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Gießener Jeitnng

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verieljährtich 1,L(> Mt., uorau^nhlbar, frei ins Haus, ßb-eh oll in unü-rer Erpedilion ober in den Zweiq- euSgabeftdkn vierreljährtnü 90 Pfg. Erich cim Mittwochs und SamStags. Redaktion: SeilerS- »tg 83. Mr »ufbewafming oder Rücksendung olcht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Expedition: Seltersweg 85.

müll hPIiI Oh' ^"^^ derGieße«er Zeitung" G. m. b. H.

eildr^Jhiü. 78

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Druck der (gicßcncr Berlaaodruckerci.

Telephon: Nr. 362.

Samstag, den 28. September 1912

Telephon Nr.: 862.

24. Jahrg

kbunll erhiWioii bi ' Darmstadt

Politische Rundschau

Deutschland.

M!en Gerüchte non einer unmittelbaren Kriegs- lt|a b r aus dem Balkan finden von seiner Seite eine ZPbgung. Allgemein wird jedoch die Situation als vhf gespannt bezeichnet und erklärt, dah Ler kleinste Wchenfall die kriegerische Entladung' herbeiführen ännc Aus der türkischen Botschaft wurde mitgeleilt, .<8; bei einem Diner, das gestern dort stattsand, und an 'M, auch der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes

: wohl noch lange ziemlich kühl bleiben. Wenn Oester- I reich-Ungarn auf dem Balkan militärisch einschreiten 1 würde, wäre ein Konflikt absolut nicht zu vermeiden. Redner wünscht die Anbahnung herzlicher und vertrau­ensvoller Beziehungen zu Ruhland. Der deutsch- fortschrittliche Delegierte Dr. Lecher teilt absolut nicht die Anschauung Kramarcz', der Türkei die Verwaltung

China

Peking. Der neue Liang'Mengtuang und Präsident energische Schritte gegen russische

Minister des Aeuhern Iuanschikai beschlossen, und englische Unter

aller

gen

christlichen Völler abzunehmen.

Italien.

e Die Italiener stationieren, wie Meldun aus Mailand besagen, drei italienische M i l i .

nehmungen bezüglich der Mongolei und Tibet zu tun.

* Peking. Fürst Udai von Mongolien hat Ei- prehboten nach Chardin geschickt mit der Meldung, dah von chinesischen Soldaten in seine Provinz ein Einfall gemacht wurde und 5000 Einwohner abgeschlachtet wor­den seien. Er bitte um sofortige russische Hilfe. Er selbst ist mit seiner Familie in die Berge geflohen.

i:1 Üiderlen-Wächler >n Möglichkeit eines Mckn wurde.

e Tsingtau,

teilnahm, mit feinem Worte von türkisch-bulgarischen Shteges ge-

26. Sept. Prinz Heinrich ist

mit. nachdem der KreuzerScharnhorst- am 24. Sep- tnki die japanischen Gewässer verlassen hatte, beglei- ti vonGneisenau",Leipzig",Emden" und 2 Tor- 'ètoolen, hier eingetrofsen. Der Prinz wird die ihm hin Kaiser aufgetragenen Besichtigungen im Schutzge- >iij Kiaulschau vornehmen.

.... OePerreich.

! hil llßS ' Wien, 27. Sept. In der heutigen Sitzung ' Ö e- Ausschusses der österreichischen Delega-

erial!

o' ti o n für auswärtige Angelegenheiten erklärte der Kotierte Kramarcz in eingehender Besprechung er Nalkansrage: Wenn für die christlichen Völ- 11 -oiif dem Balkan nicht eine vollständige administra-

. L« Autonomie sofort ourchgefüh^t werde, sei eine Rata* ine wlacKeD^, faum zu vermeiden. Redner stimmt nicht mit

le Glut!

ent Surften Schwarzenberg überein, dah Oesterreich, liilgain die Erwerbung eines neuen Gebietes seitens :<Wms nicht dulden könne, denn wenn Oesterreich - insKirn eine vernünftige Politik mache, wenn es auf

j - m Balkan nichts beanspruche und die Balkanvölker I oh einem eventuellen siegreichen Kriege gegen die Tür- s :nicht bindere, den Balkan untereinander au^utciTcn, ^k krMe Oesterreich-Ungarn nichts zu fürchten. Ruhland

üil Den Frieden um jeden Preis. Allerdings wird das Mtnis zwischen Ruhland und Oesterreich-Ungarn

tärluftschifse auf den Inseln im Aegäischen Meer, bcnen die Aufgabe Zufällen soll, die Mion der Flotte gegen die Dardanellen zu unterstützen.

