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Verlag der ,, Uftener Zeitung " (8. m. b. H

Gießener

X^/ I (N«»* NâchrichteN)

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Är. 97

Telephon: Nr. 362.

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Zabern und Mrtr

Lie Vorkommnisse in Zabern sind durch die Dis- iirfojiqfeit der Rekruten entstanden, die eine Aeußer- ? itM Instruktiv ns Offiziers an die Oeffentlichkeit ge- I I haben. Eine Aenderung des Rekrutierungssy- 1 xv in der Weise, daß die Elsässer während ihrer iitärzcit ins Innere des Deutschen Reiches geschickt den, dürfte vor allem von Nutzen sein.

Und) einer Mitteilung, die uns von bestinformier- Seile ;ugeht, ist taum daran zu zweifeln, daß man ixen maßgebenden Militär- sowie den Zivilinstanzen Ilaifnahmen des Obersten v. Reutter in Zabern 1 Auslmnnt, und daß der Reichskanzler am Mittwoch '.ll Reichstag dem auch Ausdruck verleihen wird. Im echMinisterium hat man übrigens seit Samstag abend heine neuen Nachrichten erhalten. Die Berichte wur- s ugestern erwartet; bis dahin hält man mit seiner iiimh zu-rück, weist nur mit Nachdruck daraus hin, o ht Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist. Daher b atkh alle Meldungen über geplante Versetzungen b Verabschiedungen vorläufig noch verfrüht.

Olelicre elsässische Landwehroffiziere haben ihren 'sschied eii^gereid)t. Auch aus der deutschen Frie- s Gesell schaff sind einige elsässische Mitglieder autzge- eiii Wr 2. Dezember fand eine große fortschrittliche üostrerscrmmlung in Straßburg statt. Gegen die ver- P leih wefenen Zivilisten hat dte Militärverwaltung 0 WMbigitng des Landfriedensbruchs und der Be- ck-ig«. des Militärs erhoben. Unterstaatssekretär ^uVH mib Geh. Regierungsrat Pauli reisten gestern

ANm, 'um als Vertreter der elsässischen Regierung ^nttipcnation im Reichstag beizuwohnen. Samt - c Lin Freitag Verhafteten haben beim Staatsanwalt e ^troso nzeige wegen ungesetzlicher Festnahme erstattet

1 Hit Zivilklage gegen den Militärfiskus auf Scha-

« MM! B" «' "l'°b°n.

stvürdlgkeii I. fe^ , Jabern, 2. Dez. Im HotelZum Münchener Dafce $M^ ibhr |lkg, aus Straßburg kommend, der Rommam k râi ^'l :w. Feldartillerie-Brigade, Generalmajor Kühne, & W 'Er hat aus ausdrücklichen Befehl des Kaisers die

r Jung und W io : nach Zabern angetreten, um dort zwischen der

4 !tnd Militärbehörde zu vermitteln.

Jabern, 2. Dez. Am Bürgermeisteramt wurde } erlenieDicm nachmittag folgende Bekanntmachung angeschla- Zu^r WicbcrhoUmg meiner Aufforderung, sich I spielen: t d| der Straße anzusammeln, die Ruhe und Ord- h " ig |iid)t zu stören und jeder polizeilichen Anordnung } leicht rtimib ohne Widersprruh nachzukommen, richte ich bin Einwohnerschaft noch das dringende Ersuchen,

durch Mil Beschimpfung und Verhöhnung von Militär- iu ~ei zu erhalten, da das Garnisonskommando ge-

i i Lin, der eine Militärperson auf der Straße am ll.f virhöhnt oder sonst beleidigt, auf das aller - if^ Einschreiten lassen wird. Ganz besonders bitte

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Die tltcrn und Erzieher, ihre Kinder und Pfleglinge Wswk^.He lief Hinsicht streng zu verwarnen und unerwachsene

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Stufe nicht auf die Strafte zu lassen.

