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ve;ngrprek 25 pfg. monatlich

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vterieljährUch 75 Psg., vorau»;ahlbar, frei ins HauS Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweiq» auSqabestellen vierteljährlich 60 Pfg. Erscheint Mittwoch- und SamStags. Redaktion: SelrerS- weg 83. Für Aufbewahrung oder Nülkiendung r ir verlangter Manulkrivte mtrb nicht garantiert, yfrlag derMichener Leitung" (6. m. b. H

Expedition: § elter; Deg 85.

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Ar. 83

Telep hon: Nr. 362.

-russwch ^ die H lnd, fowi

erscheinen z;«r Einweihung des Uölkerlcblacbt- «d A« Denkmals in Leipzig.

®K Pros. S. Hacnell beschreibt in derDeutschen Ar-

r . ^hv . - Monatsschrift, Verlag Prag 1., Palais Elam -

- ll;Ia5« vierteljährlich mit Postgeb. fürs Deutsche Mich Mark ? ^ 2 50) diesen Kolossalbau wie folgt :

Sanu'?? De geistige Erweckung, die dem deutschen Volk durch c Befreiungskriege geschah, hat in Werken der Kunst

' eii unmittelbaren Ausdruck gefunden. In der Ge- hit.fapbfik der Stiiltur des Sichtbaren bietet sich kaum eine

1 Mahn- ir c lode, wo eine große Gesinnung so arm an ästheti- und Einzü ge Zengenskrast war wie die Zeit Steins, Fichtes und qerichten u; Indiers. Man braucht nur die Stilgeschichte anzu- I mit alih n, um den Grund dieser, Erscheinung zu begreifen, en sowie fe war das Zeitalter des Empirestils, des Stils der den qtfWii* Sehnsucht nach Eäsarenpracht und römi- 'rmots. Trier Strenge und Reinheit der Form. Aus der Mak- iMlend.Ks ^n auf den süßen Zauber des sterbenden Rokoko war i. Verlags '^n unter den letzten Bourbonen der Klassizismus, o rt ^ogernb und mit allen Zeichen der akademischen nl'ruchtbarkeit, aber seiner Ziele leidlich bewußt herauS- eiu>ad)fcn. Das laue Griechentum des Louis 16, das Aunftgewerbe seine echtesten Erfolge zeitigte, ver- ^icn nnerf-1 o«ßk t or der Energie des neuen kaiserlichen Geschmacks- lefle nk-Aber auch das Empire blieb trotz aller Anstreng- neiie^È t i<n eine Kunst der, inneren Raumausstattung, der bratton und der Repräsentation.

ich ÄW 91k man in Deutschland der Stetten ledig war, die ^W r' Storfc geschmiedet hatte, wurden sich doch wohl we- ^ w von denen, die in den Siegesjubel einstimmten, c ^SK daß die Gefangenschaft des Geistes damit noch V ätt überwunden war. Er ist euch doch zu groß, hatte Wh AM l- r' ^ Goethe gesagt. Nun loderten die Siegesfeuer sicher von. $ den Bergen, aber die stolzen und erhabenen Worte, ^v. M e sie l5mrauschten, verhallten, wie der Rauch sich im ^^^^elthtr verlor, und nichts als ein Häuflein Asche blieb irrid. In den Reden und Proklamationen der neu im c'stt verbundenen Patrioten kehrt ein Verlangen im-

I 1*1 -..............

Mittwoch, den 15. Oktober 1913.

mer wieder: die Forderung eines Denkmals der großen i Zeit. In der Ebene von Leipzig, wo die Völkerschlacht geschlagen war, sollte das Denkmal stehen, eine mächtige Pyramide, wie es Ernst Moritz Arndt schon 1814 ge- |

wünscht hatte. Aus allen Ausrufen, Begründungen und Entwürfen, die damals an die Oeffentlichkett traten, schmecken wir dieselbe Befangenheit der künstlerischen Ein­bildung, dieselbe symbol- und beziehungssreudige For- mengeleyrthett, dieselbe Blutarmut der gestaltenden Po­tenz. Mit teutonisch-wuchtiger Gebärde wurde der Erb­feind wieder und wieder zerschmettert. Aber man merkte nicht, daß die Quellen, aus denen sich das plastische Unsterblichkeitssehnen der Valerlandssreunde speiste, nicht weniger, in dem Klassizismus entsprangen, den die Aka­demien predigten, als in dem architektonischen Ideal, das demDrachen auf dem güldenen Stuhl" seine Tem­pel gebaut hatte, im Empire. Man mochte sich drehen und wenden, mochte alle Heidengötter der Edda und alle Heroen des Mittelalters zitieren, man mochte sich an den rollenden Perioden der Hermannsschlacht begei­stern und die deutschen Eichen in den feierlichsten Hym­nen rauschen lassen. Ram es zu einer gebauten oder gemeißelten Verfinnlichung alles Sehnens und Eiferns, landete man immer wieder im Hafen des Parthenvn und des Pantheons. Alles Gewaltige und Freie, alles

wahrhaft Nationale und Ideale schien noch immer, der goldenen Schale geborgen, die in edler Einfall stiller Größe die klassische Welt gebildet hatte.

