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o errellLkritch lL»> Mk., vorauS-ahlbar, frei inS Hau». Abgeholt tn luuerer l^rpcbition oder in den Zweig- auSgabefrellen vierteljährlich 90 Psg — Erscheint Mittwochs und SamStags. — Redaktion: LelrerS-
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Telep hon: Nr. 362.
Mittwoch, den 17. Juli 1912.
Telephon Nr.: 362. 24. Jahra.
Von richt, die benutzten
vir Erbschaftssteuer.
großer politischer Bedeutung ist eine Nach * von einer häusig zu amtlichen Publikationen Korrespondenz veröffentlicht wird. Darin wird
ziemlich deutlich die Erbschaftssteuer für den Herbst angekündigt. Zunächst wird erklärt, daß in den Vorschlägen, die das Reichsschatzamt auf Grund der Besitzsteuer- Resolution des Reichstages den verbündeten Regierungen vorlegen wird, eine Dividendensteuer aus dem Grunde nicht figurieren dürfte, weil eine solche Lösung des Besitzsteuer-Problems mit dem Grundgedanken jener Resolution kaum vereinbar sei. Deshalb werde wahr - scheinlich auch von der Berücksichtigung des Gedankens abgesehen werden, die Besitzsteuersrage im Wege der LandesgesetzgobunH unter gewissen reichsgesetzlichen Richtlinien und der Erhöhung der Matrikularumlagen $ um Ausdruck zu bringen. Das Besitzsteuerkompromih von 1909, das einen ähnlichen Gedanken verfolgte, ist seinerzeit bekanntlich von den verbündeten Regierungen einstimmig abgelehnt worden. Für dieses Verhalten waren grundsätzliche Fragen finanzpolitischer und finanztechnischer Natur in erster Linie maßgebend. Für eine Reihe namentlicher kleinerer Bundesstaaten trat noch die Erwägung hinzu, daß keinesfalls die Gewähr über - nommen werden könne, eine Landesbesrtzsteuer nach den vom Reiche vorgesehenen Richtlinien in annehmbarer Form zustande zu bringen. Da diese Bedenken auch jetzt noch bestehen, wird, so behauptet die Korrespondenz, das Reichsschatzamt den verbündeten Regierungen den Entwurf einer Reichsvermögenssteuer mit verschiedenen Varianten (Vermögenszuwachssteuer und bergt), neben Entwürfen für die Einführung von Erbschaftssteuern zur Beschlußfassung unterbreiten. Diese Mitteil-
ung ist ohne weiteres als die Ankündigung der Wiedereinbringung der Erbschaftssteuervorlage anzusehen. Es ist auch bemerkenswert, daß von einer Dividendensteuer, die hauptsächlich von konservativer Seite vorgeschlagen wurde, Abstand genommen hat. Aus der offiziösen Ankündigung geht allerdings nicht hervor, wie die Erb - schastssteuer beschaffen sein wird, die dem Reichstag im Oktober beim Wiederzusammentrttt unterbreitet werden soll. Daß eine Mehrheit bei der jetzigen Zusammensetzung vorhanden ist, haben die verschiedenen Abstimmungen kurz vor der Vertagung des Parlaments bekanntlich
auf der „Hohenzollern" einen kriegsgeschichtlichen Vortrag. — Die Nordlandreise des Kaisers wird, ohne verlängert zu werden, programmmäßig ihr Ende finden. Am 7., 8. und 9. August wird, wie bekannt, die Firma Krupp in Essen ihr Jubiläum begehen und an einem dieser Tage, wahrscheinlich am 9. Aug.,
wird
weg Der
w^idaeé^M
der Kaiser dort weilen.
* Der Reichskanzler Dr. v. Betmann Holl- ist Montag morgen nach Berlin zurückgekehrt. Reichskanzler hat sich über die Ergebnisse seiner
Petersburger Reise zu seiner Umgebung in höchstem
ergeben. Bis man aber erst so weit ist, wird es zunächst zu lebhaften Preßerörterungen und dann scharfen Auseinandersetzungen bei den Beratungen Reichstage selbst kommen. Ein Urteil über die
noch zu im
neue
Erbschaftssteuer wird man sich erst dann bilden können, wenn der Negierungsentwurf im Wortlaut vorliegt, was indessen kaum vor dem Beginn der neuen Reichstags -
Verhandlungen der Fall sein die Presse die Nachricht, daß sident Freiherr von Hertling schastssteuer aufgegeben habe.
dürfte. Kürzlich ging durch der bayerische Ministerprä- die Gegnerschaft zur Erb -
Ist diese Meldung richtig,
dann wird auch das Zentrum seinen Widerstand ausgegeben haben, und in diesem Falle würden sich die Reichstagsdebatten über die Frage wesentlich einfacher gestalten. Noch schwebt aber alles in der Lust, immerhin ist die bloße Ankündigung der Erbschaftssteuer von nicht zu unterschätzender politischer Bedeutung.
