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Nr. 64.
Telephon: Nr. 362.
e Hundertjahrfeier d. Kruppschen Werke.
Am Mittwoch nachmittag versammelten sich im ühos des Kruppschen Verwaltungsgebäudes über 500 gehörige der Kruppschen Werke in Gegenwart der tglieder des Direktoriums, des Aufsichtsrates und rtreter der Behörden, darunter der Handelsminister dow, des Oberpräsidenten von Rheinbaben, des «Bürgermeisters Holle-Essen u. a. Der Handelsmier betonte in seiner Ansprache die Bedeutung des ndertjahrsestes und wies auf die hohen Aufgaben Firma hin. Auch der Kaiser habe sein lebhaftes Jn- sse dadurch bekundet, daß er eine große Anzahl Aus- hnungen verliehen habe. Herr Krupp v. Bohlen und Ibach dankte dem Minister und gab dann die Aus- imungen bekannt, die verschiedenen Angehörigen der ?rfc vom Großherzog von Baden, dem König von irttemberg und anderen Landesfürsten verliehen wor- r sind.
Die Technische Hochschule in D a r m st a d t hat nn Krupp von Bohlen und Halbach die Doktor - rbe ehrenhalber verliehen. — Frau Friedrich Alfred upp, die Witwe des „letzten Krupps", ist anläßlich Jubelfeier der Kruppwerke zur E h r e n b ü r g e- n der Stadt Essen ernannt worden. Die so Geehrte im Laufe der Jahre mehrere Millionen Mark für iale und wohltätige Einrichtungen der Stadt Essen tiftet. — Die Krupp-. Erinnerungs-Me- i 11 c erhielten die Beamten und Arbeiter sämtlicher upp'schen Werke. Die Beamten, die mindestens ein hr angestellt waren, bekamen außerdem ein Monats- )alt als Gratifikation, während die Arbeiter je nach er Dienstzeit mit einer Geldsumme beschenkt wurden.
den 70 000 Beamten und Arbeitern der Krupp- rfe macht das eine ganz erhebliche Summe aus.
Anläßlich der Hundertjahrfeier sind von der Falle und der Firma Krupp Stiftungen in Höhe 1 14 Millionen ins Leben gerufen worden, croon entfallen drei Millionen auf Jubiläumsge- knke an Arbeiter und Beamte, fünf Millionen für die ldung eines Fonds zur Erteilung von Urlaub an ere und bewährte Akbeiler der Essener Gutzstahl-Fa- k, eine Million zur Schaffung eines Beamtenunter - tzungssonds, eine Million für verschiedene Zwecke, oei Millionen Mark werden der Stadt Essen zur Bergung gestellt. Schließlich werden zwei Millionen zur Haffung von Sportplätzen, Soldatenheimen und berichtn für Mannschaften der Armee und Marine ge- tet.
Krupp und die deutsche Eisenindustrie gehören un- trennlich zusammen. und an dem Aufschwung der
Unser Feinden.
Roman von Karl Mattbta S. - (Su^buuf vertrat)
Es zeigte sich, daß die £tlfßhii_at gleichzeitig auf I et verschiedenen Wegen in das Schloß eingedrrwgen ncn, durch das Erkerzimmer, über die Veranda und rch das Souterrain. Sie fanden zwanzig gutbewaff- te Franktireurs im Gebäude versteckt und nahmen sie int den beiden Lakaien, die vergeblich ihre Zugehörig- tt leugneten, gefangen. Außer ihnen fand man den । ten Laurence besinnungslos im Korridor liegend und rau Madelon im obern Stockwerke, welche anscheinmd »laferrd im Bette augetroffen wurde. Olivier war urlos verschwunden. Baldreich nahm an, daß er sich in nem sicheren Versteck verborgen halte, und ließ eine dache in der Villa zurück. Alle, außer Laurence und Madelon, mußten der Patrouille folgen. Sie wurden ge- Men na§ Sedan geführt. .^ , _ ,^ ^ n
v J5^ §^4^^^^ ^^IV. A f 5 ^Tyrolt mußte einsehen, daß er in Sedan etwas sicheres über Desiree nicht erfahren würde. Er nahm 4 vor, sobald die Kämpfe, die in dieser Zeit gerade m den Besitz von Orleans tobten, zu Gunsten der vor- cingenden Deutschen entschieden sein würden, dort an htt und Stelle weitere Nachforschungen anzustellen, und Hrte, ohne nochmals nach Brüssel zu reisen, auf dem Arzesten Wege nach der Heimat zurück.
Obwohl verwundet, stellte er sich sofort zur Ver- Lgung seiner vorgesetzten Behörde in Dresden.
