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ä® Kiedrich VIII. von Dänemark f. gekeit^ ihrer> König Friedrich 8. von Dänemark ist am Dienstag Offerten R> »iu Hamburg, wo er sich auf der Durchreise aus- jy Mo888> Trier ?h, nicht nur plötzlich und unerwartet, sondern auch
Telephon: Nr. 362.
Samstag, den 18. Mai 1912
Telephon Nr.: 362.
24. Jahrg
Hl« He1 so eigenartigen Umständen gestorben, wie sie noch ” 6 Ableben keines Staatsoberhauptes begleitet haben.
^ im 69. Lebensjahre verstorbene König befand —'" ""^ > cus der Heimreise von Nizza, wo er einen längeren lHPll hnirb“JtR^ genommen hatte, am Dienstag in In seiner Begleitung befanden sich die Kö- !Liebem bemustert g"i W, sein vierter Sohn Gustav und seine Töch- 4U Diensten. Un^ 'UM und Dagmar. Unter dem Namen eines Gra- Quantums stab Kronberg war der König im Hamburger Hof ab- liegen. Nachdem König Friedrich mit seiner Familie Abendessen eingenommen hatte, wollte er noch einen Spaziergang unternehmen. Er ging gegen zehn M m lang, in Idir abends ohne jede Begleitung aus dem Hotel hin- Wenig Häuser vom Hotel entfernt, auf dem Gän- ' jeder Äon WH $" cin Unwohlsein und er drohte hin-
Llsfeld lhoH"sch âgtn. Ein Schutzmann, der den Wankenden sah, ■—" ' ig ibn auf und wollte von ihm wissen, wohin er ge-
Mer der König konnte keine Antwort mehr geben, nahm der Schutzmann eine vorüberfahrende gegen bÄ und beorderte diese nach dem Hafenkrankenhaus. Jah»kev $ Jcitemegs starb der König in der Droschke. Im Kran- Matbechh-lhcr.«se angekommen, wurde der Tote in die Leichen-
,. " . pmner gebracht. Im Hotel wurde allmählich die Ab- j VkMpèk. .'iei cheit des Königs auffällig bemerkt und sein Be- . Mark und bis Mtitti benachrichtigte gegen 3 Uhr morgens die Hotel - - fleingetoinn bei direkt lvik, um mit ihr zu beratschlagen, was zu unler- ^- Man kam auf den Gedanken, sämtliche in v s j Nalbt geöffneten Vergnügungslokale abzusuchen, weil
Mr mein bahnack^n omahm, daß der König vielleicht in einer launi- SpedilionMM^n Anwandlung sich dorthin begeben habe. Als dieses InnMidân y^,,n ohne Erfolg blieb, wurde die Polizei benachrich- luvUllh'W M >ie eine regelrechte Streife unternahm und dabei .Df%nniii!3 im Hafenkrankenhaus Nachfrage hielt. Hier wurde derm.rter^ d^ Bescheid, daß gegen 11 Uhr ein Herr, der den A anzugehören scheine, abgeliefert
Adolfsei, und als die Polizei mit der Begleitung dort erkannte man den König, der alsbald nach dem Tchö« M^tev! Hamburger Hof zurückgebracht wurde.
IHnhn- Will St iÂnig Friedrich 8. war am 3. Juni 1843 in Ko-
Mit Deutschland hat er freundschaftliche Beziehungen angebahnt und durchgeführt. Der Verstorbene hinterläßt 7 Kinder, 4 Prinzen und 3 Prinzessinnen.
Als König Christian 10. hat der bisherige Kronprinz Karl Friedrich den Thron seiner Väter bestiegen. Er wurde am 26. September 1870 geboren, steht also im 42. Lebensjahre. Im April 1898 vermählte er sich mit der am 24. Dezember 1879 geborenen Herzogin Alerandrine zu Mecklenburg, Schwester des regierenden Großherzogs Friedrich Franz 4. von Mecklenburg- Schwerin sowie der deutschen Kronprinzessin Cecilie. Zwischen dem deutschen Kronprinzen- und dem jetzigen dänischen Königspaare besteht das denkbar herzlichste Verhältnis.