Politische Rundschau.
Deutschland.
• Der Kaiser machte vorgestern vormittag einen längeren Spaziergang in Molde und hörte abends
Maße befriedigt geäußert. Tage in Berlin bleiben, schäfte, die sich während melt haben, zu erledigen, sinow übersiedeln, wo er bleibt.
Er wird zunächst noch einige um verschiedene laufende Ge- seiner Abwesenheit angesam- Dann wird er nach Hohen-
bis
zur Rückkehr des Kaisers
* Die vom Kaiser nialdenkmünze ist für
gestiftete neue K o l o - Teilnehmer an den mili-
tärischen Unternehmungen in den Schutzgebieten bestimmt. Der Kaiser hat sich vorbehalten, die Medaille auch für die Teilnahme an militärischen Unternehmungen zu verleihen, die im Ausland außerhalb der 2chutz- gebiete zum Schutz deutscher Reichsangehöriger oder deutscher Interessen notwendig werden. Die Denkmünze sollen nachträglich noch die deutschen Teilnehmer an denjenigen militärischen Unternehmungen erhalten, die seit der im Dezember 1884 in Kamerun ausgeführten Mion stattgefunden haben. Für die Teilnahme an den kriegerischen Ereignissen in Ostasien in den Jahren 1900 und 1901 und für die Teilnahme an der Niederwerfung des Aufstandes in Südwestafrika in den Jahren 1904 bis 1908, für die bereits besondere Denkmünzen gestiftet wurden, wird die Kolonialdenkmünze nicht verliehen. Die neue Medaille erhalten alle Angehörigen des Re'cbs- Heeres, der Marine, der Schutztrüppen und oer Polizei- truppen in den Schutzgebieten, die an Den Unternehm« ungen teilgenommen haben. Sie kann jedoch auch on- deren Personen verliehen werden. Die neue Kolonial -
Unter Feinden.
' Roman von Karl Matthias. ' ~ (Nachdruck verboten.)
Der Zufall kam der Wirtin zu Hilfe. Der Sant- tätsoffi^er Pres stellte sich mit Morgengrauen ein, um nach d'Alincourt zu fragen. Er verordnete Eisumschläge und eine klihlende Arznei, welche er selbst in der nächsten Apotheke zubereitete und der Kranken ein- flötzte. Die Krämpfe blieben aus, aber das Fieber nahm zu. Pres versprach, einen Zivilarzt zu schicken, und verließ das Haus. Der halbe Vormittag verging, ohne daß sich jemand sehen ließ. Endlich öffnete man die Haustür, die Josnes eilte hinaus. Graf d'Alincourt trat ihr entgegen.
Der wackere Offizier, besten Pferd auf der Gaffe von einem Soldaten gehalten wurde, sah übernächtig und verstört aus. Seine Uniform war beschmutzt und zerfetzt. Er hatte die Umgebung von Orleans abgestreift, von Vorposten zu Vorposten, war mit einer feindlichen Patrouille ins Handgemenge gekommen, fast gefangen genommen worden und kehrte dennoch ohne sichere Nachricht zurück. Das 204. Regiment befand sich tm Zustand völliger Auflösung, die Kompanien waren Überall hin versprengt, die Offiziere. zum großen Teil gefallen. Das war alles, was er hatte erfahren können. Er hatte draußen nur Kopflosigkeit und Aufregung gefunden, denn der Vorstoß der Bayern wurde stündlich erwartet. Nun war er gekommen, Desiree zu bitten, sie möge ihm aus der aufs Neue bedrohten Städt folgen
^"'WaZ rft^
Sett?' fragte er 1
oWc' die 'plötzliche Kranke
' -. ,_H^ — sie bebenbe Frau. -^ ^K
„Der Doktor sagt, es ist ein' Nervenfiebex," jammerte sie, „das Fräulein hat schon die ganze Nacht phan- basiert. Ach, Herr Graf, ich bin in heller Verzweiflung."
d'Alincourt wintte ihr zu schweigen und ließ sich neben dem Bett nieder.
