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Hietzener Jeitung

Bezugspreis 40 pfg. monatlich

v erteljührlich 1,20 Mk., vorau-zahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Mittwochs und LamStagS. Redaktion: SelterS- weg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag derGießener Zeitung" G. m. b. H.

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Expedition: Seltersweg 83.

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Druck der Gießener Verlagsdruckcrci.

Nr. 14. (L Blatt).

Samstag, den 17. Februar 1912.

relephon: Nr. 362. 24. Jahrg.

Bus Stadt und Land.

Gietz en, den 17. Februar 1912.

n Gießen. Referendar Ludwig R I e i n wurde zum Gerichtsassessor ernannt.

n Gießen. Die Stadtverordneten-Versammlung am letzten Donnerstag wählte den Stadtverordneten Ju­stizrat Grünewald zum Ehrenbeigeordneten und ge­nehmigte dann die Ausnahme einer 4prozentigen An­leihe in Höhe von 3% Millionen Mark. Für Schulbau­ten, Neupslasterungen, Geländeerwerb und den Ausbau der städtischen Werke sind bis Ende 1912 rund Mark 3 880 000 erforderlich. Zur Deckung dieser Beträge sol­let! außer dem Ertrag der Anleihe 380 000 Mark aus verfügbaren Mitteln genommen werden, die bei der Vermögensrechnung gespart wurden.

* Denkmalschutz in Hessen. Nach dem Bericht des Denkmalrates in Hessen sind bisher in die Denkmalliste 2056 Eintragungen gemacht worden. Von den geschützten Bauten entfallen 785 auf Starkenburg, 546 auf Rheinhessen und 725 aus Oberhessen. Verhält­nismäßig gering ist die Anzahl der Beschwerden gegen die Eintragungen, die sich aus 220 beliefen.

n Gießen, 17. Febr. Die Arbeit des Bundes deutscher Carnevalvereine, in diesem Jahre in Gießen den Earneval in würdiger großzügiger Weise neu erstehen zu lassen, ist samos geglückt. Die gegründete Große Gießener Carnevalgesellschaft 1911 hat zahlreiche auf Humor und Salyre abgestimmte Mitglie­der erhalten und die finanzielle Unterstützung kann auch nicht kleinlich genannt werden. Der Bundespräsident Heidecker hat darum mit dem geschästsführ- enden Ausschuß und der Zug s ko m mis sion für die Fastnachtstage ein Programm zusammen­stellen können, daß den Aufführungen in Mainz, Worms, Darmstadt, Frankfurt 2C. nicht nachsteht. Mit einem ge­wissen Stolz hat sich aber auch die Bürgerschaft zur Vervollkommnung der einzelnen Ausgaben bereit erklärt. Man höre: der Carnevalzug am Fastnacht- Sonntag umfaßt 63 Nummern, darunter sind 5 Mu­sikkapellen, die Goldkarosse des Prinzen, 15 Prachtwa- gen, 26 andere kostümierte Wagen und viele Gruppen zu Fuß. Der Zug bewegt sich vom Oswalds Garten durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Alicestraße, Frankfurterstraße, Seltersweg, Kreuzplatz, Sonnenstraße Kanzleiberg, Brandplatz, Landgraf Philipps-Platz, Brandplatz, Marktlauben, Walltorstraße, Ost-Anlage, Süd-Unlage, Franksurterstraße, Alicestraße, Ludwigs - strahe, Gartenstraße, Neuen-Bäue, Schulstrahe, Markt­platz, Marktstraße, Neustadt, Oswaldsgarten. Zur näheren Information über das Fest sei aus das im Inseratenteil heutiger Nummer veröffentlichte offizielle Programm hingewiesen.

n Gießen. Hier sind aus dem Bahnhof aus einem Postpaket vier wertvolle Tauben e n t s l o g e n, die nach Brüssel aus eine Ausstellung geschickt werden soll­ten. Etwaige Nachrichten über den Verbleib der Tiere werden an das Postamt erbeten.

o Heuchelheim. Das Ehrenzeichen für Mit­glieder freiwilliger Feuerwehren erhielten Jakob Germer 3., Ferdinand Rinn, Karl Germer und Jakob Sack 6.

o Friedberg. In Berliner informierten Kreisen verlautet, daß eine Dreikaiserzusammen­kunst auf deutschem Boden aus Anlaß der diesjähri­gen Reise des russischen Kaiserpaares nach D a r m - st a d t in ernsthafte Erwägung gezogen sei. Auf der Reise werde die Zarenfamilie diesmal auch öster­reichisches Gebiet berühren und bei dieser Gelegenheit Kaiser Franz Josef aussuchen, woraus dann dessen Gegenbesuch aus Schloß Friedberg in Hessen erfolgen soll, zu einer Zeit, wo Kaiser Wilhelm eben­falls dort anwesend sein wird. Sogar ein Anschluß Rußlands an den Dreibund ist im Anzug

o Friedberg. Die kirchlich-positive Vereinigung des Großherzogtums Hessen hielt am 13. Februar nach­

mittags in derHarmonie" eine Versammlung ab. Pfar­rer Nebel-Laubach hielt einen Vortrag überDie kirch­liche Lage in Hessen".

