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Oretzener JeiLrtng
Sezugspreis 40 Pfg. monatlich
»^jährlich 1L^> Mk., vorauSzahlbcrr, frei ins Haus. M^eholt in unserer Erpedilion ober in den Zweig, ^^obefteikn vterreljährltch 90 Pfg. — Erscheint ß„twochs und Samstags. — Redaktion: Leiters. * 83. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung <141 verlangter Manuskripte wird nicht garantier!.
Verlag der „Gießener Zeitung" G. m. b. H.
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IN’W 95 rasT an^lanRan!; t r österreichisch-ungarische Botschafter hat dem ser- besitze 61 ^iniPerPräi^enlcn mitgeteilt, daß die ö st e r - r ^ii i ch ungarische Wèonarchie einen ohne L »Zustimmung abgeschlossenen Balkanfrieden
JlrpH i! c^rkennen würde. Oesterreich-Ungarn will hier- I v sein Recht auf Kontrolle und seine hervorragen-
pllilischen Interessen in den Gebieten von Wardar Ihmicn bekräftigen.
L Blatt
Mittwoch, den 27. November 1912.
Telephon Nr. 362.
24. Iahrg
Zur Vage auf de« Sultan
s i e n, 26. Nov. In Kreisen der Entente-Diplo- ocrlautete gestern übereinstimmend, Serbien werde ^er Antwort an Oesterreich die Autonomie Alba- g onerkcnnen, jedoch einen serbischen Hafen mit ,irnu Dr. Arthur Erhardt Ji 3u9au9, d. h. einem Eebietsstreisen von der ser- M Grenze aus verlangen. Es steht fest, dah Oester- : Neuntausend ^tf6 Antwort als nicht befriedigend erklären w^ cd. I7^—;—-—- [Siplioicrung dafür ist, daß ein solcher Korridor
diele Richtungslinie ein, um keine Meinungsverschiedenheuen Hervorzurusen. Oesterreich will den entsprechenden Zeitpunkt zum Schutze seiner Interessen ruhig ab- warten. Aus der jüngsten russischen Kundgebung ist zu solvent, daß Ruhland im Interesse des Friedens und der Anerkennung gerechter Interessen sich bemühen werde. aus Serbien mäßigend einzuwirken. Oesterreich hat bishec keinen Antwort von Serbien urgiert, es würde aucb, wenn Serbien Durazzo besetzen sollte, dagegen vorerst nichts unternehmen, weil Oesterreich weih, dah sämtliche Mächte eine Okkupation während des Krieges vorläus g nicht als dauernden Besitz anerkennen. — Der Audienz des Botschafters Grafen Thun beim Zaren ist die größte
oder General in Frage. Gewisse politische Kreise machen in sehr eifriger Weise Propaganda für eine Kandidatur des in Brüssel lebenden Prinzen Viktor Wa» poleon.
maßgebenden Petersburger
Bedeutung beizulegen. Die
Stellen sind voll Zuversicht aus eine baldige friedliche
Beilegung.
Der Schwerpunkt
der politischen Lage soll
n sich die Aussteller Jcl kerung - als Profess ( ditârs, Landwirte etc. hol 'tnis genommen und br'ti^ ier nnd empfehlender V«
i Manien aus die Dauer nicht zu Hallen wäre. Er Imren ewigen serbisch-albanischen Konfliktsstoff und I Serbien den Vorwand zur Besetzung weiterer »Maniens. Im Interesse der Ruhe werde Oester- hen Korridor ablehnen. Es hätte aber nichts ge°
™ntn albanischen Handelshafen, der Serbien voll- ttVIsI^KKVlM zur Verfügung gestellt wird und mit der ser-
stige endlich, daß sich «bJ|fli Grenze durch eine serbische Bahn verbunden nden: k
1er Tätigkeit, Überdruß, 5**'
tn früher meine steten S; 11 g r a b, 25. Nov. Der serbische Ministerrat be- ÄS”J* sich gestern nachmittag unter dem Vorsitz des ich jetzt 15-20 jähret rkb:. mit den österreichischen Forderungen bezüglich ^'^È^ und Albanien. Der Ministerrat beschloß,
wertien. Durch Gtbr^j Mw0tt dahin zu erteilen, daß DOE bCT endgülti- ist wieder vollständig gesell $;e< [ibißung der Kriegsoperationen und ohne Zu- HiNwirken und Züstimmung aller Bundes-ftaaten Balkans vorläufig noch keine definitive Antwort erwerben kann. Nach dem Friedensschluß mit der H werde die Angelegenheit eine Lösung finden, mit
he und erzielten Erfolge 1 1 und zwar meist in je«n I rgerufen teils durch aas in« handelt. Appetitmangel t schwinden und die Leb.»
