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Nr. 1)1
Telep Hon: Nr. 362.
Mittwoch, den 12, November 1913
Telephon dir. 86:
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in bar ohne Abiuo
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Am letzten Samstag vollzog König Ludwig 3. im Thronsaale der Residenz Dtünchen die Eides- HiftUng. König Ludwig sprach zu den Anwesenden folgende Worte:
Ich habe Sie hier als Zeugen einer bedeutungs - vollen Handlung versammelt. Eine mit der Zeit foN- schrmtende und ihren Anforderungen entsprechende Entnickelung unseres Versassungslebens ist allezeit Gegenstand der ernsten Sorge der Herrscher Bayerns gewesen, ks nst daher zu beklagen, daß nicht der Entstehung eines Zustandes vorgebeugt worden ist, der als auf die Dauer 11 n L c r e4 n b a r mit dem monarchischen G e-
Oesterreich.
* W i e n. Som Kriegsgericht wurde der £bcr- leutnaM des bosnisch perzegowinischen Regiments Nr. 1 Iandritsch zum Tode verurteilt, weil er sich des Verbrechens der Spionage in Kriegszeilen schuldig gemacht halte.
sich aber nicht klar an
die Zukunft denkt.
wie sie sich die Sachlage für
Zweifellos werden die Krankenkassen
tanken und dem Staatswahl zu erachten ist. Nur
10s LeiöM F sie «Erkenntnis, daß die Sorge für das Wohl der Mo III
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{nthdilu^ reifen lassen, den Schritt zu tun, der in die-
und des Vaterlandes eine Beendigung dieses
dringend erheischt, hat in mir den schweren
900 Geldgew.
HAAl M feierlichen Akte seinen Abschluß findet. Es hat Mich BefriediglMg erfüllt, daß es dem einmütigen Zu- ii en meiner Legierung und des Landtags ge-
Vom Balkan.
* Belgrad, 10. Nov. Die „Politica" bringt die Sensations-Nachricht, beim Aufenthalt des Königs Ferdinand in Wien sei zwischen Bulgarien und Oesterreich-Ungarn angeblich eine geheime Militär-Konvention, die ihre Spitze gegen Serbien richte, abge - schlossen worden. König Ferdinand habe nach der Un- terscidmung einem Freunde gegenüber geäußert, setzt habe er wieder seine Seelenruhe erlangt. Das Blatt meldet weiter: Der Zweck, den der König mit der neuen Abmachung verfolge, sei, dem bulgarischen Volke die Hoffnung aul baldige Revanche zu erhalten und fr seinen bedrohten Thron zu retten. Schon für das nächste Frühjahr könne man neuen Verwickelungen entgegensetzen.
5000 Geldgew.
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Imiden ist. in verfassungsmäßiger Form bit Wiederherstellung des Zustandes zu ermöglichen, der Dein Gedanken der Erbmonarchie, dem Geiste der Bay- ttis^en Nersastüng und dem Empfinden des Volkes in gleise r Weise entspricht. Möge es mir beschieden sein, Sie »erfreuliche kulturelle und wirtschaftliche Entwickelung, die Bayern in den letzten Jahrzehnten genommen hat, in gemeinsamer Arbeit mit der Volksvertretung sorlzusühren. Für all Mein Tun aber wird mb Wot.l Meines teuren Volkes die Richtlinie bilden. Jjdi ersuche nun den Herrn Staatsminister der Justiz, bcii in § 1 des 10. Titels der Verfassungsurkunde be- stmmnten E i d vorzusprechen.
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Der Iustizminister verlas sodann die Eidesformel, lautete:
Ich schwöre, nach der Verfassung und den Gesetzen Reiches zu regieren. So wahr mir Gott Helse und heiliges Evangelium.
