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(Wiesener Tagcolart)
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oi^rreliâhrlich 75 Pfg.. l-j;mr-.a^ber, cl ins Hau M b ß e h o 11 in muerev Erpebniun oder in den ^weiq- auspnbettelten merreljnhr'.' ' 6) Pfg. — Grsü-cinr Mittwochs und Tamstags. — ebafrion: Tetterö- weg 83. — Für Aufbemadruris! »der Nückiendung nikdl nerlangler Manuskripte wird nickt garantiert. Verlag ber „ Wietzener Zeitung " G. m. b. fr.
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Nr. 19
Telep hon: Nr. 362.
Mittwoch, den 5. März 1913.
Telephon Nr ^
heisse, Heo- ' Bob Alimes- e Empfehlungen, w. & ff.
Uom Balm Rrieg.
Der Eroßwesir hat durch Vermittelung des russischen Botschafters Bulgarien neue Friedensvorschläge gemacht, wonach die neue Grenze von dem an der münbung des Reswaja am Schwarzen Meer gelegenen Orte San Stefano ausgehen und sodann dem Fluß- laufe der Reswaja und Maritza folgen soll. Adria- ilopel würde hierbei unter gewissen Garantien Vul- -arien zrffallen.
Sofia, 4.. März. Sämtliche Gesandten der Großmächte erhielteu bereits Instruktionen. Sie werden l>er bulgarischen Regierung die Vermittelung für die Friedensverhandlungen anbieten und zu einem baldigen Friedensschluß raten.
Athen, 4. März. Die griechischen Truppen besetzten Santi Quaranla.
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Politische Rundschau
* Wilhelmshaven. Der Kaiser weilte am Sonnabend hier und nahm die Vereidigung der Marinerekruten und die Taufe eines neuen Linienschiffes wr, das fortab den Namen des württembekgischen Kölligs trägt.
* Die Ankunft des Kaisers vor Helgoland ist in der Nacht auf Montag bei schlechtem Wetter erfolgt. Um 11.-20 Uhr vormittags ging der Kaiser an Land iinb besichtigte die Hafenanlagen, um sich dann durch •Nn Tunnel zur Besichtigung der Fortifikationsanlagen itad) dem Oberland zu begeben. Sodann nahm der Kaiser ein Frühstück im Ofsizierskqsino ein. Der Kaiser besichtigte im Oberland die neuen, nahezu vollendeten Befestigungen, insbesondere die neue Südgruppe.
* Die Kaiserin hat sich entschlossen, auf besonders dringende Bitten der Familie des Herzogs von Lumberland ihren Besuch in Gmunden bis Dienstag lbend auszudehnen.
* Berlin. Der Kaiser hat für die Feier seines ! Negierungs-Jubiläums folgende Intentionen bekannt- ; gegeben: Am Sonntag, den 15. Juni, dem Todestage Kaiser Friedrichs, soll von jeder öffentlichen Feier ab- geseh:n werden, nur soll bei den Gottesdiensten im all- gemeinen Kirchengebet der Bedeutung des Tages durch tine Fürbitte für den Kaiser gedacht werden. Am Montag, den 16. Juni, sollen Schulfeiern abgehalten und 1
die öffentlichen Gebäude beflaggt, von einer Illumination aber soll abgesehen werden. Insoweit von einzelnen Behörden, Gemeinden und Vereinen eine besondere Feier geplant wird, soll diese tunlichst am 16. Juni stattfinden. j
* Berlin. Bei der Reichsleitung besteht die Absicht, die ganz besonders ins Gewicht fallenden einmaligen Kosten der Heeresvorlage durch eine einmalige Abgabe vom Vermögen zu decken. Hierüber finden bereits Besprechungen der stimmführenden Mitglieder des Bundesrats statt. Es soll eine Milliarde auf diese Art eingezogen werden.
* Die Zentrumsfraktion des Reichstages wählte in ihrer letzten Fraktionssitzung den Abg. Speck zum zweiten Vorsitzenden der Fraktion.
* Der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg ist leicht unpäßlich, er hat schon gestern seine Teilnahme an einem Festmahl des brandenburgischen Provinzial-Landtages absagen müssen.
