storff,
einen aufrichtigen Freund und treuen und überzeugten Anhänger des Dreibundes.
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Als aussichtsreichste Anwärter auf die Nachfolger - schaff Riberiens werden genannt Graf von Brockdors- Nauzau, der jahrelang der erste Attachee der Wiener deutjcben Botschaft gewesen, der Botschafter in Ronftan» l Freiherr v.
Botschafter in
Wangenheim und auch Graf Washington, wird erwähnt.
Politische Rundschau
Deutschland
• Neues Palais, 30. Dez. Der Kaiser empfing den russischen Kriegsminister 3 u d) o m l i n o w, der auch zm Frühstückslasel geladen wurde.
* Feldmarschall Freiherr v. d. Goltz, der 70 Jahre alt wird, wird von seiner Stellung als Jnspek. teur der 6. Armeedivision zurücktreten.
* Zum Nachfolger deS (hibe November nach seiner Heimat Kanton zurüctgckrhrten Gcsandtcn Liano Tscheng ist, wie au» Schanghai telegraphiert wird, der Unter- staatSsekretär im Pekinger Ministerium deS AuSwär, Ligen Jenhuiching zum chinesischen Gesandten in Ber lin auSersehen.
* Oberstleutnant von Estorfs, BalaillonSkom« manbeur im Grenadier Regiment Nr. 3, wurde zum diensttuenden Flügeladjuta^ten dsS Kaisers ernannt.
* Dec Abg. Werner-Gießen richtete eine Anfrage an den Reichskanzler, ob er geneigt sei, Schritte zu tun, um die immer brennender werdende AuSlän derfrage an den deutschen Hochschulen und Universitäten im Jnterisse unseres Volkstum» und des geistigen wirtschaftlichen Lebens gesetzlich zu regeln. — Drei weitere Anfragen, wobei sich bet Abgeordnete mit schriftlich,n Antworten begnügt, betreffen das Schächten, den Kinderhand, l und die Verbreitung jüdiscter und juber- freundlicher Preßcrzcugntsse auf d n Bahnhöfen.
• Die Konservativen im Wahlkreis Halle a. d. S. haben sich an dieNattonalliberalen gewandt mit dem , Ersuchen, zur Landtagswahl ein Abkommen auf Der Grundlage zu schließen, daß beide Parteien, die in den 90er Jahren stehen, je ein Mandat erhalten. Dte Wa- fionalliberalen lehnten jedoch ein Wahlbündnis ab. S^e wollen das Kartell mit den Freisinnigen, mit denen j sie seit zwei Legislaturperioden die beiden Mandate teilen, erneuern.
* Für die in Dresdener Kreisen wohnenden P o- I e n hat die Regierung trotz des Widerspruchs der Staatsverwaltung wegen der weittragenden Ronfequea- , zen des Gottesdienstes in polnischer Sprache eingeführt. Vom 1. Januar ab wurde ein Kaplan verpflichtet, den polnischen Gottesdienst abzuhalten.
: :: BreSlau, 30. Dez. Die hiesigen Behörden sind einer wohlorganisierten Bande von Spionen auf die Spur gekommen, die in russischen Diensten stehen und einander systematisch in die Hände arbeiten. Ungefähr 30 Personen — Männer und Frauen, Deutsche und Russen — sind verhaftet worden.
• I
Oesterreich.
W i e n, 30. Dez. In diplomatischen Kreisen nimmt man an. daß trotz allem ein neuer bulgarisch türkischer Krieg höchst unwahrscheinlich sei. I
* Der Realschulprofessor Franz Kemony Budapest, der der Berner Frtcdenskommlssion avgchört. Hat bei der Stockholmer Robelpretskom Mission den Antrag gc. stellt, dem Ka t s e c F r a n ; I o s cf für bal Jahr 1913, in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Aus« rechterhaltung des Friedens, den Friedenspreis zu verleihen.
Das Glüctrskittd.
Roman von Irene von Hellmuth.
INachdnick verboten.)
Plötzlich bemerkte sie Drüben auf Dem See etwas, DaJ sich bin und berbewegte, tonnte je Doch nicht unterscheiden, was das war. Eilig näher kommend, sah sie, Daft cs ein nagelneuer Mahn war, Den eine Kette am Ufer fcsthieit.
