Gießener Peilung
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Verlag der „«iehener Zeitung" O. m. b. H.
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Telephon: Nr. 362.
Uom Balkan
oschüre Der bulgarische Ministerrat bestimmte den General . ^ Sowow und den früheren Belgrader Gesandten ^iL0^ antschew, sowie den bisherigen Unterhändler 4iat- ^schcwitsch zu Delegierten für die direkten Veryand- limgen mit der Türkei.
ewitz. Hai Der Pforte liegen bereits die bulgarischen Vorschläge in großen Linien vor, welche Ratsch - ^fs witsch gestern dem Grotzwesir unterbreitet hat. Nach die- eriihmten qJW Vorschlägen soll der Maritza-Fluß bulgarisch bleibt'!. In Sofia glaubt man, des Besitzes des Flusses faiöptfäti^ deshalb zu bedürfen, um die Verbindung ^ÄÄini! Dedeagcrtsch aufrecht zu erhalten. Adrianopel fällt tau die Türkei, aber nicht der Bahnhof, der auf dem Jwbten, also bulgarischem Maritza-User gelegen ist. Die ' Grenze ginge von Adrianopel nördlich an Kirkiliffe vor- l bei, das bulgarisch bleiben werde und endet am Schwar- BJ.W Meer in der Nähe der Stadt Jndiada. Die Türkei, so heißt es, stelle sich im Gegensatz zu diesem Vorschläge auf den Boden ihrer Note vom 19. Juli dieses Wes.
j Konstantinopel, 2. Sept. Die Pforte hat - ou- ^cn P^sâslag Natschewitsch, wonach die türkisch - ^l I bulgarische Grenze von Enos ab 2 Kilometer nördlich H- Adrianopel und von da nach dem Friedensverlrage Mj/ woii -San Stefano bis zum Schwarzen Meer verlaufen loll, folgenden Gegenvorschlag gemacht: Enos-Mufta- l^ Pascha, dann die alte Grenze am Schwarzen Meer >,, a Lis Dimolika-Ortaköi, dann 15 Kilometer jenseits der
5?^ly Mritza, um die Bahnlinie in türkischem Besitz zu er- fallen.
* Belgrad, 2. Sept. Die Vertreter der Groh- kelin v. rnSdftc überreichten Dr. Spalaikowitsch,^ dem intenmifti- ali gibl l :i Minister des Aeußern, das an Serbien gerichtete an auf l gisuchen, den Bewohnern der albanischen Grenzstriche l Heien Zugang zu den Märkten von Dibra und Djako- I «ha zu belassen.
• Belgrad, 2. Sept. Morgen beginnt der direkte Bahnverkehr zwischen Belgrad und S o - ___ io. Auf der Bahnstrecke Nisch—Wranja fand heute 27^55 tbb um 5 Uhr ein heftiger Zusammenstoß zwischen Leerzüge von Nisch und einem mit Soldaten ge- MMen von W-ranja statt. Fünf Soldaten wurden ge- 14 schwer verwundet. 'M!
ize. Das pri;. rkegel gele^ s inken ausgesi. g
Nach dem Sturm.
Erzählung von Emil ü-rant.
jaëvÄv^ 26) iNachdNlck verboten.) inemBesitz - | 93ürminSH geleitete seinen Schwager in die gehet5 ist es ^.J in <vretn den zimmer und begab sich dann in seine Gema rechea ^, um sich nach der langen Wagenfahrr umzukleiden
Äisii'^'"" war er Kieler Mn eilen Schritten ^*»‘ M»r? O t nrf 91 n f
rasch zu Ende und ging mit in das kleine Enzimmerchen im un-
Vlordnet, und das Wasser in dem blitzenden Samovar ton seine eigentümlichen Melodien. Graf ^arminé: si
Dm allein, und fast freute er sich darüber. Noch nie in ieihem Leben war er so froh in .^rzemien eingezogeu.
Den Stork. Auf Sem Tisch waren bereits die Gläser
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Eine ganze Reihe zufälliger Umstände hatten
h//ö d heute an Sem naßkalten Herbsttag. Und wer hatte bewirkt?
lige . Eine ganze Reihe zufälliger Umstände hatten sich ^ vv ^ unden, um in dem Seelenleben des Grafen einen °es od. Binnen Umschwung hervor^nrns^n.
:u MprüfuDf] Schon die Luftveränderung wirkte günstig auf ' kostelriuc. Nerven ein. Mehr aber noch das ueranjcnc
LL lose'Mlteu in Tatischan fanden sich Vertreter
Aristokratie zusammen a\ö hier feierte man iterstrasseÜ|tobe Feste, prachtvolle Auesinge wurden U'nerno'n- ' i)iEtn. Aber das ganze Leben und Treiber: tu ar durch-
von einem gesunden Hauch,' Hier sah Graf War- ^^^^iniibHi, und er war sich dessen bewußt, jfjllpi MC» Erfüllen übernommener Pflichten vor Uebersättigung schützt. Dieser .âpMvrniivrechcnü lebten und handelten di- Glieder dieses
daß Arbeit, das Leben Erkenntnis
»oi^'ises. Da war zmmchst sein Schwiegervater, dieses ^A^^iitcr eines Aristokraten. Aber auch er hatte sich - WMF Augenblick besonnen, den Fortschritt auf allen
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- >’^Mieten des menschlichen Wissens in seinen Dienst zu pevo^riMciL Graf Warminski hatte ihn einmal aussprechen Drnbe^S^' ^^ er es als Vergehen gegen Staat und Ge- erschuft betrachte, wenn man nicht an der Entfaltung ohneKS- Ku Zweige des Erwerbs nach den von Gott verliehe-
Lrpedition: Selttrsmeg S5.
