itb lle e mit
E grau ^ bi «einer s MI SM1
wiener Bettung
Bezugspreis 40 pfg. monatlich
Htliâhrlich ILO DN., vorauszadlbar, frei ins Haus, ^i hol t in unterer Expedition oder in den Zweig. Gestellen vierteljährlich 90 Pfg. — Erscheint
^wschs und Samstags. — Redaktion: Teilers.
Expedition: Seltersweg 85.
^en niihfjR ^- — Für Ausbewahruns, ober Rücksendung Kusine verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
Verlag der „Mießener Zeitung" tg. m. b. H.
Anzeigenpreis 20 Pfg.
die 44 mm breite 3 n i ern i c n jei l e. — Die 90 mm breite Zeile im Reklamcletl 50 Pfg. — ExlrabeNagen werden nach Gewicht und Gröhe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlungs« zielev (30 Taget, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plapvorfchriiten ohneverblndlichtetu Druck der Gießener Verlagodruckcrci.
ln »nfe«5
r. 96
1. Blatt
^tnb W» i IM M$ u x L
Bericht 3ur Lage auf dem Bilkan.
Streifsache ^V jen, 29. Nov. Von maßgebender Seite er- würdig MN neuerdings, daß die energische diplomatische ’’ M seiNk D erst nach Friedensschluß mit der Türkei eintreten W Oesterreich wird dann Serbien in durchaus m nsichüMer Meise auffordern, Albanien zu räumen, âtte Dtrpii diese Aufforderung erfolglos sein sollte, wollen oertraven, r e i b u n d m ä ch 1 e gleichzeitig eine De- unternehmen. Falls auch diese ohne Ergebnis würde, erfolgt ein b e f r i st e t e s Ultima-
Samstag, den 30. November 1912.
Telephon 9tr. 862.
24 Jahrg
Kd. D-r
JfartMs I « von her I tonten notföJ übergeben. J » die Eltern I i jetzt frM werden. m es zÈl T, als man kleines MW ltürlüh rschiebung- wester, hl selbe, bas Sri sei. Mn l
«ispreche nach seiner Ansicht den vorher von den Maerin ^^nsiaaten sich gesteckten Zielen des Krieges. Die rardils bei lo^0^^ begrüßen die Stellungnahme Oesterreichs töfl das mMiidmsvoll und billigend. Deutschland und
hubap eft 29. Nov. Ein Berichterstatter des I Ursay" hatte eine Unterredung mit Herrn von ßtkl e n - W ä ch t e r, der erklärte, daß die heutige lig e Beurteilung derLage unbegrün- !sti, ebenso wie vor einiger Zeit die pessimistischen Weitungen übertrieben waren. Der Staatssekretär I weiter: Die Großmächte billigen vorläufig das itbenbe geduldige Vorgehen Oesterreichs. Die Kon- I sei gegenwärtig noch nicht am Platze und könnte toitpt nur einen registrierenden Charakter haben, aus Albanien abzielende Aktion der Balkanstaaten
gewesenscHs: erreich arbeiten einträchtig zusammen. ; ihnen h •
anzmrkemi! icht mehr uq ht Nachweis 5 Hospital-1 iwunbentn I Apparate i bei ditscr ß )èn> die M1 den 3*ii(1
Mein an-s e angenehm!
Konsul Prohaska mißhandelt!
Gesierreich v rlangt Genugtuung.
|£i( Nachrichten, die von dem vom österreichisch - irischen Minister des Aeu'ßern zur Untersuchung der örc des Konsuls Prohaska entsandten Konsul aus Prizrend an den Wiener kompetenten 3teh lililaufen, lauten, so wird aus Wien telegraphiert, sth e u e r l i ch.