s Kräftigungsmittel fr » so wie ich, die dann ihre bl t spielend zu bewältigen v.rt
RLIN, den 18. Scpteck 1
MH MWL^Ufci les Königlichen Katar
eser Postkai inz umso
RD G.m.b.H,l®
Österreich zufrieden sein würde.
P onsul Prohaska ist nach einer Meldung, Mm Wiener amtlichen Blättern vorliegt, am Mon- |in U e s f ü b eingetroffen und hatte mit Konsul H der zur Untersuchung dieser Angelegenheit entsandt in war, eine Unterredung. Ueber das Resultat & Unterredung liegt bisher noch keine Meldung vor. jaus Belgrad gemeldet wird, dürfen nun die lieh Konsuln in den besetzten Gebieten wieder mit fi Regierungen durch Ehiffretelegramme und ver- Wk Briefe korrespondieren.
Bhifjlanb lenkt ein und Oesterreich wird vorerst keine Wmdung erheben, daß die albanische und die Ha- erst mit den anderen aus den Balkanvorgängen
Änbenen Fragen erledigt werden. Oesterreich hält
ing „VisnK ■ llsiândlgl«1' achtend
Das Glückskind.
Roman von Irene von Hellmuth.
(Nachdruck verboten.)
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11 Während das Mädchen heiter plauderte, hatte Riecke Wir tiefen Torf mit dampfender Suppe gefüllt und tn MKörbchen gestellt, mit welchem Röschen sich eiligst Mriite
s Tas Häuschen der alter Patina war badb erreicht.
Hier herrschte allerdings traurige, nackte ^lrnnn ■ Dürftiakeir. Das Stübchen war dunkel und kalt, $ Kinder hockten zusammengekauert und vor Hunger ^nbr in einer Ecke. Als Röschen eintrat, konnte kaum Zurechtfinden, und rief einem etwa zehn- Trigen Mädchen zu: „Gretel, mach schnell, warum *« Du denn kein Licht au?" ,
i ^Wir haben keins im Hause, Kraulern, eni- ! Wete die Angerufene weinerlich.
L .6o lauf, da hast Du Geld, und hole wMrt. ^ wenn Du kommst, gibts Suppe, — borst ^u, y v
^ Suppe, die wird Dir aber schmecken, mein i^ Das Mädchen ließ einen Iuvevartt hören und eilte, Mich es die viel zu großen Sè gestattete«, öav^ Hi i n kurzer Zeit mit einem Talglicht «u etscheiiiem L Möschen hatte eben ihre Suppe ausgevackt m'v I*M sowie deren Schwester legten dw seuerrotcm Wanten Hündchen um den uoch heißen ^pb um u)
£ wärmen. Die Kinder streckten du ^rgtume * atmeten behaglich den Dust, me. er Suppe ^Wt»ömte) sie blinzelten sich vergnttgi ->>e ^ccuoe
®> ii 'im bevorstehenden Genuß konnte nmn )
1» lächelnden Gesichtern ablescn. .„ ,„lirr.„„ o.MCr ! I Möschen wandte sich der am dem Ärmlichen 2 g âg listreckt liegenden Kranken zu. DiesM^. ra-HcSen i * so alt, Ls man nach deren 2(uSiev«^iW» I ■*»» ________________...1-------- -
nach der auffallend betonten Auffassung französischer und englischer Kreise augenblicklich in Berlin liegen. Man schreibt dem deutschen Kaiser und den leitenden deutschen Staatsmännern die Absicht zu, in den österreich - russischen Interessen-Gegensatz energisch einzugreisen.