Ein neuer Zwischenfall.

fiebern, 2. Dez. Zu einem neuen Zwischenfall c r tonte in der Nähe von Dettweiler. Als gegen 7 findens Leutnant v. Forstner mit einem kriegsstar- Z Mi der 4. Kompagnie der 99er den Ort passierte, beiger Leutnant von vorübergehenden Arbeitern er- i Bto durch höhnende Zurufe beleidigt, von imu ließ sofort Halt machen und versuchte

l) ID^geschickte Patrouillen die Beleidiger sestnehmen as e die nach allen Seiten flohen. Dem Fadnen- er: Nieh gelang es, einen der Leute zu fassen, i! Ämhmacher, der sich mit allen Kräften seiner ixMig. widersetzte. Bei dem dadurch entstandenen

England.

* Erzherzog Franz Ferdinand und Ge- maUin sind von ihrer Reise nach England zurückgekehrt.

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Expedition : Selters weg 83

Mittwoch, den 3. Dezember 1913

Geraufe zog Leutnant v. Forstner den Säbel und hieb dem Schuhmacher über den Kops, der eine erhebliche Stirnwände erhielt. Leutnant v. Forstner be­gab sich sofort zum Bürgermeisteramt und gab den Vor­fall zu Protokoll.

91 us Metz, hier in der Nacht chc abgespielt hat

wird zum und

jetzt ein Vorfall besannt, der sich Sonntag an der St. Georgskir- leicht üble Folgen hätte halben

können. Dort hatte beim Vorübergehen einer Mllitär - Patrouille eine am Arm ihres Mannes dahergehende Frau gelacht. Die Frau und der Mann wurden von der Patrouille festgenommen. Als dabei die Pa­trouille noch das Seitengewehr aufpflanzte, sammelte sich, wie von sonst zuverlässiger Seite berichtet wird, eine Menschenmenge an, die in noch größere Erregung geriet, als von der Hauptwache am Paradeplatz vier Mann unter Führung eines Feldwebels mit aufgepflänz- tem Seitengewehr zur Unterstützung der Patrouille er­schienen. Ein junger Bursche, der Sohn eines Postbeamten, reizte die Patrouille noch außer­dem dadurch, daß er sich dicht vor sie hinstellte und trotz mehrfacher Aufforderung nicht von der Stelle wich. Wesentlich dadurch wurde die stark angewachsene Menge noch mehr erregt, und es hätte leicht dazu kommen kön­nen, daß sich die Soldaten veranlaßt gesehen hätten, von ihrer Waffe Gebrauch zu machen. Das wurde jedoch glücklicherweise verhütet dadurch, daß ein Polizeikommis­sar auf dem Platz erschien, dem es schließlich durch Zu­reden und strenge Mahnungen gelang, wieder Ruhe und Ordnung zu schaffen, und der die Patrouille bewog, nach Freigabe des Ehepaares abzurücken. Der junge Bursche, den die Hauptschuld an den Vorgängen treffen soll, wurde von der Polizeipatrouille in Haft genommen.

gen des

am und

Politische Rundschau Deutschland.

* Der Kaiser hörte vorgestern in Donaueschin- die Vorträge des Kriegsministers und des Chefs Militärkabinetts.

* Der Kaiser und die Kaiserin werden sich 14. Dezember zum offiziellen Besuch des Königs der Königin von Bayern nach München begeben.

Oesterreich.

* Ein Jubiläum von ganz außerordentlicher Selten­heit beging gestern am 2. Dezember der greife Gebieter auf Österreichs Herrscherthron, Kaiser Franz Joseph!.: das 65jährige oder eiserne seiner Regierung über die österreichisch-ungarischen Lande. Es ist das ein Jubelfest, wie es einzig dasteht in der ganzen langen Geschichte des Hauses Habsburg wie auch Österreichs überhaupt. Die Nordd. Allg. Itg." gedenkt des Jubiläums in einem Festartikel, in dem sie dem Herrscherjubilar die herzlichsten Segenswünsche des deutschen Volkes ausspricht.

Frankreich.

* Paris, 1. Dez. Die Kammer stimmte 291 gegen 270 Stimmen für eine Anleihe von Millionen Francs, wegen deren die Regierung Vertrauensfrage gestellt hatte.

mit 1300 die

* Die Millionen-Änleihe, die durch die neue Hee- resverstärkung nötig geworden war, ist nach mehr­tägiger Debatte in der von der französischen Regierung geforderten Höhe von 1300 Millionen mit 291 gegen 270 Stimmen, also einer Majorität von nur 21 Stimmen von der Deputiertenkammer angenommen worden, nachdem die Regierung die Vertrauensfrage gestellt hatte.