* Die Landtagsabgeordneten Grünewald N. Genossen haben in der Zweiten Kammer den Antrag gestellt, die W a h l p r ü s u n g e n zu den Wahlen der Abgeordneten der Zweiten Ständekammer an das Gr. Oberlandesgericht zu verweisen. In der Begründung zu diesem Antrag heißt es: „In allen Parlamenten, auch im Deutschen Reichstage und im Hessischen Landtage, leidet die objektive Prüfung und sichere Beurteilung der Wahlergebnisse unter den Rücksichten, welche die Parteien auf den eigenen Mandatsbesitz und die der anderen Richtungen nehmen. Das Recht, das allein maßgebend sein soll, für die Frage der Gültigkeit der Wahlen, tritt hinter die Parteiverhältnisse zurück, wenn auch nicht behauptet werden soll, daß die Wahlprüfuttgs - kommissionen und das Plenum der Parlamente absichtlich oder bewußt das Recht verletzen. Aus diesem Grunde ist die Uebertragung dieser richterlichen Tätigkeit an eine neutrale, unabhängige, mit allen gesetzlichen Garantien für eine objektive Rechtsprechung ausgestattete Instanz, wie der höchste hessische Gerichtshof sie darstellt, geboten."
vilarbeiter, allmonatliche Einberufung von Reservisten zu den Fahnen, eine Dienstzeit von 27 oder 30 Monaten geprüft und einstimmig als unzureichend erklärt hatte, sprach er sich ebenso einstimmig für die unbedingte 3jährige Dienstzeit ohne irgendwelchen Dispens aus.
Vom Balkan.
* In der Sitzung des albanischen Kongresses wurde festgestellt, daß der Kongreß nicht über den künfi tigen Herrscher über Albanien zu entscheiden habe. Es soll nur festgestellt werden, welche Regierungsform der albanische Staat haben soll.
Amerika.
* N e w - P o r k, 3. März. In Venezuela ist ein Aufstand ausgebrochen. Juan Arauja und 800 Mann haben zu den Waffen gegriffen.
Kergarbe trrlöhnr im Ruhrrevier für 1912.
Das Königliche Oberbergamt Dortmund veröffentlicht jetzt die Lohnstatistik für das ganze Kalenderjahr 1912. Nach der bekannt gegebenen Lohnnachweisung für das letzte Vierteljahr 1912 war ein Durchschnitts - schichtlohn der Gesamtbelegschaft von Mk. 5.17 (Mk. 4.75 im 4. Quartal 1911) und ein Hauerschichtlohn von Mk. 6.21 (Mk. 5.63) ermittelt. Die Berechnung des Jahresdurchschnittslohnes ergibt für die Schicht der Gesamtbelegschaft Mk. 5.03 (im Vorjahre Mk. 4.69), für die Hauerschicht Mk. 6,02 (5.55). Im Vergleich zum Vorjahre ist mithin eine Steigerung eingetreten bei der Gesamtbelegschaft um 34 Pfg., bei den Hauern um 47 Pfg. Wie sich Schichtverdienst und Jahresverdienst seit
sich aus folgender Zu-
Frankreich.
* Paris, 4. März. Der Oberste Kriegsrat hat nach dreistündiger Sitzung einstimmig erklärt, daß es im Interesse des Landes unbedingt notwendig sei, die Effektivstärke der Truppen zu erhöhen. Nachdem er verschiedene Mittel zur Erreichung dieses Zieles: als Ka-
Hauer
1909 entwickelt haben, ergibt sammenstellung- :
Gesamtbelegschaft
Oberberg-
Schicht-
Viertelj.-
Schicht-"
Viertel j.-
amtsbezirk
lohn
ver dienst
lohn
verdienst
Dortmund
M.
M.
M.
M.
1909
4.49
1350.—
5.33
1556.—
1910
4.54
1382.—
5.37
1589.—
1911
4.69
1446.—
5.55
1666.—
1912
5.03
1586.—
6.02
1858.—
1909 ist hiernach bei
Seil
der Gesamtbelegschaft der
Schichtverdienst um 54 Pfg., der Jahresverdienst um 236 Mk. gestiegen; bei den Hauern beträgt die Steig;-
pitulation, Ersatz der Oekonomiehandwerker durch Zi- . rung des Schichtverdienstes 69 Pfg'., des Jahresver
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MW Bürotechnik, Brückenbau.
Das Glückskind.
Roman von Irene von Hellmuth.
«Schluß.)
(Nachdruck verboten.)
MM.
„So liebst Du mich wahrhaft, Du man ganzes Mck !" jubelte Malljar in überguellender Lust. Das herz wird ihm zu eng, stürmisch, wie man es dem stets ss stillen Gelehrten niemals zugetraut, umfaßt er die zierliche Gestalt, und preßt sie fest an die glückatmende Trust.
Dann wandern sie Arm in Arm dem Forsthause zu.
Der alte Förster ist außer sich, seine Freude kennt seine Grenzen mehr, als Röschen an seinem Halse hängt uud weint und lacht in einem Atem.
„Das ist mir gelungen, Gott sei Dank!" ruft er überlaut.
Frau Therese steht mit strahlendem Gesicht daneben, über ihre runden Wangen rinnen Freuden - tränen.