Mittwoch, den 3. September 1913.
* Bukarest, 2. Sept. Einem Redakteur des rumänischen Blattes „Veverul" erklärte eine hohe bulgarische Persönlichkeit, die sich augenblicklich in Bukarest aus hält, Bulgarien stehe vor einer R e v o l u t i o n mit republikanischem Charakter. Die Revollulion werde die Absetzung des Königs Ferdinand und die Proklamierung der Republik bezwecken.
Politische Rundschau.
Deutschland.
* Der zweite Sekretär der deutschen Botschaft in Men, Legationsrat v. Bethmann Hollweg begibt sich nach Belgrad, wo er während eines kurzen Urlaubs des dortigen deutschen Gesandten Griesinger die Leitung der deutschen Gesandtschaft übernimmt.
' * Berlin. Beim Wiederzusammentritt des Reichstages wird sich die verstärkte Geschäftsordnungs - kommijsion im Zusammenhang mit dem Antrag Bassermann, die Wahlprüfungen einer richterlichen I n st a n z zu übertragen, also mit einem Vorschlag auf Errichtung eines Reichsgerichts für Wahlprüfungen zu befassen haben.
* Die Anwesenheit des Generals Pollio in Berlin hängt mit der Parade der d e u 1 s ch e n H ochse eflotte vor dem Herzoge der Abruzzen zusammen. Die deutsche Regierung wollte den zukünftigen Ches der italienischen Flotte und den Eeneralstab- chef in liebenswürdiger und nützlicher Weise in die Lage setzen, die militärischen Organisationen des Deutschen Reiches im Augenblick ihrer Tätigkeit näher kennen zu lernen.
* Berlin, 2. Sept. Die „Post" teilt eine Stelle aus der Londoner Schiffahrtszeitung „Fairplay" mit, in der es heißt: Die gegenwärtigen Unruhen würden nicht existieren, wenn wir die deutsche Flotte überfallen und niedergemacht hätten, wie es Nelson 1801 mitten im Frieden mit der dänischen Flotte im Hafen von Kopenhagen tat.
* Stuttgart. Der Prince os Wales ist Dienstag vormittag zum Besuche des württembergischen Königspaares in Friedrichshafen eingetroffen. Er wird sich Mittwoch früh zu den Hochzeitsfeierlichkeiten nach Sigmaringen begeben.
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neu ^aaat muuiüeizere. Fürst Bogdan baue nicht nur in der Landwirtschaft hervorragende Verbesserrmgen hervorgerufen, ei hatte auch an Industrie unterstützt, i ja er war — freilich mit aller Borsicht — unter die I Gründer gegangen uni ■ . Leute in der ganzen Um* I gegend euw^uöe:; das als ane Wohltat. Endlich bot sich ihnen eine Gelegenheit, Geld zu verdienen, endlich waren die drückenden Sorgen: Was werden wir essen? Womit werden mi" uns betleiben? von vieler Herzen genommen
Und Demeter war ganz des Vaters Ebenbild. I Auf großen Reisen nach England. Deutschland und Frankreich hatte er fern Wissen verenge ec, technische Anlagen und Neuerungen kennen gelernt, er hatte gesehen, was tu Hanse noch fehlte und dann, nach seiner Heimkehr, war er frisch ans Werk gegangen. Das Beispiel des Fürsten wirkte anregend. Wenigstens lernten viele wieder die Arbett schätzen, die es früher unter ihrer Würde gefunden hatten, sich um solche Sachen zu kümmern.
So war es auch dem Grafen Warrninski gegangen, Die Sommerrood)cr in Tatischan waren eine Lehrzeit von unschätzbarem Wert. Es mar ein Glück, daß seelische Kämpfe und Erschütterungen dieser Zeit- roraus- geganaen waren, daß sein Ehrgeiz und sein Ehrgefühl in d:e Schranken gerufen worden waren zum Kampf gegen die Verarmung, gegen den Ruin. So fiel alles das, was er sah und hörte, auf fruchtbaren Boden. Eigentlich hatte er erst uorgebabt, eine größere Reise zu unternehmen,' das aber gab er bald auf. Sobald Dem, sein Schwager, abkömmlich war, wollten sie alle nach & meinten reisen, um dort an Ort und Stelle Ver- besserungsvläne zu entwerfen. Im stillen hoffte der Graf, daß Fürst Dem das Gelände zur Anlage irgenö- emer industriellen Unternehmung geeignet finden wer- ! de. Jedenfalls hieß es in Zukunft: wacker arbeiten, ! und Grai Warminski reckte sich, als wollte er zu sich sagen: Was andere können, das kann ich auch.