Am Himmelsahrtstage erschien die dänische Königsjagd „Danebrog" in Begleitung eines Kriegsschiffes vor Hamburg, um die sterblichen Reste des Königs nach Kopenhagen zu überführen.
Im deutschen Kronprinzenhause herrscht über den Tod des Königs tiefe Trauer. Es findet ein lebhafter Depeschenwechsel statt. Der Kronprinz wird sich zur Beisetzung nach Kopenhagen begeben. — Ein Hamburger Arzt begegnete dem Könige, als dieser sich leidend auf die zu einem Schlächterladen führende Stufe nie- derließ. Auf Befragen erklärte der Patient, er wohne im Hamburger Hof; das Anerbieten eines Wagens lehnte er dankend mit dem Bemerken ab: „Ich fühle mich wieder besser, ich werde zu Fuß gehen." Er ging dann einige Schritte, brach aber alsbald wieder zusammen. Der Arzt eilte aufs neue hinzu und ordnete die Ueberführung des Kranken, der einen zweiten tödlichen Schlaganfall erlitten hatte, nach dem Krankenhause an, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß der mit einfachem Jakettanzug bekleidete Herr der König von Dänemark war.
. a^Wf11 geboren worden und hatte als Nachfolger sei- zu vermieten. AsKm 88. Lebensjahre Ende Januar 1906 verstorbe- _____ -^n Mters, des Königs Christian 9., des Schwieger - ..... Mli^ Europas, erst im Alter von 63 Jahren den Thron MMI^^ den er nur wenig über 6 Jahre inne hatte.
, ieM -jährige Negienmgszeil war jedoch reich an Seg- OgMng.fi, friedlicher Entwickelung. Seinen Dänen war der II KP rjudene der gütigste und fürsorglichste Landesvater.
t Pfeildreiec*' Unter Feinden.
UeberaH erh^ Roman von Karl Matthias.
Jacobi - 0»*; .
Skandal im deutschen Reichstag.
Berlin, 17. Mai. Eine wüste Skandal-Szene gab es heute im Reichstag, der sozialdemokratische Abgeordnete Scheidemann beschimpfte bei der Besprechung der Kaiserworte über Elsaß-Lothringen Preußen. Es liegt folgende Meldung vor:
Im Saale das gewohnte Bild der Tage, an denen eine Rede des Reichskanzlers zu einer großen Frage zu erwarten ist. Mindestens drei Viertel aller Abgeordneten sind anwesend, alle Tribünen bis aus das letzte Plätzchen besetzt. Der Kanzler erscheint sofort zu Beginn der Sitzung, anscheinend in guter Stimmung. Er lehnt es ab, auf die kurze Anfrage des welfischen Abgeordneten Cols- Horn wegen der Straßburger Kaiserworte sofort zu antworten und verweist den Neugierigen auf die unmittel-
bar bevorstehende Debatte über den Etat des Kanzlers. Der Redner der stärksten Fraktion, der sozialdemokratische Abgeordnete Scheidemann, nimmt das Wort. Er beginnt sehr ruhig, zeitweise witzig und ironisch, und es schien eine Zeit lang, als ob er die Straßburger Ka^rrede mit diesen geistigen Waffen zurückschlagen wollte. Allem bald verläßt Scheidemann diese Art der Behandlung der Sache und schlägt einen Ton an, der alle bürgerlichen Parteien auf das tiefste verletzen muß. Er sagte u. a.: Unhaltbar ist die Aufrechterhaltung des persönlichen Regiments. (Unruhe!) Dieses steht in Widerspruch mit den Wünschen des ganzen Volkes. Wenn der Reichstag nicht energischer wird, dann muß er bald Platz machen energischeren Männern, die dafür sorgen werden, daß bald nach der Errichtung der chinesischen Republick auch Preußen-Deutschland zu einem modernen Staat umgestaltet wird. (Lachen rechts. Bravo bei den Sozialdemokraten.) Aus die Versprechungen der Thronrede ist keine Einlösung erfolgt. Hier ist eine Ehrenschuld einzulösen. Das Volk aber erwartet nichts mehr von oben, sondern verläßt sich auf seine eigene Kraft. Wenn die Verfassung Elsaß-Lothringens in Scherben geschlagen und dieses Volk in Preußen einverleibt werden soll, so ist das allerdings die Androhung schärfster Strafe (Heiterkeit), das bedeutet Zuchthausstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte! (Lärmende Pfuirufe rechts. Lärm. Sehr richtig! bei den Soz.) Man sollte weniger unvorsichtig sein bei der Versetzung eines Volkes in die zweite Klaffe des Soldatenstandes.
