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dern von 80,10 Mk. Die Gesamtrente darf jedoch 60 Prozent des anrechnutigsfähigen Jahres-Arbeitsverdien­stes nicht übersteigen. Die Rente der Witwe wird bis zum Tode oder bis zu ihrer Wiederverheiratung gezahlt. Im Falle der Wiederverheiratung erhält die Witwe als Abfindung 60 Prozent des Iahresarbeitsverdienstes gleich 960 Mark. Die Rente der Kinder wird auch in diesem Falle weitergezahlt und zwar bis zur Höhe von 20 Prozent für jedes Kind bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres, Sind Eltern oder Großeltern vorhanden, deren Unterhalt der Verunglückte allein oder überwie­gend bestritten hat, so erhalten diese ebenfalls eine Rente von 20 Prozent des Jahres-Arbeitsverdienstes, sofern nicht bereits von der Witwe und den Kindern GO Prozent in Anspruch genommen werden. Durch die Ge­setzgebung ist also eine ausreichende Fürsorge für die Hinterbliebenen geschaffen. Die Urrsallversicherung wird von den Arbeitgebern allein bestritten.

Bus Stadt und Land.

Wiefeen, 13. Juli 1012

n Gießen. Der Landesverband des Hessischen Landesverbandes I u n g d e u t s ch l a n d hat in einer vor kurzem unter dem Vorsitz des Generalmajors Frhr. v. Heyl in D a r m st a d t abgehaltenen Sitzung auf Antrag von Professor Dr. S ch ö l l-Friedberg beschlos- sen, im Herbst in Darmstadt einen H e s s i s ch e n Ju­gend t a g zu veranstalten, aus welchem über gründ - legende Fragen der Jugendpflege von berufenen Fach­männern Referate gehalten werden sollen. Zur Vorbe­reitung dieses Jugendtages, welcher voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Oktober stattfinden wird, wurde eine Kommission gewählt, bestehend aus Provinzialdi- rektor Fey als Vorsitzenden, Bürgermeister M u c l* l e r als stellvertretenden Vorsitzenden, Professor!K k ß i n- g e r, Professor Lenhart, Professor Dr. Schöll und Schulrat S ch m u ck. In derselben Sitzung konnte über den Fortschritt der Organisation und der Arbeit des Bundes Iungdeutschland in Hessen erfreuliches berichtet werden. Von größeren Verbänden haben sich insbe­sondere weiter angeschloffen: die Kriegcckameradschaft Hassia, der Evangelische Iünglingsbund im Großher- zogtum Hessen und der Verband der katholischen Ju- gendvereinigungen der Diözese Mainz.

o Lauterbach. Die Heidelbeerernte, die im nördlichen Teil des Vogelsberges, hauptsächlich in den ausgedehnten Walddistrikten zwischen Lauterbach, Gre­benau und der preußischen Grenze alljährlich lohnende Beschäftigung bringt, hat im Laufe voriger Woche be­gonnen und ist in diesem Jahre außerordentlich gut ausgefallen. Von den Händlern wird das Pfund mit 10 Pfg. bezahlt, beim Einzelverkauf kostet das Liter 15-16 Pfg.

o Büdingen. Bei dem Probeschiehen am letz­ten Sonntag in Frarcksurt a. M. erhielten zwei Herren aus Büdingen, nämlich Franz Lehning mit 293 Tei- lern den ersten und Christian Schmück mit 3197 Tei­lern den 13. Preis. Beide gehören der uralten Büdin- ger Schützengesellschast an, die im Jahre 1914 die Feier ihres 400jährigen Bestehens begehen kann. Aus dem Jahre 1514 stammt nämlich das älteste noch vorhandene Aktenstück, aus dem gleichzeitig unzweifelhaft hervor • geht, daß die damalige Armbruster-Gesellschaft, die zu jenen Zeiten schon ihr eigenes Schießhaus hatte, aus ein weit höheres Alter zurückblicken kann. Noch vorhan- bene Schießlisten aus dem Anfang des 16. Jahrhun­derts, in denen neben Worms, Mainz, Bingen, Wetz- lar, Gießen m a. der Name Frankfurt des öfteren wie­derkehrt, bezeugen das hohe Ansehen, besten sich die Ge­sellschaft schon damals ersreute.

s D a r m st a d t. Wie bekannt, findet die Aus­stellung «Der Mens ch“, im Residenzschloß statt. Die Räume werden von dem bekannten Architekten Mar Hans R ühne künstlerisch ausgestattet und geben eine stimmungsvolle Umrahmung zu dieser berühmten Samm­lung „Ter Mensche. Die Renovierungsarbeiten sind schon so weit vorgeschritten, dah die Eröffnung in den ersten Tagen des Augusts in sicherer Aussicht steht.

