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L 94
1. Statt
Samstag, den 23. November 1912
Telephon 9 fr. 3(12.
24. Jahrg
Ruf des Dimers Scbnt'd?
er ^^ Mann. I i i e n, 22. Roo. In der Gesamt-Situatiou ist
Um Balka krieg.
Das „Deutsche Volksblatt" meldet aus Sofia
Wer, der
!i?> Wetzlar.
i keinerlei neues Moment zu verzeichnen. Die Mo- & ist auf alle Eventualitäten vor - leitet. Es ist nur hervorzuheben, dah die Besetz- skurazzos durch die Serben vorerst nicht als „satt CK'4 angesehen wird und sofort keinerlei Aktion ßt. — Heute ist in Wien bekannt geworden, daß Drilliche 3 galizische Armeekorps auf itgssu h gebracht werden sollen. Auch der ,^r Magistrat Ijat heute mit der Einberufung be-
einen starken Stimm ungsumschwuno. Krieg habe Bulgarien große Cpfcr, den anderen bünockn aber den Hauptgewinn gebracht. Man König Ferdinand vor, datz er sich von Ruhland ginnen lieh, das jetzt Bulgarien in den Rücken
Verwirft umfalle
Hillterbliehm ^1' unb ^^r zunächst die drei jüngsten Jahr - ’fi ber Reserven unter die Waffen gerufen. Gestern ^^ tu auf dem hiesigen Telegraphenamt mehrere Ge- ^. ^nju^ M5offi3ierc zahlreiche chiffrierte Telegramme nach * " «Achtungen des Landes abgesandt, die unter Kon- :lt unb Aufsicht der Offiziere von den Beamten des i^myffcnamt abtelegraphiert wurden. Soweit be- fli wird, handelt es sich vorläufig um die Mobil- R i) ung von acht Armeekorps.
p dj053f 2eh 5’ II b a p c st, 22. Nov. In der Ofener Hofburg * M wichtige Beschlüsse gefaßt worden, die auf die wei- 19 w“k "XS Haltung der internationalen Lage von großem * N M^ sein werden. Schon die nächsten Tage werden ns£^^ ^n Beweis bringen, daß Oesterreich-
*W s.„ entschlossen ist für die Eeltend-
tonemÄ lcincr Interessen aus dem Balkan mit größter iiA MsdenheU einsutreten. Oesterreich-Ungarn will der il: glichen Unsicherheit, die die Neugestaltung aus dem
Hygiene -Weltai
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" in Chemmy ° i -^l hat, ein Ende bereiten und eine endaüttiae Klä- anstatt 31 Mk. Listav D - - - - - -
wird nicht berchr L genden Paradies-^ ” extra verzinkt, ck ai .igl >er. Größe ca. 1"' >
!! der schwebenden Fragen anstreben. Es soll nichts
tfud)t bleiben, um dies auf friedlichem Wege zu
Achen.
begeisterte Anestt i
l an intelligentes Vien, 22. Nov. Von der Wiener Polizeidirek- ii|t Ostern die Verfügung getroffen worden, daß ilhe Wiener Eisenbahn- und Sirahenbahnbrücken
ung stets weiten« inhofsvorsteher * Wen seinerzeit ^
mitgeteilt He^r 1 war, büß drei Ä [
verstärkten Wachtposten besetzt werden. Seit ge
, ^, ...» , patrouillieren demnach auf sämtlichen Brücken Dop-
hnen bestellten ' ijicn. Im Anschluß an diese Verfügung war ge- ast nicht, nötig'• - , jn Wien ein Gerücht verbreitet, demzufolge vier aesehen m ^" verhaftet worden seien, die die Absicht gehabt o Das ist aber. hi, die Nordwestbahnbrücke in die Lust zu sprengen. Heute bitte M; , « offizielle Bestätigung dieser Nachricht ist noch nicht A ebenfalls âangen. W |Â
kaufer finden * , _
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und Serbien begünstige. Richtig wäre ein österreichisch- rumänisch-bulgarischer Balkanbund gewesen.
Trotz der zahlreichen Abmachungen, die die verbündeten Balkanstaaten untereinander getroffen haben, find die von ihnen beanspruchten Gebietsteile nicht festge- leat. Es werde beträchtlicher Geschicklichkeit bedürfen, daß unter ihnen keine Mihhelligkeiten hervorgerufen würden.
Die Friedensvorschläge abgelehnt.
K o n st a n t i n o p e l, 21. Nov. ' Die von den 4 Ballanstaaten gestellten Bedingungen für den Waffenstillstand und Friedensschluß verlangen den Verzicht auf die ganze europäische Türkei, ausgenommen Konstantinopel. — Die Pforte hat die bulgarischen Vorschläge a b g e l e h n t. Nasim Pascha hat Anweisung erhalten, den Kampf f o r 1 z u s e tz e n.