In Berlin bewahrt man fortgesetzt nicht nur an amtlicher Stelle, sondern auch in den anderen diplomatischen Kreisen die Ruhe und läßt sich nicht durch Alarmnachrichten aufschrecken. Man erklärt, die Hoff - nung aus eine friedliche Lösung aller Schwierig - keilen wachse mit jedem Tage.
Wien, 26. Nov. Der Wiener Gemeinderat ist aus Donnerstag nachmittag 3 Uhr zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen worden. Auf der Tagesordnung steht eine patriotische Kundgebung der Neichshauptstadt angesichts- der sehr ernsten Lage der Monarchie.
Görlitz, 26. Nov. Viele hier lebende Oester- r c i di c r erhielten telegraphisch den Einberufungsbefehl und müssen sich beim Breslauer Konsulat stellen.
* Berlin, 26. Nov. Der dem deutschen Kaiser persönlich attackierte russische Generalmajor von Tatisch- tschew reist heute, wie man annimmt, mit einer persönlichen Botschaft des Kaisers nach Zarskoje Selo.
Bukarest, 26. Nov. Eine Abordnung albanischer Muselmanen ist gestern hier eingetroffen, um bei König Karol um eine Abordnung nachzusuchen und ihn zu bitten, den Plan, einen Sohn des rumänischen Thronfolgers auf den Thron des neuen Fürstentums Albanien zu erheben, zu unterstützen. — Sollte Rumänien die Kandidatur eines Sohnes des rumänischen Thronfolgers für Albanien ablehnen, so käme ein italienischer Prinz oder ein in Belgien lebender Prinz . . ’ -------:-------- I II ^n IJ MJJ » ' ■ — - - -------------
^hr soll ter auch eUvus genießen, Marthe," bat das hinge Mädchen sanft.
Die AngcrcLete streckte ihrer Wohltäterin die beiden «hgezchrten Hände entgegen,dankbar, in Dränen ' febwrmmenö, blickten Äre Augen auf das liebliche ^ so Hngelsgut, Fräuleinl Gott lohne Ihnen, was Sie an einer armen Kranken tun/ tönte è« w*tt von den blassen Livven.
^päuietu sürs^n Fair jetzt esien." ,ragte Gretel, die Begierde kaum noch bezähmcni konnte.
^, ja, Kinder, macht jchrrell, Ihr mußt nachher K»âi wt mir gehen."
Nu war Lrr Topf geleert, kächcknd hatte die ,«^ C^nietin awWwut, im Süllen b-dmicrnd, daß Ue nicht reich genug war, um hier gründlich helfen zu
Uom Balkankrieg.
Konstantinopel, 26. Nov. Die türkischen und bulgarischen Bevollmächtigten hielten eine Konferenz ab. Morgen findet die letzte Konferenz statt. In der gestrigen Sitzung erklärten die türkischen Bevollmäch- , tigteu. sie wollten von der Uebergabe Adrianopels nichts wissen. Es wird geglaubt, dah die Verhandlungen abgebrochen sind und die Feindseligkeiten wieder ausge- rummen werden.
Die Friedensbedingungen der Balkan- bündler sind vor wenigen Tagen rundweg a b g e lehnt worden. Wenn trotzdem neue Verhandlungen über Waffenruhe und Frieden begonnen haben, so beweist das nur, daß die vier Balkankönigreiche der Türkei jetzt wesentlich abgemilderte Bedingungen an- zubic^cn haben. Danach scheint die Erschöpfung und bav. Ruhebedürfnis der Valkanverbündeten jetzt größer zu sein, als das der Türkei. Ungeheuren Verlust haben die Vulgaren bis jetzt erlitten. Von 300 000 Mann hat die bulgarische Armee ein volles Drittel, über 100 000, an Toten, Verwundeten und durch Seu- chenerkrankungen verloren.
R 0 m, 25. Nov. Der „Sortiere d'Italia" erhält aus Cattaro die Nachricht, daß österreichische Truppen dort gelandet seien. 11 000 Soldaten smd im Hasen von Gravoso angekommen und 6000 andere haben sich in Cattaro an Land begeben. Außerdem lief tn der Naclü zum Sonntag ein von Triest kommender trans- atlandischer Dampfer Cattaro an. Er führte 10 000 Mann an Bord, die sich in vollkommener Kriegsaus - rützung befanden. Die Besatzung der Forts am Eingänge des Hafens von Cattaro befindet sich jetzt in 4= facher Stärke.