Nach dem Verlesen des Eides sprach der König
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- Ml erhobener Hand: „I ch schwöre." — Im Anschluß l^ hielt Ministerpräsident von Hertling eine Quecks, otot-. ‘ Ansprache an den König, „in dieser für Bayern so be- )bne Berutssi, ^' . u hü vv eilen Stunde die uNeici nnichtsv ollste H n l
küt, ^N' krosc^ h iiing des Gesamtministeriums und des Kollegiums
verseh). ^j^/ Staatsvale, sowie das Gelöbnis der unverbrüchlichen
^hemisches Heh. f ‘ treue i n entgegennehmen zu wollen." An dem-
^en, Fran Wi»,]Ü ^n Tage wurden auch die sämtlichen Truppen nriiieiistr. 45. Koiu ^ -^„tzortes München auf den neuen König ver -
Amerika.
* Die mexikanische Regierung Huertas hat, wie angekündigl, beschlossen, die Forderung des Präsidenten Wilson der Vereinigten Staaten abzuleh- n e n. Huertas Antwort bestreitet den Vereinigten Staaten jedes Recht, ihn zum Rücktritt vom Präsidentenposten zn zwingen. Er versucht darzulegen, daß ein provisorischer Präsident kein Recht habe, die amerikanischen Forderungen zu erfüllen. In Mexiko macht nun Lind, der Vertreter Wilsons, einen letzten Versuch, Huerta zum Rücktritt zu bewegen. Falls dieser Schritt erfolglos bleibt, soll die Blockade der Küsten Merikos Und die Hoffnung der Grenze für Waffen und Munition zugunsten der Konstitutionalisten erfolgen. Wilson will ihren Streit die Mexikaner selbst ausfechten lassen.
* Anördlich hat die Washingtoner Regierung Huerta eine F r i st von 72 Stunden gestellt. In New- ?)ork hält man die Nachricht für zuverlässig.
China.
* Präsident Vuanschikai hat die Telegraphenämter in Peking der Zensur unterworfen, die auch die nach dem Aus lande gehenden Prehlelegramme zu y versuchen hat.
Die infolge der Aufhebung der Regentschaft an den bmbtag gelangende Forderung auf Erhöhung der JI v i l l i st e beträgt insgesamt 1 400 000 Mark. Die in * gaben für das königliche Haus erhöhen sich gegen
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Jnit.cr von 5 402 000 auf 6 865 000 Mark.
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Mhung erreicht nicht den vollen Betrag der verfassungs- nr^igen Apanagen, sondern nur etwa die Hälfte.
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Politische Rundschau
Deutschland.
* Der König von Sachsen, der in der Yacht auf Samstag in König sw usterhau'sen Incescmmcn war, hat sich Samstag früh mittels kai- ftliichen Automobils nach dem Jagdschloß begeben, von Ko später zur Jagd. aufgebrochen wurde.
Herrle und Krankenkassen.
Der schon jahrelang währende Kamps zwischen den Aerzten und Krankenkassen hat jetzt zu einem heftigen Zusammenstoß geführt, der von weittragender Bedeutung ist und der, wenn wirklich der jetzige Ausnahme - zustand durch das Verhalten der beteiligten Kreise zur Regel werden sollte, notgedrungen zu einer Aenderung der Reichsversicherungsordnuna führen muß.
Die „Kriegserklärung", welche der am 25. v. Mts. in Berlin abgehaltene außerordentliche Aerz 1 etag den Krankenkassenverbänden hat zukommen lassen, hat bereits zu einer sehr energischen Gegenstellungnahme der Krankenkassen geführt. Auf dem Aerztetage wurde bekanntlich ein Antrag angenommen, der jeden einzelnen Arzt und jede örtliche Aerztevertretung verpflichtet, keinen Vertrag mit Krankenkassen mehr einzu - gehen und die kassenärztliche Versorgung aller Versicherten unbedingt abzulehnen. Die Gegenerklärung der Krankenkassen schiebt den Aerzten und ihren Standes - Organisationen allein die Schuld und Verantwortung an dem Ausbruch des neuen Kriegszustandes zu, spricht
versuchen, mit den einzelnen Aerzten oder deren ört lieben Vertretungen zu verhandeln, aber wieweit und I ob ihnen das überhaupt gelingen wird, hängt von den Aerzten ab, ob diese sich auf besondere Abmachungen einlassen oder an den von dem Aerztetage ausgestellten Richtlinien seftbalten werden. Aber sowohl im In- icrcijc der Kassen und ihrer Versicherten wie auch der Aerzte muh das als ein nächst unerfreulicher beklagenswerter Zu ft and bezeichnet werden, zumal die Gefahr besteht, daß die Versicherten in vie Ion Fällen die ä r z t l i ch e H i l f e entbehren müßten und dadurch einer der Hauptzwecke unserer Kran- 1 kenversicherung, ein geordnetes und wirksames Heilverfahren jedem Angehörigen zuteil werden zu lassen, hinfällig gemacht würde.