Sofia. Der Ministerrat hält eine besondere Sitzung ab, um die türkische Mitteilung zu beraten. Es ist wenig wahrscheinlich, daß die Feindseligkeiten sofort wieder ausgenommen werden. Nach gewissen Andeutungen wird Bulgarien eine versöhnliche Haltung einnehmen und die ursprünglichen Waffenstillstandsbedingungen abändern. Die Waffenstillstandsbedingungen der verbündeten Balkan - [taaten setzten die Uebergabe von Janina an die Griechen, S k u t a r i an die Montenegriner, Moll a st i r an die Serben und A d r i a n o p e l an die Bulgaren fest, ferner die Einstellung der Truppen- Und Munitlonssendungen nach der Tschataldscha-Linie und die Verpflichtung, bei Tschataldscha keine neuen Befestigungen zu errichten. Auherdem sollen die aus Anatolien kommenden Truppen an jenen Punkten, wo sie sich im Augenblick des Abschlusses des Waffenstillstandes befinden, verbleiben. Die Kriegsschiffe an den Küsten von Derkos und Bujek-Tschekmedje sollen nach Konstantinopel fahren. — Der Sobranjepräsident D a n o w, der Gehilfe des Generalissimus Sawow unb der Chef des Generalstabes F i t s ch e w wurden seitens Bulgariens mit den Waffenstillstandsverhandlungen be- traut und reisen unverzüglich nach Tschataldscha ab, um sich mit den türkischen Delegierten zu besprechen.
Von den Kriegsschauplätzen.
K o n st a n 1 i n o p c l, 22. Nov. Von der Tscha- taldscha-Linie verlautet, daß ein ernster Kampf aus der ganzen Linie entbrannt sei.
Vor Adrianopel hat eine große Schlacht begrünen, an der sämtliche dort stehenden serbischen und bulgarischen Streitkräfte teilnehmen.
Sofia, 22. Nov. Die Türken unternahmen in Adrianopel einen Ausfall, um das von den Bulgaren besetzte Fort Kartaltepe wieder zu erobern. Sie sind jedoch genötigt worden, sich unter Zurücklassung von 350 Toten in die Festung zurück; u- ziehen.
Ein griechisches Geschwader erschien nochmit- tags vor M y t i l e n e. Admiral Eountourietie forderte die Stadt zur sofortigen Uebergabe auf. Die srem- ben Konsuln rieten, um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, zur Räumung der Stadt durch die 700 Mann starke türkische Garnison. Der Admiral ließ 1500 Mann landen, von denen 400 die Stadt besetzten und 1100 die Verfolgung des Feindes aufnahmen. Die Landung fand unter dem Schutze des griechischen Geschwaders statt, das hieraus nach Lemnos wetterfuhr.
Belgrad, 22. Nov. Nach hier eingetroffenen Meldungen sollen die Serben in Florina eingezogen sein.
K o n st a n t i n o p e l, 22. Nov. Kurdische Kavallerie und diejenige aus Hamidie, die gestern in Ismid eingetroffen sind, sollen bereits per Schiff an die gegenüberliegende Küste des Marmarameeres über- geführt und gelandet sein. Andere a n a 1 o l i s ch e und
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JAS' Da. Glück-Kind.
1 sehr Äufriebe" • . Roman von Iren^e von Hellmn 5H.
KleinM' ! (Nachdruck Verboten.)
ungesehen MN^ jj ’§tmt yg^tner hatte dies alles sehr rasch hervorge- Wmine « . 1 ^clt/ aber Mhler hatte während der langen Rede, öglich nGlgH j |^r er nnsr noch eines verstand, das Wort „Heirat"
’ dermoch Zeit gefunden, sich zu fasten, und einen Plan einvE Hein Verhaltet zurecht zu legen.
“iw» ■■ • '«<6. gnädige Frau, begann er deshalb traurig, f mW ^ • 'm Sie wiitzteu, wie viel Lummer und Herzeleid in fett * r Mädchen mir schon verursacht hat, Sie würden »ich 6M wiA* , ‘Wern. Es ist ein leichtsinnige, kokettesGeschövs, nUnortOä'' 'seiner Eitelkeit jedes Opfer bringt. Würde es Jh- flÄW; ■ I gelingen, Ihren Sohn von einer solchen Wahl, Die s Küt-'b«, 1 rftin Unglück bedeutet, abzubringen, auf den Knien
..... ^" I lüe er Ihnen danken."
I Er hielt einen Augenblick inne und machte zu sei- ' I großen Befriedigung die Bemerkung, daß seine J Ae den gewünschten Eindruck auf seine Zuhörerin ht verfehlten, denn diese nickte mehrmals mit dem A und sagte dann kalt: „Lasten Sie das nur getrost r toe Sorge sein, doch fahren Sie fort."
