Meßener Bettung
Bijugspreis 40 psg. mdnatiich
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Verlag der „©ieftener Zeitung^ G. nt. b. H.
£ r D e ö i t j 0 n : Zelterzweg 85.
1
Nr. 100
1. Blatt
Prinzregent Euiipold f
Des Königreiches Bayern Verweser, Prinz Luit- I pold, dessen nahes Ende nach den am Mittwoch abend »veröffentlichten Krankheitsberichten zu' erwarten stand, Lt Donnerstag früh 4 Uhr 50 Minuten in der Resi' |beL3 zu München gestorben. Um 4% Uhr war ein I ahik ? Lungenödem infolge von Herzschwäche eingetre- [ len. Die Familienmitglieder waren mit Ausnahme des
F ff OAä?iin?eP Ludwig, der sich aus einer Reise in Ungarn ] • <21 befanb, int Sterbezimmer anwesend.
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kommt, besürf 100.
* Der.zweitgrößte deutsche Bundesstaat hat seinen Pcrrreser, das Reich den Senior seiner Bundessürsten, ritten kerndeutschen Mann yexlbrcm Als Prinzregent
ßuitpclb im vorigen Jahre bas Jubiläum seiner fünf- undzwanzigjährigen im bayrischen wie im deutschen j Sinne streng konstitutionellen Regierung beging, strömte. I ihm die Sympathie ganz Deuksch!a.nds zu. Und fc^e
Samstag, den 14. Dezember 1912
boren. Er ist Dr. oecon. pubL der Universität München, Dr. der Universität Erlangen, Dr. ing. hon. c. der Technischen Hochschule München, kgl. bayerischer Generaloberst der Infanterie mit dem Range eines Feldmarschalls. Prinz Ludwig ist seit 20. Februar 1803 mit Maria Theresia, Erzherzogin von Oesterreich Eue, vermählt. Der Ehe sind 9 Kinder entsprossen. Der älteste Sohn, Prinz Rupprecht, der künftige König Bauern;. ist 43 Jahre alt.
Die alte und die neue Türkei.
Nach dem Friedensschluß wird nur noch ein
ge-
sende ich wirf nannten, hoc
herjid/e Sympathie galt der. ganzen Persönlichkeit, dem treuen Regenten und dem treuen Menschen. In feiner schlichten, sicheren Vornehmheit bot er den ob mancher Zcitcrscheinungen besorgt blickenden Augen deutscher Pa- lüoten ein wohlgefälliges Bild und bildete so ein Ge- Mgewicht gegen Äußerlichkeiten und nervöse Tendenzen.
Zu dem Ableben des Prinzregenten schreibt der „N e i ch s a n z e i g e r": „Eine gesegnete Herrscherlauf- babn, ein schlichtes deutsches Heldenleben fanden ihren Abschluß, erprobt, im Felde während des großen Krieges für Deutschlands Einigung, bewährt im politischen Nat. voll unerschütterlicher Treue gegen Kaiser und Neich. ejip hoMinnige; Hüt^r d^s Kronrechts seines er- ' lanchjcn, Hauses, ein väterlich sorgender Landessürst bis 1 in das höchste ÄÜer allem zugewandt, was Herz und Nation bewegt."
Kaiser Wilhelm und der König von S a ch s c,w haben ihre persönliche Teilnahme an den, Deisetzüngsseierlichkeiten des Prinzregenten ankün- bigen lassen. Ebenso wollen nach Möglichkeit auch die anderem Bundessürsten und Vertreter der freien Städte persönlich dem Regenten die letzte Ehre erweisen.
ringer Teil von der europäischen Türkei vorhanden sein. Wird auch in Konstantinopel der Herrschersitz und das Zentrum für die internationalen Beziehungen verbleiben. so wird doch der Schwerpunkt für die innere Entwickelung der Türkei erst recht in ihrem asiatischen Besitze liegen. — Wie man aus der neulichen Erklärung des Reichskanzlers erfahren hat, haben sich die Gr^f-mächte aus den Grundsatz geeinigt, daß keine die Gelegenheit zu Landerwerb in der Türkei ergreifen soll. Das muß in erster Linie von dem türkischen Jn- selarchipel gelten, von wo jede Großmacht den kleinasi- anschen Besitz am leichtesten bedrohen könnte.
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Telephon Nr. 362.
24. Jahrg
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bi sämtliche republikanischen Parteien sich aus die Kan-
didatur Leon Bourgeois einigen wollen.
Vom Balkan.
Von maßgebender Stelle wird erklärt, dal' K.ö n i g der Bulgaren in der nächsten Zeit Reise durch die größeren Städte der neueroberten
der eine Ge-
biete unternehmen und dann Saloniki besuchen wird/' — Man sieht daraus, daß die Rivalität wegen des Besitzes von Saloniki noch nicht beendet ist.
Serbien.