„Armes Mädchen," sagte er traurig, „bedauernswertes, tapferes Kind, soll das das Ende Deiner Wallfahrt sein? Ich wollte, ich hätte Dich in Bordeaux gelassen, dort blieb Dir doch noch die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Deinem Vater. Ich habe sie aufgegeben. Wie kam die Krankheit denn so plötzlich zum Ausbruch?" fragte er die Alte.
„Das Fräulein betrachtete das Bild dort, welches der Kapitän vom 204. Regiment zurückgelaffen hatte!"
„Herr Bourlier?"
„Ja. fo hieß er wohl. Ich sagte, daß sie ihn drüben an der Ecke gemordet haben."
„Die Bayern? Wer hat Ihnen das erzählt?"
„Leute von seinem Regiment, welche bei mir nach seinem Koffer fragten, der gar nicht da war."
„Dann haben Sie der Tochter, dem kranken Kinde, welches ausgezogen war, feinen Vater zu suchen, dessen Tod verkündet und sind schuld daran, wenn bas Kind nun auch sterben wird."
Die alte Frau brach in einen herzzerreißenden Jammer aus.
„O heilige Jungfrau, das wollte ich nicht, Herr Graf!" fchrie sie. „Wie konnte ich nur wiffen, daß gerade das Fräulein die Tochter — nein, nein, das wollte ich wahrhaftig nicht!"
„Ich will es gerne glauben," beruhigte sie der Offizier. „Doch was helfen alle Klagen. Geschehen ist geschehen. Wir können ihr nicht helfen, wenn die Natur sich nicht selber hilft, und die ist so geschwächt, daß man das Schlimmste befürchten muß."
„Ich will ja alles tun, um das Fräulein zu retten," versicherte die Josnes weinend.
„Pflegen Sie bie-Dame gut, verkästen Sie sie nicht," sagte d'Alincourt. ^Es.soll.der Kranken an nichts fehlen. Hier hân M Geld."
Die Alte nahm die funkelnden Goldstücke, nur eins gab sie zurück.
„Sie hat mir besohlen, ich soll den Louis zurückge- ben," sagte sie zögernd.
Der Graf achtete nicht auf ihre Rede. Sein Blick haftete auf dem Brief, der am Spiegel lehnte.
„Ein Schreiben an mich?" fragte er.
„Jawohl, Herr Graf," ein Offizier brachte es, ein schöner Mann, aber kurz angebunden. Ich habe dem Änpfang bestätigt."
d'Alincourt öffnete den Brief.
„Befehl des Generals Bourbaki, sofort zu seinem Stabe zu stoßen, dem Sie als Oberleutnant attachiert sind. Wohl! Soumis hat Wort gehakten, so sei es denn. Wir stehen am Vorabend großer Kämpfe, und hier," — er seufzte tief — „hier habe ich nichts mehr zu tun."
Noch einmal blickte er mit innigem Bedauern auf das reizende Wesen, welches mit den fieberglühenden Wangen ein Zerrbild der Gesundheit bot. Noch einmal ergriff er ihre heiße, weiße Hand und drückte einen Kutz darauf.
„Fahr wohl, Du schönes, süßes Weib! Ich werde Dich schwerlich wiedersehen, Dich, das ich so geliebt habe,^ und dem ich dennoch entsagen mußte. Fahr wohl und Gott gebe, daß Dein tapferes Herz nicht zu schlagen auf* hört, bevor Du ZM wiedergegeben bist, der jetzt woyL in fernen Landes mit Schmerzen und Sehnen Deinge» denkt. Mag mich das Spiel des Krieges auch tretBeit? wohin es will, immer werde ich Dein gedenken, Du stok- zes, tugendreines Weib, Du arme, geknickte Blume, Dd^ siree." ,
Er schritt, von der JoSneS begleitet, aus btxn ^w mer. Als sich die Tür hinter ihm fchlvß, schreckte Krause zusammen^und rief, die Arme ausbrettend:,
„Waldemar, ich habe Papa gefunden. Komm, kom»^
nun dürfen wir endlich glücklich fein (FortsME
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Jede echte Osram-Lampe muss die Inschrift ..OSRAM* tragen. — Ueberall erhältlich. Auergesellschaft Berlin 0. 17