England.

* Vorpopenhunde. Während der letzten Manöver in England wurde ein interessanter Ver­such mit einem Airedale-Terrier gemacht, der bei dem Norfolk-Regiment mit auf Vorpostendienst zog. Ein Bericht wurde kürzlich über diesen Hund veröffent­licht, der folgendes enthält:Der Hund wurde entweder zum Vorposten- oder Patrouillendienst verwendet. Der Hauptvorteil war, dah der Hund eine jede menschliche Annäherung früher entdeckte als das Auge oder Ohr des Postens selbst. Das Resultat ist, dah der Po­sten vorbereitet ist und dah es unmöglich ist, ihm einen Hinterhalt zu legen."

Serbien.

* Belgrad, 27. Sept. Die hiesige Tagespresse zeigt verhällnismähig grohe Ruhe, trotzdem in allen Volksschichten die Ueberzeugung herrscht, daß der Krieg auf des Messers Schneide steht. König Peter hat seine für heute geplante Reise nach Topola verschoben.

dlungen!

ans Lew bayrischen Hochland van 04to QtonMmann.

Türkei.

* K o n st-a n t i n o p e l, 27. Sept. Ein Gerücht besagt, dah französische und englische Abteil­ungen in Vathy auf Samos gelandet seien.

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-(Nachdruck vervoterttk

Der rote Pâer hatte all feiner Willenskraft bedurft, MiSm Schwerz zu überwinden und sich bei SZermrßffetv i erhalten. Aber er wußte, daß er verloren war, weuu r kni Förster tu die Hände fiel; er wollte u» jeden S^W der Gerechtigkeit entgehen. Alle Kräfte, die er i»ty besaß, zusarmnennehmeNd, preßte er die Hand aus 4m ton von Ler Kugel in die Brust geschlagene Wunde, an den Blusttrom, der unablässig daraus hervorguöll.

F'

hm Weg versperrten. Er wollte unter allen ms-' » zu Haufe curlaugen, ehe ihn seine Kräfte per* M. Die zrvei Kilometer, die ihn von seizrew auf der alm gelegenen Söldnerhäuschen treimten, legte r tn zehn Minuten zurück ^mD Blutfpuren kennzeichn

den Weg, den er nahm. Vor der Tür seiner Do­ig angekommen, brach er keuchend und völlig gr* zusammen.

s feine Frau, durch den dumpfen Fall aufmerksam üen, herbeieilte, sah sie ihn in seiner ganzen Länge röchelnd und blutüberströmt vor der schueebedeck- ^A; melle liegen. Dieser Anblick raubte ihr fast die itm& Sie mußte sich an der Mauer festhalten, uw Lmzusinken: aber alle ihre Kräfte sammelnd, holte beiden Kinder herbei, und allen dreien gelang es 8büi großer Mühe, den Vater in sein armseliges Bett Nl^lhaf^en.

D Gott, o Gottzâ jammerte schluchzend die arme pN, ,ich hab' es ja immer gesagt, daß es eines Tages i Omnien würde

. Hiü sich über den Körper ihres' Mannes weifend,

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Hur Stadt und Land.

* * Der FinanzaUsschuh der Zweiten Kammer tritt am Dienstag, den L Oktober, Wied« zusammen. Auf der Tagesordnung stehen die Regier­ungsvorlagen betreffend Rechenschaftsbericht für 1907, der Bau einer Nebenbahn von Rüdesheim nach Sarms- heim u. a. m.

Das Wahlrecht zur Handwerks- f a m m e r. In den letzten Tagen beschäftigt man sich mehr in Handwerkerkreisen mit dieser Frage, denn aus dem Jahresbericht der Handwerkskammer Darmstadt will man mit aller Gewalt herauslesen, dah das Wahl­recht des Gewerbevereins gefährdet sei, obwohl die Handwerkskammer in ihrem Bericht ausdrücklich das Wahlrecht auch für die Gewerbevereine fordert, sogar noch mit einer Erweiterung gegen die bisherigen Be­stimmungen der Gewerbeordnung. Wenn nun die Ge-

Jedes Gläschen Leciferrin bringt neue Kräfte u. Energie!