^6^ 29. Nov. Es steht nunmehr fest, daiz die
e Serben in Prizrend und namentlich im
.jMsMichisch-ungarischen Konsulat verübten AusschreUnn- ViL gcrabc^u haarsträubend sind. Das öfter* • Konsulat wurde, trotzdem die Flagge auf
16 W kebäude gehißt war, g e st ü r m t und g e p l ü n- >mgemund der Konsul tätlich mißhandelt.
österreichische Regierung wird sofort nach Veröffent- «I dieser Barbareien ihre Forderungen in Form Ultimatums an die serbische Regierung ftel- Me es heißt, werden drakonische Maßnahmen
lasch® M '
j Das Glückskind.
I Roman von Irene von Hellmuth.
(Nachdruck verboten.)
In einer derselben stand in großen, schwarzen staben auf weißem Grunde: „Städtisches Bernt I." Doch sie war verschlossen und alles Rüt-
W half nichts." _
,,^a^M , -Umsonst," murmelte Röschen betrübt, „es ist für glli<» fee zu spät geworden, ich dachte es mir. Arme Kin- me-liefe^ Iknun habt ihr den ganzen Weg vergebens gemacht, ter d^H ^dte sie sich an die vor Kälte zitternden Mädchen, mgen^;, A müssen nun wieder umkehren und morgen noch-
^’ vorsprechen." c r
I Menüs wurde derselbe Weg wieder zurückgclcgt.
4 Röschen zürnte sich bereits selbst, dass sie Herinmm Mn nicht Auskunft gegeben, sie bereute ihr Be- mtett schon wieder und nahm sich vor, gleich morgen »den Geliebten zu schreiben „ ^ .. .
Der Zorn war vollständig verflogen, sie hoffte im Men, Hermann noch zu treffen, dann wollte sie chm
sagen.
,' Doch ober als vorher lag die Straße, keine Men- Mscele war zu sehen weit und breit. Mißmutig uns IWirrrieben langte öas junge Mäöchen zu Hause an. Broer lag ote letzte Begegnung auf dem G-auälten Wien, bas in bangeur Widerstreit der Gefühle urcht wie, wo Recht und Unrecht war. Lange floh bet Miaf die brennenden Augen, die Stunden dehnten sich Mios hin.
L An tiefer Ruhe lag das Haus. Nur hin rmö wi^ drang das ferne Bellen eines Hundes ud^r dco-?
«trscheit von Rädern durch die Stille der Nacht.
^Gegen drei Uhr nwrgens klang der SchE b® Mkehrenden Hausherrn auf den hallenden Fließen M Korridors.
Möschen wühüe sich in die âen ihres Lage^, sich
von soll
der serbischen Regierung verlangt werden, und zwar zunächst
der kommandierende General seines Ranges verlustig gehen. Die Truppen, die an den Ausschreitungen beteiligt waren, sollen degradiert werden. Weiter wird die öfter - reichische Negierung das Verlangen stellen, bas die österreichische Flagge in Belgrad von einem serbischen Infanterieregiment mit Fahnen u. Musik feierlich salutiert werde.
Es ist schwerlich anzunehmen, daß sich Serbien
Es bestätigt sich, daß die rumänische Regierung Kriegsmaterial in großen Mengen in Oesterreich-Ungarn bestellte.
* Paris, 29. Nov. Nach sicheren Petersburger 9?ad)richten ist heute von dort eine Militärlommis- sion nach Berlin und Paris abgereist, um die auf dem Markte befindlichen Militärtransportwagen auf- zukaufen. Die Kommission verfügt über einen Kredit von 5 Millionen Rubel.
entschließen wird, auf biese strengen, aber durch das Völkerrecht gebotenen Forderungen einzugehen. Inzwischen werden die militärischen Maßnahmen an der Südostgrenze fortgesetzt.
Vorsichtsmaßregeln in Deutschland und Oesterreich.
