nach Süden nicht abgeschnitten werde. lIede Hoffnung auf Gebietserwerb im Sandschak ist dadurch für Serben wie Montenegriner ausgeschlossen.)
•
Die Ereignisse der letzten 24 Stu n - d e n haben sich überstürzt. Die Meldungen von der Ueberreichung der Noten Serbiens und Bulgariens, der Ueberreichung des griechischen Ultimatums, und der Aufnahme Kretas in den griechischen Staats - verband, denn anders ist die Zulassung der kretischen Abgeordneten zur griechischen Kammer und die Erklärung Venizelos', daß nur noch „eine einzige Kammer für Griechenland und Kreta bestehe", wohl nicht anzusehen, gingen in raschester Folge ein. Schließlich traf auch die Nachricht von dem Ueberschreiten der serbischen Grenze durch die türkischen Truppen bei Ristowacz ein. Alles treibt jetzt schnell zum Kriege. Da mag auf eins noch hingewiesen werden; nämlich daraus, wie völlig mißachtet, oder besser nicht beachtet all die schönen Anregungen und Beschlüsse der Haager Friedenskonferenzen in solchen Zeiten ernster Völkerkrisen werden. Die Utopie des Weltfriedensgedankens ist jetzt wiederum bewiesen. Unsere Friedensapostel müssen, wie schon so oft, an den Tatsachen erkennen: der Krieg st i r b t nicht aus, weil die Bedürfnisse der Völker und die menschlichen Leidenschaften niemals aufhören werden.
• Athen, 14. Cft. Bei dem Wiederzusammentritt bei Kammer wurden die kretischen Abgeordneten mit Beifall begrüßt. Ministerpräsident Venizelos er - klärte, die Regierung nehme das unionistische Votum der krettschen Versammlung an, und er erklärte in aller Form, daß in Zukunft nur eine einzige K a m- mer für Kreta und Griechenland bestehe. Er forderte die kretischen Abgeordneten aus, sich nach Kreta zu begeben, wo Neuwahlen gemäß der griechischen Verfassung vorzunehmen seien. Venizelos erklärte weiter, trotz des Wunsches nach Frieden werde Griechenland sich nicht nur moralisch und materiell, sondern auch durch die ihm verbündeten Staaten stark fühlen, siege s g e w i h allen Gefahren die Stirn zu bieten.
friede zwischen Italien und (Mei!
Der türkisch italienische Rrieg um den Besitz Tripo- litaniens unb Libyens, der am 29. September 1911 seinen Anfang nahm, ist beendet. Ueber die Unterzeich - nung der Friedenspräliminarien in Ouchy in der Schweiz liegt, so berichten die „Franks. Nachr.", folgendes Telegramm vor:
Rom, 15. Cft. Um 6 Uhr abends find die F r i e- dcnspräliminarien inOuchy unterzeich- n e t worden.
Es ist nicht zu verkennen, daß der Friedensschluß zwischen Italien und der Türkei nicht zu unterschätzende R ü ck w i r k u n g e n auf d e n G a n g d e r Ereignisse aus dem Balkan ausüben wird. Die Türkei erhält freie Hand; sie kann Ihre ganze Rraft auf die Abwehr der Eingriffe der verbündeten Balkanstaaten konzentrieren. Aber auch für die internationale Konstellation der Mächte ist der Friedensschluß zwischen Italien und der Türkei von großer Bedeutung, denn "die Aussichten auf Erhaltung des europäischen Friedens, an dessen Störung außer den Dreibundmächten auch Frankreich kein Interesse hat, werden dadurch erheblich günstiger. Daß dieser Friedensschluß schließlich auch aus die Haltung Bulgariens, Serbiens, Montenegros und Griechenlands von Einfluß sein müssen, ist selbstver - stündlich. Trotzdem kann man im Augenblick wohl kaum noch auf die Erhaltung des Balkanfriedens hoffen. Für die Großmächte gift es jetzt weniger, einen Balkankrieg zu verhindern, als vielmehr dem Bestreben, ein ein - heitliches Vorgehen der Mächte hinsichtlich der Balkanangelegenheiten anzubahnen. Frankreich regt zu diesem Zwecke eine Balkankonserenz an. Aus Wien wird gemeldet, daß die Mächte nicht nur die Verpflichtung übernommen, sondern sich auch das Recht reserviert hätten, die Reformen in der Türkei in die Hand zu ne h m c n. Da das eine gewisse Zeit erfordern würde, so könnte schon während des Krieges eine Einigung darüber erzielt werden, welche Reformen nach Abschluß des Balkankrieges zur Durchführung zu bringen wären.