-Ach, Da könnte ich ja wirklich einmal Wasserrosen buben, so viel ich wollte. Ob ich — eS wohl wagen darf?" flüsterten die frischen Lippen.
Nach kurzem Besinnen und nachdem RöSchen sich überzeugt, daß niemand es sah, stieg sie flink tu das kleine, schwankende Zahrzcug, und bald war eine ganze Menge Der zarten Blumen. Die hier Die Oberfläche des Sees fast ganz bedeckten, gepflückt. Damit kehrte das Mädchen zu Dem eben verlassenen Platze zurück, und begann einen Kranz zu winden. Den es sich, ein Liedchen trällernd, auf das braune Oki oct setzte.
Waldmann lieft einen knurrenden Ton hören, und Rost unterbrach Den (Gesamt indem sie Dem Hunde mit Dem Finger Drohte: »Was brummst Du Denn, Du alter, mürrischer Gesell, Du? Möchtest wohl auch einen schönen Kranz haben, ja? Das fehlest sich nicht für Hunde, Du würdest rein auSgelacht werben.*
Wieder begann Röschen zu fingen, mit ihrer glok- kenreinen Stimme:
»Wenn Der Frühling kommt und von Den Bergen schaut,
Wenn Der Schnee im Tal und von Den Wiesen taut, Wenn Die Büchlein quellen und Die Knospen schwellen. Wird im Herz n mir die Sehnsucht laut* —
Waldmann began-t lebt heftig zu bellen, und da das Mädchen sich nhO" denken konnte, was den Hund dazu beweg, wandte es suchend den gopf nach â» •ciipL___.
Ruhland.
• Am SomSrag, vormittags um 11 Uhr, ist die f< in liebe Grundsteinlegung zu der russischen Kapelle in Ltipz g vollzogen worden, die zum G»tächtnis dec 22OCO «n den Tag-n DeS 16. b s 18. Okrob. ,S 1813 gefallenen russischen Krieger errichtet wird.
Vom Balkan.
Reschid Pascha legte die türkischen Gegenvorschläge vor, die für unannehmbar befunden wurden. Es sind folgende:
1 Da' Wilajet Adrianopel bleibt unter der direkten Verwaltung der Türkei.
2. Mazedonien wird in ein Fürstentum umge - wandelt mit Saloniki als Hauptstadt und steht unter der Souveränität des Sultans, jedoch unter einem von den Balkanverbündeten gewählten Fürsten, den dec Sultan ernennt. Der Fürst soll Protestant und aus einem neutralen Staat sein.
3, Albanie n wird autonom unter der Souveränität des Sultans und unter einem Fürsten aus der kaiserlichen ottomanischen Familie, der für 5 Jahre gewählt wird mit der Möglichkeit Der Wiederwahl.
4. Alte Aegäischen Inseln bleiben türkisch.
5. Die kretische Frage wird von der Konferenz nicht behandelt, sondern zwischen der Türkei und den Großmächten geregelt.
Konstantinope l, 30. Dez. Nach langen Beratungen beschloß der Ministerrat nachts, den türkischen Bevollmächtigten in London neue Instruktionen telegraphisch zugehen zu lassen. In amtlichen Kreisen wird über die Instruktionen strengstes Stillschweigen gewahrt. Es verlautet, daß darin gesagt wird, daß der Behn des Vilajets A d r i a n o p e l für die Verteidig una Konstantinopels unumgänglich notwendig sei unD die Pforte sich verpflichte, aus Diesem Punkte zu be- jtcmu, und wenn Bulgarien darin nachgebe, sei die Pfeile bereit, ihm Kompensationen in den westlich des Dilajets Adrianopel gelegenen Gebieten zu bewilligen. Was die Inseln anbelange, lasse die Pforte keine Diskussion betr. der Inseln zu, die den Eingang der Dardanellen beherrschen. 'Betreffs der anderen Inseln sei die Pforte zu einer Verständigung bereit aus der Grundlage der Negierungssorm in Samos. Die Frage der von Italien besetzten Inseln sei lediglich zwischen der Pforte unD Italien zu verhandeln. Kreta bilde nicht den Geqellstand des gegenwärtigen Krieges. Die Ire» tische Frage werde zwischen der Pforte und den Groh- wüchten verhandelt.