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Telephon dir. 862.

25. Zahrg

Bulgarien.

* König Ferdinand wird demnächst dem Präsidenten der französischen Republik, Pvincare und dem Zaren Nikolaus einen Besuch abstallen.

* Die Vorsichtsmatznahmen im königlichen Palast ru Sofia sind erheblich verstärkt worden, weil be, stimmte Nachrichten über ein gegen den König Ferdinand geplantes Attentat vorliegen.

Vom Balkan.

* Unter dem NamenKomitee für Asien" tra­ten gestern vormittag die Delegierten Deutschlands, Öster­reichs, Frankreichs, Englands, Italiens und der Schweiz sowie Rußlands zum ersten Male zusammen, um das armenische Reform-Projekt zu studieren. Das Komitee sprach seine Meinung dahin aus, daß die Re­gierungen der dem Komitee angehörenden Vertreter keine Verantwortung für die Durchführung der Reformen in Armenien übernehmen könnten, da ja die europäische Kontrolle von der Türkei zurückgewiesen würde.

Amerika.

* Das amerikanische Geschwader, das sich augenblicklich im Mittelmeer befindet, erhielt den Befehl, sofort nach Veracruz abzugehen, um an der Blockade dieses Hafens, die nunmehr von den Vereinigten Staaten beschlossen worden ist, teilzunehmen. Admiral Badger versammelte seine Flotte gestern abend noch in Gibraltar und ist in der Nacht nach Mexiko abgedampft.

hessischer Landtag.

Darmstad 1, 1. Dezbr.

Die Erste Kammer trat heute vormittag zu einer Plenarsitzung zusammen, in der nach Vereidigung des neuen Mitglieds Medizinalrat E. A. Merck die Re­gierungsvorlage betreffend die Eingabe einer Million Mark an die Zentralkasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften und die entsprechenden Ausschußanträge beraten wurde. Der Ausschußreferent, Geh. Kommerzienrat Dr. Strecker, wies kurz auf die Geschichte der Vorlage hin und be­gründete die bekannten Anträge des Finanz-Ausschusses her Ersten Kammer auf Bewilligung eines Kredits von weiteren zwei Millionen Mark. Ein Darlehen von einer Million Mark allein würde völlig unzureichend sein, und deshalb beantrage der Ausschuß, daß ein weiterer unkündbarer Kredit von einer halben MUlion und ein jederzeit kündbarer Kredit bis zu eineinhalb Millionen Mark bewilligt werden müsse. Der Ausschuß sei der fe­sten Ueberzeugung, daß nur durch die Hergabe eines Kredits eine wirkliche Durchführung der Sanierung des hessischen Genossenschaftswesens in die Wege geleitet wer­den könne.

Freiherr Heyl zu Herrnsheim wies in läm gerer Rede darauf hin, daß die Preußenkasse bei der Krisis in Hessen in dankenswertester Weise Unterstützung geleistet habe, daß eine wirklich dauernde Hilfe aber nur durch Hessen selber möglich sei. Der Antrag aus Er - richtung einer Hessenkasse würde sich am einfachsten da­durch realisieren lassen, daß die jetzige Landeskreditkasse, die ja völlig eingeschlasen sei, zu einer Staatsbank für die Hebung des gesamten hessischen Mittelstandes um- gestaltet würde. Es stehe fest, daß von den 14 Milli­onen der alten Bank 7 Millionen verloren seien, wo­ran Rheinhessen allein mit 4 Millionen Mark partizi­piere. Es kämen etwa 115 notleidende Genossenschaften in Frage und es reiche da eine Million Darlehen nicht aus. Es müßten der Regierung weitere Mittel zur Ver­fügung gestellt werden. Der zweite Punkt der heutigen Tagesordnung betreffe eine Regierungsvorlage, nach der der Staat 5 Millionen Mark Realkredit für