Da er zur Zeit Halbinvalide war, schickte man ihn M zu keinem Truppenkörper, der vor Paris lag, fon* «rn übertrug ihm die Aufsicht der in Dresden befind- ÜHen Gefangenen. Diese lagen teils in der Neustädter enfantertefafeme, teils in Baracken unterhalb der Stabt In ersterer waren Kranke und Verwundete uu-
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Samstag, den 10. August 1912.
deutschen Roheisenerzeugung, die seit den 80er Jahren von 4,5 Millionen Tonnen auf etwa 17 Millionen Tonnen angewachsen' ist, hat Krupp hervorragenden Anteil. Wenn die Kruppwerke im letzten Jahre auch einen Gewinn von beinahe 29 Millionen Mark abgeworfen haben, so ist das im Verhältsiis zu den Rieseneinnah- men des amerikanischen Stahltrusts, der z. B. im ersten Vierteljahre 1912 beinahe 75 Millionen Mark ver - diente, ein magerer Gewinn. Dafür sieht es aber auch mit der Arbeitersürsorge in Amerika schlimm aus.
Die Kanonenstadt Essen hat wohl kaum je zuvor einen solchen Flaggenschmuck zur Schau getragen, als jetzt zur Jahrhundertfeier der Kruppwerke.
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Mit dem Kaiser hat auch Prinz Heinrich am Donnerstag an der Kruppfeier teilgenommen. Der Kaiser wurde vom Legationsrat Krupp v. Bohlen und Halbach und Gemahlin, von Frau' Geheimrat Margarete Krupp und von Freiherrn v. Wilmoski und Gemahlin auf Station Hügel empfangen. Der Kaiser nahm in der Villa Hügel Wohnung. Dann begab er sich mit Herrn Krupp v. Bohlen und Halbach und Gefolge in Automobilen vom Hügel nach Essen, von einem Spalier von Schulkindern, Bergleuten, Kriegervereinen usw. und einer vieltausendköpfigen Menge stürmisch bejubelt.
Sofort nach seiner Ankunft verlieh der Kaiser Herrn Krupp v. Bohlen und Halbach den Titel und Rang eines außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers nnb Frau Berta Krupp von Bohlen und Halbach den Luisenorden 2. Klasse, ein Zeichen, welche Bedemung der Kaiser der Tätigkeit des jetzigen Leiters der Kruppwerke beimißt.
Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des/ jüngsten preußischen bevollmächtigten Ministers Krupp von Bohlen und Halbach verlas der Kaiser eine Rede, in der er an bie Zeiten vor 100 Jahren anknüpfte und ausführte, daß mit dem Erstarken Preußens und des Deutschen Reiches das Werk immer größer geworden sei. Zu dem Ruhme des deutschen Volkes und der deutschen Industrie habe Krupp beigelragen. Wenn heute von Krupp gepanzerte Schiffe die Flagge des Deutschen Reiches über die Meere führten und deutsche und fremde Arnreen mit Waffen aus den Kruppschen Fabriken bewaffnet seien, so sei doch das Kruppsche Unternehmen nicht nur auf dem Gebiete der Kriegsfabri- kation, sondern auch in der Herstellung von Friedens- materialien von großer Bedeutung, und deshalb ist es auch kein Kriegssymbol, sondern ein Friedenssymbol, wenn der Radreifen in das Familienwappen der Krupps übergegangen sei. Ganz besonders müsse aber hervor-
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.^gebracht. Alle befanden sich bei scharfer Bewachui.g i jurd) sächsische Landwehrmänner viel weniger übel als ! hre Kameraden draußen auf den schnee- und eisbedeck- tcn Schlachtfeldern an der Loire, Seine und Somme. Frellich waren die Insassen der Kaserne eng zusammengepfercht. Es herrschten dort Krankheiten, und die davon Ergriffenen konnten nicht leicht allein gelegt werden, um Ansteckung zu verhüten. In den Baracken sah eS bester aus. Aber die verweichlichten Franzosen klagten über die herrschende Källe und quälten den inspizierenden Offizier, wo er ging und stand, mit ihren Beschwerden.
Als Waldemar seinen Dienst antrat, wurde es ihm bald klar, wie unangenehm und zudringlich die Gefangenen werden konnten. Ofiiziere und Gemeine, Hoch und Niedrig, stellten sich ihm in den Weg und klagten ohne Maß und Vernunft. Er war anfangs bemüht, jedem nach Kräften zu helfen, aber bald sah er ein, daß er eine Sisyphusarbeit übernommen und hielt sich die Lästigen vom Leibe.
Eines Tages, als er über den Kasernenhof ging, begegnete er einem Gefangenen, welcher mit auffallender Ehrerbietung das Käppi zog und zur Erde geneigt vor ihm stehen blieb.
Schon wollte Waldemar dem Wachtposten einen Wink geben den Zudringlichen zu entfernen, als dieser sich schnell aufrichtete und sein Gesicht zeigte.
EPumarquet," sagte Tyrolt, den Menschen erkennend. „ßeben Sie noch?"
„Sehr wohl, Herr Leutnant. Es ist zwar ein Hundeleben, aber bester als gar keins^ Eigentlich habe ich es auch nicht bester verdient. Weshalb plagt mich der Teufel, unter die Patrioten zu laufen? Aber welche sind hier, die es schlimmer haben als ich, nach denen sollte man bester sehen."