K o n ft a n t i n o p e 1, 30. Dezember. Es verlautet, der Nat der Generäle gab ein Gutachten ab, das Heer fei kriegsbereit. Die Verantwortung für Die Fortsetzung des Krieges müsse der Negierung
übel lassen bleiben.
Bus Stadt und Land
• Freiwillige für das 1 8. Armee- F o i r s. Vom 7. Januar 1913 ab können sich Leute, I Die im Jahre 1913 bei einem Truppenreil des 18. Ar- meelorps als Freiwillige eintreten wollen, an jedem Dienstag bis 10 Uhr vormittags unter Vorlage Der von geschriebenen Papiere in den Kasernen der betreffenden Truppenteile 3iir ärztlichen Untersuchung melden.
!! Meisterprüfung 1913. Es sei hier- mit mchmals darauf hingewiescn. daß nur noch bis zum 1. Oktober 1913 die Meisterprüfung ohne Nachweis der bestandenen (Gesellenprüfung abgelegt werden kann. Alle diejenigen, die eine ordnungsmäßige Lehrzeit zurückgelegt unD genügende Zeit als Geselle tätig gewesen sind, aber seither noch mit Ablegung der Meisterprüfung gezögert haben, seien ermahnt, die Vor-
lod) plötzlich Aucfte ein jäher Schreck über das schöne (Besicht. Dicht hinter Der Bank befand sich ein fast undurchdringliches (Gebüsch von Haselnubsträuchern, und über Demselben tauchte das gebräunte Gesicht eines Mannes empor, Dessen schwarze Augen unverwandt zu ihr berüberftarrted. ES lag etwas Zwingendes, etwas Undefinierbares tu Diesem Blick.
In Dem ganzen Antlitz, über Dessen edler, hoher Stirn schwarze Locken sich kräuselten, schienen nur Die Augen zu leben, so unbeweglich wie aus Stein gemeißelt waren die Züge.
Sekuttdenlaug verharrte Röschen wie gelähmt an Demselben Platze, und Dann floh sie wie ein gehetztes Reh mit flinken ^üßcn, kaum Den Boden berührend, tu der Richtung nach Dem Forsthause zu.
ein wehmütiges düsteres Lächeln schwebte um Den bärtigen Mund des zurückbleibenden Mannes, Der Bltck suchte Den Boden, wo eine Weinflasche lag, die er vorhin bet Dem hastigen Aufspringen umgestoßen haben mochte. Der Duftige Inhalt derselben floß über das MooS, Dasselbe rot färbend. Dicht daneben befand sich ein silberner Trinkbecher, sowie ein Buch in rotem Prachtband.
-ArmeKleine,* flüsterte er dabei, „nun habe ich Dich wobl für immer von diesem Plätzchen verscheucht,- wie leid mir das tut! — Ja, mir geht es wie Der Fleder- tnauö; ich bin wohl zu häßlich und zu scheu, — mit mtr will niemand umgeben, — was hilft mtr mein Reich, tum und mein Besitz! — O, könnt ich noch einmal glück- lieb und froh werden, so froh wie — jenes Mäbcheu, Dessen Gesang mir etne wunderbare Welt erschloß ich gebe willig alles, alles dafür biu. Aber Jugend und Frohsinn flieht mich — ich hin ärmer als etu Bettler l"
Röschen mir nahe am Forsthaufe angelanat, all sie endlich in ihrem eiligen Lauf innehtell. ES tarn ihr erst letzt zum vollen Bewuhtfet», wie tSrtcht und »bM» ße sich denovune» haâ. .
