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Ma aj I W («eucfte Nachrichte») ^™*»^ «Kietzcncr Tageblatt)
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«r. 34
Telephon: Nr. 362.
Samstag, den 27. April 1912
Telephon Nr.: 362.
24. Iahrg
M^ Reichstag.
Berlin, 24. April 1912.
Das Haus setzte am Mittwoch die Beratung der I und Deckungsvorlagen fort. Abg. Dr. Grad- (Soz.) warf den Konservativen vor, daß ihnen Vaterlandsliebe nur ein Geschäft sei. Seine Partei auf eine Völkerverständigung. Am Schlüsse seiner ?we stündigen Rede forderte Redner die Herabsetzung -— Kavalleriedienstzeit. Abg. Erzberger (Ztr.) hielt die belrvorlagen für durchaus berechtigt. Deutschlands W !!Wlia»Wellung müsse gesichert werden. Die Verweisung ™er Vorlagen an zwei verschiedene Kommissionen ge- _ ibrde die Verabschiedung vor oder unmittelbar nach ^^Wjfirgiten. Staatssekretär Wermuth gehe in seinem be- Einfach Hirten Aufsatze über die 1909 vereinbarten finanzpoli- tzl^^sch'M Grundsätze hinaus. Das Zentrum wolle an die- Grundsätzen sesthalten und ohne Not nicht neue Tchott^leuern schaffen. Preußischer Kriegsminister Freiherr ‘on Heeringen erwiderte auf eine gegen das Duell ge- r tar Mm“1^ ^Euherung des Vorredners, die kaiserliche Ka- ^, ^ ^inetsorder sage keineswegs, daß ein Herr, der sich -kâ.dÄrUs religiösen Gründen nicht duellieren wolle, unwür- Äu? ^’ Offizier jU werden, aber der Betreffende passe 3intn lo^dri d)i( Verhältnisse nicht mehr hinein. Abg. Dr. Pasche i "^^natD.) erwiderte, mit dieser Aeußerung habe der Mi- ^tuiM ipen sich vom Empfinden des Volkes weit entfernt. Ww6. Hi • â , Berlin, 25. April 1912.
niR,NAK>ui Der Reichstag setzte am Donnerstag die Beratung Öchroorlagen fort. Abg. Hausmann (f. Vp.) be- ^^ I^ntzr die Pflicht, Deutschland vor dem Unglück eines >, Mâ.^lraipâischcn Krieges zu bewahren. Im Militärverband für die innere Ueberzeugung Raum geschaffen -- ^erbotn. Staatssekretär v. Tirpitz beanspruchte für den 1 lotMmerein die Anerkennung, daß er das Volk über ie Secintereffen aufgeklärt habe. Er, Redner, habe äueni Einfluß auf den Flottenverein. Abg. v. Liebert erklärte, daß die Wehrvorlagen eigentlich schon sichten Herbst hätten kommen müssen. Die allgemeine ^ÄB^Be^ivflid)! müsse rücksichtslos» durchgeführV werden. eutn mit kleinen Fehlern dürften nicht mehr militärfrei lerbm Wer die Vorlagen bewillige, diene dem Frie
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da« habenden, wer sie ablehne, stärke die Angriffslust der Gegner, ihrt^ü^ Eolshorn (Welfe) sprach sich gegen jede Flotten - i;:?rmi:f)rung aus. Sollte die Linke die Erbschaftssteuer i-i Hie Deckung hineinschmuggeln, so würden seine greinte gegen die Wehrvorlagen stimmen. Abg. Wurm è: Soji) bezeichnete das Branntweinsteuergesetz als das Monströseste Gesetz, das jemals gemacht worden sei. urdl die Liebesgaben seien 1100 Millionen von den ^ ermnlttn der Armen den Großbrennern angestossen.
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Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
(Rachdruck verboten.)
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'siegen Abend kam der Gärtner aus der Stadt zu- ■ IkL. ^r war ganz niedergedrückt von all den Gräueln, : ie er hatte sehen müssen. Die alten Beine wollten ihn ' aiim die Treppe emportragen, als er seiner Herrin Be- ; chcht abzuftatten ging.
; .Acr gnädige Herr kommt nicht," sagte er, sich -it- ' erni^ auf einen Stuhl niederlassend, „er bleibt bei fei* . mn: Worte. „So lange die Pruffierrs in meinem Hanfe ^'wd„ setze ich keinen Fuß über die Schwelle, und auch ' päi« wrde ich es mir überlegen," sagte er. ^Sie haben : »etm Haus besudelt, beschimpft durch ihre Gegenwart." ? ^Unversöhnlich, ich wußte es," seufzte die alte Dame. ; Bruche Befehle hat mein Bruder für vns?"
^Gar keine, gnädige Frau. Herr Vourlier schien
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--^.^' ttbstt nicht zu misten, was für Sie am besten sei. 6t ^^^.z' bhiN Simen schreiben."