Politische Rundschau.
Deutschland.
Die Eulcrsche Fl ugzeug - Armier- u n g, die aus Wunsch des Prinzen Heinrich von Preu ßen wegen ihrer militärischen Bedeutung von der Berliner Luftfahrzeug-Ausstellung im April dieses Jahres entfernt worden war, ist, wie man aus Luftschisterkrei- scn schreibt, nunmehr in der Praris mit Erfolg erprobt worden. Euler hat mit dem armierten Apparat verschiedene Probeslüge gemacht, bei denen in durch aus kriegsmäßiger Weise Schießversuche vom Flugzeuge unternommen wurden. Es hat sich dabei gezeigt dâh
Jede echte Osram-Lampe muss die Inschrift „OSRAM* tragen — Uüberall erhältlich. Auerge Seilschaft Berit» Ö
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die außerordentlich sinnreiche Zieleinrichwng vorzügliche gen, die in erster Linie der Pflege der schuienUa^ Wirkungen zu erzielen vermag. männlichen Jugend dienen sollen, dringen die«
e Düsseldorf. Das Verfahren im Falle Verwaltungen weitgetzenstes Imereste entgegen, Traub scheint noch nicht erledigt, es bestehe vielmehr Bergrevier Donmund 2 wird gemeldet, daß die M
begründete Hoffnung, daß Traub rehabilitiert werde. kirchener Bergwerks-A.-G. zwei Gemeinden größeres
• Plätze zur Verfügung gestellt habe. Die Essener 3
Oesterreich. ‘ kohlenbergwerke haben schon vor einem Jahre der |
• Wien, 15. Ch. Die Ungarische Delegation ' meinbe Linden-Dabltzausen einen Spielplatz in der ^ nahm nach kurzer Debatte die Nachtragskredite für Heer oon l drei Fünftel Morgen und der Gemeinde 9j ’ und Marine an. borf einen Spielplatz in ber Größe von ungefa^ i
Morgen unentgeltlich für die gleichen Zwecke über!« t Die Bergwerksgesellschaft Hibernia in Herne, die z Nordstern, Gelsenkirchen und eine Reihe anderer Wj unterstützen die Bestrebungen der Iugendstirsorgeve, $ gleichfalls durch Hergabe von Spielplätzen oder geldliche Zuwendungen.
Wenn auch durch vorstehende Mitteilungen , alle der Iugendpftege dienenden Einrichtungen ans । Werken des rheinisch-westfälischen Industriebezirks , sprechend ihrer Bedeutung gewürdigt werden total so dürften sie doch auch dem Fernstehenden einen ।
Wirkungen zu erzielen vermag.
begründete Hoffnung, daß Traub rehabilitiert werde.