4 Darmstadt. Die Stadtverordneten genehmig, len als erste Rate für die Errichtung eines Waldsried • Hofes und eines Krematoriums 303 200 Mack. — Im

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städtischen Hallenbad soll in Zukunft den Kindern der oberen Klassen der Volks- und Mittelschulen regel­mäßiger Schwimmunterricht erteilt werden.

):( Höch st a. M. An Stelle des wegan seines hohen Alters zurückgetretene Professor Dr. Kobelt in Schwanheim ist Herr Pfarrer Küster, der langjährige : Leiter des Höchster Ausschusses für Volksvorlesungen, zum Vorsitzenden des Rhein Mainischen Verbandes für ’ Volksbildung gewählt worden.

):( Frankfurt a. M. Prinz Heinrich v. Preußen, der Schirmherr des Bundes- und Golde- ; nen Iubiläumsschießens, ist gestern in seinem Automo- ; bil zu dem Feste, in Begleitung seines persönlichen Ad­jutanten, Korvettenkapitän von dem Knesebeck, sowie mit dem Leibjäger und Gefolge hier eingetroffen, und hat sein gewohntes Appartement im Palast-Hotel Fürsten - Hof Esplanada-Hotel wieder bezogen. Herr M. I. Op­penheimer-Frankfurt war dem Prinzen bis G i e h e n entgegengefahren. Hinter Gießen wurde eine kurze Rast gemacht und dann die Fahrt ohne Unterbrechung bis Frankfurt fortgesetzt, wo die Wagen um % 11 Uhr an- kamen. j— Unter den zahlreichen Gästen, die ebenfalls zur Teilnahme an dem große Feste im gleichen Hotel Wohnung nahmen, befinden sich: Karl Fürst Trautt- mansdorff, Bundesoberschützenmeister aus Wien; Bür­germeister Dr. Neumayer aus Wien; Obeckommissar Iiresch aus Wien; Senator Carl Beuermann aus Han­nover und Senator Fink aus Hannover. — Heute vor­mittag wurde der Ehrengabentempel eröffnet. Der Wert der dort jetzt vollzählig überwiesenen Schätze beträgt i mehr als eine Viertelmillion Mack. — In der histo­rischen A u s st e l l u n g des Bundesschießens sind in diesen Tagen noch verschiedene interessante Gegen - stände zur Ausstellung gelangt, u. a. eine Beschreibung des Armbrustschiehens zu Stuttgart 1565 mit prächtigen Wappenmalereien und die Königsketten von Burgoorf i. Harz mit einer überaus großen Zahl von Schildern. — Der F a ck e l z u g, der Montag, 15. Juli, zu Ehren des Protektors des Festes, des Prinzen Heinrich von Preußen veranstaltet wird, wird zwischen dem Peters­tor und dem Opernhaus ausgestellt, geht durch die Taunusanlage, Mainzer Landstraße, zum Hohenzollern- platz und auf dessen rechter Seite zur Viktoria-Allee und schließlich zur Festhalle. Dort wird Prinz Heinrich die Ovation entgegennehmen. Die Ansprache hält Professor Reichardt von der Musterschule.

):( Frankfurt a. M. Dem Regierungsasses- sor Georg Nirrheim wurde die kommissarische Verwal- hing des Landratsamtes im Kreise Hersfeld übertragen.

):( Heppenheim. Das Proviantamt in Darm­stadt hat von den 1200 Morgen Wiesen, die alljährlich unter die hiesigen Ortsbürger zur Verlosung kommen, eine größere Anzahl käuflich erworben; es ist nun seit 14 Tagen eine Abteilung Dragoner hier, um diese Wie­sen zu mähen, das Heu herzurichten und es in gepach­teten Scheunen vorerst unter Fach zu bringen. Ueber Winter wird dann dieses Heu mit Militärfuhrwerken nach Darmstadt verbracht.

):( Zwingenberg. Aus dem Bergsträßer Obstmarkt stellten sich die Preise wie folgt: Kirschen 32, Stachelbeeren 18—20, Johannisbeeren 17—20, Früh - birnen 20—22, Frühäpsel 18, Pfirsiche 50—60 und Bohnen 20 Pfg. pro Pfund.

! Nierstein. Ende voriger Woche wurde in der Nähe des Goldgrundes eine männliche Leiche gelandet. Wie jetzt verlautet, handelt es sich um jinen jungen Mann, der bei der Ueberlandzentrale der Schuk- kertwecke in Rhein-Dürkheim tätig war und beim Ba­den den Tod in den Fluten fand. Er stammt aus dem Odenwald und war der einzige Sohn eines Schlaffer- Meisters. Muf die Auffindung der Leiche waren 1000 Mark ausgesetzt.

! Bingen. Die Hauptversammlung des Landes­gewerbevereins findet in diesem Jahre in Bingen statt. Etwaige Anträge der Ocksvereine sind bis zum 15. Juli bei der Zentralstelle für die Gewerbe in Darm­stadt einzureichen.

o Waldhosen a. d. Thaya. Hier fuhr der Blitz in eine Gruppe von Schülern der Forstschule. Ein Schüler mürbe tödlich, zwei andere schwer verletzt. In einem anderen Falle schlug der Blitz in einen Neubau und verletzte zwei Arbeiter.