-^ ^ V »Sie fanden den Herrn in der Rue d'Espagne?" -^e^ ^Jawohl, auch den Sarg des Herrn Leutnan^. llbeL der war schon geschloffen, ich habe den Toten nicht --r !M« gesehen, imb ich glaube auch nicht, daß der guä- ^ sige ^rr ihn mir gezeigt hätte. Er begleitete mich biß ton Vorgärtchen und schloß hinter mir die Türe. So »Nh er dort mit der Leiche ganz alletu."
»Min armer, armer Bruder," klagte Frau Mâtâ- Èi»des ihre Nichte bei Laurences Erzählung leise vor PM ächzte. ^Wir dürfen ihn nicht allein lasten. m er uns auch nicht ruft, ss ist unsere Pflicht,
1 zurück-ukehren, alles andere tritt darüber Ne *<*
»Du weisst 6h SmiM' weh* Destu« astmim-
tom von Tarare-al wiche und «andie sich WM to*Wk NB W- Bââbbst -N «âüLN» «Ä-
Notwendiger als Militärvorlagen sei die Veteranenfür- sorge, Erhöhung der Mannschaftslöhnung. Unter großer Spannung des Hauses erklärte hierauf Abg. Spahn (Ztr.), daß seine politischen Freunde gegen die Aeußerungen des Kriegsministers vom Mittwoch über das Duell protestieren aus Grund ihrer religiösen Ueberzeugungen. Aus dem Offizierkorps werde also der ausgeschlossen, der dem Gesetze Achtung erweise. Nach kurzen Bemerkungen des Abg. Schweickhardt (sortschr.) gegen dals Branntweinsteuergesetz betonte Abg. Gras v. Po- sadowskp (b. L Fr.) die Notwendigkeit der Vorlagen im Hinblick aus die Weltlage.
Politische Rundschau. Deutschland.
* Der Reichskanzler empfing Donnerstag nachmittag den Botschafter Grafen Wolff-Metternich.
* Dresden. Am 3. Mai trifft der Staatssekretär des Aeuheren v. Kiderlen-Wächter hierein, um dem Könige von Sachsen seine Aufwartung zu machen.
* Braunschweig. Der Herzog-Regent hat
ein Frauendienstkreuz in zwei Klassen in Gold und Sil. ber gestiftet.
gestiftet.
• Der Seniorenkonvent des Reichstages kam überein, in den nächsten Tagen den Etat der Reichs- eisenbahnen und den Kolonial - Etat zu beraten. Folgen sollen die von der Geschäftsordnungs - kommission beschlossenen Anträge über kleine Anfragen und Petitionen.
* Die Budgetkommission des Reichstages wird in ihrer nächsten Sitzung am Dienstag mit der Generaldebatte der Wehrvorlage beginnen.
* Die Budgetkommission des Reichstages nahm bei der Beratung des E t a t s f ü r S ü d- w e st a f r i k a einen fortschrittlichen Antrag aus Verleihung einer Verfassung und des Wahlrechts für die weiße Bevölkerung in Südwest-Afrika an. Der Staatssekretär erklärte, die Kolonialverwaltung werde sich an der Ausarbeitung eines Kompetenzgesetzes gern beteiligen. Die englischen Kolonien hätten eine Konstitution mit Festlegung der Rechte des Königs, des Gouverneurs, der Beamten usw. Dasselbe sei für unsere Kolonien erstrebenswert.
* Berli n, 26. April. Gegen die W e h r - Vorlagen wurde gestern von Anhängern der Sozialdemokratie in sieben nicht allzu stark besuchten Versammlungen in Berlin Protest erhoben.
• Der Finanz-Ausschuß der hessischen Zweiten Kammer der Stände wird am nächsten Diens-
„Suchen Sie einen Wagen aufzutreiben, der uns morgen, spätestens übermorgen nach Sedan bringen kann."
Laurence versprach, sein Möglichstes zu tun und verabschiedete sich. Die Damen blieben schweigend zurück. Eine jede hing ihren Gedanken nach, die bei Desiree die trübsten waren, während Frau Nataly eine gewisse Befriedigung fühlte. So wurden die Schwierigkeiten mit einem Male gelöst. Die Kleine scheidet von hier, ohne eine Ahnung von der unheilvollen Nähe ihres Verlobten zu haben, und auch Jean, mein Bruder, wird ihn nicht sehen, da er sich verschworen hat, nicht hierher -u- rückzukehren.
Aber sie selbst wollte den Mann, dessen Geschick ihr mehr an das Herz gewachsen war, als sie sich zugestehen wollte, noch einmal sehen.
^Jch will dem Oberarzt meinen Entschluß mittet- fen,* sprach sie zu Desiree. „Bleibe hier, schließe Dich ein; ich bin in einer Viertelstunde zurück."
