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vierteljährlich 75 Pfg., vorarrszahlbar, frei ins HauS. Abgeholt in unserer Expedition ober in den Zwei?- ausgabestellen vierleljährltch 60 Pfg. — Erscheint Mittwochs und LamStagS. — Redaktion: Selierè- weg 83. — Für Aufbewahrung oder Rurklendlmq n «ch' verlangter ^tanuskrüne wird nicht garantiert. Verlag der „Gilt eisen er Zeitung " Ö. m. b. H
Expedition: 5 eltersweg 83
Nr. 79. w—■—
Telep Hon: Nr. 36*2.
Mittwoch, den 1. Oktober 1913
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Telephon dtr. 862.
25. Jahrci
Uom Balkdii.
I^n|ti. * Der türkisch-bulgarische Friedensvertrag wurde Oti ntag abeud gegen 7 Uhr unterzeichnet. Die Unter - ZVdSfl Zeichnung nahm etwa zwei Stunden in Anspruch, da 36 llnterschristen erforderlich waren.
■fienfauH; Der offizielle Teil der wichtigsten Artikel des tür= L 'lfh-bulgarischen Friedens-Vertrages lautet: Artikel 7:
^ -e aus den von der Türkei den Bulgaren abgetretenen _„M Erbieten [tammenben und dort wohnenden Personen iönstmâd ^en bulgarische Untertanen. Diese zu bulgarischen Un- 'itslcht. Iltiißanen gewordenen Personen werden während eines u-Ml ftüraumes von 4 Jahren die Freiheit haben, Ort und Latits, kielte zugunsten der ottomanischen Nationalität zu op-
die Gesellschast der orientalischen Eisenbahn beschränkt aus die für die abgetretenen Gebiete ihr konzedierten Teile der Bahnlinien. Die bulgarische Regierung verpflichtet sich, unverzüglich das rollende Material und andere Objekte, die der genannten Eisenbahngesellschaft gehören und von der bulgarischen Regierung beschlag -
Stadt wird stündlich erwartet. Die serbische Garnison ist 4000 Mann stark.
nahmt worden
Wie von steht tatsächlich
sind, zurückzugeben.
diplomatischer Seite geschrieben wird, be- die Gefahr einer neuen Verschärfung der
irren durch eine einfache Erklärung bei den lokalen bul-
aU. arischen Behörden und durch Eintragung bei den otto- ionischen Konsulaten. Die Muselmanen in den abge-
Schuppenfit reuen Gebieten, die bulgarische Untertanen geworden ikroph. Eh
,, tid werden während 4 Jahren nicht zum Militärdienst 2 Illi rèta »gezogen und haben keinerlei Militärsteuer zu be- ige, Adert ; a! teu Die Muselmanen, die vom Optionsrecht Ge- i*? ja auch machen, werden die abgetretenen Gebiete verlassen, Hub zwar bis zum Ablaufstage der oben vorgesehenen
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bitrjöbrigen Frist, woraus sie das Recht haben, Hab
Ad Gut zollfrei auszuführen. Sie können jedoch Im- Sali Mobilien jederzeit in Stadt und Land behalten und sie
jich. Bestr. . Mrch Dritte verwalten lassen. — Art. 8: Die musel -
1.15111 iranischen Untertanen Bulgariens werden in allen Ge- lu den " Hietcn Bulgariens die gleichen bürgerlichen und politi
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iä?Dmde ®h'u -^^üe geniesten, wie gebürtige Bulgaren. Sie wer- â ^ . Dem Gewissensfreiheit und Freiheit der äußeren Ausüb- ^-^r- kmg des Kultus haben. Die muselmanischen Gewohn-
■■■ ' n werden respektiert. Der Name des Sultans als ' - [inlif wird weiterhin in den öffentlichen Gebeten der
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I»nlif wird weUerhir
* ytitfelmancn genannt werden. Die muselmanischen Religionsgemeinschaften, die gegenwärtig bestehen oder in i^ckunsi errichtet werden, erhalten ihre hierarchische Or-
norrhöe(Hi t ) und SypM i ohne Eiwt •
ohne Re - ■osch. 5 fci 20. Spezia’r | squen’s, 6 ■
Heilverl!
r1 a.M., Kr Wu a- k sen 9. Berl [erstrasse I
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I Konisation und ihr Vermögen anerkannt und respektiert - Art. 16: Die bulgarische Regierung ist auf die Rechte land Verpflichtungen der ottomanischen Regierung gegen
balkanischen Frage durch einen Krieg zwischen Griechenland und der Türkei. Nach hierher gelangten Nachrichten haben sich die Verhältnisse zwischen den beiden Staaten in der Tat sehr zugespitzt. Aus Grund guter Informationen steht es fest, daß zwischen Bulgarien und der Türkei Abmachungen getroffen sind, die einen Krieg gegen Griechenland ins Auge sassen. Die Sachlage ist jetzt so, daß aus dem Balkan ein b u l - garisch-türkischer Zweibund dem ser - b i s ch-g riechi sch-montenegrinischen Dreibund gegenübersieht. Von dem letzten kommt Montenegro kaum in Betracht, und Serbien ist durch die Aktion gegen Albanien so bedeutend engagiert, daß es vorläufig mit sich selbst genug zu tun hat. Der Zeit - punkt für ein türkisches Vorgehen gegen Griechenland wäre also gerade jetzt sehr günstig, denn Bulgarien, das allein die türkischen Absichten stören könnte, wird vermutlich der Entwickelung der Dinge mit den Händen in der Tasche zusehen und später, wenn nötig, zugunsten der Türkei eingreifen. Angesichts des albanisch-serbischen Krieges und der neuen türkisch-griechischen Kriegsmöglichkeilen darf man wohl behaupten, daß die Lösung des Valkanproblems noch in weiter Ferne steht.