Der springende Punkt in der kritischen Lage ist wiederum die Frage der freien Arztwahl. Nach den bisher über den Verlauf der Verhandlungen be- ' kaum gewordenen Mitteilungen ist es schwer, sich ein völlig klares Bild über diese Frage zu machen, auf welche man sich von beiden Seiten so festgelegt zu ha- I den scheint, daß eine Einigung auch in den anderen ' Fragen dadurch erschwert und fast unmöglich gemacht ' wird. Im Verlauf der Verhandlungen waren die Ver- , tretet der Acrzteverbande allerdings den Krankenkassen : insoweit' entgegengekommen, als sie das grundsätzliche , Festhalten an der freien Arztwahl, wie es ursprünglich i beabsichtigt war, aufgeben. Die Vertretungen der Kran- i kcnkassen glaubten aber Grund zu der Befürchtung zu I haben, daß trotzdem von den Aerzten an dem Grund - I satz der freien Arztwahl festgehallenk werde. Man ■ meinte, wenn stch innerhalb einer örtlichen Organisation ! eine Mehrheit für die freie Arztwahl gesunden haben würde, seien die Krankenkassen einfach gezwungen, sich mit dem System der freien Arztwahl abzufinden. Diese • Befürchtung ließ alle Einigungsverhandlungen scheitern 1 und war die Hauptursache für den heute bestehenden Kriegszustand.
Was soll nun werden? Die Hoffnung der . Krankenlassenverbände aus ein Einschreiten der Gesetzgeber gegen die Aerzteor'ganisattonen ist insofern unberechtigt, als in diesem Streit nicht die Gesetzgebung, sondern die Verwaltung maßgebend ist. Uevrigens i hat die Gesetzgebung mit den heute zutage liegenden ' Schwierigkeiten bereits insofern gerechnet, als sie in der ' Schwierigkeiten bereits insofern gerechnet, als sie in der ■ Reichsversicherungs-Drdnung das Obervcrsicherungsaml ; ermächtigte, bei Differenzen mit den Aerzten den Kas- i sen auf ihren Antrag widerruflich zu erlauben, „statt I der Krankenpflege oder der sonst erforderlichen ärztlichen Sei andluno eine bare Leistung bis zu Zweidrit- tcl des Durchschnittsbetrages ihres gesetzlichen Krankengeldes zu gewähren". Von dieser Bestimmung muß • jetzt zweifellos Gebrauch gemacht werden, da man den 1 Versicherten unter allen Umständen die Möglichkeit ge- I ben muß, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen zu kön- 1 neu. Der Reichskanzler lat in einem Erlasse vom August dieses Jahres die Dberversicherungsämter und die Kaffenvorstände nachdrücklich aus die notwendige Anwendung dieser Bestimmung der Reichsversicherungs - ordnung bereits hingewiesen.
Eine neue Frage ist es, wer von den beiden Streitenden bei der Anwendung dieser Bestimmung Vorteil, wer Nachteil haben wird. Die Aerzte würden in diesem Falle, wenn sie mit den Kassen überhaupt nichts mehr zu tun haben und von den Versicherten ' direkt das Honorar für ihre ärztliche Hilfe erhalten würden, einen Nachteil wahrscheinlich nicht erleiden, während die Kasten durch die Zahlung einer Barleistung bis zu 2 Drittel des Krankengeldes zweifellos übermäßig
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