Diese hellenischen Phantasien, aus literarischen

in und

und

artistischen Anregungen und Vorstellungen geboren, ha­ben nirgends ein Denkmal von wirklicher Straft und Größe entstehen lassen. Wir denken darum von der Ge­neration nicht geringer, in deren Stopfen sie lebten. Denn wir wissen, daß der Boden unserer nationalen Stultur damals viel zu rissig und uneben, zu sehr von heimlichen vulkanischen Kräften aller Art durchwühlt war, als daß ein vaterländisches Denkmal daraus hätte erwachsen können. Die Sehnsucht freilich nach einem sol­chen steinernen Siegel auf die ungeschriebene Verfassung des neuen Reiches verstummte nicht. Zur fünfzigjähri-

Telephon Nr. 362.

Zahnt

gen Erinnerungsfeier der Leipziger Schlacht wurde der Grundstein zu einem Rationaldenkmal bei Leipzig ge­legt. Damals wie 25 Jahre später erfuhr die Deffent- lichkeit auch von sorgsältig durchgearbcitcten architekto­nischen Entwürfen, die ben Denkmalsgedanken in die Tat umzusetzen unternahmen. Die kriegerischen Ereig­nisse der sechziger Jahre liehen jenen Grundstein all­mählich im Sande der Vergessenheit versinken. Aber der Plan selbst blieb an der Oberfväche, und wirkte im Stil­len weiter. Aus allen Gutachten und Projektetr löste sich als fester Kern damals schon die Ueberzeugung her­aus, daß nur, die Architektur ein solches Mal zu schaffen berufen sei. Die Bavaria auf der Theresienwiese und die Germania aus dein Riederwald halten ihre Schul­digkeit getan: zu beweisen, daß die Plastik zur Bewäl­

tigung von Ausgaben wie Kraft besaß. Es soll hier brauchbarkeit der figürlichen mentale Wirkungen in der örtert werden. Genug, daß

der vorliegenden nicht die das Kapitel nein der Un- Skulptur für große monu- freien Landschaft nicht er= man begreifen gelernt hatte,

es sei die Masse hier nur durch die Masse zu zwingen, der riesige Maßstab, den ein Denkmal in der Ebene verlangte, nur durch die abstrakte Kunstform des ge­schichteten Steines zu erreichen. Durch mehr als zwei Jahrtausende ist, wie ein berufener Betrachter der heu­tigen Kunst einmal bemerkt, das Wichtigste in der Denk- malbaukunst die Anwendung der Masse um ihrer selbst willen, vernachlässigt worden. Man glaubte, alles durch die Gestalt bewältigen zu können und hatte dafür im­mer ein großes Vorbild vor Augen, das der Griechen. Sie Laben von allem Anfang an darauf hingeaöbeitet, die Masse als solche aus der Kunst zu verdrängen und dafür die Figur, das sinnvoll und organisch Gegliederte, zur Geltung zu bringen. Diese Art Griechentum spukt noch in der Gegenwart nach, wenn wir etwa in der Mitte eines Platzes eine überlebensgroße Denkmalfigur aufstellen und glauben, damit eine künstlerische Leistung im Sinne der Monumentalkunst geschaffen zu haben. In den Entwürfen aber, die in den Jahren 1895 und 1896 der, von dem kurz vorher gegründeten deutschen

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39)

Nach dem Sturm.

Erzählung von EmU Frank.

(Nachdruck verboten.)

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Da wurde tör das Zimmer zu eng. Es trieb Uffe hinaus in den Park. Die Blumer neigten ihre Kmfrhen, und Bienen und Falter umkreisten sie. Iad- smikü beugte sich nieder und pflückte einen Strauß sar- sbhMcächtiger Blumen. Dann wanderte sie durch den Imk. Während des Pflückens der Blumen war ihr r Gedanke gekommen, die Ruhestätte der Mutter und e alte Familiengruft zu besuchen. Diesen Entschluß hne sie sogleich aus. Die Gruft der Warminsri lag Witten des alten Friedhofes in der Nähe des ^ttüvft-- i'prkcs. Jadwiga war von früher her gewöhnr. Spa- »ipöängc allein zu unternehmen. Dieser Gewohnheit Meb sie auch in Krzèmien treu. So wanderten sie den Pappeln eingefaßten Weg, der nach Krzcmien führte. Liie war noch nicht lange gegangen, da hörte sie hinter W rasche Schritte. Das störte sie allerdings man im erringsten. Bald hörte sie rufen:Komtesse! Kom- Wft Nun blieb sie stehen, denn sie halte öen Ru- erkannt, es war Dr. Sojka. In diesem Augenblick IßtlMud sie die Vertraulichkeit des Arztes doch als et- (Qi5 Unschickliches, und sie nahm sich vor, ibn dafür HMrechtzuweisen. Langsam ging sie weiter, und als fCc. Sojka endlich an chrer Seite war, erwiderte sie etilen ehrerbietigen Gruß mit einem stolzen Neigen "s Hauptes. Das verwirrte augenscheinlich den Arzt Htm er schwieg plötzlich, und eine dunkle Röte deckte dit Gesicht. Doch bald hatte er sich gefaßt und er tilgte:Verzeihen Sie, Komtesse, daß ich es wagte, M Ihnen aufzudrängen. Ich wollte das Interesse ge Lchloßherrin von Krzemien," er verbeugte sich bei ^«im Worten ,fat einige Kranke iw Dorfe erreg. x* ^È» fif Ät0( Law Kammes Wirern. o*i ^t^s^»