Nach heftigem Kampf haben nach einer Meldung aus Valona zufolge die Albaner Dschakowa eingenommen und dort große Mengen Waffen und Munition erbeutet. Auch O ch r i d a ist gefallen, und viele I Geschütze sowie Lebensmittel sielen in die Hände der 1 Albaner. Prizrend ist umzingelt. Der Fall der
Sofia, 30. Sept. Das Regierungsblatt „Narod ny Prawa" sagt in einem Leitartikel, das serbische Heer könne sich nur mit Mühe der Albane r e r - w ehre n, und es sei den bulgarischen Truppen ein leichtes, einen Triumphzug durch Mazedonien zu unternehmen, um die verlorenen Gebiete wieder zu erlangen. Wenn die Regierung das Volk hindere, seinen Zorn gegen das ohnmächtige Serbien auszulassen, so sei es aus der Ueberzeugung geschehen, daß Bulgarien endlich erhalten werde, was es durch Gut und Blut erworben habe.
osia, 30. Sept.
Kriegsministenum ver
öffentlicht die Statistik der bulgarischen Verluste während der beiden letzten Balkankriege. Im ganzen hat die bulgarische Armee an Toten, Verwundeten und Vermißten 5 2 7 1 6 Mann verloren. Man glaubt, daß von den Verwundeten etwa 10 000 Mann lebenslänglich invalid bleiben werden.
Valo n a, 30. Sept. Eine Anzahl albanischer Notabeln aus Ekrem, Flora, Hairedin, Dibra und Achmed Dakli richteten folgenden Ausruf an d i e z i - vilisier 1 en Macht e: „Das albanische Volk, das seit Jahrhunderten beständig sein Blut für seine Freiheit vergoß und die Bahnen für die Erfolge der Balkan - staaten eröffnet hat, hat noch immer keine Gerechtigkeit finden können. Hier, in Südalbanien schmachten Hunderte unserer Brüder in griechischen Gefängnissen. Sogar die Nationaltracht bildet einen Gegenstand der Verfolgung seitens der Ortsbehörden. Die Derwische werden krumm und lahm geschlagen oder getötet. In Goritza und Dalkina, das bereits Albanien zugesprochen ist, herrscht vollständige Anarchie. In Nordalbanicn setzen die Serben ihr Zerstörungswerk fort. Massakriern n- gen ganzer Familien sind an der Tagesordnung. Jüngst erst wurden albanische Hirten gehängt und ihre Leichen zerstückelt. Nicht einmal die Unschuld wird geachtet. Die
Fra nU-fi ir a IV[ Chemisches Reinigen und Färben von Damen-, Herren- und K Kindergarderobe, Vorhängen, Decken, Teppichen, Portieren,
Fellen, Spitzen, Federn, Reihern, Kindermützen, Handschuhen etc. Zirka 1000 Angestellte.
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Nach dem Sturm.
Erzählung von Emil Frank.
(Nachdruck
EA fiel Else tatsächlich aber auch eine Verbindung zu willigen, die gar täuschung, wenn nicht gar Unglück bringen
verboten.) schwer, in leicht Ent- kounte. Auch
ihr war es in den letzten Tagen bewußt geworden, daß es Stunden gibt, wo der Mensch gern zu einem lieben Gefährten seine Zuflucht nimmt, ihm rückhaltlos sein Herz ausschütten will, daß Einsamkeit eie Mutter der Sehnsucht ist. Aber andererseits konnte sie sich nicht entschließen, in einen geschlossenen Familienkreis als fremdes Glied einzutreten. Ja, wenn die Kinder klein, erziehungsbedürftig gewesen wären, dann hätte sie ket- uen Augenblick gezögert, ne hätte all ihre Kraft eingesetzt, ihnen Mutter im edelsten Sinne des Wortes zu werden. Das war aber jetzt nicht mehr möglich, die Kinder waren zu groß.
Darum erwiderte sie nach langer Pause:
„Ich kann nicht Ihr Weib werden, wenigstens jetzt nicht'." Dann setzte sie ihm die Gründe auseinander.
Graf Warmiuski sann nach. Er fühlte, daß Else recht hatte und sprach: „Mir bleibt nichts anderes übrig, ich muß mich fügen. Darf ich dann mein Werben wohl ■ wiederholen, wenn ich allein bin?"