Itlordanschlag gegen Roosevelt
• Milwaukee. Als Roosevelt am Montag das von ihm bewohnte Hotel Gli verlieh, um sich, von einen) Freunde begleitet, zu einem Wahlmeeting zu begeben, gab ein etwa 30jähriger Mann einen Schuh auf ihn ab. Der Attentäter leistete heftigen und hartnäckigen Widerstand bei der Festnahme und wurde von der wütenden Menge schwer mißhandelt. Nachdem die Verwundung Roosevelts in einer nahegelegenen Apotheke verbunden worden war, lieh sich der Erpräsident den Attentäter vorführen und sprach ihn mit folgenden Worten an: „Was haben Sie gegen mich? Rennen Sie mich persönlich oder sind Sie das Werkzeug einer Partei ?‘ Der Mann wollte absolut nicht mit der Svrache heraus und erklärte schließlich, daß er einer sozialistisch- revolutionären Verbindung angehöre. Die Verletzung Roosevelts ist nur leicht, das Manuskript der Rede in Roosevelts Brusttasche schwächte die Wirkung der Rugel ab. Die Wunde in der Brust ist nur eine Fleischwunde. Der Attentäter wurde an einem zweiten Schug durch Roosevelts Sekretär verhindert. Der Attentäter wurde von ihm niedergeschlagen, entwaffnet und der Polizei übergeben. Die Menge ries: „Lyncht ihn!", Roosevelt aber bat die Menge, den Attentäter zu schonen, woraus er nach der Polizeistation zur Untersuchung gebracht wurde. Roosevelt ging nach dem Attentat sofort in das Auditorium, wo er seine Rede hielt: „Ich habe jetzt eine Ruges im Leibe und kann keine lange Rede halten." Bei diesen Worten knöpfte er die Weste auf und zeigte sein blutbeflecktes Hemd. „Ich habe zu viel wichtige Dinge im Ropf, um mich um den eigenen Tod zu kümmern.
Der Attentäter heißt John Schrank, er stammt aus New-Park und soll in Bayern geboren sein.
Die Jugendpflege in der Industrie. (Schluh.)
Auf vielen Zechen ist es Gebrauch, erholungsbedürftige Kinder der Arbeiter auf Zechenkosten in Sommer - frischen zu schicken. Die Gewerkschaft v e r. E o n st a n- t i n der Große in Bochurn hat hierfür eine besondere Unterstützungskasse eingerichtet, aus deren Mitteln 1911 120 Kinder je 4 Wochen in Erholungsheimen untergebracht wurden. Zu Weihnachten werden aus dieser Kasse K eider und Waren beschafft. Ferner wird denjenigen Arbeitern, deren Kinder konfirmiert werden, zur Kleideranschaffung eine Beihilfe gewährt. Die Gute- tz o s f n u n g s h ü t t e in Oberhausen hat, wie in einer Broschüre über die auf dem Werk vorhandenen Wohl- sahrtseinrichtungen mitgeteilt wird, aus den Zinsen der Franz Hanfel-Stistung 1910 40 Kinder, 1911 47 Kinder in Luftkur- oder Badeorte entsandt. Im Jahre 1911 hat die Hälfte der Kinder im Soolbad Königsborn bei Unna, die andere Hälfte in Norderney Aus- entbah genommen. Bekannt ist auch das von der Har- pener Bergbau-A.-G. vor einigen Jahren errichtete Kaiserin. Auguste - Viktoria - Heim in Bad Sassendors. In den Jahren 1910 und 1911 wurden je 440 Kinder der Arbeiter je 4 Wochen in diesem Kinderheim kostenlos verpflegt. Ein eigenes Kindererholungstzeim besitztauch die Bergwerks-Gesellschaft „H i b e r n i a", das aus ben
Mitteln der Wilhelm-Auguste Viktoria-Stiftung erbaut wurde. Im Jahre 1911 wurden in diesem Heim 140 Kinder je einen Monat untergebracht. Andere Gesell - schäften, wie die Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesell- schast, leisteten den Frauenvereinen für die Entsendung schwächlicher Kinder in Erholungsheime und Kuranstalten einen bestimmten Zuschuß.
Auf e seinen Werken ist ferner auch für Badegele- v _________, _________
genbeii der Familienangehörigen der Arbeiter, im be- Mitglieder der Krankenkasten und für ben Mitter sonderen auch der Kinder, gesorgt. Die Zeche v e r. ! einzurichten.
Constantin der Große in Bochum besitzt eine ):( Burgsolms. Beim Spielen einiger eigene Badeanstalt für Frauen und Kinder. Der Besuch ber auf einem mit Kohlen schwer beladenen Wagen der Anstalt nimmt erfreulicherweise von Jahr zu Jahr zu; ’ sie wurde 1911 von 3926 Frauen (im Vorjahre 27 37) und 64 30 Kindern (584 5) besucht. Auf einer Zeche im | Bergrevier Dortmund 2 besteht eine Soolbadeanstalt, in j ber den Familienangehörigen der Arbeiter Bäder zum halben Preise verabfolgt werden. In dem auf Zeche Augusta Viktoria errichteten neuen Soolbad erhalten Kin- der, die in dem vom Kreise gebauten Kinderheim Auf- । nähme finden, unentgeltlich Bäder.