Desiree nickte zustimmend und tat nach der Tante Willen. Aber kaum hatte sich diese entfernt, da klopfte eS an die Tür.
„Ich bin es, der alte Laurence!" rief es durch -a- Schlüsselloch. „Ich habe nur eine Frage. Bitte, Fräu- leinchen, machen Sie auf." , t t
Das Mädchen öffnete sofort Es war froh, daß der RUe gekommen war. In der halbfinsteren Mansarde war es gar zu schauerlich, so ganz allein.
„Was bringen Sie, lieber Laurence?" fragte Ds- ßree^ dem Alten einen Sessel hinschiebend.
wein, nein, lassen Sie nur," wehrte dieser bescher den ab. „Ich gehe gleich wieder, gnädiges Fräuleinche«. Was ich fragen wollte, darf es denn ein Leiterwagen -ur Fahrt nach Sedan sein? Den hab' ich im Schuppen, nnd ein Pferd kriege ich schon."
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tag, den 30. April, vormittags 10 Uhr, zu einer Sitz- ung zufammentreten. Dem Vernehmen nach handelt es sich hierbei um die Vorberatung der Beamten- besoldungs-Resorm. Der Finanz-Ausschuß wird wahrscheinlich beantragen, die ganze Gesetzesvorlage der Regierung zur nochmaligen Prüfung und Umgestaltung zurückzureichen. Dabei soll der Wunsch zum Ausdruck gebracht werden, der gesamten Beamten- und Lehrerschaft durch Gewährung einer prozentualen Teu- rungs-Zulage für das Jahr 1912 eine möglichst schnelle und finanzielle Besserstellung zu verschaffen. Auch die in Aussicht gestellte Sonderbelastüng der Gemeinden durch die Aufbesserung der Lehrergehälter, sowie die 5- prozentige Steuererhöhung dürfte im Finanz-Ausschuß auf starken Widerstand stoßen. Ein Antrag des Abg. Schönberger fordert die Uebernahme der persönlichen Volksschullasten aus den Staat, dahingehend, daß diese Mehrkosten von den einzelnen Gemeinden nach der Grundlage der staatlichen Leistungen alljährlich in vier Zielen als Schulsteuer zu erheben und an die Staatskasse zu entrichten sind. Eine weitere Regierungsvorlage betrifft den Verkauf des fiskalischen Hofgutes Neu-Ulrich- stein, das bisher an den Hess. Nassauischen Verein für Arbeitslose verpachtet war und auf Ansuchen des Vereins für 115 000 Mark an denselben verkauft werden soll.
* Die hessische Zweite Kammer der Stände tritt am Dienstag, den 7. Mai, vormittags 10 Uhr, zu ihrer 29. Sitzung zusammen.
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^ie gut Sie sind, Alter, daß Sie sich so um unk mühen."
„O, das ist mir ja das größte Vergnügen in dieser elenden Zeit, Fräuleinchen," versicherte er. „Ich wollte, ich könnte auch was für den gnädigen Herrn tun. Aber, was ich sagen wollte, der läßt sich gar nicht sprechen Der ist so voller Groll, weil ich die Verwundeten i*F Haus gelassen habe. Herr Gott, ich mußte es ja tun, sonst hätten sie alles kurz und klein geschlagen. Aber auf die deutschen Verwundeten hat er es 'mal scharf. Was ich sagen wollte. Wenn er erst wüßte, daß sein bester Freund und Feiud unter ihnen ist, das gäbe erst eine Aufregung. Von dem habe ich aber weislich nicht -esprocheu "
Desiree sah den Gärtner mit großen Augen «d Weshalb stockte ihr plötzlich bas Herz? Ein unmöglich scheinender Gedanke blitzte durch ihren Kopf, ein Name, so schön, so unendlich süß für sie, drängte sich auf ihre Lippen. Aber sie sprach ihn nicht aus, sie nickte uua^ während Schwindel ihr Hir» ersaßte.
Laurence hielt das Nicken für ein Zeichen des Einverständnisses.
^Fch sehe, die guädige Fron hat Ihne« schon vo« dem Verwundete« er-Lhlt," fuhr er geschätzig fort. ^*, dem Herrn durfte ich eS freUich »icht ^men, daß «nsbr frühcreck^Lirettor Torolt im linken Erterziu7»zer lieg*.*
Ein Schrei des Schreckens, de- Untzückens, der gren» -erttosen Liebe nüMM sich Desirees £U*en. Sie sprang mit fchob de« E^trt«er, der sie Wsiannt «ufhâ« wollt«, bei Sette und eilte miß km Ztm> r die Lreppe hin«!»
Al- sich die Tür fixier ihr ^eschiO»« |MU, schl« sich der Alte ärgerlich eN lat MrmA
^ will «icht weleo* Mb Bnche heißen, wenn ich da reicht *f T ^Wm-Bt gemacht habe," **
Nun will ich mich «M MH OsWNn Pferd umsehen, daS
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