^# : Ein kaltes, höhnisches Lachen, welches bas Gesicht
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„ ^rit. ■■ ^ui I alles, DDuniiiycy .cuu;^, ^^^ ^^ ^-i ®£ ä*’ . 8 t« eben verschönte, umspielte öabet ihren Munb. ÄM^ ' . Seufzend berichtete Böhler weiter. .Freilich, È Ä »linn liegt bei dem Mädchen im Blute. Ihre M U^ ' -war ebenso, und sie hat Wie Berschwendungsm tkSÄ 'Mr Nantes arokes Vermögen zum Opfer fiel, .
Der
A imn liegt bei dem Mädchen im Blute. Ihre Mut- l lwar ebenso, und sie hat chre Verschwendungssucht, ■^^ ; l ilhr ganzes großes Vermögen zum Opfer fiel, auf I t Tochter vererbt. Das Unglück war, daß der Vater, ^/sW 1 schwacher, nachgiebiger Mann, es nicht verstand, sei- r Frau energisch entgegenzutreten, und so^ vergeudete è nach und nach alles, was da war. Ich habe nur Mb gelobt, so viel in meinen Kräften steht, der Wre- Mung eines solchen namenloses Unglücke vorgu- W, indem ich mein Mündel vor jeder^Helrat^tern 1 tonten suche." ^v;^:^^
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„Ich üa-uc ^hnen in meinem Namen, sowie im Namen meines Sohnes, für ihre Offenheit, Hen Böhler. Seien Sie versichert, baß ich alles aufbieten werde, meinen Sohn von ber Unmöglichkeit einer solchen Verbindung zu überzeugen," sagte Frau Pächtner, Böhler die Hand reichend.
„Glauben Sie, daß Ihnen das gelingen wird?"
Ein gespannt lauernder Ausdruck lag in dem Gesicht des Mannes, der den Kopf weit vorgebeugt hielt.
„Ohne Zweifel," entgegnete die Frau, sich zum Gehen wendend.
„Nur noch einen Augenblick, meine Gnädigste. — Wir könnten Ihrem Herrn Sohn, falls er nicht glauben will, was ich Ihnen mitteilte, auch mit Beweisen dienen."
„Wieso, Herr Böhler?"
„Das Mädchen hat nämlich schon verschiedene Male versucht, einige silberne Löffel, die letzten Erbstücke von ihrer vor kurzem verstorbenen Mutter, im Leihhause zu versetzen,- ich habe es regelmäßig darüber erwischt und dies zu verhindern gewußt. Vermutlich hält sie das aber keineswegs ab, den Versuch wiederum zu wagen. Ist dies der Fall, so könnte ich Ihnen raschestens Nachricht senden, und Ihr Herr Sohn würde sich dann selbst von bei Wahrheit meiner Behauptungen überzeugen, indem er dem Mädchen heimlich folgt."
„Das würde allerdings am besten wirken," nickte die Frau, „mein Sohn soll aber unter keinen Umstärr- den erfahren, daß ich hier war, also Vorsicht."
„Gewiß, gnädige Frau."
Mit tiefen Bücklingen geleitete Böhler seinen Gast bis an die Tür und als er sich allein sah, machte er erst der auf ihnh einstürmenden Wut Lust, indem er heftig im Zimmer hin und herronte, dabei heftig mit den Armen gestikulierend, ^ ________ /_____ .
„So eine niederträchtige Kreatur, na warte, ich will dir Liebesbriefe schreiben, du---du---"
Er konnte in seinem Zorn gar keinen pastenden Schimpfnamen finden.
Kurze Zett darauf sah man chn, zum Ausgehen gerüstet, das Haus verlassen.
V. -.
Die Dämmerung des kurzen Wintertages war eben angebrochen, als Röschen, die sehr zum Aufbruche gedrängt hatte, mit Tante Aurelia heimkehrte.
Sie schmeichelte und bat so lange, bis diese die Erlaubnis gab, noch rasch den Gang zur alten Menthe und von da ins Leihhaus machen zu dürfen. ;
„Aber Du mußt Dich beeilen, Rosi, daß Du, bevor der Onkel zurückkehrt, wieder da bist; Du weißt, er; würde sonst schelten," rief Tante Aurelia der Htnausei-^ lenden nach.
„In einer halben Stunde bin ich wieder da, Tantchen, — und dann schläft Martha heute rurcht in ihrem Bett, ich laar es kaum erwarten, bis ich es ihr zu^ rückgebracht habe; Ibrt Kinder sollen mitgeheu und es tragen." ^
Aus der Küche trat Röschen die treue Mdyd entgegen, und flüsterte itr heimlich zu: „Wollen Sie nnhi etwas gute Suppe für Ihre Kranke mttnehmen, Fräulein? Sie ist eben fertig, und sehr kräftig und wohl- schWeckend, es ist meine eigene, ich koche mir schnell, eine andere." -
„O wie gern, Riecke," jubelte Röschen. Auch wird Martha sich f^uen. Du solltest nur sehen, wie dankbar die für alles ist, was man ihr tut; die Tränen laufen ihr jedesmal über die ruLr^icheu Backen,^ wenn .üf^ komme." - ' ^ ‘ -
(Fortsetzung folgte
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