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Telephon: Nr. 362.
Uor dem Balkan-frieden
Der langersehnte Frieden steht nun endlich dicht der Tür. Am Montag händigte die bulgari- SM ^e Negierung den Gesandten der Großmächte 1 sehrems2^ L^ die Antwort des Balkanbundes auf den utschllind keines' Mdiationsvorschlag der Mächte ein und instruierte den bN'glisch^Ä Londoner Gesandten dahin, den Präliminarfrieden zu Das Schriftstück enthält 7 Artikel. Ar- / besten 2?? orgcni' likel 2 bezieht sich auf die Gebietsabtretung westlich von ' bmsche Scholas''" ^ Midia-Enos mit Ausschluß Albaniens. Die ^wiss Milk Chocolate Ü McI 3 und 5 überlasten die Abgrenzung und die Be- die beut) MiMU'NM des Statuts für Albanien sowie das Schick- ^ ^^ 3nfeln den Großmächten. Artikel 6 überweist
Än fi^ W der unfein den Großmächten. Artikel 6 überweist > nur noch dlÄtz? ^ Besprechung der Finanzsragen der in Paris zusam- i cm änfw M L v” Mnlreicndcn fachmännischen Kommission.
kreuch oder in Engl-r
Mit Griechenland wird voraussichtlich dem- Mchst ein volles Einvernehmen erzielt werden.
in leinen
Aber selbst, wenn endlich der Friede unterzeichnet sein wird, wird noch längst nicht Friede geblasen sein, d. h. in den diplomatischen Lagern nicht/ Vor allem der Panslawismus wird schon dafür sorgen, baß der Sommer keine stille Sauregurkenzeit werden wird.
Mittwoch. Den 14. Mai 1913.
chischen Truppen besetzt wurde. Als die Bulgaren wiederum! 3urüdfehrten, kam es zwischen ihnen und den grieck(schen Soldaten zu gefechtsmäßigen Streitigkeiten, die am Sonntag abend ihr Ende erreichten. Die Griechen hatten 14 Tote und 32 Verwundete, die Bulgaren rund 300 Tote und Verwundete. Griechenland und Bulgarien drückten einander das Bedauern über die Vor - fälle aus und kamen überein, eine gemischte Kommission zu bilden, die eine neutrale Zone zur Verhinderung neuer Ronflidte abgrenzen soll.
Politische Rundschau
Deutschland.
* Kaiser Wilhelm wird am 16. Juni an Bord der „Hohenzollern" in, Kopenhagen zum Besuch des dänischen KönigHpaares eintreffen. Im Anschluß daran tritt der Kaiser seine gewohnte Nordlandreise an.
* Die Beratungen der Budgetkommission des
Telephon Wr.
25 Jährn
Wochen dauern sollen, werden, einer H' Mit
teilung zufolge, ein möglichst getreu krieges bieten. Den Befehlshabern schwader soll völlige Aktionssreiheu
Schiffe sollen, abgesehen von gewi
i Sicherheit gelegenen Einschränkungen,
I gel ohne Lichter segeln. Der Oberbefehlshaber der Mitt ! telmeersslotte, Bone de Lapaprere erklärte, daß die Rta ! növer diesmal eine ganz besondere Kraftprobe so- i wohl für das Personal wie auch für die Schiffe bilden sollen.
* Pari s, 10. Mai. Der französische Minister = i rat beauftragte den Handelsminister, einen Gesetzen! - j wurf vorzubereitenfüber eine B e 1 e i l i g u n g F r ankere i ch s an der Leipziger internationalen Ausstel-
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für graphische £ u n ft.
tulations- jstkarten
euheiten!
Die panslawistischen Bewegungen richten sich in erster Linie gegen Oesterreich-Ungarn, daneben aber auch gesien Deutschland. Denn noch sind schwierige Fragen auf dem Balkan zu lösen. Nicht bloß die künftige Or- gcuüsation Albaniens, auch die des Handelshafens Serbiens in Durazzo, der Bau der Eisenbahnen durch den Sandschak und Albanien, und alles, was mit den Handelsbeziehungen Serbiens zu Oesterreich-Ungarn zu- sammenhängt.
Reichstages über die Weh r- und D e cku n g s- j Vorlagen heben in den nächsten Tagen wieder an. : Zur Nacheiferung wird die Kommissionsmitglieder das J Beispiel des französischen Heeresausschusses anspornen, der nahezu einstimmig die Einführung der 3jährigen | Dienstzeit beschloß.
* Berlin. Wie die „Morgenpost" erfährt, sind ! nunmehr amtliche Schritte zur Aufklärung der An- i gelegenheit des in die Fremdenlegion eingetretenen -Bür- I germeisters Trömel aus Usedom ein geleit et worden. .
Spanien.'
