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vejugspreir 40 pfg. monatlich

o erieljährlich 1,20 Mk., vorau-zahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig, ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. — Erscheint Mittwochs latb LamStags. — Redaktion: Selters­weg 83. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag der „Wietzener Zeitung" G. m. b. H.

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Nr. 32

Telephon: Nr. 362.

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Der Kampf um die Dardanellen.

Ein italienischer Angriff aus die Dardanellen ist durch die italienische Flotte erfolgt. Aus Paris liegen Tepeschen vor, wonach die italienische Flotte in Kunkale allgekommen ist. Ein italienisches Schiss ist von den türkischen Festungen beschossen und g e s u n - Mi. Sollte Italien mit seinen Streitkräften nach Kon­stantinopel wollen, so hätte es eine ziemlich harte Nuß zu knacken; 70 Kilometer zieht sich die Dardanellenenge hin, durchschnittlich 4—5 Kilometer, an der engsten Steife, etwa 20 Kilometer von dem westlichen Eingang, dagegen nur 1300 Meter breit. Hier liegen sich die star­ken Vefestigungsgruppen von Kild ül Bachr auf der europäischen und Kaleh Sultanijeh aus der asiatischen Leite gegenüber. In den letzten Jahren haben die Tür­ken an der Anlage moderner Befestigungen gearbeitet und dabei vor allem Sorge getragen, sie vor Sichtbar­keit zu schützen. Zugleich wurde eine ausgedehnte Mi­nensperre gelegt, die zu beseitigen, unter dem Feuer nicht völlig niedergekämpster Werke eine sehr schwere Aus­gabe ist. Eine andere Besestigungsgruppe ist an den Mesteingang der Meerenge vorgeschoben, die hier etwa SOO Meter breit ist. Aus der europäischen Seite, die Steilufer hat, befindet sich das Kastell Sed il Bachr, ihm gegenüber die Gruppe um das alte Schloß Kum Kaleb in Asien. Wie stark und modern diese Werke sind, Ätzt sich nicht angeben, für die Erzwingung der Durch- ’aljrt kommt ihre Niederkämpsung nur als Auftakt in

Betrad)t. Dagegen darf nicht vergessen werden, daß im Äotbaihy\ Marmara-Meer, jenseits der Dardanellensorls, auch noch --------- ffe wohlweislich zurückgehaltene türkische Flotte liegt, die Mach m allerdings gegen eine intakte italienische Flotte

bl %MI Uhls, gegen eine von den Forts zerschossene aber — mb ohne sehr ernstliche Verluste kämen die Italiener litten. SchM , :11j keinen Fall durch — sehr viel bedeuten könnte.

, * Konstantinopel, 19. April. Die Pforte

Chen-Gitt libi offiziell besannt, daß die Durchfahrt durch , lie Dardanellen durch Minen für alle Sm^ Miss« geschlossen ist. Diese Nachricht hat in 6 beete ist Stadt große Erregung hervorgerufen. An der Börse i. streck, Bi tot im ersten Augenblick eine starke Baisse ein. Die Jt reichhaltiges ranzösischen und die russischen Schiffahrtsgesellschaften buch Nr. 10. ^ben bei der Pforte Einspruch gegen die Schließung ^ >ei Dardanellen erhoben und verlangen eine tägliche ..iinttiillMR Schädigung von 200 Pfund.

jMMWW * Konstantinopel, 19. April. Das Kriegs- Mist erium teilt offiziell mit: 24 italienische Kriegs - K ßnlfl Olli1 W wurden gestern auf der Höhe von Lemnos ge- 1 1 i*t. Früh 5 Uhr gingen ein feindlicher Kreuzer und

' r «in Torpedoboot gegen Samnos vor und bombardier- lfâi0Ck’& 1 tu ohne eine Mitteilung die Kaserne. Um 6 Uhr er-

rell trh^,üh

Darmstadt

neue Bücher.