(Der Bundesrat und die Minister verlassen den Saal.)
Abg. Scheidemann (fortfahrend): Wir wollen nicht, daß Preußen länger das deutsche Sibirien bleibt. Es sollte nicht heißen: In Elsaß-Lothringen rückwärts, sondern in Preußen vorwärts. Das Eindringen der Polizei in das Abgeordnetenhaus ist eine Erscheinung der völlig unhaltbaren Zustände. Bisher war es stets zulässig, auf solche Sachen hier einzugehen. Die Mitglieder der Mehrheit im Abgeordnetenhaus sind nicht da auf Grund eines Gesetzes, sondern auf Grund einer Verordnung, die vor 63 Jahren unter Bruch eines Königswortes zustande kam. Die Vorgänge im Abgeord-
netenhaus waren lediglich ein Resultat des dortigen Bodens. (Große Unruhe.) Treiben Sie diese Dinge nicht das Volk fühlt sich beleidigt!
zu weit, So saunt.
Die Zentrum
und ähnlich hat Scheidemann noch mehr po-
nächsten Redner nach Scheidemann, Spahn vom und Graf Schwerin-Löwitz von den Konser -
vativen, sanden nur geringe Aufmerksamkeit für ihre Ausführungen, da sie das Thema des Tages, das solchen
XV.
(Nachdruck verboten.)
MMUW^ vierzehn Tage später wurde das fliegende Lazarett ^zailles geräumt. Alle Verwundeten wurden süd- transportiert, nach den Lazaretten jenseits der H Wrerize oder, soweit sie Franzosen waren, in die nächst- V icgeiitiett Festungen. Auch Waldemar war wieder so ..vermieten-^oitii Hèrgestellt, daß er die Reise in die Heimat ohne Seftt-r unternehmen konnte.
2 ' die Stunde des Abschieds war da. Bis zum letzten
flOÉIIölH^^^ hatte sich Desiree der Pflege ihres Gelieb- en. Midmet. Jetzt mußten sie auseinandergehen. Es zu verin^ ^-var fest bei ihr beschlossen, ohne des Vaters Einwrlli- nicht vor den Altar zu treten, und die zu erhalten, -— sttltanL Loch im weiten Felde. Wußte sie doch nicht einmal, erschwer gedrückte Mann weilte. Durch Herrn etninai bremildaux hg^e sie erfahren, daß er nach der Bestat- L , ^t bföungg ier Leiche seines Sohnes die Abwickelung seiner J Angelegenheiten in die Hände des Herrn Devereux ge- egt babe und nach Belgien abgereist sei, mit der Aw labe; er wolle sich in Rotterdam einschiffen und nach â 4 BüWttmfieicb begeben. Er war davongegangen, auf Nimmerwiedersehen, grollend und unversöhnlich.
M .So muß ich fort, ohne eine feste Hoffnung auf bal- ll/lrtpigeâf Wiedersehen", klagte Waldemar, als er zum letz- MV^ ?M mit seiner Braut allein saß. „O Desiree, rote 11r oerü: ich die Trennung ertragen können?"
Jf ÈL ..Es muß sein, mein Waldemar," entgegnete sie ^eise^ ,Wir haben beide Pflichten zu erfüllen, bevor wir ms gehören dürfen. Du bist Offizier Deines Kön^v. , hb Habe meinem Vater gelobt, zu ihm zu kommen. Wir ^.j vollu-i beide unser Wort halten und das andere
Qn ^Aber bei Krieg nähert sich dem Ende. Niemand
weiß, wo Dein Vater weilt. Soll seine Abneigung uns ewig trennen?"
