Kreßener IeiLâg
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dir. 7Z
Telephon: Nr. 362.
Mittwoch, den 10. September 1913.
Telephon 9tr. 862.
25. Iahrci
Marineluftkreuzer „L. 1" ins Meer gestürzt.
13 Personen ertrunken.
Der deutsche Marineluftkreuzer „L. 1" ist Dienstag | Meter Länge und 14,9 Meter im Durchmesser der zur
erklären, ten und ritza-Ufer — Hier
das linke Maritza-User an die Türkei abzuire- ein genügendes Terrain auf dem rechten Ma- zugestehen, um Adrianopel schützen zu können, verlautet, daß die bulaarischen Vertreter Mei-
. ^aömd nördlich von Helgoland verunglückt. Der Luft- . /'sfIftaer nahm an den Aufilärungsmanövern der Hoch- leck. Gegen 7 Uhr abends geriet er in einen ' 250 rLc fertigen Wirbelsturm, der das Luftschiff auf das drückte und den Rumpf brach. Nach längerem r«5en auf den Wellen sank das Luftschiff. Voin den 20 ' in bnM<mn der Besatzung konnten 7 gerettet werden, so daß m übrigen 13 ertrunken sein dürften.
____ Das Marinelustschiff „L. 1" wurde von Kapitän -
tauft sein im sucht
1 An Bord des verunglückten Luftschiffes „L. 1" be= aiben sich im ganzen 20 Personen. Folgende neun - ein Mann der Besatzung werden mit Namen aufge-
ü rN: Korvettenkapitän Metzing, Kommandeur der Ma- lypOlheijitthiftldji^^ Kapitänleutnant Hanne, der Füh- B Keinen>c ' d^ Luftschiffes, ferner die Oberleutnants zur See ■ ee!L!.énbt, Freiherr von Maltzahn, Grimm, Ingenieur ~—:VHncr, Obermaschinist Lehmann, Steuermann Zimmer- 116 4ni:nii, Obersignalmaal Kischner, Bootsmaate Barsmer, SiM^MkNgtl, Obermaschmistenmaate Müller, Lutz u. Schön-
Zeit größte im Betrieb befindliche Luftkreuzer. Er hatte drei Maybach-Motore zu je 170 Pferdestärken, verfügte also im ganzenüber 510 Pferdestärken. An Größe wird es nur von dem in diesen Tagen serliggestellten neuen Marineluftschiff „L. 2“ übertroffen, dem 18. Zeppelin - luftschiff, das 165 Meter lang ist und vier Motoren zu je 200 Pferdestärken tyägt. Der jetzt verunglückte Luft- kreuzer wurde im vorigen Jahre erbaut. Am 10. Oktober vorigen Jahres unternahm er seine erste Fahrt. Am 13. und 14. Oktober 1912 machte das Marine - luftschiff die vorgeschriebene Abnahmefahrt, die gleich zu einer Triumphfahrt von Zistündiger Dauer wurde. Damals flog der „L. 1" von Friedrichshafen über die Nordsee und die Ostsee, über Lübeck und Berlin nach Johannisthal. In England behauptete man seinerzeit,
das Luftschiff sei bei Nordsee bis an die holt hat der „L. 1“ Hamburg aus über men.
seiner nächtlichen Fahrt über die englische Rüste geflogen. Wieder - dann ausgedehnte Fahrten von die Nord- und Ostsee untern om=
luOs r ind her, Maschinistenmaat Storostzick, Funkenmaale Spie- pTK und Hellgemeier, Maschinistenmaat Bruder und Eber? owM^ht^ Adam. Wie das Marine-Luftschiff-
^â ^WNândo erfährt, sind folgende Personen gerettet Uensee 6 oMm: Oberleutnant Mendt und Erimm, Obeyma- râ iMistemnaalte LehmanN uNd Schönwelder, die Hnnken- ^aute Spieler und Hellgemeier, der Name der fiebern Ulllp iv geretteten Person ist noch nicht angegeben worden.
Mâ^ BrüCN^
Das Marin el ustschiff „L. 1“ war das 14. der Zep-
riäjcl âft schiffe und mit seinen Dimensionen von
162
Nun hat der Luftkreuzer nach kurzer aber glänzender Dienstzeit von 11 Monaten ein beklagenswertes Ende gefunden. Die Katastrophe ist schwer, aber sie wird die großen Hoffnungen aus die Zukunft der Zeppelinluftschiffe nicht zerstören können.
Von der vor der Insel liegenden Torpedoboots - flottille wurden sofort mehreye Torpedoboote nach der Unfallstelle abgesandt. Es gelang auch nach verhältnismäßig kurzer Zeit die Unglücksstelle zu erreichen. Das Luftschiff war aber schon vollkommen vernichtet.
sung erhalten haben, von einem bulgarisch-türkischen Schutz- und Trutzbündnis abzusehen und sich darauf zu beschränken, die wohlwollende Neutralität der Türkei in einem Kriege mit Serbien und Griechenland zu sichern. Ein diesbezügliches Abkommen würde auf 15 bis 20 Jahre abgeschlossen werden.
Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, ist der bulgarische Unterhändler, General Sawow mit der Ernennung Talaat Beys zum türkischen Bevollmächtigten sehr zufrieden und äußerte darüber: Wir sind alte Bekannte und werden, wie ich hoffe, bald ins Mine kommen. Die Grenzfrage dürste noch Schwierigkeiten bereiten. Man mUß sich aber in Konstantinopel nur gegenwärtig halten, daß die Türkei und Bulgarien ein großes gemeinsames Interesse haben; wir beaegnen uns in dem Unversönlichen Haß gegen Griechenland. N atschewitsch soll gesagt haben, wir können uns über Adrianopel mit der Türkei leicht verständigen, auch über seine Abtretung. Es gibt für uns auch keine Frage des Schicksals von Kirkilisse mehr. Kawalla und Monastir liegen uns viel näher am Herzen. Wir benötigen durchaus den Besitz dieser beiden Städte. Wir werden den türkischen Vorschlägen zuftim- men, sagte Natschewitsch, um uns die Unterstützung der Türkei zu sichern, wenn die Frage des Besitzes dieser beiden Städte wieder ausgerollt wird und zwar mit Griechenland und Serbien.
M
vom Balkan.
Konstantinopel, 8. Sept. Hier eingetroffe-
enabfaU^iti Meldungen zufolge, wurde Enver Bey am Bai- l°;-^ ^ im Regierungskonak zu Adrianopel nach hef- ^^ 'b^em Wortwechsel von General Tscherkesz Abuk Pascha ^em » 'N einen Revolverschuß in den Arm verwundet. Offi- txX^tv der Militär-Liga wollten die Verhaftung Ablcks -—^Mildern. Bei! dem nun folgenden Revvlverkampf
thwa, vier höhere Offiziere getötet und 15 verwundet.
Der neue Balkanbund zwischen Rumänien, Serbien, Montenegro und Griechenland soll eine feste wirtschaftliche Eyundlage erhalten. Wie jetzt bestimmt verlautet, ist fast vollständige Zoll- und Münzvereinigung geplant.
Konstantinopel, 8. Sept. Die türkisch-bulgarische Konferenz wur.de gestern unter dem Vorsitz des Grohwesirs eröffnet. Man glaubt zu einem baldigen Verständnis zu kommen, falls die Bulgaren sich bereit
Politische Rundschau
Deutschland.
* Wie verlautet, hat der Kaiser angeordnet, daß das Kommando des Kronprinzen beim 1. Leibhufaren-Regiment bis zum 1. Oktober 1914 ausgedehnt wird.
• Der König und der Kronprinz von Griechenland sind am Sonnabend in Berlin eingetroffen. Zum Empfange waren der Kaisey, die Herren der griechischen Gesandtschaft und die Spitzen der Generalität auf dem festlich geschmückten Bahnhof erschienen. Auf der Terrasse des Neuen Palais wurden h^r Qnifer der Könia der Hellenen und der Kronprinz
Schupps Nach dem Sturm.
^-".a ErzähUwg von Emil Frank.
C ®J (Nachdruck verboten.)
ligt, Ad^ tzürst Demeter Bogdan verließ gleichfalls Krze- r. alte Sein Herz war freudig bewegt, weil er sah,
enr^MsUrS seinem Schwager mit seinen Plänen ernst war;
er hatte ja einen Mann gefunden, dessen Seele W jnti. «itirtbrang schwellte, und ein Berater stand ihm zur der erfahren, klug und vor allem treu war: der " l^t'Jan Sojka.