* Madri d. König Alfons werde im nächsten Sommer mit dem deutschen Kaiser in Holland während der Internationalen Regatta Zusammentreffen.
tagskarten etc Ketins e, 10. Mai. Gemäß der von dem Ver- freier Montenegros Plamenatz und den Admiralendes rerei geschmackvoll internationalen Geschwaders unterzeichneten Protokolle
Oesterreich.
* Wien. Graf Berchtold will nach Erledigung der Valkanfragen zurücktreten.
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erfolgt die R äumung S k u 1 a r i s am Mittwoch.
S k u t a r i. Durch den Vazarbrand wurden fünf Viertel zerstört. Der Schaden wird aus 20 Millionen ge- , schützt.
Schweiz.
Bern, 12. Mai. Der erste deutsch-französtsche Frie- dens-Kongreß ist geschlossen worden. Durch Akklamation wurde eine Resolution angenommen, welche besagt, daß
der erste deutsch-französische Kongreß jede Verantwortung zurückweist für die chauvinistischen Tendenzen,
Wien, 13. Mai. Von zuständiger militärischer Seite verlautet, daß die allseitig gewünschte Entlassung der unter der Fahne stehenden Reservisten in Höchster ZeiS noch nicht in Erfüllung gehen könne. Zu einer völligen Demobilisierung könne man allerfrühestens erst nach Abschluß des Balkanfriedens und nach Austragung der bulgarisch-serbischen Differenzen treten.
Saloniki, 11. Mai. Vor einigen Tagen hatten bic ^^Gcr m Prevista aeräumt. das darauf von arie-
Die Nachbarn vom Heideland
22)
Roman von Ludwig Blümcke.
(Nachdruck verboten.)
beiden Ländern geschürt werden und darauf den guten Willen und den Patriotismus der auf Irrwege zu leiten. Die Konferenz glaubt, französisch-deutsche Annäherung eine Entente den beiden deutschen Ländergruppen Europas
führen imstande sichert wäre.
* Die am
welche in abzielen, Bevölker- daß eine zwischen herbeizu-
ist, und damit der dauernde Friede ge-
Frankreich.
19. Mai beginnenden M a n ö v e r der
frnnuöfifcben Mittelmeerflotte. die vier
Ms aller Arn.
* Zum Regierungsjubiläum des Kaisers veranstalten der Kaiserliche und der Hannoversche Automobilklub eine HUldigungsfahrt, zu der 750 Wagen angemeldet worden sind. Der Kaiser wird diese eigenartige Automobilparade im Berliner Grunewald-Stadion entgegennehmen.
* Der Kronprinz hat zwei Körbe mit Rosen, die ihm in großer Anzahl zu seinem Geburtstag gespendet waren, im Danziger Krankenhaus abgeben lassen mit der Weisung, die Blumen an die Kranken zu verteilen.
::: Straßburg. Dem Kaiser sind bei seinem letzten Besuch in Straßburg zwei krokodillederne Handtaschen mit Goldbügel und den Initialen des Kaisers, die zum persönlichen Gebrauch erforderliche Gegenstände enthielten, abhanden gekommen.
:: Eisenach. Die Ziehung der 7. Arnstädter Geldlotterie wurde wegen ungenügenden Los-Absatzes auf 3. und 5. Juni 1913 verlegt.
Kiel. An der ganzen Ostküste von Schleswig- Holstein herrschte am Montag starker N o r d o st st u r m. Es ist dort überall Hochwasser eingetreten. Im Kieler Hafen stiea das Master um 1^ Meter über die normale Höhe. Durch die Gewalt des Sturmes wurde in der Eckernförder Bucht ein früheres Panzerschiff der Marine, das jetzt als Zielschiff für die Hochseesiotte und die Fotts des Kriegshafens dient, von seiner Verankeruna losgerissen und auf den Strand getrieben. — In
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An der Grenzscheide machte Ewald Halt, setzte sich Bif einen großen Granitblock, stemmte die Ellenbogen auf seine Knie und ließ das sorgenschwere Haupt aus die Hände niedersinken. So saß er stumpfsinnig da, bis die Däurmerung hereinbrach und ein Frösteln seinen wetterfesten Körper durchrieselte. Er hatte es vergessen, daß der Winter vor der Türe stand. Nun raffte er sich aus, stampfte mit den Füßen auf den Boden, schlug die Arme ein paarmal wuchtig über die Brust zusammen, um sich zu wärmen und ging dann weiter.
Hinter ihm drein humpelte in einiger Entfernung der Lumpenhendrik mit feinem Kasten voller Schätze. Sein Weg führte ihn einmal wieder durch Arendrup, wo er nicht gern vorüberzugehen pflegte, da man hier für seine Schwindelarti^el immer Geld übrig zu haoen pflegte. - ' ^:^^
An der Landstraße befand sich eine steilabfallende Sauogrube, umwuchert von Ginster, Wachholderge- strüpp und kümmerlichen Zwergkiefern.
