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Kietzener Jettrtng
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*ligebölt in unserer Expedition ober in den Zweig- «lUtgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. — Erscheint ' Mitwochs und SamStagS. — Redaktion: Setters- „kg 83. — Für Aufbewahrung aber Rücksendung li^t verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
Verlag der „Gießener Zeitung" G. m. b. H.
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Illustrierte wochen-Knzeiger
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Expedition: Zeltersweg 83
«r. 41
Telcp hon: Nr. 362.
Mittwoch, den 22. Mai 1912.
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Telephon Nr.: 362.
24. Jahrg
Politische Rundschau.
Deutschland.
"^Hchäftsvtt?? ' ^05 Kaiserpaar unternahm von Homburg h. aus Ausflüge in den Taunus, an denen auch Zchreichè è "i Oskar teilnahm. Die Kaiserin kehrt heute Mitt- iaK >ch mit der Prinzessin Viktoria Luise nach Potsdam G. /si(: rf, um in dem neuen Palais Wohnung zu nehmen.
1? f ---- ' Der Großherzog hat dem Staatsminister Ö Teles, U Ewald und dem Finanzminister Dr. Dr.-Jng.
tun die Erlaubnis zur Annahme und zum Tra= des ihnen vom Deutschen Kaiser verliehenen Roten
I «Torbens 1. Klasse erteilt.
' Eine Finchnzminister-Konsererrz nach Pfingsten in Berlin stattsinden. Die Rom iH, hat offenbar den Zweck, eine Verständigung der nOesftaaten über das Besitzsteuerkompromiß, das in Ronimiffion schon angenommen und voraussichtlich k vom Reichstag bestätigt werden wird, zu erzielen. —----' 'S erlin. Nur noch einige wenige Sitzungen,
U M U Mini schließt, noch ehe wir Pfingsten feiern, der eichst a g nach getaner Arbeit seine Tore. Das Haus " «einer neuen Zusammensetzung über Erwarten n und Braunstem sM e I geleistet. Unvergessen wird ihm die ein - im-stemwoiieni lli j< Verabschiedung der Wehrvorlagen mit den Süm- bdirettodetrttdjhj] )er Vertreter aller bürgerlichen Parteien bleiben. 1 erel, flltona'Bahr; p Lösung der Deckungsfrage wird freilich erst im 18 SWe, Friedrich ^ erfolgen, da die Parteien hier ihre Sonderwün- 1. Herm. Schmidt I. e W^fc^en doch zu eifrig bemüht sind, als daß --------------ic baldige Erledigung der Angelegenheit noch vor 'elâtwurst, 8^iNjâu zu erwarten wäre.
MSHÄ« ' Die d tutsch - französischc Kommis- KHStlnW 0 ”■ 0,8 die Arbeiten für die Feststellung der neuen kl «x,â «dkâ ^'i« zwischen Kamerun und Französisch-Kongo vor- 1ii-f*^li|l’11' wird anfangs Juni in Bern zusammen- ____— cn
4 " Berlin, 20. Mai. Heute wurde im Abge - " knWhaus über dieR efo rm des preußischen „n Wort meine w.»® a । |r c ^ j 5 beraten. Drei Anträge standen zur De- 8,5M%^ nationalliberaler und zwei fortschrittliche. Der
und direkte Wahl unter Beibehaltung des Systems eines a b g c ft u f t e n, pluiokratische Auswüchse vermeidenden Wahlrechts nnd unter Beseitigung der Drittelung in den Urwahlbezirken. Der volksparteiliche Haupt-Antrag forderte kurzerhand die Einführung des Reichstagswahlrechts mit gleichzeitiger Aenderung der Wahlbezirke; in der Voraussicht, daß dieser Antrag keine Aussicht auf Annahme hat, forderte die Volkspartei in einem Eventualantrag das „allgemeine und direkte Wahlrecht mit geheimer Stimmabgabe." In der Abstimmung wurde zunächst der fortschrittliche Hauptantrag in beiden Teilen abgelehnt, ebenso der nationalliberale Antrag. Die Abstimmung über den fortschrittlichen Eventual-An- trag war namentlich: von 347 Abgeordneten stimmten 188 dagegen, 158 dafür, 1 enthielt sich der Stimme. Damit war die Reform wieder einmal gefallen.
* Berlin. Das preußische Abgeordnetenhaus genehmigte am Dienstag die Auslieferung der Abgg. Borchardt und Leinert wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen die Staatsge - walt, deren sich die beiden Abgeordneten schuldig gemacht haben sollen, als Borchardt aus Veranlassung des Präsidenten Freiherrn v. Erffa durch einen Polizeilent- nant und zwei Mann aus dem Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses herausbesördert wurde. Nunmehr haben die Gerichte das Wort. Der Streit wird durch alle Instanzen bis zum Reichsgericht durchgefochten werden, da sich keine Partei bei der Entscheidung der unteren beiden Instanzen begnügen wird. Es ist geradezu der Wille des Abgeordnetenhauses, eine grundsätz-
das Zentrum unter sich einen Kampf austragen: es stehen Kandidaten der Berliner und der Kölner Richtung gegeneinander.
