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n ich t verengter Htiru^rN.^le wird ludn nimmm Verlag derGießener Zeitung" G. m. b. H

Nr. 11

Telep hon: Nr. 362.

Mittwoch den 5. Februar 1913.

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Telephon Nr. 3E2.

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Uom Balkan-Krieg.

Konstantinopel, 4. Febr. Ein vom Mini­sterium des Innern ausgegebenes Kommunique bestä­tigt, daß die Vulgaren gestern um 7% Uhr abends auf der Ost- und Südseite der Festung von Adrianopel mit Artillerie- und Infanteriefeuer das Bombardement auf die Stadt eröffnet haben. Die türkischen Truppen erwiderten das Feuer. In der Stadt herrscht Ruhe.

Konstantinopel, 4. Febr. Die Feindselig - feiten begannen auch auf der Halbinsel Gallipoli (bulgarische Kavallerie griff die türkischen Vorposten an) und am Nachmittag an der Tschataldschalinie.

Sofia, 4. Febr. Die Beschießung Adrianopels begann gestern abend 8 Uhr und wurde mit Unter - brechungen bis heute früh fortgesetzt, wo die Beschieß­ung wieder lebhafter einsetzte. Einige Stadtteile Adria­nopels sollen in Flammen stehen. Von den Bul­garen wurde den Konsuln und der Bevölkerung Adria­nopels Frist gegeben, die Stadt zu verlassen.

Sofia, 3. Febr. In unterrichteten Kreisen rech-

Tschataldschalinie 150 000 Türken gegen 140 000 Bul­garen stehen. An der kleinasiatischen Küste ist noch eine türkische Reservearmee von 50 000 Mann vorhanden. Bei Gallipoli stehen 50 000 Türken einer bei Demotica stehenden aus 30 000 Mann bestehenden bulgarischen Armee gegenüber. Bei Adrianopel befinden sich 55 000 Bulgaren und 40 000 Serben, während die türkische Be-

satzung 35 000 Köpfe

* Bezüglich der lungen hat sich Dr. Weise geäußert: Wir

zählt.

bulgarisch-rumänischen Verstand - D a n e w in Paris in folgender haben Rumänien einen Gebiets-

Tret man, daß die Festung in Höchstens 14 Tagen fallen wird. Bei Wiederaufnahme des Krieges wird es sich nun nicht mehr uM das Wilajet Adrianopel handeln,

sondern es wird nur von Konstantinopel und den Dardanellen zu sprechen sein, so schreiben die bulgarischen Blätter.

Serbien verpflichtete sich, Bulgarien bei Adrianopel b e i z u st e h e n, wogegen Bulgarien territorialen Wünschen Serbiens entgegenfommt. Es verlautet, Serbien sicherte sich das Recht auf gewisse selbsteroberte Gebiete.

Sofia, 4. Febr. Die Friedensverhandlungen wer­den während des Krieges fortgesetzt. Die Türkei nahm prinzipiell den Vorschlag der Londoner Borschasterreu­nion an, Adrianopel unter der Bedingung der Einsetz­ung eines Muftis abzutreten, jedoch vorerst die Waffen- cntfcheidung abzuwarten.

Konstantinopel, 4. Febr. Man spricht, daß demnächst halbamtliche bulgarische Delegierte in Konstantinopel einireffen, um über die Lösung der Adria- nopeler Frage zu verhandeln.

Nach militärischen Informationen sollen an der

vorteil angebolen durch die Abtretung zweier Dreiecke, welche in das rumänische Gebiet hineinreichen, sowie durch die Abtretung eines Küstenstriches südlich von dem rumänischen Hafen Mangalia. Schließlich haben wir alle Forderungen Rumäniens betreffend die Kutzowal- lachen in Mazedonien bewilligt, und haben sogar zu- g eg eben; däß deren Schulen und Kirchen in dem neuen bulgarischen Gebiet mit den Unterstützungen der rumä­nischen Regierung erhalten werden können. Wir hoffen, daß wir auf diese Weise einen neuen Patriotismus, einen ValkanpatriotismuT schaffen werden, daß Grie­chen, Bulgaren, Serben und Rumänen überall auf dem Balkan sich zuhaUs fühlen können.

I fahren gerade in dieser erinnerungsreichen Zeit würdig erweisen würde, um zu versichern, daß auch die schon schwer belasteten kleinen und mittleren Städte selbst große finanzielle Opfer zu bringen bereit sind, damit unser Vaterland infolge seiner auch den Gegnern un­angreifbar erscheinenden Kriegsbereitschaft seine Macht zugunsten des europäischen Friedens in die Wagschale zu werfen vermag. Der Vorstand kann die zögernde Haltung der Heeresverwaltung bei der Einbringung der Heeresvorlage nicht billigen, da die allgemeine Wehr - pfttcht infolge der großen Zahl der vom Heeresdienst befreiten waffenfähigen Söhne unseres Volkes lediglich auf dem Papier steht."