Belgrad. Die Mobilisierung der gesamten bisher nicht in Anspruch genommenen serbischen L a n d st u r m m a n n s ch a s t e n ist angeordnet worden. Die Einrückungsbcsehle lauten auf Stellung in« na halb 24 Stunden. Die unter Waffen stehenden und aus dem Feldzug heimgekehrten Mannschaften erhalten nur kurzen, die Offiziere gar keinen Urlaub. Alle verfügbaren Werkstätten sind mit der Anfertigung von Unkilleibern für die Armee beschäftigt.
versilberten i ’ isachen als: f asie- und Ju; htige Kugel-Gif aub, läutende >n- sowie b rompete mit ftschiffe der ben und viele e für nur H t 5 30.) (Nachn. Hi • ' AU- fr.u.gutve i nur groW(" il zu gleiches «s 5«* ,it Glassfu^^5
W»»^ Hk ron 07’ .
• Der neue Regent Prinz Ludwig traf Donnerstag abend im Sonderzuge in Begleitung des MimflerprästdenteM Frhrn. v. Hertling, der Hm bis zur Landesgrenze entgegengefahren war, von seiner Reise aus Ungarn in München ein. Es fand ein großer Empfang durch sämtliche Mitglieder der königlichen Familie, durch das Staatsministerium und die Spitzen der Militärbehörden statt.
• Prinz Ludwig Leopold Josef Maria Aloys Alj:cd mu Bayern ist am 7. Januar 1845 in München ge-
bis
Politische Rundschau
Deutschland
• Der Erbprinz Bernhard v. Sachsen- Meiningen ist von seiner Stellung als Generalinspektor der zweiten Armee-Inspektion zurückgetreten und zum Chef des Schlesischen Grenadierregiments Nr. 10 ernannt worden.
• Der neue Verband der Hochseeflotte, die 5. Linienschifft-Division, wurde durch den Kontre-Admi- ral Schmidt formiert. Ihr traten die beiden neuen Ue- ber-Dreadnoughts Kaiser (als Flaggschiff) und Friedrich der Große, sowie die älteren Schiffe Braunschweig und Elbing bei. Damit sind jetzt bei der Hochseeflotte 20 Linienschiffe in der Front.
* Neu-Strelitz, 12. Dez. Der Krieg sinini- ster General v. H e e r i n g e n hat in den Bau von 2 neuen Kriegslustschiffen eingewilligt. Das eine der Luftschiffe soll auf der Zepvelinwerft in Fried- ricb^hafen, das andere von der Parsevalgesellschajt in Bitterfeld hergestellt werden.
•
Frankreich.
* 'Die Präsidentenwahl in Frank- r e i du Allem Anscheine nach wird die bevorstehende 1 Präsidentenwahl keine großen Schwierigkeiten machen.
hat von den
fliis Stadl und Eand.
s Darmstadt, 12. Dez. Der Großherzog wegen des Ablebens des Prinzregenten Luitpold Bayern eine Hoftrauer von heute bis einschließlich 21. d. Mts. angeordnet.
die auf
Die langersehnte Besoldungsreform, Jahre hinaus die Gehalts- und Pensions-Ver-
Hällnisse der hessischen Beamten und Lehrer sestlegen
soll, ist
nun an die Zweite Kammer von der Regier-
ung abgegeben worden. Manche Beamtenklafse, die schon lange petitionierte, wurde ihrer Vorbildung und ihrer Bedeutung nach günstiger einrangiert, den Wunsch der Lehrer auf Gleichstellung mit den mittleren Finanzbeamten, der auch von der Zweiten Kammer als bc- recbtiai anerkannt wurde, lieh man unberücksichtigt. Ja, die Verhältnisse werden durch die neue Vorlage sogar noch verschlechtert, da z. B. der seitherige Unterschied zwischen den pensionssähigen Endgehalten der Lehrer und der gleichzurechnenden mittleren Beamten ganz bedeutend vergrößert wird. Um zu der Vorlage Stellung zu nehmen und die nötigen Schritte zu beraten, hält der Vorstand des hessischen Landes-Lehrervereins am Sonntag, den 15. Dezember, in Darmstadt eine besondere Sitzung ab.
Da» Glückskind.
Roman von Irene von HellmutH.
Machdruck verboten.)
»Na, MS farm gut werben heute. Werms jo weiter r/«rTeiuMM noch, die Anknnft des Zuges, rante der Insasse.des Schlttzens. ,, _„
Äīđ ""'"• ^2 ... n »Sch. Lte -smbs. Hern Förster, ja, wo wollen Sie dem» heute koch W?* fragte der eine. ....
»Zur Station wUl td^ das Forsthaus bekommt lan- geren^Besuch, und nun spielt mir der Maleft--Gaul den und will nicht weiter.*
- "' Sie beiden Nahmen das Pferd am Zügel und fahr--
ten es eine Strecke weit, dabei mkt dem Förster plan»
- ' -Kopfnicken- belaßte das Mädchen und legte müde die behandschuhte Rechte in die dargebotene Hand des görsters, indem es leise sagte: »Guten Abend, Herr ernsdorfer, habe ich Ihnen Ungelegenheiten bereitet durch mein Kommen?"
»AH was," lachte der freundlich blickende Alte, »gefreut haben wir uns wir die Kinder, ich und meine - Theres. Ich sagè -Ihnen, die wußte gar nicht, was sie . tißeë kochen sollte, unserem lieben Gast zu Ehren, na, ich darf ja nichts verratendes ist mir bei Strafe verboten worden, aber Sie werden schauen."
