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tekener Zeitung

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^’1 '2'i’t.. uuro. ^^ihlbnr, ’ ; ti ins Haus, ü -1 R e h o 1 1 in linier er (fr pebition ober in ben Ztveig« susgabeneUen vierteljährlich iK) Pfg. — Erscheint

Wftttoorf/i? und Samstags. — Redaktion: Selters« roeg >». — i^ür Vlufbemat/runa o-ber Nücksendunq nicht Der. agier Mann'k'.r^te nnrd nicht garantiert.

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ftf^ das erste PouiufiscbiiL Ql7mn. Wir leben im Zeitalter der epochemachenden Ersin- nHU!^n. Intelligenz und Tatendrang des Menschen ha-

<1 sich zur höchsten Krastentsaltung entwickelt und feiern es allen Gebieten, besonders aber auf dem der techni- Anga'M Wissenschaften, die höchsten Triumphe. In einer wS Spanne Zeit, unter den Augen der lebenden Ge- 1.1278 Nation, machte der Mensch sich die gigantischen Kräfte ^^^as Dampfes dienstbar und zwang die gewaltigen elek- Energien unter seine Botmäßigkeit. Handel und pZ^L^rfehr erfuhren infolge dieser neuen, unermeßlichen ‘ ■■ivMsfräfte von Grund auf eine völlige Umwandlung Hessen »d eine nie geahnte Ausdehnung. Das menschliche Le- strasse 24-gu rourbe in vollständig neue Bahnen gelenkt, von kJA*«! aus der „guten alten Zeit" mit mitleidigem Lä- onn (H gedacht wurde. Aber jeder Erfolg des unaufhalt- M aufwärtsstrebenden menschlichen Geistes war der An- ren. Knabe: win zur immer gesteigernden Entfaltung der geistigen Mädchen. t.:ä|tc und der Anfang zu neuen, umwälzenden Erfin- ide We engen. War es unter diesen Umständen zu verwun- ^ ein, wenn sich der Mensch auch der Lösung der Pro- HTTmarkyTne der Alten zuwandte und vor allem das Ziel erreichen suchte, das von Anbeginn des Menschen ^^^anzes Sehnen ausmachte, das er seit Jahrtausenden ftim vergeblich erstrebte: die Eroberung der (IIUi ufc uf t. Und was den Menschen bis vor wenigen Iah- lu.Elektrwi als ein phantastischer Traum erschienen war, dessen ItiS^ sich nicht mit den Gesetzen der Natur ÄSI'flitinbaren ließ, gewann in unseren Tagen Leben und

Telephon: Nr. 362.

SautStag, Den 15. ^uni 1912

7 c 1 e p b o n Nr.: Ki2.

24. Iahn,

ohne Unterschied des Alters und Standes, in Hellen erste Abgabe und Ausnahme der Reichspost durch ein

scharen nach dem Biebererberg hinaus, dem Luftpost - Luftschiff spielte sich mit der größten Sicherheit inner-

Verladungsplatze zu. Der Führer der Absperrungs - ' " truppen, Leutnant Ruppert, hatte seine Ausgabe nach allen Seiten hin in loyalster Weise gelöst. Von den et­wa 300 Mann, die ihm zur Verfügung standen, be­nutzte er 150 zur Absperrung; die übrigen nahmen an verschiedenen Punkten des weiten Platzes Aufstellung, um für alle Fälle zur Hilfeleistung bereit zu sein. Kops an Kops gedrängt, säumten Tausende und Abertausende den Postluftschiff-Verladeplatz von allen Seiten ein, mit steigender Spannung der Ankunft des Luftschiffes ent­gegensetzend. Im Lustpostamte im neuen Schießhaus tzerrschte inzwischen noch eine fieberhafte Tätigkeit. Sämtliche Luftpostkarlen, auch die aus der Stadt auf- gelieferten, erhielten im Luftpostamt den Stempel „Luft­post am Rhein und Main Offenbach 12. 6. 1912.“ Die beiden Postsäcke (der eine 25 Kilogramm, der an­dere 15 Kilogramm schwer) waren postmätzig verschlos­sen, nur verlief das eine Ende des Verschlußstrickes in einem Ring, der zum Einhaken in den Karabiner des

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b. Leichte jng. meis- irulmör. ,

fapalL Im Besitze der notwendigen Vorbedingungen v'ude der sagenhafte Sonnenslug des Ikarus zur glanz- Pllen Wahrheit: im Lenkballon und Flu g - ill g beherrscht der Mensch die lustigen Regionen mit Wv Sicherheit, die besonders in den letzten Tagen durch Zeppelinsahrt von Friedrichshasen nach Hamburg kb zurück, sowie durch den Fernslug von Berlin nach Wen wieder von neuem in unübertroffener Form do-

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L F n ein Mal e . fulda, 6^, s. zu spreche: if Nachfrage i^

mutiert wurde.