o Friedberg. Der stattliche Neubau für die hie­sige Blindenanstalt ist soweit gediehen, daß zur Zeit die Arbeiten und Lieferungen zum inneren Ausbau zur Vergebung ausgeschrieben sind. Bewerber haben ihre Angebote bis zum 22. Februar beim Hochbauamt da­hier einzureichen.

o Bad-!Nauheim. Ein größeres industrielles Unternehmen, das eine gute Zukunft hat, ist von dem hiesigen Zahnarzt Dr. Hoddes im Herbst ins Leben ge­rufen worden, eine Zahnfabrik. Sie heißtGermania" und hat sich seit der Gründung schon so vergrößert» daß bereits über 30 Personen darin Beschäftigung finden. Das Unternehmen soll noch weiter vergrößert werden.

o Ostheim. Nach 30jähriger Amtszeit als Bür­germeister hat Bürgermeister Schneider sein Amt für den 1. April niedergelegt. Herr Schneider war viermal als Ortsoberhaupt gewählt.

o Aus O b e r h e s s e n. Noch ist die neue Wehr­vorlage nicht im Reichstage angelangt, da regen sich schon in unserer Provinz Städte, die gern G a r n i- s o n werden möchten. Da in Oberhessen nur 4 Batail­lone Infanterie (1., 2. 3. Bataillon 116er und 1 Ba­taillon 168er) liegen, in den beiden anderen aber je soviel Regimenter liegen, so hat man ausgerechnet, daß das jedenfalls zu errichtende dritte Bataillon 168er nach Oberhessen müsse. In Gießen ist schon der- Wunsch darnach laut geworden, ebenso in Friedberg und Bad-Nauheim. Lich dachte schon einige Jahre an eine Garnison und nun kommt auch Büdingen hinzu, das Garuisonstadt werden möchte.

* Die Kartoffelernte 19 11. Nach den Ermittelungen der nassauischen Landwirtschaftskammer entsprach die Kartoffelernte im Kammerbezirk Wies­baden im Jahre 1911 einer Miltelernte, wobei aus einem Morgen 92,06 Zentner geerntet wurden gegen 125,17 Zentner im Vorjahre. Bei einer Anbaufläche von 36 000 Hektar betrug sonach de'' A u s s a l l in Nas­sau 4 320 000 Zentner mit einem Geldwerte von Mark 12 000 000. Die besten Kartoffelernten hatten derGol­dene Grund" und das Westerwaldgebiet.

o Hungen, 15. Febr. Die Vorstände der Weg- bezeichnungsausschüsse (W. V. A.) der Zweigvereine Hoherodskopf, Schotten, Laubach, Lich, Hungen waren gestern hier versammelt, um die Route Bad-Nauheim Arnsburg Lich LaubachHoherodskopf festzulegen. Ferner wurde die Markierung FriedbergAltenstadt Gelnhausen mit Anschlüssen besprochen. Der Neubau des Bürger- und Volksschulgebäudes ist zu 105 000 Mark veranschlagt und jetzt beschlossen; er kommt auf die so­genanntePfanne" zu stehen.

o U l r i ch st e i n. Zu Ehren des nach Egelsbach versetzten Pfarrers Hartmann fand eine Abschieds- feier statt. Infolge des Wegganges des Pfarrers Hart­mann geht die meteorologische Station drit­ter Ordnung in Ulrichstein, der der nunmehr Scheidende vorstand, ein, da sich niemand fand, der die Arbeiten übernehmen will. Es wird nur eine Regenbeobachtungs- station bestehen bleiben.

s Darm st ad 1. Der Erohherzog empfing die Pro­kuristen Petri und Jung von Gießen.

s D a r m st a d t. Die feierliche Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes ist für Sonntag, den 28. April in Aus­sicht genommen.

s Darm st ad t. In einer Vertreterkonferenz der hessischen Handwerkskammern wurde über die von der Handwerkskammer Darmstadt angeregte Errichtung einer Einziehungsgenossenschaft für das Grohherzogtum Hes­sen, wie eine solche bereits in Hannover besteht, ver­handelt. Die Ansichten über den Nutzen und das Wir­ken einer derartigen Genossenschaft gingen auseinander. Es wurde beschlossen, zunächst eine abwartende Stellung einzunehmen.