.Versands
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i »Wie kommt er Pettit, batz Sie jetzt, mitten im Win- fL'^ÄSÄÄl K?d?kckönu'^stel der
Hefe «öt mein ich, w«rs in Per StaPt schöner, fiel Per «niete eTxu *h -^me^. .. . ^ ^„ «» ^ES Hf eii nukes Mädel/ erwiderte der Föntu^ : ^tn tttt nicbtv not alb Mh<lMö ffiÄ^««!
«ttr mein Neffe schreibt. Na, beiressstia hier in ch kichstem Matze ^ll haben,' fügte er WVend bet.
- Der Zug brauste eben beran. â der Förster vom ■ Schlitten sprang unP iie Put* das lange Sitzen
geworbeneip Glieder dehnte. , . ^ tleinen
j_ Mr M. einziger Fahrgast stieg an. oer u«ncn
..,.., Statton aus unh blickte suchend stmher.^ -ui^ier" Stosset s-tzwestkte MK-nd bey ! ." eines AuerSahnfeder ' geschmückten Hut uni
■; ' - »Grüß Gottzum Willkommen!'^ riesehdett^der ‘ Snge kommenen Entgegen, -^Ste sind doch woy p
^ ^tein -Mahiev,- bie tch erwarte?'-?
*-r' Ifii^^^'rjT^ .J,a ... -!- -'"- 'â "
i. Ev schnalzte leicht- mit öer. Zunge: »Fein, sag ich j Jhvu,'sehrilejvi Fräuleivchen, denn das versteht meine Alte wie fehle: .'s ist auch nicht zu. wundern, war fünf 'Zähr'c 'Hèrrschaittzköchin.'
*.....In dem Auge, des lebhaft Sprechenden leuchtete es auf wie Schelmerei) sorgsam half er seinem schweig- saÈtt"Gash ^ Schlitten, und fort flog derselbe auf ber^ glatten Bahn, daß der Förster hell aufiachend rief: Schau, schau-sie -der Racker, dieser Heillose Gaul, jetzt laufen saun, hätt's ihm wirklich nicht zugetraut,- der merkl wohl, daß es heim^cips gebt*
Jmjnerzu plauderte BernDdorfer und schien gar ^H^'zu per feit; daß er keine Antwort bekam.
Eine wundervolle Wintern'acht," begann er eben Meöek) »o, es wird Fhnen schon gefallen bei uns, Fräulein Röschen, wenn Sie erst den herrlichen Wald lieben . gelernt haöen,'so wiè ich ihn liebe. Ich sage Ihnen, mit .. keinem Fürsten möchte ich tauschen. Und erst im Sommer wenn alles grünt und blüht und duftet rings um Sven mit ^daL'ließe, alte Fyrsthgus, da gibt eS nichts Schöneres
- ' " / Wie^ lange haben wir noch zu fahren?" fragte
,1.,! yf '
^^^»WstÜZ fö wÈèr geht, höchstens eine halbe Stunde.
-'Sie froren wohl'sehr?" •
J
»Nein, o nein." —
„Ich habe Decken mitgebracht, wickeln <5w AO nur fest hinein, es Ut eine Bärenkälte."
Endlich war das Ziel erreicht. Freundlich schimmerten die erleuchteten Fenster des Forsthaufe^ durch die stille Winlernacht.
Unter der Haustüre, die ein mächtiger Kranz von Tannenreisern schmückte, stand. eine rundliche. : kleine Frau, eine Laterne in der Hand hallend, und rief mit wohllautender Stimme den Ankommenden entgegen: »Ei, da seid Ihr ja schon, das freut mich âr!"
„Hier Alte, bringe ich Dir unsern lieben Gast," sagte der Förster, Röschen seiner Fraü zusAhrend.
»Willkommen, mein liebté' Kind, möge Ihr Eintritt bei uns gesegnet sein!" —
Sie traten 4ns . Haus. Aus der blitzblanken Küche, wo eine junge Magd emsig hantierte, strömte gar lieblicher Dust.
Man konnte wohl nicht leicht etwas Anheimelnderes und Behaglicheres finden, als das nebèn öer Küche liegende Wohnzimmer. RingS um die Wand ließ eine braune Hotzverläfelung, de? große, ^rüne Kachelofen verbreitete wohlige Wärme, die mächtige Hängelampe . inmitten der nicht sehr großen Srube spiegelte sich förmlich in dem glänzenden, weißen Tischtuch und den harauf befindlichen Gläsern und Testern. Waßre Prachtexemplare von Hirschgeweihen schmückten die helle Wand.
Nähe dem Ofen, dicht bei dem lederbezogenen Lehnstuhl, lag ein schöner, langhaariger Jagdhund, der beim Eintritt Röschens ein leises .Knurren höten liest,
»Still, Waldmann, schämst Du Dich nicht", wehrte der Förster. -
. Die klugen Augen des Hundes richtete sich auf bett Gebieter, der ihm liebkosend üher das wetche Fell strich.
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