Wie der „Deutsche Telegraph" von zuverlässiger Seite erfährt, sind die E i s e n b a h n v i a d u k 1 e bei Görlitz, Liegnitz, Hirschberg und Bunz- l a ii, sowie andere strategisch wichtige Punkte der schlesischen Bahn einem Wachtkommando unter* [teilt worden, das diese Punfte bei Tag und Nacht aufs schärfste zu bewachen hat. Auch zur Sicherheit der Vabllpost unb des Verkehrs auf den größeren Bahn - Höfen in Schlesien ist ein besonderer Dienst eingerichtet worden.
Wien, 28. Nov. Mehrere Reisende, die heute aus Belgrad zurückkehrten, erzählten, daß die Eisen- b a h n b r ü d e zwischen Belgrad und S e m l i n bereits unter militärischer Ueberwachung steht. Der Eisenbahnzug, der von Belgrad nach Semlin fährt, bleibt auf der Mitte der Brücke stehen, worauf öfter - reichische Soldaten den Zug besteigen. Der Bahnhof in Semlin befindet sich ebenfalls unter militärischer Be - wachung; sämtliche Eisenbahnbrücken bis Peterwardein sieben unter militärischem Schutz. Mit einem Morl, es sind alle Maßnahmen getroffen, um eventuell den For-
Die Entspannung, die sich mit Bezug auf die österreichisch-serbischen Differenzen bemerkbar macht, wird in Nom nur als eine vorübergehende angesehen. Man hält an der Ueberzeugung fest, daß die Stunde der endgültigen Neuordnung der Dinge noch große Schwierigkeiten und Beunruhigungen bringen wird. Vor der Hand freilich scheint ein wesentlicher Schritt zur Verständigung im Gange zu sein. Zunächst haben sich die sechs Großmächte über einen wichtigen Punkt verständigt: Albanien wird seine Autonomie haben. Dieser Aklord, der Oesterreich und Italien Genugtuung gewährt, ist das Resultat von Verhandlungen, die im Laufe dieser Woche zwischen den Negierungen [tattgefunben haben. Ferner ist feststehend, daß die serbische Negierung sich endlich entschlossen hat, auf D u r a z z o zu verzichten. Serbien habe zweifellos auf Einwirkung der Großmächte bedeutend eingelenkt.
derungen Oesterreich-Ungarns mit Gewalt Nachdruck zu verleihen.
Militärische Rüstungen Bukare st. In aller Stille
aller militärischen
überall!
werden von der Re-
gterung die militärischen Vorbereitungen für alle Eventualitäten getroffen. Die technischen Truppen haben im Zeitraum von 4 Wochen eine 40 Kilometer lange Militärbahn vonMangalia zur bulgarischen Grenze gebaut.
««»»»E WWWZWWA1 VW I
unruhig hin und her werfend. Wollte denn diese Nacht kein Ende nehmen? Der Mond brach siegreich durch die Wolken und strahlte in ungetrübter Klarheit hernieder. Dort oben war Friede — hier unten Kampf und Mühsal.
Bleich und überwacht erhob sich das gequälte Mädchen am anderen Morgen von dem Lager. Traurig und niedergeschlagen schlich es umher, so daß Tante Aurelia mehmals fragte:
^ft Dir nicht wohl, Du siehst schlecht aus."
„Mir fehlt nichts. Tante- es liegt mir nur wie Blei in allen Gliedern."
Röschen wollte an Hermann schreiben- aber Trotz und Stolz ließen es doch wieder nicht zu.
Auch Böhler erkundigte sich teilnehmend nach ihrem Befinden und fragte sogar, zur großen Verwunderung des Mädchens, wie es der alten Marthe gehe, und ob sie heute beabsichtige, dieselbe zu besuchen. Da sie nur stumm mit dem Kopfe nickte, schenkte er ihr eine Notars für ihren Schützling.
Als Rosi aber gegen Abend wiederum den Weg nach dem Lechause antrat, da ahnte sie freilich nicht, daß Hermann Pächtuer vorsichtig im Schatten der Häuser schleichend, ihr von Ferne folgte, nm sich von der Wahrheit deffen, was feine Mutter ihm heute gesagt, und was er trotz allem nicht glauben wollte, zu überzeugen.