Der türkische Minister des Aeuheren erklärte zu den neuen Verhandlungen mit Bulgarien: Die Türkei werde nur stark modifizierte Vorschläge diskutieren, die früheren seien undiskutierbar, jetzt, nach den klaren Erfolgen bei Tschataldscha noch mehr als vorher.
Sofia, 25. Nov. Die jüngst einberufenen Rekruten des Jahrgangs 1913 werden nach genügender Vorbereitung zum Kriegsschauplatz abgehen. — Die Besatzung Ädrianopels unternahm gestern einen neuer» lieben Ausfall gegen den südlichen Teil der bulgarischen Belogerungsarmee, wurde aber zurückgeschlagen.
inzwischen unbcüuiumrt um ^Löschens Aufenthalt Ljueeu Weg fort testen. m
Rosi hörte Las Mißtrauen aus jedem seiner SSorfre, er gab sich auch gar keine Mühe, es zu verbergen. 2tn> jähem Schmerz üüer Liese Ertenutnis zog sich ihr H«Sj zusammen, er — er mißtraute chr — ohne Grund auf den bloßen Schein hin.
Stolz war ein Haupt-ug chrrs Charakters. wußte, daß ein Wort von ihr die Sache auskläreu »mf^, te, — «her trotzig Litz sie die Sippen zusammen, »uL stand einige Sekunden «orrlos vor ihm.
Er deutete ihr Echweigen für Schur obew«tztt«m,^ und wm^ etwas strenger als vorher klangen fertâ Worte: „Nun, miKft tu mir nicht sagen, was Dich 8« dieser Munde hierher führt, ich habe ein Recht, eö M
^D^n Marien sich die drei auf den Weg.
GH wr- unterdes vollständig dunkel geworden, »* JMcr froren in ihren dünnen Kleidchen. Es kümelle in großen Flockem dazu blies ein ecuger ^rcnd von Norden her, der den Schnee durchcinmrder wirbelte, fn Mi man kaum sehen konnte.
RAschen ging eilißen Schrittes ^hnt, so dag Die ^twber ein Stückchen zu rückblieben. Sre kämpften sich Mtibsam durch den tobenden Sturm.
Einige Straßen waren schon durchwandert, als RSscben plötzlich eine wohlbekannte, geliebte ^ti^me vernahm. Freudig durchzuckte es chr Hcrz^ doch die wm^delie sich rasch in herben Trotz. Tenn nicht liebreich, sondern tadelnd klang es aus Hermann Pacht- Munde an ihr Ohr:
*Va sehe ich denn recht Du hier? Was machü ^u denn zu solcher Stunde und bei diesem Wetter noch auf der Straße? Und ganz allein? Wo willü Du denn ^ âr bemerkte ^le Jh^i âmen Machen nicht Lie
erfaßte*/ _ . „
^fMM) öffnete sich Ler fLeine, trotzige Mund: „Verzeihe, Hcrwâ, ich - ich habe Elle, da mein Bvrn4und nicht »Mon darf, daß ich noch ausgllcg und 1$ \n^^ dessen wr ihm wieder 6u Saufe fein muß."
Wohl Lhnte sie, daß diese Worte sein emmak gewordenes Mißtrsueu noch steigern mußten, doch bmä tatè^ Im Gefühle ihrer Unschuld gurg alles andere unter. Außerdem fe^üe -u längeren Erörterung«« wirklich -bie Zeit und die friereudeu Kinder tâ» wr leid. Sie dursten nicht noch länger warten.
Er hielt sie auch «icht wf, als sie mit einem tm^at: ^Gute Nacht, Hermann, werde ich bald etwas w Drr hören?" an ihm vorLberhuschte.
Fast zornig klang sein Gruß, w däuiMe ep Einen Augenblick schien es^ als wolle er ihr unschlüssig stand er eine Weile in dem niederwLllân Schnee, dann drehte er sich kurz um und ellte weâ.
Röschen verfolgte indes ru entgegensesetzte-r ung den Weg. Noch eine Slrntze und sie stano E großen, massiven Hause mit vermiedenen Ture», ^«r ^ede jyn^. Aufschrift feuo. . , (Fortsetzung ^^^^
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