmal, Waruuusti, Du wup Dich für den Augenblick' selbst nach Veränderung seh­nen- komm mit Deinen Kindern zu uns nach Tatischan! Bei uns findest Du Landwirtschaft und Industrie ver­einigt, Tu wirst unserem Betrieb sicher Interesse abge­winnen und auch meine Frau wird sich freuen, Oie Mä­dels solange bei sich zu haben. Willst Tu?"

Graf Warmsmski suhlte sich durch diese Einladung geschmeichelt. Es kam ihm oor wie Erlösung aus drüt- lender Enge, daß er endlich einmal Krzemieu verlassen durfte. Sett Jahren war er von kleineren Reisen abgesehen nicht mehr herausgekommen, und jetzt er­fühle ihn mit einem Dtal die Sehnsucht, hier alles stehen und liegen zu lassen. Darum nahm er die Einladung seines Schaüegervaters an. Ten Sommer wollte er mit den Kindern in Tatischan verleben und von da aus eine größere Reise untern ebn teil. Fürst Bogdan nahm freudig von Warminski und den Kindern Abschied und ) fuhr fort.

I Hei, gab das bei Jadwiga und Slawa eine Freude! Tor Vater war zu ihnen gekommen, hatte sie an sich ge­drückt und ihnen erzählt, daß sie in wenigen Tagen ab- reisen würden.Zu Großmama und Großpapa?" frag­ten sie. Ter Vater bejahte. Ta stürmten sie jubelnd fort, um Fräulei.t Benken die Neuigkeit zu berichten. Der Grai folgte ihnen und fragte das Fräulein, ob sie mit der Reise einverstanden fei; denn es war ja selbst­verständlich, daß während einer so langen Zeit der Un­terricht der Mädchen nicht unterbrochen werden durste. Fräulein Benken hatte natürlich nichts einzuwenden, und so wurde die Reise auf den folgenden Donnerstag festgesetzt.

Nur einer war traurig, als er erfuhr, daß die Herr­schaften in Kürze abreisen sollten, und das war natür­lich Jan Sojka. Noch am selben --bend waren Jadwiga, Slawa und Fräulein Benken zu ihm gekommen, und

- Reichstages folgendes Beileidstelegramm:Die Nach - richt von dem Dabinscheiden Ihres Vaters habe ich mit tiefem Bedauern erhalten und spreche Ihnen be­wegten Herzens mein aufrichtiges Mitgefühl aus."

Nahezu' alle Mitglieder der sozialdemokratischen Reichstags-Fraktion werden, soweit sie nicht durch Krank­heit ober sonstige zwingende Gründe verhindert sind, zur Einäscherung Bebels nach Zürich reifen-.

August Bebel hat die sozialdemokratische Partei mit einer bedeutenden Summe bedacht und ihr außerdem von einem bestimmten Zeitpunkte ab das alleinige Ver­lagsrecht für seine Werke vermacht. Als Testamentsvoll­strecker hat Bebel den Bankier Ullmann-Frankfurt a.M. bezeichnet.

Zürich, 15. Aug. Eine gewaltige Menschenmenge harrte gestern nachmittag des Zuges, der um 3 Uhr die sterblichen Ueberreste Bebels von Ehur nach Zürich brachte. Ein stiller Zug, in dem man die Reichstags - abgeordneten Braun, Emmel und Fischer bemerkte, gab dem oarge das. Geleit zum Volkshaufc, wo die Äuf- babrrmg erfolgte. Die Einäscherung findet Sonntag nachmittag 2 Uhr statt.

Politische Rundschau Deutschland.

* Ueber das Reiseprogramm des Kai­sers und der K a i s e r i n läßt sich in großen Zügen nach derVoss. Ztg." folgendes Mitteilen: 24. August: Abreise von Bad Homburg mittags. 25. Aw­gust: Ankunft der Kaiserin in Posen. 25. Aug.: Nach­mittags Abreise des Kaisers von Kelheim. 26. Au- gu:t: Früh Ankunft in Posen. Großer Empfang. Um 9 Uhr 30 Min. Parade des 5. Armeekorps. Abends Paradetafel im Nestdenzschloß. 27. August: Vormittags Einweu ung der Kapelle im Refidenzschloß. Besuch des Rathauses. Abends Festtafel für die Provinz Posen im Schloß. 28. August: Abreise des Kaisers und der Kai­serin nach Breslau. Dort großer militärischer Em­pfang. Abends Festtafel der Provinz Schlesien im Pro- vinziallandeshauis. 29. August: Parade des 6. Armee­korps. Abends Paradetafel im Schloß. 30. August: Besuch der HMdertjahr - Ausstellung. Frühstück bei dem kommandierenden General. Abends Festtafel für die Provinz im Schloß. Nach derselben Abreise nach Wildpark. 31. August: Ankunft in Wildpark. 2. September: Große Parade. 8. September: Abreise in das Gelände der Kaisermanöver. Die durch die Presse gehende Meldung, wonach der Kaiser im Laufe des Monats September eine Reise nach Korfu an­treten werde, ist nach Erkundungen des Berliner Kor­respondenten derKöln. Ztg." unzutreffend. Im

Oie Minder erzählten freuo-strahlend, was oer Vater ihnen versprochen hatte. Erst merkten sie gar nicht, daß Jan traurig war und schwieg,, denn ihre Plappermäul­chen gingen wie Spinnrädchen und ihre Augen leuchteten vor Lust. So eine Reise war für die Kinder ja au und für sich ein Ereignis. Und dann zu Großmama! Die tanitten sie ja kaum, denn es war schon lange her, daß die alte Dame Krzemien besucht hatte. Aber was hatte sie damals für prachtvolle Geschenke mitgebracht! In diesen Erinnerungen schwelgten die Ntädchen, und Jan Sojka saß still in seinem gepolsterten Lehnstuhl und blickte mit resigniertem Lächeln auf die Kinder.Ach, Tu lieber Gott," dachte er,das ist nun mal der An­fang. denn wenn sie erst größer werden, dann hört das alles von selbst auf, dann werden sie vornehm wie die verstorbene Mama, und dann kommen die Freier und führen sie fort, die eine hierhin, die andere dorthin. Ich bleibe allein mit meinen Bildern, die nicht sprechen, und mit meiner großen Sehnsucht. Fräulein Benken nah­men sie auch mit! Ja, ja, ich soll halt wieder einsam sein wie damals, als--"

Jan, Du sagst ja gar nichts!" meinte da auf ein­mal Jadwiga, und auch Slawa hörte auf zu erzählen und zu fragen.

Und Jan sagte noch immer nichts. Die Erinnerun­gen waren zurückgekehrr. Einsam, einsam! hatte es aus allen Ecken seines Häuschens gerufen, und das hatte ihn bange und still gemacht. Das mochten selbst die Kinder fühlen, daß der alte Mann traurig war, sie hatte ihn ja selbst so lieb. Slawa sagte:Jan, wir kommen bald wieder, nicht wahr, Jadwiga?" Die nickte. Und bann sprangen sie beide um ihn herum und schmeichelten ihm und streichelten seine Hunde und die schnirrrende Katze. Da kam die Sonne, die einen Augenblick hinter dicken Wolken gesellen, in Sojkas Seele, und er wurde wieder froh und lustig. (Forts, folgt.)