Einzelbild herunterladen
 

reßener PeiLung

Bezugspreis 40 Psg. monatlich

«erieljährlich ILO Mk., vorauszahlbar, frei inS Haus. Abzeholt in unserer Expedition oder in den Zweig-- «sgabeftelten vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Mittwochs unb Samstags. Redaktion: SelterS- «eg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung «icht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag derGießener Zeitung" G. m. b. H.

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der Illustrierte wochen-Knzeiger

gratis bei.

Lrpeditis»: Seltersweg 83.

Anzeigenpreis 20 Pfg.

die 44 mm breite J n s erat e nzei l e. Die 90 mm breite Zeile im R e k l a m e i e i l 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschrcitung deS Zahiungs- zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfa-U. Platzvorschriften ohneBerbindlichleit.

Druck bet toic^cncr Berlagsdruckcrci.

Nr. 49.

Telephon: Nr. 362.

Mittwoch, den 19. Juni 1912.

Telephon Nr.: 362. 24. Snhru.

Die neue Kongogrenze.

Am Montag hat in Bern die deutsch- r»nzö fische Kommission zur Regelung der Nngoabtretung ihre Arbeit begonnen. Der Zu- iriwentrilt dieser Kommission war in dem deuisch-srau- tstschen Abkommen vom November des vorigen Jahres pugesehen. Er hat sich etwas verzögert, da umfang - tae und schwierige Vorarbeiten zu bewältigen waren, welche nur recht fragwürdiges und mangelhaftes hderial zur Verfügung stand. Die Hauptaufgabe die- I Kommission ist die F e st l e g u n g derGrenze, Ieil dies ohne Augenschein an Ort und Stelle mög- i[t. In dem Novembervertrag ist die neue Grenze scheu Französisch-Kongo und Deutsch-Kamerun nur I summarisch sestgelegt durch gerade, in unbekannten Mden gezogene Linien, durch Flußläufe und Breite­re. Damals wurde schnell gearbeitet und unter Um= den, die zur Regelung politisch unwichtiger, aber risch schwieriger Detailfragen nicht gerade günstig en. Das soll die Berner Kommission nun nachholen. > ist kein leichtes Stück Arbeit. Von beiden Seiten den Konzessionen gemacht werden müssen, und wenn ifj der einen Stelle eine für einen Teil günstigere I , t«nze gezogen wird, wird es an einer anderen Stelle "^Mkehrt sein. Ist dann die Grenze sestgelegt, so wird

»«Kommission an Ort und Stelle alle ^^Muigen Details regeln, die in Bern nicht geregelt wer- -- Bl können. Da die Grenze außerordentlich lang ist Ji nd durch zum Teil unerschlossene und unwirtliche Ge- irU- führt, wird diese weitere Kommission wohl ein ;®^-B3»ei Jahre brauchen, bis sie von der Küste zum -k«^ unb Ubanghi und von da zum Tschadsee ihre Miten beendet hat und der Uebergang der abgetrete- Gebiete an Deutschland erfolgen kann. Die andere, recht verwickelte Frage, mit der sich die Berner ^_mmi[fion beschäftigen wird, ist die Frage der essionsgesellschaften. Die Konzessio- nn: her bisherigen französischen Gesellschaften in den ab- ltntenen Gebieten sind außerordentlich verwickelte Ver- lr. âU, deren Interpretation zum großen Teile recht strit-

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

(Nachdruck verboten.)

ir meine tbmaf^

sofort^ I

^^ Desiree antwortete nicht. Bewegungslos saß sie ne- hn und <m der Portierloge und harrte mit klopfendem Herzen uf den Augenblick, der sie aus der eklen Gesellschaft

vv, tiâftr Männer befreien würde.

Lm* Endlich rollte ein Wagen vor die Pension, eine ___ ^ro-tze, bequeme Kutsche mit einem Wappen auf dem |M Hiage und einem gallonierten Kutscher auf dem Bock.

"Sie gehört meinem Freunde, dem Prokurator Lamezan. Ich habe ihm die Equipage vor der Ltâft fortgefischt, als er gerade spazieren fahren wollte/ ^lgM der Graf lachend, als er aus dem Wagen sprang. i^7M8üeigen Sie ein, meine arme Freundin, und auch Sie, JjÄiettie Herren. Da Sie Ihre Beute doch nun einmal vM ans den Händen lassen wollen, so lassen Sie sie 'rHigstens fahren."

! Die Polizisten setzten sich bescheiden auf den Rück- Iffv H. Desiree und d'Alincourt nahmen nebeneinander iMAMz. Der Kutscher trieb die Pferde an und brach sich

L j durch den johlenden Volkshaufen.