^horö, der die Flinte aus den Buckel genommen, um auf die Jagd zu gehen, brach sich soeben durch dieses Buschwerk hindurch, ärgerlich, heute keinen Hasen in der Schlucht angetroffen zu haben. Hätte er eine Ahnung davon gehabt, daß sein erbittertster Feind, Ewacd Loreirzen, gerade in diesem Augenblick des Weges kam, so würde er ganz gewiß drunten gewartet haben. Er lief ihm fast in die Arme und war nicht minder erschreckt als jener, der eben noch vor sich hingeseufzt hatte: „Wenn ich ihm doch nur nicht allein begegnete! Ich glaube, ich könnte mich nicht beherrschen."
Und nun stehen sie sich gegenüber. Thorö^ will schnell vorüberaeüen, reißt aber unwillkürlich die Flinte
von der Schulter herab, wie er in Ewalds blitzende, unheimlich weit geöffneten Augen schaut. „Fürchten Sie sich vor mir?" fragt der mit klangloser Stimme. Da siegt der Stolz über die Angst bei dem MMer. Die Waffe schußbereit haltend, erwidert er: „Mensch, sei nicht unverschämt! Geh Deiner Wege — — — — sonst"---
„Sonst kommt es Dir auf einen Mord nicht an, Du Schurke!" ergänzte Ewald, dicht vor die Mündung der Flinte tretend. — „Aber ich kenne keine Furcht. Gerade jetzt verlange ich Rechenschaft von Dir! Du hast meine Schwester beleidigt, Du hast uns ins Unglück gestürzt. Ich weiß es wohl, daß Du die Schweine vergiftet." —
„Zurück oder ich schieße!" keucht Thorö. Da packt Ewald den Lauf des Gewehrs und reißt chn zur Seite. Der Schuß kracht und die Schrotladung saust hart an seinem rechten Ohr vorbei.
„Das nützt Dir nichts, im andern Rohr habe ich Rehposten, Du erbärmlicher Wicht!" damit reißt der Müller die Doppelflinte wieder an die Backe. Aber der sonst so langsame Mooroauer ist plötzlich gar oeyenoe. Es geht auf Leben und Tod. Eine Sekunde Zaudern, und um ihn ist's geschehen, das weiß er, das sieht er. Mit einem gewaltigen Satz springt er zur Seite und I dann, ehe Thorö sich wenden kann, gerade auf chn zu, i packt ihn mit Riesenkraft an der Gurgel, sodaß demsel- I ben das Gewehr aus den Händen fällt, und ein ver- ■ zweifettes Ringen beginnt. Wohl hat Ewald Lorenzen immer für stark gegolten, aber die Kräfte, über die er in dieser Minute verfügt, konnte niemand ahnen. Da hebt er seinen Gegner, als wäre er ein SpielbM, hoch in die Lüfte mit seinen muskulösen Armen und schleudert ihn mit furchtbarer Wucht von sich. Da man während des Ringens bis hart an den Rand der Sandgrube gekommen ist, so stiirzt Thorö kopfüber etwa fünf Meter tief hinab auf das Steingeröll dort unten. Nach i menschlicher Berechnung muß sein Schädel zerschmettert
sein. Bim ström: ihm aus dem Munde, sein Gesicht verzerrt sich zu einer grausig anzuschauenoen Fratze. — Wie Ewald den glühend Gehaßten so daliegen sah, da schwindet mit einem Schmg die Wut, die ihn eben so ganz und gar beherrscht. Es ist ihm, als riefen tausend Stimmen um ihn her: „Mörder, Mörder! Was hast Du getan?"--
Er tritt heran an den Leblosen, sieht eine klaffende Kopfwurrde, aus der das Blut in Strömen fließt, und ist fest davon überzeugt, daß Thorö nicht mehr lebt. Das Herz schlägt ja auch nicht mehr.--
Da ringt er die Hände und vermag nur das eine zu denken: „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll wieder durch Menschen vergossen werden!"
Wohl zehn Minuten stand er starr und regungslos bei seinem Opfer. Ganz allmählich kehrte die klare Vernunft wieder in fein Hrrn zurück. Und nun hieß es für chn: Fliehen so schnell wie möglich fliehen. Denn eine lange Zuchthausstrafe wäre das mindeste, was er zu erwarten hätte, wenn man ihn nicht wegen Mordes hinrichteu würde. An einen Mord müßte ja jeder glauben, wo er so oft in den letzten Tagen seine feindliche Gesinnung gegen Thorö hatte merken lasten. Ein Zeuge war nicht dabei gewesen. — Dann dachte er an seinen Vater, an Inge, an alle Lieben.
„Verloren sind sie für mich, verloren bin ich für sie. Ich trage das Kainszeichen auf der Stirn. — „Un- stät und flüchtig sollst du sein!" so lautete der göttliche Befehl, dem ich jetzt folgen muß. Aber wohin?--" Wieder stockte sein Fuß.--
Es war vollständig dunkel geworden. Totenstille herrschte rings umher.
(Fortsetzung folgt.)