2hich den neueren, in dem erwähnten Erlaß der I Rgl Staatsregierung besondere empfohlenen Bestrebun- ;
Rheumatische Schmerzen.Reissen.
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Unzerbrechlich
gemeinen Ueberblick auf diesem Gebiet gestatten. 3ä| falls lassen die vorstehenden Ausführungen erfeJ daß die industriellen Unternehmer wie auf allen ten des Wohlfahrtswesens so auch auf dem GediekM Jugendpflege schon seit vielen Jahren hervorragcW geleistet haben.
Aus Stadt und Land.
n Gießen. An der Landesuniversit beginnen die Immatrikulationen am 2L, die Vortz gen am 28. Oktober.
n Gießen, 14. Cft. Gegen die Wahl be$ H. jum Beigeordneten von Ober-See» war Einspruch erhoben worden, indem neben < deren Momenten darauf hingewiesen wurde, der | wählte sei wegen Körperverletzung vorbestraft unbi halb zur Versetzung des Amtes nicht geeignet. | Kreisrat des Kreises Schotten beanstandete deshatl Wahl und der Kreisausschuß gab der Beanstand statt, indem er die Bestätigung versagte. In ber ! banbhing des Provinzialausschusses wurde bind) | nehmung einer Reihe von Zeugen festgestellt, baji einen guten Leumund hat, daß die Körperverle« deren Täterschaft H. übrigens bestritten hat, 12 j zurückliegt, und daß der Gewählte für das Amt eignet erscheint. Der Provinzialausschuß gab bei dem Einspruch gegen das KreisausschuhurteU statt entschied, daß der Gewählte zu bestätigen sei. — Entscheidung über die Bestätigung des Landwirts zum B ürg er m eister von Burckhards in der nächsten Sitzung verkündet.
-( Bremse Eui wurde i I ^ Wucht I ;.: aus der < ■iiU 3n fe: \ )5. der |L:lai aus L Mhngen f! - unb ihm I.M des V«
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• Die Zentralstelle für Ob st Verwertung Frankfurt a. M. veranstaltet am 17. Oktober in Landwirtschaftlichen Halle, Ostendstraße 32, ihren x ten diesjährigen O b st m a r k t. Der Markt sann [d)idt werden von Obstzüchtern sowie von Dereiner Genostenschasten, die das Obst auf ihrem Gebiete sammelt haben und zum Verkauf stellen. Zu dem
wird Tafel- und Wirlschaftsobst zugelasten, dasgü Holzwolle verpackt sein muß. Auch Rüste usw. Kn angeliefert werden. Verkauf nach Proben ist nicht M haft.
o Friedberg. Hier brach im südlichen ber Kaiserstraße ein Brand aus, der leicht gröfol Schaden hätte anrichten können. Das hölzerne öoü
haus, in welchem sich die Geräte und Maschimn t Landw. Schule besanden, brannte nieder. Die M verbrannten, die Maschinen konnten gerettet werden
o D o r n a s s e n h e i m. Hier wurde der 4p* Sohn des Arbeiters R a ck von einem fremden FW werke überfahren und sofort getötet.
o Hopfgarten. Bei der Beigeordneten^ wurde Fritz Lihberger einstimmig mit 50 Stimmn, wählt.
o Vilbel Unser Cd besitzt einen (5 p r u >1 der außerordentlich reich an Kohlensäure ist. In Fv surt wird das Wasser viel benützt. Das Heilig Geik,
spitai ist daher, laut „Fr. Ztg", aus den Gedanker kommen, den Sprudel für sich zu erwerben unb if • bel ein Bad für gering Bemittelte, insbesondere
; einzurichten.
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