fühlte des Arztes bewmldernde Blicke auf sich ruhen. Merkwürdig, diese Vertraulichkeit war ihr unange­nehm und sie bereute schon, daß sie durch ihr Benehmen am heutigen Morgen ihm ein Recht zu solcher Vertrau­lichkeit gab. Sie lag ja weniger in den Worten, als in Blick und Geste. Jadwiga war entschlossen, dieser Art von Verkehr ein Ende zu machen. Darum sagte sie: Die Kranken werden sich immer meines Interesses zu erfreuen habell. Ich bitte um gelegentliche Nach­richt, was ich in dieser Beziehung tun kann."

Sie nickte kühl und wollte sich zum Gehen wenden, alS eine Staubwolke sichtbar wurde, und aus dem Staub erblickte mar- zwei fahle Pferde. Es war Baron Kap­pel. Er kutschierte selbst. Mit einem Ruck brachte er die Pferde zum Stehen grüßte sehr höflich und er- tunöigte sich nach dem Befinden der Komtesse. Sie dankte kühl mit einem feinen ironischen Unterton, der auch dem Baron nicht entging. So empfahl er sich rasch und Jadwiga wandte sich zum Kirchhof.

Mit rascher: Schritten eilte sie zur Gruft. Das war ein alter, verwitterter Bau aus behauenen Granit­steinen in Form einer abgestumpften Pyramide. Der Weg zur Grutt war mit alten Zypressen eingefaßt, die griesgrämig auf sie herniederstarrten. In der Gruft stand ein hohes Kreuz aus schwarzem Marmor, von desien Dunke^ sich der blendend weiße Körper des Hei­landes seltsam abhob. Das K^euzbild war das Werk eines jungen Künstlers, der hoffnungsvoll begonnen, dann aber verdorben und gestorben war. Es fehlte nicht an Blumen, offenbar hatte der Gärtner wegen der Rückkehr der Herrschaften hier alles in Ordnung ge­bracht. Jadwiga öffnete die schwere Gitterpforte und trat in den düsteren Raum. Ihr war es weich ums Herz. Leise sprach sie:Mutter, Mutter, ich bin bet Dir!" Und sie beugte sich nieder zu der Stätte, wo Me ^itttei ruhte und alle ihre Gedanken waren in den 2a<^ k* Kindheit. Dann brachte sie ihren Blumen­

strauß in einer der Vasen unter. Schon wollte sie gehen. Ta fiel ihr Blick auf einen Kranz, der an der Wand hing und eine der Tafeln verdeckte, die die Namen der Schläfer enthielt. Verwundert betrachtete sie den duf­tigen Gruß. Er unterschied sich von den anderen Krän­zen, war aus Maiglöckchen und tiefdunklen Rosen ge­wunden. Jadwiga erinnerte sich nicht, im Park eine so schöne Rose gesehen zu haben. Wohl aber war ihr im Garten des Barons dieses Prachtexemplar aufgefallen. Und sofort faw ihr der Gedanke: Sollte der Baron der Spender dieses Kranzes sein? Sie wollte Gewißheit ha­ben. Heute noch wollte sie den alten Gärtner fragen, dann erfuhr sie "es sicher!

Eigentümlich bewegt verließ sie die Ruhestätte der Toten. Ihre Gedanken bildeten einen Zirkel,- Aus­gangspunkt und Endpunkt war der Baron! Was der Arzt von ihm sagte, das konnte sie sich mit dem stolzen Wesen dieses Mannes nicht zusammenreimen. Wenn er doch anders war als sie glaubte? Wenn sie, die sich so viel auf ihren scharfen Blick zugute tat, gerade ihn falsch einschätzte?

Inzwischen schickte sich die Sonne zum Scheiden an. Jadwiga eilte durch den Park. An einem Blumen­beet arbeitete der alte Gärtner Pospiech. Er zog seine Kappe und richtete sich vor Jadwiga stramm auf. Sie blieb stehen. Der Kranz in der Gruft fiel ihr ein. Sie wollte Gewißhett haben. Darum fragte sie:Von wem ist der Kranz in der Gruft?"

Halten zu Gnaden, Komteffe," gab der alte Mann zur Antwort,ich weiß es nicht, aber er soll wohl aus Kochanow gekommen sein. Gesehen habe ich es nicht, aber die Leute sagten, daß Seine Gnaden der Herr Ba« ron dieser Tage auf dem Kirchhof waren.«

(Fortsetzung folgt.) ' K \