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SÄ Kef^ucrnââ bür. sltd mit der Wbfidit tragen, auf die mastgeben den ffübrer B mastaebenden ParK namentlich Ler nationalliberalen im Linne der vom Reichskanzler âusge^benen
Arn cin^uwirken, um eine direkte oder in- Mr$ e Unt^ zuunm'nstcn d!» Zent» ,m M-Manb und in Westfalen °Ler der Konie; nativen au verhindern. Äon einen; Wechsel in der S!«>"M fielen rechts erhoffe die IHenterunn einen günMqcn A»§sall der Siichwai.t und eine Verwinde- runa der sozialdemokratischen Mandate.
Stichwahlparolc des Bundes der Landwirte.
Der Bund der Landwirte gibt für Die iNeichstaas- slichtvahlen folgende Leitsätze ans: „Unser Grnudsatz bleibt unverändert: Megen die Sozialdemokratie. «Illing anderer bürgerlicher Parteien selbstverständlich unter Voraussetzung gleichwertiger Gegenleistungen, hiernach ist die Stichwahl einzurichten.
Die Auffasiuttg der Nationalliberalen zu den Stichwahlen schildert die parteiamtliche „Nationalliberale Korrespondenz". Es heistt darin u. a.. .Schon ein Viertel siegreicher Stichwahl kreise würbe ihr fber Sozialdemokratie) eine Gesamtma.ndatszahl von nahezu 100 bringen! Es must deshalb von neuem an die WahlsäunNaen unb Waylfaulen, die ja in aller Hauptsache zu Den bürgerlichen, staatserhaltenden Parteien gehören, der dringende Appell gerichtet werden, durch Ersüllnng ihrer Mahlpsticht weniastenö in der Stichlvahl ein weiteres Ansteigen der roten Flut auf jede Weise zu verhhibcru.
Die Stichwahlparolc der Sozialdemokratie.
Im „Vorwärts" veröffentlichte der Parteivorstand der Sozialdemokratie einen Aufruf stir die Stichwahlen, der auf die Neschltijse des Jenaer Parteitages von 1911 verweist. Diese Beschlüsse hinkten: „Die Genossen bür^ seit nur Denjenineu Kandidaten ihre Stimme zuwen- den, die sich vor Rennen ober schriftlich verpflichten: 1. für Anfrechterhattnng des befteheuöen Wahlrechts für ben Reichstag; 2. gegen eine Beschränkung des Vereins- und Bersanunlnngs- lind des Kvalitionsrechtsr 3. ge- aen eine Berschärfuna der foncmnuikn politischen Pa- raaraphen des Strafrechts: A. gegen ein wie immer ge- artetes Ausnahmegesetz; 5. gegen jede Erhöhung ober ?k,ueinfübrunn indirekter Steuern auf Berbrauchsarti- el der groben Masse; 6. aeaen jede Neueinführnug oder Erhöhung indirekter Steuern auf Berbranchsartilel der grosten Masse chiAUtreten und zu stimmen. Stehen in der engeren Wahl Awei Kandidaten, die beide bereit finb, die ausgestellten Bedingungen zu erfüllen, so ist der Liberale dem Nichtliberalen vorzuziehell. In jedem anderen Falle ist strikte Stimmcnenthallnng au proklamieren.
Englische AbmIralitäl gegen Kriegsami.
Als die englische Regierung im Juli ernstlich mit der Möglichkeit rechnete, Irankretch in einem Krieg ne gen Deutschland Wassenhilse leisten zu müssen, fam es zwischen der Adnüralität unb dem Krteasamt zu einem erbitterten Streit über den Zeitpunkt, in Dem Frankreich die versprochenen sechs Divisionen gestellt werben föunkn. Das Krieasamt verlangte ihre Muifenbunn im Augenblick des KriegSbeginns die Aännralität erklärte sie für unmöglich, so lange England nicht im unbedingten Besitze der Seeberrschast sei, mit all deren Worten, so lange Deut fehln nb nicht geschlagen oder blockiert sei.
Es ist charakteristisch für englische Wehrverhält- nisse, dast eine Frage von so grundlegender Bedentnng bat unentfchlcDcn* bleiben sönnen. bis mmt dicht vor einem Kriege stand, und es ist ebenso charakteristisch für sie, da st auch heute seine Entscheidung darüber gefällt ist. Der Mariuemitgrbeiter der Vonboner „Times" hat eben festgestellt, da st die Admimlität durchaus an dem ^hmbvunn festhält, den sie diesen Sommer einnahm, und sagt mit vollem Recht. „da st alle vereint wörtlichen Seeoffiziere die Ansicht teilen, das; die Entsendung einer Erpeditionsnrmee und) bem Festlcmde sofort nach Krtegsbeginn unmöglich ist". Diese Ansicht hat ohne Zweifel auch die aroste Majorität der Nation hinter sich.