So ist es denn nicht zu verwundern, daß die neu- i Erscheinung auf bem Gebiete der Lusteroberung, die »Hit des Zeppelin-Kreuzers „Schwabe n" als P o st- istschiss von Frankfurt über Offenbach nach Darm- iM, Worms und Mainz im ganzen Hessenlande und i?r dessen Grenzen hinaus überall berechtigtes Auf - len erregt hat. Daß dieses Interesse in allen Schich- i der Bevölkerung der genannten Städte sehr starke

Wurzeln geschlagen hat, dafür gab der gestrige Tag èteUM'inen vollgilttgen Beweis, als es galt, der Einführung -—TTles Luftpostverkehrs durch das e r st e P o st l u f 1 - , cbisf, das Zeppelin-Luftschiff „Schwaben", auf dem k»rzicrplatze beizuwohnen. Aus Offenbach meldet die ' a^^isb. Ztg" wie folgt: Schon lange vor der angekün- ___—-—’igjten Ankunft des Luftschiffes pilgerte die Bevölkerung,

große ■*

Nordâ

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unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

(Nachdruck verboten.) XIX.

]01 M DaS Schiff hielt am „Quai des QuatronS" in Bor- bNideLux. Da Desiree die Gelegenheit, mit dem Grafen in §^ekeinem Hotel zu wohnen, vermeiden wollte, nahm sie in .——7eivem Pensionat für Damen, welches den Namen Mi- >1 Zt«V, newe führte, Aufenthalt. Hier hatte Raoul d'Alincourt faiser-Mtz^^^xEgkeit, ihr den Hof zu machen. Desiree war dem — T^rMerlichen Grafen durchaus gewogen, aber gerade dies hielt sie von ihm fern. Hätte sie ihm fagen kön- n nm, daß sie Braut wäre, fo würde sie unbedenklich mit I. boa^ih M zusammengeblieben sein. Darum auch lehnte sie Leto Anerbieten, die Nachforschungen sogleich zu begin- InM, ab und zog sich müde und wie zerschlagen in ihr M V V'Mfionat zurück. Um sich eines Teiles ihrer Sorge zu /ßkiemle-igen, setzte sie sich sogleich nieder und schrieb einen IlyA^tf an Tyrolt, damit er wenigstens benachrichtigt sei. »Verzeih mir, daß ich, ohne Deinen Rat ernzuholeu, hierher ging. Mich trieb die Pflicht hierher, das ist tue Entschuldigung. Nun bin ich in Bordeaux an der Melle des Geheimniffeß. Ich werde hieralleserfah- t und Dir sofort Bericht erstatten. Ich schwöre Dir, > ich nicht ohne Nachricht zurückkehren werde, denn Nu klug und auf der Hut, und werde alles auskund- iften, was uns zu wisieu not tut Fch

Äckscbrecken schlau und tapfer sein, bis ich den Va- gefmrden hâ, dessen Liebe ich um jeden Preis wie-

Postseiles bestimmt war, das aus dem Luftschiff zur Aufnahme der Kartengrüße herausgeworfen werden sollte. So stand alles zum Empfang des Luftschiffes bereit, nur dieses selbst ließ sich nicht sehen. Gegen 6 Uhr war die „Schwaben" in Frankfurt mit 16 Passa­gieren an Bord aufgestiegen und wenige Minuten spä­ter schon blinkte seine bläulich-weiße Hülle durch die Lichtungen des Waldes. In majestätischem Fluge näh­erte es sich dem Flugpost-Verladeplatz, begrüßt von dem Jubel der Menge und den Böllern des Schützenvereins. Im Angesicht von etwa 10 000 Zuschauern senkte es sich auf etwa 50 Meter herab und schwebte dann lang­sam unter den jubelnden Zurufen und dem Tücherschwen- ken der Menge und dem Krachen der Böller über dem Exerzierplatz. Lustig flatterte im Heck des ersten Reichs­postluftschiffes die deutsche Reichspostslagge, und aus der Kabine wehten grüßend die Taschentücher der Passa­giere.