Es konnte nicht Möglich sein, und doch war es ihm zur Gewißheit geworden, daß Röschen feiner unwürdig, daß er sie nie und nimmer zu seiner Frau machen konnte- ein leichtsinniges Mädchen, das heimliche Geschäfte mit dem Versatzamt machte, paßte nicht für ihn.
Zu Hause angekommen, warf er sich unmutig auf einen Stuhl und stützte den Kopf in die Hand. Seine Mutter, die auf ihn gewartet haben mochte, klopfte ihm auf die Schulter.
,/^m,Jpg£J^JifL^^
Albanien autonom!
Ismail Kemal Bey ist in Vallona ein* getroffen. Er besuchte die Konsuln von Italien und Oesterreich-Ungarn. Man nimmt an, daß die P roll u in i e r u n g der Unabhängigkeit und der Neutralität Albaniens und die Einsetzung einer provisorischen Negierung unmittelbar bevorstehen. Die Unabhängigkeit Albaniens gründe sich auf die Prinzipien der territorialen Integrität und Neutralität.
Eine spätere Depesche aus Durazzo besagt, d'e a l b a n e s i s ch e „Nationalflagge", ein schwarzer Adler auf rotem Grund, wurde aus dem Regierungsgebäuden ohne Zeremonie gehißt.
Kou den Waffen- u. Friedens-Verhandlungen.
51 o n ft a n t i n o p c L Der bulgarische Sobranje- präsident D a n e w hat den Vorsitz bei den Friedens - Verhandlungen übertragen erhalten. Die Stimmung ist heute in Bulgarien dem Frieden sehr günstig.
Die Waffenstillstandsverhandlungen sind noch immer ohne Resultat verlaufen. Der streitige Punkt bei den Verhandlungen sei zur Stunde Adrianopel: das Uebrige gelte als nebensächlich.
„Vollkommen, Atutler."
Der Ton flaug wie gereizt, eine große Bitterkeit lag darin.
Aus dein Auge der Frau brach ein triumphierender Strahl, und freundlich fuhr sie mit der großen, weißen Hand über das Haar des Sohnes hin.
Laß Dich dadurch nicht anfechten, Hermann, trage es wie ein Mann. Solche Frau taugt nun einmal nicht für Dich: es ist ein großes Glück, daß es noch nicht ZN spät ist Nun mutzt Tu aber rasch der Sache ein Ende, machen. Noch heute schreibst Tu jenem — leichtsinnigen Mädchen ab, und zwar kurz und bündig, wie sichs gehört, sie möchte Dich sonst doch einmal umgarnen/'
Wenn ich mich nicht selbst überzeugt hätte, Mutter, ich möchte es nimmer glauben, daß sie so ist, wie Du sie schilderst," gestand Hermann seufzend, „aber so — muß ich wohl. Ich sah sie ganz deutlich in das Haus ein treten — wollte dann warten, bis sie wieder herauskam, aber es dauerte mir zu lange. Vermutlich wurde sie drinnen aufgehalten."
Den gestrigen Vorfall mochte er der Mutter gar nicht "erzLhft-u, wozu auch? Sie würde sich in neuen Schmähungen Aber das Mädchen ergehen und dies tat seinem Herzen unendlich weh.
Trotzdem er sich sagen müßte» deß die üblen Nachreden gerechtfertigt erschienen, war es ihm doch fast unmöglich, dieselben anzuhören. Er wußte, sââ Mutter meinte es gut mit ihm, und dennoch kam sie ^rn .so grausam vor — so hart.
„Ich weiß nicht, was ich darum gebe, wenn Sache nicht wahr wäre," flüsterte er vor sich hin, und laut setzte er hinzu: „Ich habe eben kein Glück in der Welt. Und wer kein Geld hat, der ist nichts und wird nie etwas fein." - ;
Wortfetzung folgt.)