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Das Glückskind.

Roman von Irene von H^^muth.

verboten.)

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So wie die Sachen jetzt stände liklt Böhler das gewonnen, und sprach dies MjMsdem Freund Der letztere geriet darüber in eine unbändige Heiterkeit, daß er bereitwillig auf alles inging, was Böhler von ihm forderte, und dieser war :uh schlau genug, seinen Vorteil im rechten Augen­blick auszunützen.

Es ist nur der Ordnung halber," meinte er, e Hände peibend,daß Du mir schriftlich gibst, was h mündlich oft genug versichert hast, daß Du nämlich 1.8 eigenem Antrieb und freiwillig auf die meinem iÄndel zugesicherte Mitgift verzichtest^

IAber von Herzen gern,. Freund, das wollen wir Mich in Ordnung bringen. Hätt' ich nur das Mädel 1$, was fragt ich nach Eurem Gelde, davon hab' ich Ibst genug, brauche das Eure nicht, und ein Freund- Irstsdienst ist des andern wert. Du hast mir freund- aus der Patsche geholfen bei der Revision, dafür list Du belohnt werden."

I Winters Onkel, der ihn zum Erben einsetzen sollte, Ute zwar immer noch, obwohl derzärtliche" Neffe Mich auf das Eintreffen der Todesnachricht wartete. Michwohl schien eS ihm durchaus nicht an Geld zu feh- im Gegenteil, er verbrauchte sehr viel, La er in Mebigster, nobelster Weise die Försterin für die Mühe Plage, Lie ihr aus Lem Aufenthalt Ler Gäste er- Ms, schadlos zu halten suchte Lurch Geschenke aller

aus.

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Auch Kathi bekam ein ansehnlich sie lächelnd einsteckte und für Len iL aufbewahrte. ^____

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künftigen HauS-

Die deutschen Städte für eine beschleunigte Heeresverltärkung.

In der Vorstandssitzung des Reichsverbandes deut­scher Städte , die in diesen Tagen in Berlin abgehal­ten wurde, gelangte auf Antrag des Ersten Bürgermei­sters Dr. Velian-Eilenburg, wie derLokalanzeiger" meldet, einstimmig eine Resolution zur Annahme, wo­nach' dem Reichskanzler eine Entschließung übersandt werden soll, in der es u. a. heißt:

Der Vorstand des Reichsverbandes deutscher Städte (Vertretung der Städte unter 25 000 Einwohnern) blickt mit ernster Besorgnis auf die Stellung, die das Deutsche Reich in den gegenwärtigen Zei­ten der Kriegsgefahr" einnimmt. Der Vor­stand hält es für seine Pflicht, seiner Ueberzeugung Aus-

Keichspost und Leipziger Herzieverband.

Das Reichspostamt bereitet zur Zeit die Gründung von Krankenkassen für die Postunterbeamten vor, die wohl im März endgültig ins Leben treten werden. Die größten Schwierigkeiten hat die ärztliche Versorgung die­ser Kassen hervorgerufen. Die Verhandlungen zwischen dem Reichspostamt und dem Leipziger Aerzteverband waren zunächst gescheitert, weil der Aerzteverband aus Anerkennung seiner Forderungen bestand. Die Reichs - post wollte sich das Recht bewahren, Kassenärzte anzu­stellen, und sich im geldlichen wie auch im dienstlichen Interesse einen gewissen'EinMß auf den ärztlichen Dienst bei den Kassen sichern. Der Leipziger Aerzteverband boykottierte daraufhin bie Reichspost, und sogar die ge­setzlichen Aerztekammern erließen Warnungen an die ein­zelnen Aerzte. Da die Reichspost nach der Art ihres Betriebes auf Aerzte im ganzen deutschen Reich ange­wiesen ist, so blieb ihr gegenüber diesem Boykott nur übrig,, sich entweder den Forderungen des Leipziger Aerzteverbandes zu unterwerfen oder die Errichtung der neuen Kassen für die Unterbeamten aufzugeben. Schließ­lich zog die Reichspost das Erstere vor und traf mit dem Aerzteverband eine Vereinbarung, worin dessen Forderungen anerkannt sind. Da damit der Einfvuß der Kassen auf ihre wesentlichen Ausgaben ausgeschaltet und, wie die Erfahrungen bewiesen haben, auch damit ein gewaltiges Steigen der gesamten Kassenausgaben ver­bunden ist, so kann angenommen werden, daß sich der

druck zu geben, datz das deutsche Volk sich seiner Vor- . Reichstag mit dieser Vereinbarung näher beschäftigen