Die Herren von Dieskau.
Original-Nomau von Frauz Dreiser.
10) (Nachdruck verboten.)
„Vor anem wulldere ich mich, dast ein Edelmauil von so altem Hause feine Tochter diesem reich newor« betten Spekulanten geben will."
So tief gesunken DteSkgn burd) sein nur Den materiellen Genüssen gewidmetes Heben in moralischer Beztehnng auch war, bk Berufung auf seine alte Abstammung übte doch ihre Wirkung ans und er vcr- siunnnk für einen Augenblick, denn er taxierte Sakal nach seinem wahren Werte. Aber das Bild des Elends, das der Iustizrat unb Harald von der ^ufunft der DieSkans entworfen hatten, stieg vor seiner schwachen, genttststichttgen Seele ans, die 500 000 Mark, die allem Jammer abhelsen sollten, erschienen in verlockender vlrtbd und der Stolz des Edelmannes tauchte unter, ebenso rasch wie er ansgestiegen war.
„Du verstehst das nicht, Kitld," erwiderte er geschmeidig, „hentzntage must man über Stat,desvornr- ieile erhaben sein."
.Aber nicht über bn« Gest, HI der Berachtuna, de« Ekels.
»6° werdest Du Dich wirklich ernstlich weiacrn?" »Ich glnnbc, ich habe mich denllich nenn« nu3nc sprachen."
... 'u"? wenn ich Dir beschlen ivlirde, diesen treff. Itrbcij Mann, neuen den Du mm unbcnrNnd-te Vorurteile beoft, den Ircnnd Deines ritierlichen VrnderS »« (Kirnten, au Deinem eincnen Besten, wnS dnnn?^
.Eo wüthe ich mich lieber von dem allen Turm DIcökauS bernOflürAen, nI8 diesem Beselile folnen"
, ^DaS kleine, zierliche Wesen stand da mit einem solchen AuSdruck von Entschlosscnbell aus dem fast ktud ttchen Antlitz, haß selbst Ibr Valcr Mille, das, ein furdik
Wir empfehlen den Franzosen, die etwa für die erste Entscheidungsschlacht immer noch aus 160 000 Engländer rechnen, folgende Erklärung des recht autoritativen Mitarbeiters der „Times", die tatsächlich nur ein Echo der Admialitätserklärung ist zu eingehender Beachtung: „England kann keine Truppen nach dem Kontinent schicken, so lange mit der seindlichen Motte nicht abgerechnet worden ist d. h., so lange sie nicht entweder blockiert oder vernichtet worden ist. Das mag viel oder wenig Zeit in Anspruch nehmen, kann aber nicht im HandilMdreheil geschehen, und so lange es nicht geschehen ist, ist es nutzlos, ja schädlich, von der Entsendling eines Expeditioicskorps zu reden." ,
Die Haltung der englischen Admiralität entjpricht übrigens durchaus den Grutidsätzen, wie sie die moderne Kriegführung für überseeische Expeditionen als zweckmästig erachtet und wie sie auch in der Praxis, so z. B. im russisch-japanischen Kriege, mit vollem Erfolge zur Anwendung gelangt sind.
Ruttdicba« 0016 tagt.
Politische
Der Kaiser hörte am Sonntag mittag im königlichen Schlosse zu Berlin den Vortrag des Reichskanzlers v. Bethmann Hollweg und Montag vormittag den des Chefs des Zivittabinetts, Wirkt. Geh. Rats v. Valentini. Am Montag fand im Reichskanzlerpalais eine Konferenz zwischen dem Kaiser und dem Reichskanzler statt, die etwa eine Stunde dauerte. Der Kaiser war um 1 Uhr bei dem Reichskanzlerpalais vorgesahren und verliest das Palais kurz nach 2 Uhr. DaS kaiserliche Hoflager ist am Montag von Potsdam nach Berlin verlegt worden.
W' Ein Besuch Kaiser Wilhelms in der Schweiz. Am Sonnabend hat der deutsche Gesandte in Bern, von Bülow, bem schweizerischen Bundespräsidenten mitge- teilt, das; der deutsche Kaiser der Schweiz im September dieses Jahres einen Bestich abzustatten gedenke. Der Bundespräsident hat dem Gesandten seine Frende über den Entschlust mitgeteilt.