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):( Stockhausen. Ein verheerendes Hagelwet icr vernichtete hier die gesamte Ernte an Kartoffeln, Obst, Gemüse und Frucht Die Hagelkörner hatten die Große von Taubeneiern. Die Gegend glich zwei Stunden lang einer Winterlandschaft. — In der Nacht zum Donners­tag ging über das E i s a k t a l ein furchtbares Hockte- Witter nieder, wie es in dieser Stärke seit vielen Jahren nicht beobachtet wurde. Der Blitz schlug wiederholt ein und zerstörte Telephon und Telegraphenleitungen. Da wolkenbruchartige, drei Stunden andauernde Regen ri^ i tete in den Kulturen schweren Schaden an.

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: Koblenz, 12. Juli. Gütern und heute wm- Den hier drei Personen vom H i tz s ch l a g betroffen. Bei allen drei wurden erhebliche Störungen des Be­wußtseins festgestellt.

::: Krefeld. Der auf der Wanderschaft befind. liehe Sohn des Krefelder Schreinermeisters Opgenrot wurde bei München von zwei Strolchen überfallen und ermordet.

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::: Duisburg, 12. Juli. Beim Baden rm Kruppschen See ertrank ein 12jährige r Schüler. Die anwesenden Mitschüler waren des Schwimmens un­kundig und konnten den Knaben nicht retten.

::: Düsseldorf. Die Kaiser-Wilhelm-Gesell» schaff zur Förderung der Wiffenschaften in Berlin be­absichtigt, innerhalb des rheinisch-westfälischen Industrie- bezirks ein wissenschaftliches Institut ins Leben zu rufen, das insbesondere die Erforschung der Kohle und ihrer Derivate sich widmen soll.

::: Jena, 12. Juli. In der Ortschaft Reuengonm verbringen seit Anfang dieses Monats etwa 40 Ber­liner Schulkinder unter Aufsicht des Lehrers ihre Ferien. Als sie gestern in der Saale badeten, ge­riet eine Anzahl der Schüler in tiefe Löcher. Unter eige­ner Lebensgefahr retteten der Lehrer und einige erwach. ' sene Personen eine Anzahl Kinder, es stellte sich jedoch ' heraus, daß drei fehlten. Ein Schiffer konnte später ein Stück flußabwärts die Leichen zweier Schüler an Land bringen. Die dritte Leiche ist noch nicht geborgen Die Ertrunkenen sind zehn- und zwölfführige Söhne Berliner Arbeiter.

Halle. Der 12jährige Schulknabe Hugo Foehse, der seit langem mit dem 14jährigen Schuln Hoffmann in Streit lag, gab auf diesen mehrere Re volverschüsse ab, die Hosftnann schwer verletzten. Foehse floh nach der Tat, wurde aber gefangen genommen un> gestand nach langem Leugnen die Tat ein.

::: Berlin, 12. Juli. Der Kaffenboote Haase der sich, nachdem er der American Erpreß Compam 100 000 Mark unterschlagen und dann sechs Wochen a« verschiedenen Plätzen aufgehalten hatte, am vorig» Samstag selbst der hiesigen Polizei stellte, hat jetzt eie volles Geständnis abgelegt, demzufolge er den größter Teil des veruntreuten Geldes am Tempelhofer Bahnhof vergraben hatte. 94 000 Mack sind dock gefunden wor­den. 6000 Mark hat Haase seinem Freunde Thoma» gegeben.

::: Berlin, 11. Juli. Ein frecher Mordanschla^ wurde heute mittag im Hause Fehrbellinstrahe 24 aus geführt. Die dort ein Räucherwaren Geschäft betreibend Frau Emma Gäckke mürbe von einem in das Geschäft eindringenden Unbekannten niedergefchoffen und schw« verletzt. Darauf entfloh der Täter und entkam.

::: Bromberg, N. Juk. Der Arbeiter Ra minski und die Arbeiterfrau Iackowiak ans Grocko» wiska, die wegen Mordes bezw. Anstiftung und Bei­hilfe, begangen an dem Arbeiter Iackowiak zum Tod veruckeilt worden waren, sind heute früh hier hingerich^ tet worden.

::: Lübeck, 12. Juli. Die Bürgerschaft beschloß gestern, die Steuer auf Kinematographentheater al 6000 Mack jährlich, die höchste Grenze dieser Luftdok keitssteuer, zu erhöhen. GegeruoLckig beträgt die èteui 1800 Mark.

::: Toulon, 12. Juli. Das Unterseeboot „3°^ hat die 800 Meilen lange Strecke von Brest nach los Ion ohne Unterbrechung zurückgelegt.

::: Triest, 12. Juli Hier sind zwei Cholera fälle vorgekommen. Eine Wäscherin und ein Chauffn

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