„Na Alte, geh', rühr' Dich", stößt der Förster seine iflau an. „Besorge einen tüchtigen Verlobungsschmaus, schaff' herbei, was nur aufzutreiben ist im Hause — heute ist Festtag, — Ostern, das schönste Osterfest, das ich je erlebt habe! Nachher bekommst Du einen Kuß von mir!"
„Und von mir", fiel der ein, „denn Sie werden doch _____ —
mutter. Haben mir fa mein Bräutchen zärtlich behütet wie ein eigenes Kind."
Der Förster lachte. Das des Alten strahlte förmlich.
überglückliche Bräutigam
so eine An Schwieger
ganze gutmütige Gesicht
Bald darauf klangen die Gläser zusammen, um den Tisch saßen vier glückliche Menschen, und „Prost Schwiegermutter. sollst leben!" rief der glückliche Bräutigam in fröhlichster Laune.
Es war ein herrliches Verlobungsfest und Dr. Malljar erzählte immerfort.
Nur mit einem Punkte wollte Malljar nicht mit der Sprache herous, nämlich, als ihn Röschen darüber interpellierte, ob er es denn wirklich gewesen, der der großmütige Wohltäter ihres Bruders Waldemar geworden.
Nach längerem Sträuben gestand er endlich, daß er gleich bei Bewilligung des ersten Kredits von 5000 Mark daran gezweifelt habe, daß ihm Röschen die volle Schuldsumme ihres Bruders genannt. Er habe daher seinen Bankier beauftragt, die Verhältnisse Waldemars genau zu erforschen und dessen Schulden zu begleichen. Die Ausführung dieses Auftrages nahm selbstverständlich längere Zeit in Anspruch und konnte erst während der Abwesenheit Malljars, nachdem sich Röschen mit Winter verheiratet, bewerkstelligt werden. Malljar war glücklich darüber, das gute Werk getan zu haben.
Böhler war inzwischen auch gestorben, sein schlechtes Gewissen bereitete ihm unsägliche Leiden. Bei der Flucht Winters lebte er in entsetzlicher Angst, daß ihn als Mitwisser die gerechte Strafe ereilen würde. Erst bei der Nachricht von Winters Tod beruhigte er sich
einigermaßen, fand aber keinen Frieden mehr, kränkelte der Tod vor einen höheren
fort, und bald sühNe ihn Richter.
Das Seeschlößchen ist dischen Glückes geworden.
Mehrere Jahre sind
der Schauplatz höchsten ir-
vergangen, seit die junge
strahlend schöne Herrin dort eingezogen ist.
Wieder ist es Ostern, im Garten jenseits des Sees tummeln sich zwei braunlockige Knaben. Malljar hält das Kleinste auf dem Arm, die beiden anderen suchen emsia in jedem Busch nach versteckten Ostereiern, und jubelnd kommen sie jedesmal herzugestürzt, wenn sie ein buntes. bemaltes Ei des berühmten Osterhasen ge-
funden haben und das kleine klatscht ebenfalls ver - anügt in die dicken Händchen. Das ist ein Judeln und Jauchzen, welches im Walde ein frohes Echo weckt!
Aus dem Haufe, über die Brücke kommt jetzt eilig eine ältere Frau gelaufen, es ist die Tante Aurelia, die seit dem Tode ihres Mannes bei Röschen lebt und eine treue Hüterin ihrer kleinen Neffen ist, die sie nie aus den Augen läßt.
Die beiden Kinder warfen jetzt einen Blick auf die Straße hinüber, dann eilte der Jüngere, ein drolliger Bursche, Ostereier und alles andere vergessend, so schnell es die kleinen Beinchen gestatteten, über die mit einem hohen eisernen Geländer versehene Brücke und ruft im höchsten Diskant: „Mama, Mama, komm schnell herunter — der Großpapa kommt !" während der ältere Anabe schon jauchzend am Arme des Försters hängt und mit diesem in den Garten tritt.
Röschen, die blühende, reizende Hausfrau, kommt strahlend herbei und reicht dem Angekommenen die Hand.
Der Förster ist noch ebenso stramm, wie vor Jahren, die Gestalt ist noch ungebeugt, nur in das gute Gesicht hat die Zeit noch einige Furchen mehr gegraben.
Er uud seine Alte können keinen einzigen Tag vorüber gehen lassen, ohne sich an dem Glück ihres Lieb-
lings und an deren herzigen
Mit berechtigtem Stolz seine blühenden Juugen, die ren Menschen erziehen will.
Kindern ergötzt zu haben, blickt der Hausherr auf er zu tüchtigen, brauchba-
Ganz und gar widmet er sich seiner Familie, und darin findet er vollständiges Genügen; ihn verlangt nicht nach den Freuden der Welt, und Röschen, die überglückliche Gattin, ist jetzt doch noch ein wirkliches „Glückskind" geworden.
Ende.