* Berlin. Innerhalb der nationalliberalen Partei haben mehrere Herren beschlossen, eine besondere Organisation unter dem Namen „Bennigsen-Bun d" mit einer besonderen Zentralstelle in Berlin zu schaffen, der der frühere Abg. Fuhrmann als geschästssührender Direktor vorstehen soll. Von dieser Zentrale wird eine täglich erscheinende Korrespondenz für Zeitungen sowie ein Wochenblatt herausgegeben werden.
* Eine „Demokratische Bürgerpar- t e i" soll jetzt aus der „Demokratischen Vereinigung" der Herren von Gerlach und Konsorten werden. Die „Demokratische Vereinigung" hält ihren diesjährigen Parteitag vom 26. bis 28. Mai in Nürnberg ab. Unter den eingebrachten Anträgen befindet sich ein Antrag der Ortsgruppe Steglitz, den Namen der Partei in „Demokratische Bürgerpartei" umzuändern.
* Der Streit innerhalb der w ü r 11 e m b e r- gischen Sozialdemokratie ist noch immer nicht beendet. Der Revisionist Dr. Lindemann, der, wie erinnerlich auch für den Posten des Stuttgarter Oberbürgermeisters kandidiert hatte, wird zum Landtag nicht mehr aufgestellt werden. Eine sozialdemokratische Parteiversammluno, hat beschlossen, einem radikalen Kandidaten das Mandat zu übertragen.
In g der Nationalliberalen forderte die geheime
i N„ Schönhauser! -.
iser Pönjekalli
iQ und Säcken.
lietrich/ Fritzlar
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
(Nachdruck verboten.)
»Erlauben Sie, Mademoiselle, daß ich Ihnen auch ptcd sage," sprach er mit komischer Rührung. „Sie ha- T ferner so'n freundliches Gesichte für Unsereinen lmüt, daß das Aufscheuern hier ein förmliches Ver- lüfio war. Anderes ließen Sie mich ja doch nicht tun, Mi I Sie so eifersüchtig auf dem Herrn Leutnant seine
) fle^ waren. Das war nu fehr nett für den Herrn Zie wagens . Ut yM und ich nahm es Ihnen auch nich een biscken n Grimma W'jp'y ^el l-benn darum keene Feindschaft nich, sagte Mau- brik, weiche Kg umsonst rpihl let Kluck, mit dem ich mich Ihnen zu geneigter &iiA empfehle."
^iterwage^ SHrec hatte von dieser Rede freilich wenig ver- sie reichte dem braven Wärter die Hand, ^etze kräftig drückte, worauf er seinen Rückweg
&fi^ 'S Selten wollten ihm aus dem Fuße folgen, als S^SLfMM Tarandal eintrat. "K J± ^ '
„M »SM Ahnen Jag Treppensteigen sparen, rhs^ sagte sie einfach, dem Rekonvaleszenten » reichend, „da ich doch wußte, Sie würden nicht gehen, ohne der Tante Lebewohl zu sagen.
^%S« «Brben waren wir im Begriff zur gnädige» ^p j J J »Natürlich, natürlich. Laurence sagte mir, daß man StiM Ä *' Renten elnstesgèn läßt; da dachte ich, jetzt ist es an 8^4» SeH' Nuiz omn, leben Sie glücklich, lieber Freund, ^-^ etw §te bald gesund und lassen Sie von sich hören. ighjSiitwerpen, nicht hierher wüste» Sie schreiben mneuch wir wollen dieses Haus verlafferr, wo wir tlW ^ ^ au-â' ew-n «fldmäÈleen Britswcchsc!
iWdM.,'
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liche Entscheidung herbeizuführen, ob der Hausknechtsparagraph zu Recht besteht und mit Verfassung vereinbart werden kann oder nicht.
* Für die Reichstagsersatzwahl Saarburg-Merzig-Saarlouis, dem
sog.
der
in bis-
Hengen Wahlkreise Roerens, der sein Mandat niedergelegt hat, stellten die Nationalliberalen als Kandidaten den Bergmann Otto B i ck aus Saarbrücken auf. Es handelt sich nur um eine Zählkandidatur, da das Mandat ein sicherer Zentrumsbesitz ist. Uebrigens wird dort
England.