"Nun sagen Sie mir, was ist geschehen?" fragte der ^Mrai.Spionin? Es ist zu lächerlich, wenn es nicht so WWnj-rlich wäre. Sie, die Sie kamen, Ihren Vater zu I ilWto Ich nehme an, daß Sie mir die volle Wahrheit GM^esazt haben."

kMSeim allmächtigen Gott, bas habe ich," sprach De- ^<i«, die Rechte auf das Herz legend.Das ist das em- ,â« Ziel meiner Reise. Ich habe auch gar keine Ah- ,i|D6* flieg, wie der schimpfliche Verdacht gegen mich entite- konnte." . . . e,JJReichten Sie Ihre Pässe bei der Maine cm?

^^"^Nein ich schrieb gestern nur meinen Namen ins tZrAmdenbuch. Meine Papicae habe ich bei mir; es nt â »nm belgischer Patz, vom französischen Konsul visiert, und

tig ist. In Frankreich hat man viel von den Entschä­digungsansprüchen dieser Gesellschaften geredet. Das ist natürlich eine Sache, die diese Gesellschaften mit der

französischen Regierung werden Glauben sie, ein Recht darauf zu sischer Oberhoheit zu verbleiben, eventuelle Entschädigung natürlich nicht von uns verlangen. So

ausmachen müssen, haben, unter franzö- so müßten sie eine von Frankreich und schwierig die Fragen

sind, die die Berner Kommission zu verhandeln hat, so sind sie doch im wesentlichen unpolitischer und mehr technischer Natur und können in Ruhe und ohne Erreg­ung verhandelt werden. Es ist vielleicht ein hartes Rin­gen, aber keine politische Verwickelung zu erwarten.

sche des

Politische Rundschau. Deutschland.

* Wie jetzt bekannt gegeben wird, wird der deut- Kaiser mit dem Zaren in den ersten Tagen Julis in den Finnischen Schären zusammentref­

fen. In Begleitung des Kaisers wird sich der Reichs - kanzler befinden. Der Kaiser dürfte auf der Reise nach den Finnischen Schären zur Begegnung mit dem Zaren um den 8. Juli aus derHohenzollern" in Dan­zig eintreffen, um dort dem Kronprinzenpaar einen Besuch abzustatten, sowie das vom Kronprinzen ge­führte erste Leibhusaren-Regiment besichtigen. Der Kai­ser wird auf derHohenzollern" wohnen.

* Berlin, 17. Juni. Der Reichskanzler empfing heute den Botschafter Frhr. M a r s ch a l l v. Bie- b e r st e i n. Frhr. Marschall v. Bieberstein hat heute mittag Berlin verlassen, um sich nach London zu begeben. Die Gattin des Botschafters wurde gestern mit ihrer Tochter von der Kaiserin in Potsdam empfangen und zur Frühstückstafel zugezogen.

* Berlin. Den beiden sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Borchardt und Leinert ist jetzt die Anklageschrift wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen die Staatsgewalt zugegangen.

* Koburg, 18. Juni. Im ganzen Herzogtum fanden Landtagswahlen statt. Gewählt wurden 4 Na-

mein Heimatschein. Die Tante sah darauf, daß ich meine Legitimation in Ordnung hielt."

^Das ist gut," nickte d'Alincourt nachdenklich,aber es beweist noch nichts. Kennen Sie hier in Bordeaux niemand persönlich, der für Sie Bürgschaft leisten kann?" ,, .

Niemand. Herr Atalveziu hat mich natürlich nie gesehen, nur meinen Papa er würde über den jeden-

Auskunft geben können."

Das wird nicht nötig sein," meinte der Graf,mein Zeugnis nmb besser wirken, Sie nehmen es doch an?"

, Sie fino mein Netter, Herr Graf."

Ihr aufrichtiger Freund bin ich, liebste Desiree. Aaben Sie guten Mut. Es kann nichts vorliegen als eine abscheuliche Verleumdung. Weshalb zogen Sie auch in ein Damenpensionat? Scklimm genug, daß auf die Verdächtigung irgend einer alten Jungfer hin eine anständige Dame verhaftet werden kann und dazu noch so riicksichtslos wie von Euch, Ihr Herren."

Wir tatu< nur, was unsere Pflicht ist, Herr Ma­jor," antworten Blichart.

Gar so unschuldig wird die Dame wohl nicht sein," meinte Piffart.Wir arretierten schon manches Frau- lein, das wie die Unschuld selber aussah und nachher blieb sie doch in Gewahrsam. Tie Dame hat eine richtige Spivuennase." . , .

^ch bewundere Ihren Scharfsinn," tagte der Offi­zier lächelnd,hoffentlich wird der Herr Maire keine Abneigung gegen niedliche Stumpfnäschen haben."

