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oi»rieljährltch 75 Pfg., uorau^oblbar, frei ins HauS. Abaedolr in unserer Erpediiion ober m den Zweig- ausgabenellen vierteljährlich 60 Pfg. Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: LeüerS. weg Kl Für Aufbewahrung oder Rücksendung n tept verlangter Manuikr^ie wird nidii garantier:. Verlag der ., «ießeuer Zeitung " («. m. b. H.

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Nr. 47

Telep hon: Nr. 362.

Mittwoch, den 11. Juni 1913.

Telephon 9tr. 862.

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^chwetasch & Seidel

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Stadionversammlung erhob sich und l begeistert in den Hurra-Ruf ein. Zurra verklungen war, erhob sich im We- Wolke. Zugleich ertönte von oben herab Motorknicrttern eines Doppelzweideckers, den zehntausend aufgelassenen Vrieftau- * loiatiker seine Kreise, um die geflügelten " die Kunde von der Eröffnung des Sta­rr Richtungen der Windrose trugen, nicht in der Hauptakt der ganzen Veranstal-

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gung der Sportvereine vor dem Kaiser.

der Fahnen hatte schon vor Erscheinen ?s in der Arena Aufstellung genommen T hatten die Herrschaften durch gemein­ten und Flaggenschwenken begrüht. Zu nbeimarsches formierte sich zunächst die schast, die durch zirka 10 000 Mitglieder streifen vertreten war und das deutsche ner mit sich führten. Es folgte der deut- -Bund mit zirka 400 Mitgliedern. Wei­er Deutsche Schwimmverband und der verband für Schwerathletik. Es folgte idfahrerbund, der durch etwa 2000 Mit- tlichen 43 Gauen des Bundes vertreten ibers durch die Menge der mitgeführten

Die Deutsche Sportbehörde für Athle- H den buntfarbigen Dreh ihrer Mitglie- kte Amreten. Der Deutsche Fuhballbund, portkleidung, stellte zirka 4000 Teilneh- iben Vereine waren der Deutsche Eis­er Deutsch-akademische Bund für Leibes­er Deutsche Skiverband, dessen Mitglie- Schneeschuhe geschultert trugen. Hier schob 100 Bannern die Turnerische Deutsche ün. Es war ein wunderbarer Anblick, üttagssonne auf die buntfarbigen Peke- litzenden Schläger fiel. Mit beinahe mi-

litäri[d)cr Promptheit erscholl der dreimalige Heilrus der Chargierten, wofür der Kaiser durch besonderer oorlretcn aus der Loge banlte. Einen besonders sym. pathischen Eindruck machte der Schlich des Festzuges: ber Iungdeutschlandbund, vertreten durch alle einschlä- gigen Organisationen. Neben dem erwachsenen Schüler ber höheren Lehranstalten marschierten da Dreikäsehochs von 5 Jahren, deren drollige Erscheinung mit dem wei­ten Pfadfinderhut stürmischen Beifall auslöstc. Mit be­sonderem Beifall wurden auch begrünt die jungen Tur­nerinnen, die, gleichmèchig in weihe Bluse und dunkle Beinkleider gekleidet, in der Gruppe der Deutschen Tur- nerschaft marschierten.

Sportliche Vorführungen.

Nachdem der Festz u>g die Arena verlassen und die Festzugteilnehmer mit ihren Bannern die freigebliebenen Plätze des Rundbaues eingenommen hatten, begannen bie sportlichen Vorführungen. Sie wurden eingeleilet von zwei zusammengestelltcn Kompagnien des Garde - korps, die im Laufschritt die Arena betraten und Vor­führungen im Eskaladieren zeigten. Reihenweise wutde ber Tiefsprung von 2,50 Metern, Kletterwände von 2 und 4 Metern, sowie im einfachen Sprung eine Hürde von 90 Zentimetern genommen. Als die beiden Com­pagnien wieder im Laufschritt die Arena verliehen setzte minutenlanger stürmischer Beifall ein. Es folgte ' das Turnen in Freiübungen und an Geräten von zirka 800 Frauen und Mädchen der Deutschen Turnerschaft, das besonders im Keulenschwingen ein sehr malerisches Bild bot. Der Jugendlauf der Turn- und Sportvereine Ber­ens und Umgegend, und zwar nur Mitglieder unter 18 Jahren, sah zirka 2000 junge Leute am Start. Es folgte das Vereins-Mannschaftsradrennen des Deutschen Radfahrerbundes, für das sieben Vereine mit je sechs Fahrern Nennungen abgegeben hatten. Ziemlich leicht gewann der Berliner Radfahrer-KlubConcordia", der Don Anfang an eine führende Stellung eingenommen hatte. Danach marschierten in die Arena 50 Mann einer Musterriege des Neichsverbandes für Schwerathletik. Die Repräsentanten dieser Riege waren lediglich von der Firma Krupp-Essen gestellt worden. Es handelte sich auch um richtigeKanonenmänner" und sie hantierten mit den 50-Pfundgewichten wie mit Gummibällen. Gro­ßen Beifall fand auch das Stafetten- und Mannschafts­laufen. Aus der westlichen Seite der Tribünen, auf der die bayerischen Landsleute Platz genommen hatten, er­scholl stürmischer Beifall, als die Farben blau^weih durchs Band gingen. Nicht minder lebhaft war die Zustimmung der Zuschauer, als im 1500-Meter-Mann- jchaftslaufen die Stadtfarben Berlins weih-rot durchs Band getragen wurden. Nunmehr kam die Deutsche Turnerschaft an die R'eihe, die zunächst Freiübungen