Knrze Zeit nach dieser Unterredung fand Waldemar unter den Gefangenen Jean Bourlier, der verwundet
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““^^»^■"'"■«■-■^—^^ gehoben werben, daß Alfred Krupp, der Gründer der heutigen Größe des Werkes, auch frühzeitig die sozial - politische Ausgabe erkannt habe, die aus der neuen Be- triebssorm entstandet!. Die Arbeiterversicherung gegen Krankheit, Unfälle und gegen die Gebrechen des Alters, die in den Krupp'schen Fabriken eingeführt worden sei, habe die sozialpolitische Gesetzgebung vorbereiten helfen und sei vorbildlich für andere Unternehmungen geworden, ebenso die Krupp'sche Fürsorge des Konsumvereinswesens und die Arbeitererholungsheime. Der Kaiser schloß mit dem Wunsche, daß der jetzige Leiter des Werkes das Unternehmen fortführe im Sinne des Gründers, zur Ehre des Namens Krupp, zum Wohle feiner Arbeiter und Angestellten, zum Ruhm für die deutsche Industrie und zur Freude für das deutsche Vaterland. In den Ruf des Kaisers: Das Haus Krupp Hurra! Hurra! Hurra! stimmte die vsielhundertköpfige Versammlung begeistert ein.
Nach einem Frühstück unternahm der Kaiser eine Fahrt zu den Kruppschen Wohlfahrtsanstalten, die der Kaiser eingehend besichtigte. Abends fand auf Villa Hügel ein Familiendiner statt, an dem außer dem Kaiser und dem Prinzen Heinrich, der Reichskanzler, die Generale, Admirale, Minister und die höheren Beamten der Kruppwerke teilnahmen.
Die Hauptfestlichkeiten erreichten am gestrigen Freitag ein unerwartetes Ende durch das Grubenunglück auf Zeche „Lothringen".
Eine ßrubenkataltropbL
Bochllm, 8. August. Heute vormittag ereignete sich auf der Zeche „Lothringen 1 und 2" in Gerthe eine Schlagwetter- und Kohlenstaub--Er- p l o s i o n, der 103 Bergleute unter Tage, darunter 2 Steiger, zwei von 25 Schwerverletzten und drei von den Leichtverletzten, im ganzen also 108 Menschen, zum Opfer fielen.
In die Festesfreude auf dem Hügel bei Essen klangen die Totenglocken von Bochum hinein. Sie verscheuchten Frohsinn und Becherklang; der Kaiser sagte seine Teilnahme an allen weiteren Festlichkeiten aus Anlaß der Krupp -Jahrhundertfeier ab. Don der Feier auf dem Hügel fuhr er am Freitag auf die Unglücksstätte bei Bochum. Prinz Heinrich, der Reichskanzler, Krupp von Bohlen und Halbach, Handelsminister Sydow waren ihm gefolgt Der Kaiser ließ sich an Hand von Plänen die Lage der Unglücksstelle und die näheren Umstänge des Unglücks erklären. Gleich darauf ließ sich der Kaiser zwei Mann der Rettungsmannschaften und zwei Väter vorstellen, deren Söhne bei dem Unglück umwar und dumpf vor sich hinbrütete. Auf die Frage des Leutnants, ob er ihn erkenne, antwortete Boulter:
»Zu Befehl, Herr Leutnant Tyrolt. Sie sind der Llommandeur dieses fianzösischen Mastengrabes. Ich habe die Ehre, Ihnen mein pfitchtschuldtges Hormeur zu machen. So hat Pumarquet also doch geplaudert? Und ich verbot es ihm ausdrücklich. Entschuldigen Sie, daß ich Sie sitzend empfange. Seit den KämpEr« WM Orleans plagt mich der Rheumattsmus."
»Sie wußten, daß ich hier kommandiere, und v» mieden es, mich zu treffen?" sagte der Offizier mit leichtem Vorwurf.
»Glauben Sie, daß mir Ihr Anblick Freude bereitet?" fragte der Alte sarkastisch dagegen. »Was hätte unsere Begegnung wohl für einen Zweck gehabt?"
»Ich bin bemüht, einem jeden sein Recht zu verschaffen. Um wieviel mehr meinem früheren Freunde — und Vater!"
»Welches Recht?" meinte Bourlier, ohne auf den Schlußsatz einzugehen."
»Sie sind Offizier, Sie haben ein besteres Unterkommen zu beanspruchen."
»Man hat es mir verweigert, als ich meine Ansprüche geltend machte, jetzt habe ich mich mich eingewöhnt. Es ist ohnehin gleichgüllig, ob es hier oder anderweitig zu Ende geht."
»Sie sind krank? Sie tragen den Arm in der Binde?"
»Nicht der Rede wert. Eine Wunde, die nicht hellen will. Ich mochte nicht länger im Lazarett bleiben, und als mein Kopfhieb sich einigermaßen geschlossen hatte, meldete ich mich gesund."
»Man durfte Sie nicht fortlasten, bevor Sie vollkommen genesen waren."
»Das werde ich überhaupt nicht mehr. Doch weshalb, darüber sprechen? Ich beklage mich nicht, und täte ich es, wer kümmerte sich darum?" (Forts, folgt.)