Das englische Königspaar wird auf feiner Besuchsreise auf dem Koutiilent in der ersten Maiwoche nach Wien summen, um seinen Antrittsbesuch bei .Kaiser Iran?, Josef zu machen. Der Aufenthalt in Wien wirb zwei oder drei Tage dauern.
Der Versuch *im* Vergewaltigung bet Türkei. Nach der Pforte zugegangeneit Mitteilungen hat Rustland ben Signatarmächten des Berliner Vertrages einen Vorschlag zur Beileanng der Ieindseligkeiten zwischen Italien unb der Türkei unterbreitet. Erst wenn die Signatarmächte ihn cnlaenommen haben, soll der russische Vorschlag der Türkei unterbreitet werden. Da im wesentlichen die russische Vermittlung ans einen vollständigen Verzicht der Türkei auf ihre afrikanischen Provinzen ansgeht, so ist die Möglichkeit einer Annahme derselben durch die Pforte von vornherein ausgeschaltet.
Ueber die Revolution in China meldet das Reu- tersche Bnrean aus Peking: Eine Rettnngsabteilnng mit 19 englischen unb 13 schwedischen Missionären aus Sianfu, der Hauptstadt von Scheust ist in Henanfu eine ßdrosselt. Die Provinz Scheust befindet sich in voll- änd gem Aufruhr. Viele Städte sind geplündert und verbissen. Die Niedermetzelnng von 10 000 Mandschus wirb bestätigt -- Die an der transsibirischen Eisenbahn gelegene nuinbfchnrlfdK Stadt Chailar wurde von bewaffneten MonaoleN besetzt. Die chinesischen Behörden und die chinesische Mcrriiifon sind in die russischen Ansiedlungen geflohen. Die Mongolen haben neue Behörden eingesetzt unb ihre Unabhängigkeit erklärt.
Kleine nachrlchteit
Prinz Waldemar von Preusteu, ein Sohn deS Prinzen Heinrich von Preusten, hat am Kieler Ober- landesgericht das Referendarexamell abgefegt. Diens- tag vormittag würbe der Vrillz in einem feierlichen Akt für den Iustizdienst vereidigt.
Mit einer halben Million Schulden geflüchtet. Wie ond Posen gemeldet wird, ist der Hotelbesitzer Hüitller in Schroda. liachdem er zahlreiche dortige .Muflentc, Grost- nrnnbbcfiher der Umgegend, höhere Begmte um etwa hOO ooo .// geschädigt hat, flüchtig geworden. Man hielt ihn irrtümlicherweise für einen vermögenden Mann. Hüttner hat das ganze Geld besonders in ansländischen Papiereil verfvefnstert
Wegen Schnlden in den Tod gegangen. Wie letzt erst bekannt wird, ist seit Donnerstag der Grostkgns- nuimi nnd Fabrikbesitzer Ernst Heuer in Maadebltrg unter Hinterlassung einer Schuldenlast von 400 000 Ä verschwunden. ES sollen Wechselfälschllngen in Höhe von 300 000 .// Vorlieben. Nach einem an seine Iamilie gerichteten Schreiben hat er den Tod in der Elbe gesucht.
Lttllmord an einem Scbnlmädchen. Bei ßüben an der Elbe würbe ein Schulmädchen unweit der Stadt entkleidet mit zahlreichen Wnnden sterbend anfgefunden. Es ist das Opfer eines Lustmordes, bett ein flüchtiger
barer Ernst hinter diesen Worten sich barg. Was war das für ein Mädchen? Dieses stille Geschöpf war ja trotziger gls seine wilden Söhne.
Moralischer Mut war nie, seine starke Seite gewesen und er fühlte ihn dieser Entschlossenheit gegenüber wattfen.
Einlenkend sagte er: „Nntr. Du wirst Dir bk Sache überbettfett und zu der Einsicht kommen, daß Dein alter Vater es gut mit Dir gemeint hgt."
Mit demselben starren GesichtSanSdruck sagte sie: „Befiehlst Du sonst noch etwas?"
„Geh In Dich, geh in Dich, Du liebes Kind! Guter Rgt kommt über Wacht. Morgen wirft Dn anbcrP denken."
Hildg ging.
Bewegt von einem Sturm von Gefühlen, die ihre Seele erschütterten, schritt sie zu dem Flügel deS Schlos. ses hinüber, den sie mit Frau von Herstell bewohnte.