Sie sah ihn lange an, dann senkte sie teil Blick und Sagte ganz leise: „Dann ja!"
Da wollte er sie an sich ziehen, ihre Hand küssen, Doch sie wehrte hastig ab, als fürchtete sie, durch jede Gunstbezeigung ihren Entschluß preiSzugeben. Der 'Graf nahm raschen Abschied und ging. In seiner Seele uvar Hoffnung. —
Am folgenden Tage wurde die Rückreise über Zürich und Wien angetreten. Als es galt, aufzubrechen, Mb es noch eine kleine Szene. Slawa war plötzlich bei -rem Vater erschienen, hatte schluchzend sich an seine
Brust geworfen und unter Tränen den Wunsch geäußert, dauernd nach K^rzemieu zurückzukehren. „Bitte, Papa," flehte sie, „laß mich in Krzemien bleiben, ich mag nicht allein in Lausanne sein, bitte!"
Gras Warmiuski ließ sich erbitten. Er nahm rasch mit Fürstin Bogdan Rücksprache, um deren Meinung zu vernehmen, und schließlich bekam Slawa ihren Willen. Es war beschlossen worden, eine Gouvernante zu engagieren, um Slawa eine abgeschlossene Bildung zu vermitteln.
Bis Wien reiften alle zusammen. Zwar wäre auch die Fürstin gern einige Tage in der schönen Kaiserstadt geblieben, aber ih^ Gatte hatte es eilig und vertröstete sie auf später. Auch Baron Kappel gönnte mb
keinen Aufenthalt, und Jadwiga Einsamkeit ter galizischen Wälder getan, daß er sie ihrer Gesellschan er ihr dies nicht übel und schied
Auf Wiedersehen.
meinte scherzend, die habe es ihnen so au- orzöge. Doch nahm mit einem herzlichen
Die Trennung dauerte denn auch nicht lange. Die KennBTn k men schon uwerwcgs nicht aus dem Sun-neu becaus. Früher war io eine Reise von Krakau nach Tn-em eu eine wahre Hettmwn wcan mußte nach ^emlcrg fahren, fam noch einige Stationen weiter bis Samborn und hatte trotz des lwrwZ nrch nne Wagenfahrt von mehr als sieben Sinuden, Uno was maren das für Wege! Uno jetzt! Da stiegen sie in Krakau um und fuhren mit der Bahn bis Kochanow, von wo aus man Krzemien bereits lieg-n sah. Das heißt, man erblickte eine große Menge nm Bännn n und über das
grüne Laub dach ragte eine gewaltige Fahne in den alten Farben des Wa'rminskischeu Hauses. Der Graf schütze verwundert den Kopf Er raute sich nickn erinnern, Auftrag zu derartiger Ausschmückung gegeben zu haben.
Varon Kappel hatte es CC . dn
nennen lasten, 1
persönlich seinen Freund und dessen Töchter abznhoten. Die Begrüßung war durchaus herzlich, und dann fuhr der Wagen auf der neuen Straße, die über die Kocha- nower Hüttenanlage nach Krzemien führte. Neugierig ruhten die Augen Ler Komtessen auf der umgestatteten Gegend, auf den Fabrifräumen, den Arbeiterhäuschen, die zu beiden Seiten der Straße lagen und so ganz anders aussahen als die Wohnhäuser im Torfe Krzemien. Jadwiga machte ihren Vater darauf aufmerksam. Graf Warmiuski erwiderte: „Ja, so ganz trifft Deine Vergleichung nicht mehr zu, denn auch in Krzemien ist in letzter Zeit manche alle Hütte gefallen und hat einem schmucken Häuschen Platz machen müssen. Das ist zum größten Teil Baron Kappels Werk."
Diese Unterhaltung wurde durch eine kleine, aber herzliche Ovation unterbrochen. An der Grenze her Arbetterkotonie Kochanow standen Arbeiter und Ar- beiterinnen, die aus Krzemien stammten, um die in das Vaterhaus heimkehrenden Grafentöchter zu begrüßen und ihnen Glückwünsche darzubringen. Ignaz Wyna wrack) für die Versammelten einige gereimte und ungereimte Verse und schloß mit einer nicht miß- znverst eher-den Handbewegung, die aber jedenfalls en nach seiner Börse veranlaßt muB . Die - sm tu lauten bekamen ihr Trinkgeld und Lei Dam n setzn: sich wieder in Bewegung.
Aber waren Be Ueberraschungen nicht zu Ende. Am Cd gang des Parkes hatte man eine Ehrenpforte errichtet, und vor derselben standen Jan Sojka, seine Frau und die grälichen Beamten. Jadwiga und Slawa griffen höchst eigenmächtig in das Begrüßungs- programm ein, Lei n sie sprangen, ohne auf Ansprache und Glückwünsche zu warten, aus dem Wagen, um- armten der Reihe nach Frau Sojka, schüttelten^ 'hrlim alten Trenn de -an, Ler sich in den letzten 6 3 apren gut wie garnicht "n ^ nr hatte, herzlich die Hanse.
(Fortsetzung folgt). -