„Nein, mein Waldemar," antwortete das Mädchen, dessen Gesicvt durch die Leiden und die strenge Pflichterfüllung einen Ernst zeigte, der ihr früher vollkommen gefehlt hatte. „Aber wir müssen warten und uns in Geduld schicken. Wir haben in den vergangenen Tagen die Seligkeit ungestörten Beisammenseins durchgekostet, sie muß uns stärken zur Entsagung, bis sich unser Schicksal wieder zum Guten wendet."
„Ach Desiree, Du liebst mich nicht mehr!"
„Ich liebe Dlch mehr als mein Leben! Habe ich es Dir nicht bewiesen, als ich meinen armen Vater von mir trieb?"
„Das tatest Du aus Gerechtigkeitsliebe!"
„Die Gerechtigkeitsliebe zwingt mich, auch dem Vater Genüge zu tun. Ich gehe mit Tante Nataly nach Belgien, dorr werde ich nach meines Vaters Aufenthalt forschen und, finde ich ihn, werde ich zu ihm eilen, um ihn wieder zu versöhnen." ..
„Wenn ei aber starr bleibt," fragte Waldemar ängstlich, „wenn er nichts mehr von Dir wissen will?"
„Dann werde ich warten, bis s-in strenger Sinn sich mir wieder zuneigt." .,
„Wenn er zur Bedingung feiner Verzeihung macht, daß Du mich ausgeben mußt?"
„Ich werde nichts versprechen, sondern aushalten in Geduld." .
„Und warten, immer warten!" schrie er verzweiflungsvoll. „Desiree, begreifst Du denn nicht, daß ich darüber zu Grunde gehen muß?"
„Nein, Geliebter, denn ich bin überzeugt, daß auch Du die Geduld finden wirst, die mich tröstet, sobald Du im Schlafen wieder Mut und Stärke erlangt hast. Ich weiß, Du wirst mich nicht vergessen, das wappnet mich zu den schweren Prüfungen, ich aber werde Dir treu bleiben, das schwöre ich Dir, und dieser Schwur muß auch Dich mit Zuversicht für die Zukunft erfüllen."
„Aber Du wirst mir schreiben? Wir werden in regem Briefwechsel stehen?"
„Du sollst von allem erfahren, was mir die Wechselfälle des Schicksals bringen."
„Wie kalt, wie gleichgültig das klingt," seufzte er. „Du gibst mir nichts, gar nichts mit auf meinen traurigen Weg?"
„Als meine Liebe, Waldemar, meine reine, unermeßliche Liebe. Und darum bitte ich Dich, trübe sie nicht in Deinem Herzen. Vertraue mir und dem lieben Gott, der uns so gnädig zusammengeführt, daß wir seine Gnade in den stillen Stunden unseres Hierseins erkennen mußten. Er wird uns nicht verlassen. Klage nicht mehr! Ergib Dich in Dein Schicksal! Laß uns Abschied nehmen, wie zwei Verlobte, die wissen, daß sie sich wieder sehen werden."
Sie beugte sich auf den vor ihr Sitzenden nieder und küßte seine zuckenden Lippen. Dann sah sie durch die Scheiben des Fensters nach dem Torweg hin.
„Die Wagen kommen," sagte sie feierlich, „es wird Zeit. Wollen wir nicht zur Tante gehen? Sie möchte Dich noch einmal sehen."
Als Antwort bedeckte er ihr Antlitz mit Küssen.
Da klopfte es an die Tür und gleich darauf trat Kietze ein. Er war in voller Ausrüstung, mit Tornister und gerolltem Mantel angetan.
„Es geht los, Herr Leutnant," sagte er freundlich; „machen Sie sich man so sachteken fertig. Wir haben für Sie einen feinen Wagen. Darf ich Ihr Gepäck runter tragen. Herr Leutnant?"
Tyrolt nickte, es war herzlich wenig, was ihm gehörte,- der Krankenwärter belastete sich nicht sehr damit. Als dieser den Tornister und ein Paket mit Wäsche nebst Verbandszeug und Toiletten-Utensilien an sich genommen, trat er zu Desiree.
(Fortsetzung folgt.)