Gin tiefer Abscheu vor dem Treiben auf Dicökau, wenn die mäuulicheu Mitglieder der Familie anwesend waren, hatte sie längst Harald und auch dem Vater entfremdet. Hugo hielt sich meist fern von der Heimat — so stand sie allein mit ihrem Fühlen und Denken. — Mo das wagte man ihr zu bieten? Sie sollte ihre Hand einem Menschen reichen, der ihr persönlich widerwärtig war und nach den gelegentlichen Aensterungen ihres VrnderS trotz seines erkauften AdelöwappenS keine ehrenwerte Vergangenheit hinter sich hatte. Und Harald steckte dahinter, ihr Kruber, der ihr unheimlicher war als ie. Wahrscheinlich steckte er bei bem Millionär in Schulden, und die Hand eines Kräuseln von Dieskau sollte sie bezahlen.
Daneben stieg wieder ba6 Bild deS Mannes auf, ber, allein Im Heben stehend, den Kampf mit diesem ausgenommen unb in diesem Kampfe gesiegt hatte.
Bum ersten Male fühlte sie letzt mit ungeahnter
Handwertsvursche verübte, ugchdery er bereits etmt Arau überfallen hatte.
Diebstahl als Sport. Wie aus Paris gemeldet wirk wurde in Tours ein reicher Privglmgnn, der öffentliche Ehrenstelleu bekleidet, verhelftet. Es stellte sich heraus. Last er seit einem Jahrzehnt im Departem/nr Loire zahl-i reiche Diebstähle, bei dem ihm Huudertmusende in die Hätlde fielen, verübt hatte. Er behauptet, aus den Diebstählen einen Sport gemacht zu haben.
Der Nachlast des „Philosophen von Nanda". In der Wohnung deS verstorbenen Bauerngelehrten TbeU in Rauda, (Alteubura), der unter dem Namen „Philosoph von Rauda" bekannt war, ist eine groste Menge vollendeter Werke sowie von ihm verfaßter Gedichte vorgefunden worben; ebenso hat Theil seine Lebensveschrei- Dunn versaht über deren Drucklegung bereits Verhandlungen mit Verlegern im Gange sind.
Zur Anlegung eines Naturschutzparkes in der Lüs neburger Heide ist dem Naturschutzparkverein Stuttgart die Ausspielung einer Geldlotterie für den Umfang der preustischen Monarchie mit einem Spielkapital von 1 380 000 Mark unb einem Reinertrag von 460 000 Mark gestattet worden.
w- Ein Selbstmordversuch des englischen Spions Trench. In Glatz wird die Nachricht verbreitet, daß der englische Kgpitän Trench. der gls Gefgngener auf der Festung weilt einen Selbstmordversuch verübt habe. Mau habe Trench an einer Schnur am Ofen hängend, aber lebend aufgefnnden. Man glaubt in Glatz, Last es sich um einen fingierten Selbstmordversuch handelt, den Trench verübte, um in das Lazarett zu kommen.
Um den Mrhts^lnt
fr-e Zuw Tode verurteilte Giftmischerin. Vor einigen Monaten hatte in Olmütz ein zwanzigjähriges Dienfünäbcbcn seine Schwester durch vergiftetes Backwerk zu erworben versucht, um sich in den ungeteilten Besitz einer kleinen Erbschaft zu sehen. Der Anschlag mtstglückte zwar in dieser Richtung, forberte aber das Leben zweier Knaben zum Opfer, denen die Schwester das Backwerk überlassen hatte. Das Dieustmädcheu wurde gestern von den Geschworenen mit zehn « gen zwei Stiminen znin Tode durch den Strang verurteilt.
Uermisebtes.
Der ^aaow sehe Schicsterlast, wonach die Schuhlente früh von ihrer Waffe Gebrauch machen sollen, wirb in der nächsten Berliner Stadtverordnetenversammlung besprochen werden, um möglichst seine Znrücklrahme zu erzielen. Der Polizeipräsident hat dagegen betont, daß seine Verfügnng dnrchans gesetzlich fei dast die Stadtverordnetenversammlung mit dem jetzigen Vorgehen ihre Zuständigkeit überschreite, denn der Wgffenge- branch der Schntzmannschaft sei keine gemeindliche, sondern eine staatliche Dienstangelegenheit. Es seien hier nur Herrenhaus und Hand der Abgeordneten zuständig. Seine, des Polizeipräsidenten, versönliüie Auffassung gehe dahin, dast nur durch schärfstes Einschreiten der Schuhinanttschaft Berlin vor Apacbenznständen bewahrt bleiben könne. Der Verbrecher, her die Hand gegen fremdes Heben erhebe, sehe eben sein eigenes Lebert aufs Spiel. Art die unsozialen Teste der Bevölkerung möge auch guS der Stadtverordnetenversammlung die Mahnnrrg ergeben, bei polizeilicher Festnahme eines Verbrechers sich nicht einzumischen und selbst Aum Verbrecher Alt werden. Der Ansftbuft der Stadtverordneten, der sich mit der Angelegenheit beschäftigte, hat eine Protestresolution äcfafit die in der nächsten Sit- znng der Versammlung am Donnerstag beraten wird.