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Schoetnsch & Seidel

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ter Semptembertag war es heute. Stine :r Stube und fühlte so eine Unruhe in sie etwas sehr Unerfreuliches. Das war h, denn der Briefträger hatte ihr gesagt, )ßer Brief von Hans an Hermine ange- i abend. Bei demselben hätte noch ein >as dem Vater gleich überbracht werden nun niemand gebracht, weder gestern iC es sich gehört hätte, noch jetzt, wo es ir, so befürchtete Stine eine traurige sie es dem alten Briefträger nicht ver­nicht zu verraten, was er ausgeplau- )c sic natürlich längst zum Krug gelau- o hieß es geduldig warten.

rucht hinter der Scheune eine Mädchen­ist Hermine. Und ihr Gesicht ist heiter »vttlob, cs. kann nichts Schlimmes mit ' ruft Stine da aus, und ein Stein fällt

^"wie der schrieb und das ganze Kriegsleben schil- Ete, man konnte wirklich auf den Gedanken kommen, ginge nicht ärger her als im Manöver. Wenn die Zeitungen nur nicht so ganz anders berichteten! Da- KaÈ müßten die letzten Tage von Mars-la-tour, Grave- Eottc, Vionvillc usw. ja ein furchtbares Hinschlachten und Blutvergießen gewesen sein. Zum Sonntag traf nicöer eine Feldpostkarte aus Frankreich eim Hans berichtete von einem kühnen Patrouillenritt.

Tann verging längere Zeit, ohne daß er irgend ein ;Lebenszeichen- von sich gab. Vielleicht war manche ßarte auch verloren gegangen. Er lag nun vor Metz, friste sehr beschwerlichen Dienst und wenig Zeit zum idireiben übrig. Hermine bekam freilich öfters wenig- fte eine kurze Nachricht, stets mit der Bitte, dieselbe Ml) nach dem Eichhof zu übermitteln. Doch das ge- M sehr selten. _ __

Wie Hermine

eine urplötzliche Veränderung ist das! eintritt, da ist ihr Gesicht verwandelt.

Tränen füllen ihre Augen und sie scheint zu Tode be­trübt.Da nimm, lies selber!" ruft sie aus, und Groll und Zorn liegt in ihrer Stimme.Warum mußte er mit ins Feld? Hätte er nicht reklamieren können, wie alle Vernünftigen ihm rieten? Ja, sieh mich nicht so geistreich an! Ich weiß wohl, daß Dir daS sehr nahe ge­hen wird. Wenn er überhaupt nochmal wiederkommt, humpelt er auf einem Stelzfuß umher,- auf einem Stelz­fuß, hörst Du? Du kennst doch den alten Nasmuß, den sie Peter-Korporal nennen, gerade so wie der sieht er dann aus. Schrecklich ist das, ich habe als Kind vor Pe­ter-Korporal mit dem Holzbein immer furchtbare Angst gehabt."

Stine war so vertieft in den von einem Kamera­den des Schwerverwundeten geschriebenen Brief, daß sie kein Wort von Hermines Gerede hörte. Weitschwei-

fig und umständlich beschrieb der Ulan, daß der Unter­offizier Hinrichsen, den alle gleich lieb hatten im Regi­ment, bei einem Ausfallgefecht einen Schuß durch den rechten Oberschenkel und einen in die Brust bekommen hätte. Das Bein müßte höchstwahrscheinlich amputiert werden, wenn der Schwerverwundete überhaupt mit dem Leben davonkäme.

Dann war da noch ein Zettelchen, das des alten Hinrichsen Adresse trug und mit Bleistift beschrieben war. Hans selber hatte in kaum leserlicher Schrift einen Gruß Dz rauf getritzelt, einen Gruß an den Vater und an seine treue Schwester Stine. Man konnte sehen, daß er noch mehr hatte schreiben wollen. Aber die Kraft mußte nicht gereicht haben.

Mit zitternder Hand reichte Stine der andern den Brief wieder. Dann stürzte sie hinaus, um Hermine ihre Tränen, ihren Schmerz nicht sehen zu lassen.

Das ist unverschämt, mich hier einfach so stehen Au laßen! Die will noch leugnen, daß sie in Hans ver­liebt ist? Mag sie ihn kriegen mit seinem Stelzfuß'" So räsonnierte Hermine und ging wieder.

Als Hinrichsen zum Mittag vom Feld kam und hörte, was passiert war, da schien er seinen Verstand gänzlich zu verlieren. Ter große, starke Mann weinte und schluchzte wie ein kleines Kind und zeigte die größte Lust, sich auf den Weg zu seinem Sohn zu machen.

Gr lief nach dem Krug, wollte den Brief selber lesen und konnte nicht verstehen, daß Hermine und ihre Mut­ter so ruhig waren. Ta trat auch Thorö ein, der bereits alles wußte. Er heuchelte aufrichtig Teilnahme und suchte den Verzweifelten auf alle mögliche Weise zu trösten. Nein, der Müller konnte kein schlechter Mensch sein. Man hatte ihm entschieden Unrecht getan. Zu die­ser Ueberzeugung kam Hinrichsen auch heute.

(twtleeung folgt.)