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Telephon Nr. 862. 25. ^ütjtlL
I England.
* Sigmaringen, 2. Sept. Heute nachmittag , fand im Schloß großer Empfang statt, bei dem viele Geschenke überreicht wurden. König Manuel und seine j Braut, sowie der Fürst hatten für alle freundliche Worte. ; Die Erschienenen wurden nachher bewirtet.
Oesterreich.
Eine sehr unnütze Frage hat die „Neue Freie Presse" dem zurzeit in Karlsbad zur Kur weilenden ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Georges Clemenceau vorgelegt. Man bat ihn, sich über die „Notwendigkeit freundlicher Beziehungen zwischen Frankreich und Oesterreich-Ungarn" zu äußern. Clemenceau, der nicht als besonderer Freund des Deutschen Reiches bekannt ist, hat sich zur Beantwortung der sehr interessanten Anfrage aus Wien durch folgendes Schreiben beeilt:
Karlsbad, 30. Aug. Mein Herr!
Ich erachte es als ganz außerordentlich wünschenswert, daß die Beziehungen zwischen Oesterreich- Ungarn und Frankreich nicht nur gute, sondern herzliche seien. Dies ist der lebhafte Wunsch des sranzö- fischen Volkes wie der sichere Wille seiner Regierung.
Ich versichere Sie meiner ausgezeichneten Wertschätzung.
G. Clemenceau'.
Dreibundsreundlich können die Stimmungen, aus denen heraus die Anfrage bei Herrn Clemenceau erfolgte, kaum gewesen sein.
W i e n, 2. Sept. Von einer hier aus Sofia eingetroffenen politischen Persönlichkeit erhält die „Epoca" Mitteilungen über blutige Straßen-Demonstra- t i o n e n in Sofia gegen Dr. Danew. Zahlreiche bulgarische Soldaten umzingelten darnach am letzten Mittwoch das Haus Dr. Danews. Sämtliche Fensterscheiben wurden durch Steinwürfe zertrümmert und auch Revolverschüsse wurden in das Haus abgefeuert. Ein Teil der Soldaten versuchte unter dem Ruf „Tod dem Vaterlandsverräter", das Haus zu demolieren. Die Polizei konnte die Demonstranten nicht bewältigen. Es mußte Kavallerie herbeigeholt werden, die viele Soldaten durch eine Säbel-Attacke verletzten. Der Kommandant der Kavallerie, Bottew, wurde durch einen Revolverschuh tätlich verletzt. Erst allmählich wurde die Ruhe wieder hergesteltt.
Dreier G^oaicreugang wu^oe umui das Geräusch von Schritten unterbrochen, die sich der Tür näherten. Demeter Bogdan trat ein. Der Graf ging ihm ein : wenig entgegen und sagte lächelnd: „Steine Aèädel brauchen etwas länger Zeit, um salonfähig zu werden, wir werde:: wohl auf sie verzichten müssen."
Der Gras klingelte, und ein alter Diener kam zur Bediermng der Herren. Diese plauderten von allen möglichen Dingen,' das prosaisch Geschästliche wurde I nicht berührt.
Am folgenden Tage kam dieses dafür voll und ganz zu seinem iièecht. Jan Sojla kam mit einer Mappe, die die mit Schriftstücken vollgepfropft war, und nun begann der Bericht. Fürst Bogdan nahm auf ausdrück- uciii Einladung seines Schwagers an der Konferenz teil.
Die Hauptpunkte der Beratung bildeten die vom Grafen augeordnelen Verkäufe des Holzes und der i Außen werte.
Sojka berichtete: „Troy günstiger Angebote habe : ich mutt nicht entschließen können, ohne Ihre ausdrück- ! liche Genehmigung den Holzverkauf abzuschließen. : Ich habe Dafür nur einen Grund: Die Käufer beab- : sichtigen, in der Nähe eine Sägemühle und eine Fabrik ausiuega; und vas Holz hierfür entsvrechend zu verwerten. Da erinnerte ich mich an einen Passus aus dem Brief der Komtesse Jadwiga und dachte, daß wir dann ebensogut selbst eine Sägemühle anlegen könnten, zumal unâ Wasser in Hülle und Fülle zur Verfügung steht. Um diese Mühle noch rentabler zu machen, könnte man sie als Nebenbetrieb irgend eines anderen industriellen Unternehmens, in dem die Holzverwertung eine Nolle spielt, einrichten. Mit dem Verkauf der Außenwerke ging alles glatt. Der Kaufvertrag bebarf nur noch Ihrer Genehmigung. Doch wollte der Käufer, ein Baron Kappel, vorher persönlich mit Ihnen Rü^- sprache nehmen. Hier ist der Kaufvertrag."
(Fortsetzung folgt.)