Inmitten des Platzes senkte sich das Luftschiff bis aus etwa 30 Meter herab. Der hi st arische Mo­ment war gekommen: aus der Kabine des saft gegen den Wind stillstehenden Postlustschiffes flog das Post - feil; schnell waren die beiden Postsäcke in dem Karabi­ner des Seiles eingehängt und während dieses langsam aufgeholt wurde, stürzte auch schon der e r st e offi­zielle Lustpo st sack der Welt über Bord der „Schwaben" und glitt, getragen von einem Fallschirm, unter erneutem Jubel der Menge sanft zur Erde. Und während die „Schwaben" ihre Spitze bereits wieder nach oben richtete und sich zum Weiterflug in größerer Höhe anschickte, folgte dem ersten Postsack ein Zweiter, der in der gleichen Weise glücklich zur Erde niederkam. Die c—— ------ --CT-W - c^TOcrwnwr- 'M- "-- "—- "■■-■- ' - «r ^

zu lassen. Tie Pensicur war voller Fremder. Die Un­ruhe und der Lärm waren ihr schnell zuwider. Sie speiste hastig und zog sich auf ihr Zimmer zurück.

Ihr Körper und ihr Geist waren müde- die Augen schmerzten sie. Sie beschloß, sich niederzulegen, ohne Licht zu machen. Seufzend lehnte sie sich in die Kis­sen und dachte über ihre Lage nach, die durch die Be­kanntschaft mit d'Alincourt nur heikler geworden war. Wie konnte sie die Bewerbungen dieses Mannes mit ihrer treuen Liebe zu Waldemar in Einklang bringen? Sie suchte vergeblich um Entschuldigung in ihrer kriti­schen Lage, und mit diesem Bemühen kam Vergeßen über sie. Sie war entschlummert.

Der Traum spann ihr Gedanken weiter fort. Sie war wieber am Bette des verwundeten Geliebten. Sie pflegte, tröstete und küßte ihn, aber er wollte sich nicht von ihr berühren lassen. „Nimm den Brief fort," sagte er unaufhörlich,- „er tut mir weh und wird Dich unglück­lich machen. Nimm den Brief, den Du aus Bordeaux geschrieben, — er brennt mich mehr als meine Wunde." „Was hat Waldemar nur mit dem Briefe?" dachte sie halbwachend nach. „Er enthält kein böses Wort. Was kann nur kränken? Er ist kurz und fachlich — von Liebe steht zwar nichts darin." Sie wiederholte den Inhalt Wort für Wort und wurde hierüber ganz mun-

halb weniger Minuten ab. Während die Beamten noch mit ihren Postsäcken beschäftigt waren, entschwand die Lustreichspost über dem Waide bereits wieder den Blicken der Zuschauer und brachte die Of­fenbacher Luftpostsäcke im Weiterflug vollständig an Bord.

Mit dem Verschwinden des Reichspostlustschiffes änderte sich auch mit einem Schlage das Bild des Exer­zierplatzes. Ein Hornsignal rief die militärischen Mann- ! schäften zusammen und die Massen der Zuschauer setzten sich nach der Stadt zu in Bewegung. Das Bewußtsein, 1 Zeuge eines denkwürdigen Augenblicks gewesen zu fein^ klung noch lange aus der Unterhaltung der einzelnen Gruppen heraus und ließ erkennen, datz der Postflug eines Reichspostluft schiffe s dazu beigetragen hat, das Interesse für die Bestrebungen zur Eroberung der Lust noch weiter zu stärken. Und dieses Interesse wird ohne Zweifel auch in einem noch lebhafteren Ver­kauf von Luftpostkarten zum Ausdruck kom­men, damit die in allen Kartensorten ergänzten Vor­räte bis zum Samstag voll ausverkauft sind und das Reichspostluftschiff auf seiner zweiten offiziellen Postfahrt am Samstag nachmittag 5 Uhr 40 Minuten noch eine größere Postlast auf dem Exerzierplatz aufnehmen muh.

Nach neuester Mitteilung hat ber Zeppelin-Kreuzer „Schwaben", den man bas erste deutsche Postluftschiff nennt, auf seinen Fahrten zwischen Franffurt, Mainz und Darmstadt an einem Tage rund 2 Millio­nen Postkarten befördert. Ein schöner Ersolg. Aber man verdankt ihn zunächst nur der Postkartenwoche der Großherzogin von Hessen.