* 5m englischen Unterlaufe erkl ärte gestern gelegentlich der Beratungen des Postelals Generalpostmeister Samuel, daß Schritte getan würden, um die telephonische Verbindung aus die Schweiz, Holland und Teile von Deutschland auszudehnen. Samuel erwähnte ferner, daß ein neues Kabel zwischen England und Deutschland gelegt werde, sodaß der telegraphische Dienst mit dem Festland verbessert werde.
Ruhland.
* Die Duma bewilligte den Etat der Haupt - artillerieverwaltung und schloß sich den Wünschen der
vergessen, nehmen Sie dieses Kouvert. Es enthält alles Wissenswerte."
Sie legre einen verschlossenen Briefumschlag in Ty- rolts Hand. Dieser steckte ihn, ohne nach seinem Inhalt zu forschen in die Tasche. Dann beugte er sich auf die Hand der Dame und küßte diese.
„Gnädige Frau, Sie waren meine erste Pflegerin in diesem Hause," sagte er mit tiefinnigem Dankgefühle. „Als mich noch der Fieberwahn umfangen hielt, erschienen Sie mir als ein Engel. Mein Traum gab Ihnen das Attribut, das Ihnen gebührt, ja, Sie waren unser guter Engel. In der Stunde der Not standen Sie uns zu Seite. Verlassen Sie nun auch meine Liebe nicht, lassen Sie nicht von der Liebe zu uns. Auf Sie setzen wir unsere Hoffnung,' ich weiß, Ihre Engelsgüte vermag mich nicht zu täuschen."
„Vertrauen Sie mir," sprach Frau von Tarandal gerührt, „vertrauen Sie unserem Herrgott! Er wird alles zum Besten lenken, leben Sie wohl, Herr Tyrolt." jRocb einmal küßte er die Hand der alten Dame, noch Mrnal den Mund der Geliebten, dann ging er zm TM
„Auf NeTcrsehen, Seit ree!* rief er mit bewegter Stimme, „vergiß mich nicht. Du wirst dennoch mein, und legte sich eine Welt zwischen uns, ich werbe Dich erringen."
„Leb glücklich, mein Waldemar," hauchte das Mädchen und brach ohnmächtig in den Armen Natalys zu- sammem lt ^ nicht mehr. Der Ton ihrer Stimme klang hoffnungsreich an seinem Ohr wieder während er die Zimmer durcheilte und die Treppen der Veranda hinabschritt^e, reiche Desiree vorhin zur Schau getragen hatte, war nun über ihn gekommen. Er vertraute seinem Glücke. Mit freundlichem Gruße an seine Begleiter bestieg er deu Wagen, welcher ihn zur weit eut-
fernten Bahnstation bringen sollte. Waldemar war der Letzte gewesen. Die Kolonne setzte sich in Bewegung.
Es waren zehn Gefährte, meist primitiver Art, Leiterwagen und Kästen auf Rädern, wie man sie hatte auftreiben können. Die Sanitätssoldaten marschierten
nebenher,- eine Kavallerie-Patrouille, vauxlegers, eskortierte die Fuhrwerke station.
Der Wagen war schon lange auf
bayerische Che- bis zur Bahn-
dem Wege, die
Sonne neigte sich dem Untergange zu, als Tyrolt endlich Gelegenheit fand, das geschlossene Kuvert Natalys zu öffnen.
Er fand darin ein kurzes Schreiben, ein Bild Desirees aus früheren Jahren und ein Wertpapier.
„Ich weiß, daß Sie kein Portrait Ihrer Braut be- sitzen," schrieb die wackere Dame,' „ich trenne mich daher von dem einzigen, welches ich mein Eigentum nenne. Ich weiß, Sie werden mir dankbar sein. Aber auch ich werde Ihnen Dank wissen, wenn Sie die einliegende Geldnote nicht verschmähen, welche ich Ihnen als Darlehen anbiete. Vom Oberarzt habe ich erfahren, daß Ähre Gelder ausaeblieben sind. Ich möchte nicht, daß Sie in Verlegenheit geraten,' darum zürnen 6le rntt nicht, wenn ich diefe belgische TausendfrankSnoke beilege. Es steht Ihnen jederzeit frei, sie mir nach Antwerpen zurückzubringen, nicht zu schicken. Ich erwarte Sie in Luekwarden in Antwerpen."
Ein wenig verstimmt steckte Tyrolt Brief und Geld in das Kuvert und in die Tasche. Und dennoch wußte er ihr Dank. Hatte sie ihn nicht zu sich eingelaben? Sie rechnete darauf, daß er Desiree in ihrem Hause wieder treffen sollte. sie stand treu zu Wm.
Indessen trafen die Frauen Anstalten, die Villa Bourlier zu verlaffen. Es litt sie keinen Tag länger in dem Hause, das jetzt vereinsamter als je dastand.
(Fortsetzung folgt.)
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Jede echte Osrant-Lampe »mess die