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Röschen allein rührte von all den kostbaren Ge­schenken, die ihr Winter in den letzten Tagen gemacht, nicht eines an. In ihrem Herzen sah es gar öde und traurig aus. Es war ihr jetzt zur Gewißheit gewor­den, daß Malljar ihrer nicht mehr gedachte, und mit dieser Erkenntnis schwand auch ihre Heiterkeit und ihre Freu­digkeit am Leben mehr und mehr dahin.

Wozu lebte sie überhaupt noch? Ein Tag würde dahin gehen wie der andere, und nichts würde mehr im­stande sein, die trostlose Oede ihres Herzens zu bannen. War es unter solchen Umständen nicht das Geratenste, die Werbung Winters anzunehmen, um damit wenig­stens den Bruder und dessen Gattin vor Verzweiflung und Not zu bewahren?

Dann vollbrachte sie wenigstens eine gute Tat was noch kam, war ihr gänzlich gleichgültig. Ihr Leben, ihr Glück, ihre Zukunft waren verwirkt, sollte aus ihrem Unglück nicht wenigstens Rettung für den geliebten Bruder erblühen? Nur durfte er nicht ahnen, daß sie seinetwegen sich in Las verhaßte Joch spannen ließ, er hätte ein solches Opfer nimmermehr angenommen unL wäre lieber selbst zu Grunde gegangen. Waldemar mußte glauben, Laß Lie Wahl Lieses Mannes ihr freier Entschluß war.

Röschen fühlte sich erleichtert bei Lem Gedanken, Laß es ihr Lurch ihre Verheiratung auch möglich sein würLe, Dr. Malljar Las Gelö, jene 6000 Mark, Lie er für Len Bruder geliehen, wieder, unL zwar möglichst bald, zurückzahlen zu können.

Wie Feuer brannte es in ihrer Seele und verletzte ihren Stolz, Laß es bis jetzt noch nicht geschehen konnte, aber das schwur sie sich zu, keine Stunde länger als nöttg, zu zögern. So nahm RKs.ch'ir sich fest vor, LaS Ovier xu brinaen unL Winter aiCU raten, = einen cm<

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Rosi ihm, als dem ersten von allen, ihren Entschluß, Winters Frau werden zu wollen, kund tat.

Ihm gestand sie auch, weshalb, und er riet ihr Lrin- ^^end davon ab.

Kind, Kind, tue Las nicht, ich bitte Dich, nimm doch Vernunft an. Sieh', eine Ehe ohne Liebe ist das schwer­ste, was es gibt,- überlege das wohl. Wenn Du an einen Mann gefesselt bist, den Du nicht lieben kannst, wird Dir Dein junges Leben bald zur Last werden."

Hoffentlich dauert es nicht mehr so sehr lange, Onkel! Dann ist doch wenigstens Waldemar gerettet, ich hoffe nichts mehr, aber er, er hat Lie Frau gefun­den, Lie er liebt, unL soll glücklich sein," entgegnete Rös­chen fest.

Sprich nicht so, liebes, armes Kind, Du brichst mir das Herz. Schau, Du bist noch so jung, Du darfst noch nicht alle Hoffnung aufgeben,- bleibe bei mir, und mit Ler Zeit wirst Du tiberwinden lernen, was Dir jetzt unmöglich scheint."

Nein, Onkel, - das nicht, ich werde so wie so Lahin wirken,' ist t ji nicht tausend Mal besser, ich werde bald erlöst vou einem Leben, das nur eine fort­gesetzte Qual für mich ist? Fch fühle es, laß es mich einmal wenigstens aussprechen, lieber, guter Onkel, ich, ich werde niemals imstande sein, den Mann, dem ich mein ganzes Leben geweiht, dem jeder meiner Ge­danken gehörte, wieder zu vergessen. O, Du ahnst nicht, wie ich ihn geliebt habe, mit jeder Faser meines Her­zens. Und daß er so so von mir gehen konnte, ich er­trage es nicht lange."

Man lernt viel ertragen im Leben, mein Liebling, glaube eS mir, wenn Du bei uns bleibst, wirst Du ver» Geffen lernen. Denke daran wie Du zu uns kamst, so verzweifelt, und heute? Nicht einmal mehr denkst

Du an LaS, was damals war." ; y^^ v^