Die Dame kommt nicht vor den Maire, sondern ruiu Herrn Generalkommissar," sagte Blichart wichtig.

Generalkommissar, was ist das für eine neue Charge?"

Augenblicklich die höchste in Bordeaux. Herr von Svilinis ist die rechte Hand des Retters Frankreichs, des Herrn Gambetta, der ihn selbst als oberste Polizei- und Militärbehörde eingesetzt hat." _______ __ _____

tionalliberale, 4 Vertreter der rechten Parteien, 3 der Fortschrittlichen Volkspartei. Die Sozialdemokraten ver­loren einen seit vier Jahren innegehabten Sitz.

Oesterreich.

* Wien, 18. Juni. Unvermutet ist heute im Parlament eine derartig kritische Lage aus­gebrochen, daß in der Folge wahrscheinlich auch eine Ministerkrise zu erwarten ist. Die Situation entstand durch einen parlamentarischen wie konstitutionellen Miß­griff des mit der Stellvertretung des Ministerpräsiden­ten betrauten Ministers des Innern, Baron Heinold, der den Ruthenen eine kaiserliche Botschaft über ihr parlamentarisches Verhalten verlas, ohne daß die pol­nischen Minister des Kabinetts Kenntnis hatten. Zwei­fellos wird das Kabinett seine Demission geben, da sonst im Parlament eine schwierige Situation hinsichtlich der Annahme der Wehrvorlagen bestehen würde.

* Wien, 18. Juni. An dem Ministerpräsiden­ten Grasen Stürkh wurde heute eine Opera-

t i o n vorgenommen, des Heilungsprozesses

die wie es heißt, im Rahmen des erkrankten Auges gelang.

Paris, 18.

Frankreich.

Juni. Bei einem in Lille ver-

anstalteten Musiksest entstand auf der Straße zwischen zwei Offizieren und einer Gruppe von A n 1 i Milita­risten ein heftiger Streit. Die Offiziere wurden schließ­lich von den Antimilitaristen arg mißhandelt und einer der letzteren schleifte eine Tricolorevereinssahne durch den Unrat, indem er Beschimpfungen gegen die Armee aus- stieß. Vier der Antimilitaristen wurden verhaftet.

Luxemburg.

* Luxemburg. Die Großherzogin Maria Anna wird nun den offiziellen TitelGroßherzogin - Witwe" führen. Graf zu Stolberg-Stolberg versieht die Funktion eines diensttuenden Kammerherrn bei der Großherzogin Maria Adelheid und bei der Grotzherzo- gin-Witwe.

Das republikanische Frankreich stellt alles auf den Kops," murrte der Graf kopfschüttelnd.Indessen wir werden auch mit dem Herrn von Gambetta's Signatur fertig werden."

Der Wagen hielt am Stadthause. Die Insassen stiegen aus. Während Desiree mit den beiden Polizisten in das Tor trat, sagte d'Alincourt zum Kutscher:

Mein Kompliment an Herrn von Lamezan. Sagen Sie nur, ich hätte Sie mit der Waffe in der Hand zur Fahrt gezwungen. Das Uebrige werde ich verantworten und für Ihren Schreck und Bereitwilligkeit, hier!"

Er warf dem Rosselenker einen Doppellouis zu, welchen dieser geschickt aufsing. Eine tiefe Verbeugung mit abgezogenem Hut quittierte den Empfang. Der Kutscher trieb seine Pferde an und Graf d'Almcourt trat in das Stadthaus.

Er ließ sich sofort bei dem Generqlkommissar mel­den und hatte das Glück, infolge seines berühmten Na­mens sofort vorgelassen zu werden."

Herr von Soumis, der frühere Mllttarbevollmach- tigte zu Tours, empfing ihn mit ausnehmender Höflich­keit.

Der Ruf Ihres Totenrittes bei Sedan ist bis zu uns gedrungen," sagte er, dem Gaste einen Stuhl an­bietend.General (sjaUifet nannte Ihren Namen mit Auszeichnung. Die Ehrenlegion, ja das Comthurkreuz ist Ihnen gewiß, auch ein Avancement zum Oberst­leutnant vermag ich Ihnen anzubieten. Sie kommen je­denfalls, um Dienste im republikanischen Heere zu nehmen?"

Deshalb verließ ich Belgien mit meinen Kamera­den. Ich stehe zur Verfügung Frankreichs. Toch^das führt mich augenblicklich nicht zu Ihnen, Herr von ^ou- mis, sondern das Schicksal einer jungen Dame, des Fräulein Bourlier"

(Fortsetzung folgt.)

7 "Fi

Osram - Drahtlampen

Unzerbrechlich

Jede echte Osram-Lampe muss die InschriftOSRAM' trage». - Veteran erhältlich. Auergesellscha/^Berlin O 17