Die Kälte in Amerika. Seit Jahren ist in den Vereinigten Staaten keine so anstergewöbulich kalte Temperatur au verzeichnen gewesen, wie sie sich jetzt in eitlem grasten Teil des amerifanifchen Iestlgnds, namens lieb an Der Küste des Atlantischen Ozeans, bemerkbar macht. Itt Washingtolt, das ans demselben Breitegrad wie Palermo liegt, ging das Thermometer in der Nacht Aum Montag auf dreizehn Grad unter NltN Aurüct In der Nacht vom Freitag auf Sonngbeud zeigte es zwanzig Grad Kälte. Heftiae Schneestürme sind die unangenehmste Begleiterscheinnng der seit zehn Tagen herrschenden eisigen Wittentng, da sie den Zugverkehr in einigen Dellen des Lau des labmleaen. Im Nenyorker Hafen fängt das Gis an, die Schiffahrt au hindern. Die Zahl der Todesopfer, die das Frostwetter fordert, wächst von Tag au Tag. In Den Hospitälern Nenyorks liegen illsgesgmt über 100 Personen mit erfrorenen Gliedern
Gin Wahltrick. Der englische Politiker R. G. Webster hat vor einiger Zeit ein amüsantes Büchlein über Wahltricks nnd Wahlersahrnngeu erscheinen Taffen, in Dem er sorglosen Wählern düerfei nützliche Winke albt. Dabei erzählt er nndi folgende kleine Geschichte: Eine 93terfelfhnibc vor Schlnst der Wahlen marschiert ein behäbiger Bürger zu feinem Wahllokal. Unmittelbar vor bem Ginaang kommt ein sehr eleaanter Herr auf ben phlegmattschen Wähler au. ein Allhänaer der Gegenpartei, nnd besihmt bem Wähler allerlei sensationelle politische Neuigkeiten au erzählen. Der feine Herr
Stärke, das; dieses Bild sich stets zwischen sie und jeden anderen drängen würbe, dem man sie Aum Weibe geben wollte. Unb er? Hatte sie nicht seinen Blick tief im Herzen empfunden - feinen Blick. Dessen Leuchten das innige Fühlen einer teilnahmsvollen Seele barg?
Aensterlich ruhig, doch in einem Aufruhr ihrer Seele, wie sie ibn nie zuvor gesaunt hatte, betrat sie das Zimmer ihrer mütterlichen Pflegerin und Freundin.
Frau von Herstell, eine Dame von feinen durchgeistigten Zügen und gütigem Gesichtsansdrnck, die in dem Antlitz ihres Lieblings wie in einem Bilche las, erkannte sofort, daß HildaS Znsamnlenlunft mit ihrem Vater eine schweriviegellde Vedentmlg gehabt habe, unb die Starrheit in dem Gesicht Hildas erschreckte sie.
Die Mehrzahl aller jungen Mädchen würde nach einem solchen Sturme in ihrem Innern sich an die ©ruft einer mütterlichen Freundin geworfen unb ihrer Seclcuqual in einem Sturm von Tränen Lust gemacht haben.
Nicht so Hilda. Ihre Seele war Durch die Notwendigkeit, sich aus sich selbst zu verlassen und bk nötige Kraft ans dem erneuen Innern zu schöpfen, früh gefestigt worden.
So sehr sie auch ihre mütterliche Krenn bin liebte, so gab es doch Gebiete in ihrem Innern, die auch vor Dieser verschlossen blieben. Nicht immer verstand Frau von Herstell ihr Pflegekind.
„WnS gab eS Liebling?" fragte sie besorgt.
„Ach, nicht viel. Allein eS drängt mich, Diedfau sofort au verlassen und nach der Stadt überAufkbeln, ich hätte überhaupt nicht so lange hier bleiben sollen. Bitte, lassen Sie paclen, ich werde den Magen bestellen".
Es war ein ernster Blick, mit dem die alte Dame HildaS verschlossenes Gesicht durchforschte.
„Hast Du kein Vertrauen mehr 311 mir, Hilda? Warum reisen wir (0 plötzlich?"