Relchs-Luftpostverkehr.

Von einem Postoerkehrsmittel verlangt das moderne Bedürfnis außer der selbstverständlich möglichsten Schnel­ligkeit dreie.lei: Pünktlichkeit in Abfahrt und Ankunft, unbegrenzte Aufnahmefähigkeit und Sicherheit gegen Ver­lust. Prüft man die Leistungen der neuesten Zeppelin- luftschiffe an diesen Forderungen, so darf bereits ohne amerikanische Uebertreibung und Ueberschwänglichkeit von dem baldigen Beginn eines Reichs- Luftpostver- kehrs gesprochen werden. Die beiden Haupteinwände gegen die Leistungsfähigkeit der Zeppelinlustschiffe wa­ren bisher die Schwierigkeiten bei der Landung und die S ch w e r e. Diese Bedenken sind tatsächlich neuer­dings hinfällig geworden. Dr. Hugo Eckener, der Füh­rer des Luftschiffes Schwaben, hat mit diesem Ballon im Jahre 1911 schon 145 Fahrten gemacht, ohne das irgend ein Spanndraht gerissen wäre, auch bei den schwierigsten Landungen. Die lenkbaren Zeppelin-Luft­schiffe stehen unter anderen Bedingungen und ^garantie­ren eine immer größere Pünktlichkeit und Sicherheit.

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firÄ" den «rief «nd lietz M E »em 'eibttsche liegen, nachdem si^fenensorgfamgeschkffcir e. Sie wollte ihn am andern Tage, wenn sie au foeaftt aebe selbst -um. Postamt tragen Dann be* ^Wto den yä^ stch ein Esten austragen.

Das Zwielicht fiel grau durch das Fenster und er- heMe daS Zimmer notdürftig. Unwillkürlich suchten ihre Augen den Brief, von dem sie geträumt. Sie schaute . nach dem Schreibtische.

Der Brief war nicht to ,

Es trieb sie aus dem Bette. Sie zündete - und leuchtete überall hin. Unter dem Tische, dem Sopha, dem Bette suchte si^ —-der Brief blieb verschwunden.

Trotz der Kälte im Stoma; trotz ihrer mangelhafte«. ^ Lewe Antwort.

: Bekleidung füh.ie sie Schwetfttropf^von der Stirn Her- & ^,.

aürinnen. Wo war der Brief gebliSen? ’<- ■ ^

Ein scharfes Klopfen an der Tür unterbrach ihr Tun. Sie löschte das Licht aus. Es war ganz hell im Zimmer.

„Was gibt eS?*

„Stehen Sie auf, Fräulein Sourlter,* rief draußen eine scharfe Stimme. „Man verlangt nach Ihnen."

„Wer ist bort?*

„Ich bin's Mademoiselle Antoinette, die Direktrice des Pensionats. Bitte, lassen Sie mich ein. Es ist gut, wenn die Nachbarschaft meine Botschaft nicht bört *

Desiree öffnete die Tür. Die Dame trat ein und zeigte eine aufgeregte Miene, die ihr ohnehin häßliches Gesicht fast zu einer Fratze verzerrte.

„Vollenden Sie Ihre Toilette, Mademoiselle^ sagte sie in keifendem Tone ohne vorherigen Gruß. „Zwei Herren von der Polizei sind unten und wünschen Sie zu sprechen. Ich gab Ihnen mein Wort, daß Sie sich mei­ner Gesellschaft nicht entziehen werden."

„Die Polizei? Was habe ich mit ihr zu schaffen? Ich bin eine harmlose Reisende, das muß doch jeder se- ^ „In dieser Zeit kann man sich in Frankreich nicht genug vor Feinden schützen. Wenn Sie ein gutes Ge­wissen haben, brauchen Sie die Neugierde der Behörde nicht zu scheuen."

.Ich bin eine Fran-Sstn, MadameN rief Deftr« voll edlem Stolz.

„Bitte, Mademoiselle. Man wird die Richtigkeit Ihrer Papiere prüfen. Nun beeilen Sie sich, die Polizei wird ungeduldig." ___

Desiree fügte sich der Drängenden. Währerch sie ^ ^te^ mo^tn der Brief gekommen M ; der auf meinem Schreibtische lagt* V