? Eine neue Form der künstlichenAI- nung, um den gefürchteten Atemstillstand in der Nar- h|e au verhüten, hat, wie das „Buch für A l l e" be-

l n Forscher, Doktor Meltzer, angegeben. Er bläst näm- 1 ic} während der Betäubung einen kontinuierlichen totem Druckluft in die Lunge vermittels eines Rohres, l as durch Kehlkopf und Luftröhre ganz tief bis an M< Stelle vorgeschoben wird, wo jene sich in die zwei Aroirchien teilt. Dadurch wird es möglich, die Lungen M ventilieren, das heißt den Lungenbläschen Saue^ PN zuzuführen und Kohlensäure herauszuleiten, auch nenn die Atemmuskeln nicht mehr in Tätigkeit sind, ^s narkotische Mittel, zum Beispiel der Aether wird von der Druckluft milgerissen,, schneller an die Uinge gebracht, und dort wird nun die notwendige Menge absorbiert, der Rest aber wieder durch die Ruckstromung Met Lust mitgerissen. So wird auch eine Ueberladung Mes Organismus mit Aether verhütet. Durch diese Mhode wird der Chirurg auch in den Stand gesetzt, ein der Lunge selbst zu operieren. Diese fällt nämlich, nenn man den Brustfellsack, in dem sie hangt, öffnet. Wert zusammen und kann infolge des vermehrten Luf - «rides, der aus ihr lastet, nicht mehr atmen. Durch die »nstömende Druckluft aber geht der notwendige Gas- aestauid) unbehindert weiter. So eröffnet das „^N N' iMwnsDtrfahren" Chirurgen ein neues Feld der Tätig­et. _ _ . ,

? Limes Romanus, Roman von C. Spiel- »Min (Wiesbaden), 448 Seiten, geh. W'S ^O W Gil. 4.50 Mk. — Der Roman führt uns h.nein in die

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Expedition: Zeltersweg 83.

Samstag, den 20. April 1912.

schienen ein Kreuzer und ein Torpedoboot an der asia­tischen Küste, östlich von Rhodes und beschlagnahmten eine dem Khadie gehörige Jacht. Der Kreuzer ankerte vor dem Hasen von Rhodes. Das Torpedoboot durch­schnitt das Kabel. Acht Kriegsschiffe erschienen am Ein­gang der Dardanellen und eröffneten bis 11.45 Uhr das Bombardement auf die Forts, welche das Feuer er­widerten. Der Feind sandte 150 Geschosse gegen das Fort Oranie, 8 gegen Kunkalesi und 12 gegen Seddil Bachr. Kein Geschoß traf, kein Soldat von denen, die an dem Kampfe teilnahmen, wurde getötet oder ver­wundet. Der Schlassaal der Kaserne des Forts Oranie wurde durch ein Geschoß zum Einsturz gebracht. In den Schlassälen der Kasernen von Kunkalesi und Seddil Bachr wurde ein Soldat getötet, ein anderer verwun­det. Ein Geschah traf ein feindliches Kriegsschiff und zwang es, sich zurückzuziehen. Die Bevölkerung ist ruhig.

*

* Konstantinopel, 19. April. Nach Mel­dungen aus türkischer Quelle begannen die Italiener heute morgen die Beschießung von A i w a l i in Kleinasien, Lesbos gegenüber.

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Ärekcucr Ze tuu,-

Z'jm Untergang der ,Xitank“.

* N e w - V o r k, 19. April. Ein Komitee der Ueberlebenden hat an die Presse folgenden Bericht aus­gegeben: Am Sonntag, um 11 Uhr 40 Min. abends in einer kalten, sternhellen Nacht bei ruhiger See rannte die „Titanic" einen Eisberg an, der von den Auslugern zu spät entdeckt worden war. Nach Feststellung einer Beschädigung wurde der Befehl gegeben, die Rettungs- gürtel anzulegen, und die Boote wurden niedergelassen. Das Schiff sank ungefähr um 2 Uhr 20 Minuten. Die üblichen drahtlosen Notsignale und Raketenschüsse wur­den abaegeben. Die „Carpathia" erhielt den Notruf um Mitternacht und traf um 4 Uhr morgens her Unfall- stelle ein.