. bcuiiungen hierzu alsbald in Angriff zu nehmen. Etne ! Verlängerung des gesetzlich festgelegten Termins (1. Ok- j tober 1913) findet nicht statt, auch kann nach dieser Frist feine Befreiung von Dem Nachweis der Gesellenprüfung erfolgen. Um nun einer möglichst großen Anzahl von Handwerkern die Ablegung der Prüfung zu den erleich- : tenen Bestimmungen zu ermöglichen, findet bereits im kommenden Frühjahr eine außerlermintiche Meisterprüfung statt. Die Prüfungsgebühr von 35 Mark ist an die Handwerkskammer zu Darmstadt, Georgenstraße 9, ein>«iknben, das den Prüflingen hierauf zugehende An- melde'crmular ist mit den darin verzeichneten Unter - lagen dem Vorsitzenden der zuständigen Meisterprüs - urgsh mmission zuzusteklen. Näherer Termin über Den Schluß der Anmeldungen zu dieser Prüfung wird in Der Tage< presse und im Gewerbeblatt rechtzeitig bekannt qe- ' geben.
n Gießen. Sonntag vormittag wurde auf Dem huficer Rangierbabnhof der 32 Jahre alte Rangierer i Weber aus Leihgestern überfahren und sofort 1 getötet.
o Butzbach, 30 Dez. Der Friedberger Vom- beraftentäter, der bekanntlich zu lebenslänglichem Zucht- bau. verurteilt worden ist, versuchte aus dem Zuchthaus in Marienschloß auszubrechen. Er hatte bereits ein großes Loch in die Zellenwand gebrochen, als er von feinem Wärter überrascht wurde.
):( Kelsterbach. Aus der Jagd erschollen wurde der Toglöhner Engelbert S a e n g in Hirschhorn durch Den Jagdpächter P Straß aus Nonnebach, der, in der Meinung, auf ein Neh zu schießen, den im Gebüsch sitzenden Saeng traf.
):( A u s dem Nied. Die Hasenfelle sind zur Zeit ein sehr gesuchter Artikel und werden infolgedessen mit Preisen bezahlt, wie dies noch niemals der Fall war; denn während solche noch vor 5 Jahren nur mit 30— 40 Pfg. pro Stück bewertet wurden, stiegen solche
Am bellen i Tag vor einem aUcrdlNgs merkwürdig ausiebe. Mann Davonlaufen, wie ein kleines Schulmädchen, das war wirklich albern. Die Scham- röte stieg ihr in das Gesicht bei der Erinnerung, wie kindisch sie sich benommen hatte.
Und wie sollte cs ihr gelingen, sich jenem Manne gegenüber zu rechtfertigen? Was mußte er von ihr denken? Und wenn es, wie sie leicht vermuten konnte, der neue Besitzer des Seeschlößchens war, so wurde die Sache dadurch nicht befkr, tm Gegenteil denn er hatte doch offenbar nicht nur ihre Aeußerungen die sie vor- bin gegen den Onkel ausgesprochen, mit angeböri sondern auch gesehen, wie sie die Seerosen einfach 'weg- nahm, als wären Dieselben ihr Eigentum Der Kranz lag noch immer in ihren Haaren, die Locken hielten ihn
Plötzlich gewahrte RöSchen mit jähem Schreck, daß der neue Hut bei der eiligen Flucht auf der Bank Itcaen geblieben war. Hastig eilte sie zurück. Doch peinlich be- rührt stand das junge Mädchen ftlü, als es wieder an den Ort kam, zu dem es wie von einer unsichtbaren Ge- walt gezogen wurde.
Auf Der Bank faß der Fremde, vor dem Rosi vorhin geflohen. Er hielt ihren Hut in der Hand, fast ißrt* lieb strichen Die Finger über Die Blüten bin, ^mmr wollte sie umkehren, da — schaute er auf und gewahrte ihr Bögent. In diesem Blick lag so viel Trauer, sq viel Wehmut, daß RöSchen unwillkürlich etwas rote Mitleid tpit dem einsamen Manne Dort empfand unH sich zur Freundlichkeit zwingend, ihre Scheu mutig de? kämpfte und rasch näher kam.
Die Augen voll zu ihm aufscblogend, redete sie den fremden Mann an, der verwundert dem bestrickende» Klang ihrer Stimme lauschte: ^Jch muh um Entfchub« dtguug bitte», mein Herr, wegen meines — ungefchttR te» Benehmens von vorhin ^- da» ich aufrichtig W tarn o* wo» - —* .W&«. folfltl