i^ Better, Als der Frühling das nächste Mal ins Land zog, L 1.15^A «rußte er sich verwundern über das Leben und Trei- ndfl^W^ er in Krzemien antraf. Das war sein altes ^i^'^Z'tMien mit seiner idyllischen Ruhe und Abgeschlos- Jbia- >*« ar nicht, das hatte sich schön verändert! Ueber- Weiter, und Fuhrwerke rollten durch die stillen ^^BBällöer, und die Sägen kreischten und surrten, die Axt- ^TTvbt hallten und schallten. Herr und Diener schienen
LJiflfltmutbelL Graf Warminski war manchmal den gan- h Tag draußen, und dann gab es fast jeden Abend MM Beratungen. Im Schloß war es infolgedessen ,wöiö; die beiden Mädchen empfanden die Abwechse- tfissensch-^ angenehm. Aber der Graf war der Meinung, htskr^ seine Töchter vorderhand im Hause der Großel- besser verwahrt seien und er teilte Fräulein Ben- eD°rrSH ^' daß sie mit den Mädchen nach Tatischan über- ^^ne^ sönne. Fräulein Benken war davon nicht son- >., MÄH entzückt, sie war so gern in Krzemien. Manch- iLi \ o Ml kam ihr der Gedanke, daß ihre Zeit in Krzemien Spezis Wie so bald vorüber sein werde. Fürstin Bogdan jSjeu’S’ (pi schon im vorigen Jahre davon gesprochen, daß 8 Mädchen wohl am besten in einem vornehmen Pen- artli'^' Mar untergebracht wären. Wenn das geschah, konnte 5 Köl» □ Mhen. Sie war nicht mehr ganz jung, und das eiaiüein aus einem Haus ins andere behagte ihr nicht igerütr^bE. Das Leben einer Gouvernante hat gar viele
Schattenseiten. Fräulein Benken hatte das zur Genüge erfahren! Aber was wollte sie machen? Ihre Er- sparnisse reichten noch nicht aus, um nach ihrem Gs- schmack für sich zu leben. Nun, vorläufig hatte man ja noch nichts beschlossen, und das war Fräulein Benken nur angenehm, denn der Gedanke, von ihren Zöglingen, die sie mit mütterlicher Zärtlichkeit liebte, sich trennen zu müssen, drückte sie schon jetzt. In dieser Stimmung ging sie hinaus in den Park und wanderte die einsamen Wege, in denen sie jeden Baum und Strauch kannte, bis sie auf einmal hinter sich Klingen und Klirren hörte. Sie brauchte sich gar nicht umzuwenden, den Schritt kannte sie, das war der Verwalter, ihr alter, lieber Freund. Sie begrüßten sich herzlich. Aber auch den Verwalter schien heute etwas zu drücken. Fräulein Benken fragte ihn, was ihm fehle. Jan Sojka kraute sich verlegen hinter den Ohren, schob seine Kappe von einer Scüe auf die andere und sagte dann endlich: Tja, es ist eine ganz dumme Geschichte. Denken Sie nur, meine alte Marianne hat mir heute angekündigt, daß sie mich diesen Herbst verlassen wolle, das Klima von Krzemien behagt ihr nicht. Und nun sitze ich da mit meinen Talenten! Denn woher soll ich so schnell Ersatz bekommen? Nach Krzemien mag keiner gern hin, und mich wunderts nur, daß Sie es hier solange aushalten."
Fräulein Benken lächelte trübe: „So gehts," meinte sie, „mir gefällts hier so gut, daß ich am liebsten nicht mehr wegginge, und doch werde ich bald mein Bündel schnüren müssen. Die Komtessen sollen in einem Pensionat untergebracht werden, dann bin ich hier üb^«
flüssig."
Nun war das Wundern an Sojka.
Herr, du mein
Fräulein Benken lächelte über den Eifer ihres Freundes, es tat ihr zwar wohl, konnte ihr aber doch nicht helfen. Sie sagte: „Das geht eben nicht anders; wenn die Töchter das Haus verlassen, ist die Lehrerin überflüssig."
Nun stand Jan Sojka wortlos da. Was sich da mit einem Male in seinem Herzen regte! Das war ja fast zum Lachen! Er, Jan Sojka, 50 Jahre alt, heiraten! Und noch dazu dieses liebe, verehrte Fräulein, das da vor ihm stand! Nein, nein, er hat doch manchmal Einfälle wie ein altes Haus. Nun lachte er wirklich, aber 's ist doch ein so verlegenes Lachen, und sein Herz will sich gar nicht einreben lassen, daß es auch für ein kleines Stückchen häuslicheil Glücks zu alt sein soll, wo es sich in Leid und Freud so wacker gehalten. Und es pocht und pocht, es redet und redet, bis der starre Kopf überzeugt ist und bis auch der Mund zu reden anfängt. Es war ein richtiges Liebeswerben . . .
„Da stehen wir zwei einsame Menschen, sind Freunde, nicht wahr! Wenn ich doch ein wenig jünger wäre, dann würde ich sagen: Hier ist der alte Jan Sojka, der verehrt Sie so innig, wie das sein altes Herz nur zuläßt. Bleiben Sie bei ihm, werden Sie sein Weib, wie Sie so lange Zett seine Freundin waren. Du lieber Gott, nun werden mir die Augen naß, und ich frage wirklich: Wollen Sie mich alten Mann noch haben?"
Darauf war Fräulein Benken nun ganz und gar nicht vorbereitet. Sie hatte ja schon lange allen Liebes- geöanken entsagt. Aber wie kam es nur, daß auch ihr altes Herz so rasch und freudig pochte, daß es zwischen alle Einsprüche des Verstands in einem fort sprach:
Guter," rief er aus. Sie wollen weg, das heißt, Sie sollen? Tas ist ja eine nette Bescherung. Tann geht ja bei diesen neuen Zeiten auf dem Schloß alles drunrer und drüber. Nee, Fräulein, das gibts nicht, das darf I der Graf nicht zugeben!"
Er ist ein guter, treuer Mann, dein Freund, und er hat auch gern. So sagte sie
dich gern und — du hast ihn denn: „Wenn Sie mich alte ich mag Sie wohl!"
(Fortsetzung
Jungfer haben wögen,
folgt)