Die Zahl der Geretteten stellt 8O°/o der Kapazität dcr

letzten Kämpfe der Römer und Germanen um die Ge­gend am Taunus, Main und Rhein im 3. Jahrhundert n. Chr. Kaiser Postumus hat mit Mühe die Reichs­grenze hergestellt, 5a bricht der Ansturm der Chatten aus diese los und im Rücken des heldenhaften Augustus em­pört sich der Usurpator Lollianus. In einem gewalti­gen Ringkampfe nach innen und außen stürzt das ganze Gefüge römischer Macht zusammen, und alle Vertreter des kaiserlichen Geschlechtes finden ihren Untergang bis auf die einsam zurückbleibende Viktoria, die Mater ca- strorum. Die Darstellung ist realistisch und baut sich auf gründlicher Kenntnis der Oertlichkeit (Saalburg, Alt­heddernheim, Mainz, Köln) und eingehendem Studium der Zeitverhältnisse auf. Den Roman kann Iman mit Recht als vorzügliches Produkt der historischen Heimat- kunst bezeichnen.

? Wilhelm Trübner, eine Kunstgabe, 20 Bilder aus seinem Lebenswerk. Mit einer Einleitung von Gerhard Krügel. In einem vom Künstler selber entworfenen Karton 1 Mark. Verlag von Jos. Scholz in Mainz. — Wir erkennen aus den Silbern eine sel­tene Meisterschaft, eine Feinheit und Tonschönheit, die an die besten „Holländer" erinnert. Aus dem Inhalt ist zu nennen: Kavalleriepferde — Blick in den Oden­wald — Mädchen mit Springseil — Postillon — Sitz­ende Dogge — Schloß Lichtenberg im Odenwalde — Der Künstler zu Pferde - Naufende Jungen - Her- reninsel im Chiemsee — Zimmermannsplatz am Wetz- linqerfee — Gigantenschlacht — Kreuzigung -- Kaiser Wilhelm auf dem Schlachtfelds von den Walküren be- arüßt — Knabenporträt mit Dogge — Schottenjunge im roten Kilt - Schloß Heidelberg - Schloß Hems­bach mit Kanonen — Nachtwächter aus Erbach un

Anzeigenpreis 20 Pfg.

die 44 mm breite Ins erat enzeile. — Die 90 mm breite Zelle im R e k l a m e t e i l 50 Pfg. — Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grüfte berechnet. Rabatt kommt bei Überschreitung deS Zahlung-. zteleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbindlichkeit.

Druck der Wietzener Verlagsdruckerci.

Telephon : Nr. 362. 24. 3^0^

vorhandenen Rettungsboote dar. Der Bericht betont die ungenügende Zahl der Rettungsboote, den Mangel an ausgebildeten Seeleuten zur Bemannung der Boote und die ungenügende Zahl der Offiziere. Der Bericht verlangt bezüglich der Rettungseinrichtungen von der amerikanischen Negierung die Einberufung eines inter­nationalen Kongresses, um die Schiffsgesellschaften zu zwingen, die Passagierfchiffe mit ausreichenden Net- tungsmitteln auszurüsten.

Zn dem Bericht eines Passagiers der „Carpathia", des Korrespondenten des „Evening World", Charles Hurd, heißt es: Bei dem Untergang der „Titanic" sind etwa

1 7 0 0 Personen umgekommen.