s Darm st ad t. Der hessische Verband des Bundes deutscher Militäranwärter tagte hier unter sehr großer Beteiligung aus allen drei Provinzen. Vertreter

der Regierung, der Stadt und der Militärbehörden wa­ren erschienen. Nach Erledigung.ber geschäftlichen An­gelegenheiten wurden die Anträge von Mainz betr. die Anrechnung der Besoldungs-Verdienstzeit, von Offenbach betr. die Stellenbesetzung und von Darmstadt betr. die unkündbare Anstellung der BahnbeanUen bereiter und angenommen. Der Generalversammlung ging am Abend vorher eine sehr hübsche KaisersgeburtNagsfeter voraus.

s D a r m st a d t. In Neu-Isenburg wurde das Ehepaar Heinrich Müller verhaftet. Dasselbe betrieb früher in Nieder-Namstadt eine Wirtschaft und kam dort ein hiesiger jetzt schon in den 70er Jahren stehender Geh. Kommerzienrat und Bankdirektor zu East, der der liebenswürdigen Wirtin gegenüber nicht ganz kalt blei­ben konnte, bis eines Tages der Ehemann Müller die Zärtlichkeiten entdeckte. Die Folge waren anfangs kleine Gefälligkeiten, bis schließlich^ Drohbriefe kamen, die den Direktor zur Hergabe von Schweigegeldern veranlaßten. Das Ehepaar soll nach und nach zirka 40 000 Mk. von dem Gönnergezogen" haben.

):( Groß-Gerau. Der Evangl. Jünglingsbund im Großherzogtum Hessen veranstaltet am 5. Mai hier ein großes Bundesfest.

'.Mainz. Der G r o ß h e r z o g und die Groß­herzogin werden am Fastnachtsmontag nach Mainz kommen und vom Kreisamisgebäude auf der Schiller- straße aus, bei Herrn Provinzialdirektor Geheimerat Breidert, sich den Zug ansehen.

! Mainz, 16. Febr. Der Großherzog und die Großherzogin wohnten gestern Freitag abend einem Konzerte der Liedertafel bei und nahmen nachher beim Geh. Kommerzienrat Dr. Strecker das Souper ein.

! Mainz. Die Ausseriigung des Reichsgerichts - Urteils im Schapiro-Prozesse ist hier eingetrof fen. Sie enthält auf 12 engbeschriebenen Seiten eine ausführliche Begründung, warum dem Redakteur Hirsch der § 193 hätte zugebilligt werden müssen.

! Mainz. Peinliche Ueberraschung hat das Pe- tanntwerden eines auf dem Stadthaus vorgekommenen Versehens hervorgerufen. Ein Beigeordneter, dem das Gaswerk untersteht, hat den Abschluß der fünfjährigen, zu den bisherigen Preisen vereinbarten Kohlenlieserung versäumt und nun wird der erhöhte Preis gefordert; der Unterschied beträgt 150 000 Mark.

! Bingen als neueGarnison. Seit einigen Tagen spricht man hier von der Verlegung eines Jä­ger- oder Pionier-Bataillons nach Bingen. In der ge­heimen Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag stand dieser Punkt zur Besprechung.

):( Fulda. Im Walde bei Riesig wurde der För­ster Romanns von 3 Zigeunern ermordet.

):( Hanau. Das Schwurgericht verurteilte den Ful­daer Mordgesellen Schuhmacher K i r ch l e r, dem die Ehefrau Hochrein aus Frankfurt a. M. zum Opfer fiel, zu zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust.

):( H ö ch st a. M. Seit 1906 hat Generalkonsul v. Weinberg dem Kreise Höchst jährlich 5000 Mark über­wiesen zur Beschaffung und Verteilung von Milch für schwache und kränkliche Kinder unbemittelter Kreis­eingesessener. Jetzt hat der Stifter sich entschlossen, die Jahresspende nicht nur vom 1. April ab auf 6500 Mk. zu erhöhen, sondern sie durch Stiftung eines Kapitals von 100 000 Mark auf über 15 Jahre sicher zu stellen.

):( Kassel. Bei den letzthin stattgefundenen Stadt- verordnetenwahlen in der dritten Klasse siegte; die bür­gerliche Liste mit ziemlicher Mehrheit über die sozialde­mokratische. Die Sozialdemokraten verlieren drei bisher innegehabte Sitze, darunter den des derzeitigen Vize - Präsidenten des Deutschen Reichstages, Scheidemann.

):( Hadamar, 15. Febr. Hier feierte der Bru­der des verstorbenen Bischofs von Fulda, Weyland, mit seiner Frau das Fest der Goldenen Hochzeit. Dabei war die gewiß seltene Tatsache zu verzeichnen, daß dieselben Brautführer, die einst bei der Grünen Hochzeit Trauzeugen waren, auch jetzt wieder alsBraut­führer" mit zum Gotteshause schritten.

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