Leciferrin dürfte in keiner Familie fehlen.

Aerztlich verordnet gegen Blutarmut, Nervöse Zustände, Bleichsucht, Verdauung- und Ernährungsstörungen. (255)

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bedeckte ste seht AttcheS iGeflchk mit KMwrr und nMe es mit pen Tränen, die ihren Augen enkströmtey^

Zu Häupten Les Bettes stehend, weinte HanS still vor sich hin, während seine jüngere Schwester Zenzi, welche den Ernst Ler Lage nicht zu begreifen schien, ver- wunberteu Blickes das Bett betrachtete.

Da schlug Peter plötzlich die Augen ßnf und richtete seinen mutten und verstörten Blick aus Lie Anwesenden,- Loch erinnerte er sich an nichts mehr. »Mich Dürftest* sagte er, die Hand ausstreckenL, mit hohler Stimme.

Zeuzt, welche am meisten Gleichmut von allen drei­en bewahrt hatte, brachte ihrem Vater ein Glas Master. Dieser leerte es tn einem Zuge, unL es schien, Laß Ler frische Trunk eine Erleichterung in dem fieberheißen Innern Les BerwpnLeten bewirkte, Leun er kam plötzlich zur Besinnung und setzte sich aufrecht.

Na, was soll. Las heißen, was flennt ihr denn so zusammen?* rief er mit rauher Stimme, ^ch habe meinen Teil, der alle Schuft hat gut getroffen. Ei was, ob etn wenig früher oder später, das tut nichts, einmal muß gestorben sein. Aber wenn ich ihn nur da hätte, Len Hund, Len elendigen^

Er warf sich wieder zurück, und etn schwarzer Blut- strom entquoll seinem DllrnLe.

Sich über ihn neigend, entblößte seine Frau Lie klaffeuLe WuuLe und untersuchte sie: sie hatte Lie Größe eines Zehnpfennigstücks, und Lie Kugel hatte allem Anschein nach Len linken Lungenflügel durch­bohrt. Die Frau wusch die Wunde mit frischem Wasser

Sekte der Stube auf einen StuA utederfallen «uy weinte und schluchzte, daß es einen Stein hätte, ^tbaruâ mögen.

Der Verwundete sprach nichts mehr,' ssv^ «ryW sich eine Weile vollständig regungslos, und wenn nicht seine Augen noch lebhaft geschimmert Satten, Jvürßv man ihn für tot gehalten haben, so schwach gjug fevr Atem. Plötzlich bewegte er sich auf seinem Lager. Lebhaft griff er mv der Hand nach feiner bkntendeu Wunde und grub seine Fingernägel in das offene Fleisch: der Fieberwahnsinn hatte sich seines Geistes bemächtigt, und er begann nun zusarumenhanglose Worte zu stammeln:

.O, wie ich leide

. weuu ich ihA

hätte ... Durft ... ich glühe .. . Hans ... Zenzt ... Wasser ..."

Und er drehte und wendete sich, feine blutunter­laufenen Auger: traten weit aus ihren Höhlen hervor.

O, Ler Elende ich sehe ihn . mich . . . o nein, schießt nicht . . . Gnade

Erbarmen!

Verfluchter

Ach, er gibt Feuer

er zielt auf . Erbarmen . . Hinweg

mich . . räche mich ... töte ihn

mein Sohn .. . räche

. töte ihn . .

aus: Der WilLerer röchelte noch immer. Plötzlich richtete er sich wieder auf, und indem er seine Frau, Lie sich ihm mit einem in Branntwein getanchten Stück Leinwand näheren wollte, von sich drängte, sagte er:

Das ist zwecklos, sage ich Dir, ich habe meinen Teil, es hilft nichts mehr. Laß mich also ruhig ver­recken." ' .

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Und er warf einen flehenden Blick auf feinen Sohn, der aufs höchste geschrocken vor dem Schmerzenslager kniete.

.Dich rächen, Baiers fragte der Junge unter Tränen.An wem, sag? O, fleh wich picht so an, ant­worte mir!"

Der rote Peter hielt sich noch immer regungslos. Sein Blick nahm eine erschreckliche Starre an. Plötzlich hob er, wie von einem inneren Drang veranlaßt, Den Arm und fuhr sich mit der Hand über die schweißgebadete Stirne.

(Fortsetzung folgte