Der Eisberg wurde eine Viertelmeile entfernt entdeckt; der Zusammenprall erfolgte fast gleichzeitig. Die ersten Rettungsboote waren mit Männern gefüllt, die zuerst auf Deck erschienen waren. Als der Ansturm von den erschreckten Männern, Frauen und weinenden Kindern auf das Deck erfolgte, wurde die Regel „Frauen z u- e r st" scharf durchgeführt. Die Offiziere zogen ihre Re­volver, aber in den meisten Fällen war es unnötig, sie zu gebrauchen. Revolverschüsse kurz vor dem Untergang riefen die Gerüchte hervor, der Kapitän und die Offi­ziere hätten Selbstmord verübt. Unmittelbar vor dem Untergang sprang der Kapitän von der Brücke hinab. Nach der Wegwaschung des Decks sah man viele mit Rettungsgürteln hinuntersinken. Leichen trieben umher, als die letzten Boote abstießen. Das Streichorchester spielte beim Untergang im Salon: „N ä- her, mein Gott, zu Dir". Frau Isidor Strauß weigerte sich, ihren Gatten zu verlassen. Niemand be­streitet den Heroismus der Mannschaft, welcher Oberst Astor und andere Passagiere der ersten Kajüte an Hel­denmut gleichkamen. Das Schottensystem verhinderte nicht, verzögerte jedoch das Sinken. Das Leck am Steuerbord ließ das Eiswasser ein, wodurch eine E r - plosion der Kessel herbeigeführt wurde. Die Erplosion zerriß das Schiff.

Der gerettete Bankdirektor Mar S 1 ählin gibt dem Vertreter der „Frkf. Zig." folgende Darstellung der Katastrophe: Ich war Sonntags nachts gegen 12 Uhr, als die „Titanic" mit voller Kraft fuhr, gerade beim Auskleiden, als ich plötzlich ein 10 Sekunden wäh­rendes dumpfes Rollen vernahm, das mit einem leichten Stoß eingesetzt hatte. Dieser war nicht stark genug, um mich umzuwersen. Obwohl ich gar nicht daran X^chte,, daß etwas Besonderes passiert sein könne, trat ich auf den Gang hinaus und fragte einen Steward, was los sei. Der Mann versicherte mir, es sei nichts, und ich ging zurück. Indessen beschloß ich, auf Deck zu gehen, hatte aber nrch immer keine Ahnung von dem, was

Odenwald — Abgesessene Kürassiere — Großherzog Friedrich 1 von Baden.

? „D i e Parteien, Urkunden und Bib­liographie der Parteienkunde" heißt eine neue, groß angelegte Zeitschrift, deren erstes Heft in C. Heymanns Verlag zu Berlin W. 8 erschienen ist. Es enthält eine vollständige Uebersicht des Wirkens der fünf hauptsächlichen deutschen Parteien während des größten Teils des Jahres 1911, und zwar der Konservativen (mit Einschluß der Freikonservattven), der Nationallibe­ralen, des Zentrums, der Fortschrittlichen Volkspartei, sowie der Sozialdemokratie. Größere Artikel schließen sich an, in denen die neuesten literarischen Erscheinungen über das Parieiwesen besprochen werden. In dem fol­genden Hefte werden die großen Jnleressenverbände in die Betrachtung hineingezogen, also der Hansabund, der Bund der Landwirte, der Zentralverband der deutschen Industriellen rc., wie auch die Gewerkschaften und die Gewerkvereine. Auch die kleineren politischen Parteien, wie die Polen, die Elsässer und die Antisemiten 2C. sollen nicht vergessen werden. Die Darstellung soll sich aber nicht auf Deutschland beschränken, sondern soll auch das Parteiwesen der übrigen Hauptkulturländer einbeziehen, so namentlich das von Oesterreich, England, Frankreich, Italien, Rußland und das der Vereinigten Staaten von Nordamerika.

):( Herborn. Unter dem Vorsitz des Bürger­meisters Birkendahl sand hier eine Versammlung statt, in welcher man darüber verhandelte, bessere Bahnan­schlüsse und Zugverbindungen nach dem Westerwald zu erzielen.