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Kreßener Bettung
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Mr. SO
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Telephon: 9tr. 362.
Samstag. Den 5. Oktober 1912.
Telephon 'tr :
24. Iaüra.
^ Zu den Balkan-Wirren.
MH * Die Balkankriese dauert fort. Ereignisse W besonderer Bedeutung sind gestern nicht eingetreten. ^NNLMWMPl nach privaten Meldmlgen scheint sich die Lage ---—Ulrich weiter z u g e s p i t; 1 zu haben; so soll z. B. Hcrieich-Ungarn seine Reserveoffiziere zurückgerufen ha- . । id nach Stimmungsberichten aus Konstantinopel
oE ?: jetzt gerade die Türkei sein, die eine endgültige Gcinandersetzung mit den Valkanstaaten nicht länger ■ eben mochte. Je früher die Türkei losschlage,
vorteilhafter wäre es für sie, da sie jetzt noch den Aufmarsch der Armeen ihrer Gegner stören . Mau nehme an, daß die Türkei gegen Monte - e und Serbien vorerst Beobachtungskorps ausstellen 4 ihc Kraft gegen Bulgarien entfalten! werde. Pfund von M. H Röchle sind nach wie vor bemüht, den Ausbruch Zalkankrieges 311 verhindern.
--- _ ’ Konstantinopel, 3. Okt. Sicheren In- ^— v ^"^ luicu und' ba 1 der Ministerin beschlossen, den
bchn Vorschlag Italiens betreffend A b s ch l u h des Hned c n s anzunehmen. Die Friedenspräliminarien on^fj nach Ankunft des gewesenen Botschaftsrates bei vo Mischen Botschaft in Rom Seif Eddin in Ouchy chlyci! können. Seif Eddin ist nachmittags nach Ouchy Dreist.
Nom.
Das „Giornale d'Italia" erhält aus Gl; folqenbes Telegramm: Es farm versichert werden,
H biic Souveränität Italiens in Tripolis m i e n unangetastet bleiben wird. Die Türkei !ilt war die italienische Oberhoheit offiziell nicht an= priun, ihre Truppen aber zurückziehen. Italien er- W i d) mit der religiösen Souveränität des Sultans ch^sianden und verpflichtet sich, Schulen zu gründen, Mir die öffentlichen Schulden zu übernehmen. — Am R Spiember 1911 hat der Krieg begonnen, er hat 1 (bisher genau ein Jahr und 5 Tage gewährt.
* Sofia, 3. Okt. Trotz der Befreiung der D e- Irrten vom Kriegsdienst haben sich etwa vierzig lire Deputierte entschlossen, in die Armee einzutre- M — Die Verwaltung der Eisenbahnen wird Ml Kgl. Verfügung dem Kriegsministerium unterstellt. K Bahnbeamten, selbst die Minister, erhalten m i l i- ü:| i ch e Dienstgrade.
* Konstantinopel, Z. Okt. Seit gestern abend hörte der Eisenbahnverkehr mit Europa und Saloniki auf. Die Züge verkehren nur bis Adrianopel. Die Konventional- und Erpretzzüge kommen morgen zum letztenmal in Konstantinopel an. Der Verkehr mit Europo wird fernerhin ausschließlich über Constanza möglich sein.
• Konstantinopel, 3. Okt. Die Schwierigkeit der Verbindung der Diplomaten der Valkanstaaten mit ihren Regierungen schafft eine unentwirrbare Situation. Der serbische Gesandte Renado- witsch erhielt noch keine Antwort von der Pforte bezüglich der Durchfuhr der serbischen Munition. Das Ausbleiben jeder Antwort kann als Ablehnung betrachtet werden. Da Nenadowitsch keine Instruktionen erhält, weiß er nicht, ob er abreisen soll. In derselben Lage befindet sich der griechische Gesandte Gryparis, der auch keine endgültige Antwort betr. die freie Durchfuhr durch die Meerenge für die griechischen Handelsschiffe erhielt, 24 griechische Dampfer, 3 große Segelschiffe, eine große Auzalst von Schleppern und kleinere Schiffe sind hier und können nach der Kriegserklärung beschlagnahm werden. Fast 70 große Schiffe mit Getreide befinden sich im Schwarzen Meer.
* Bukarest, 3. Okt. Die Mobilisierung der rumänischen Armee wurde nicht ungeordnet.
* B u d a p e st, 3. Okt. Aus der ungarischen Staatsbabn wurden 18 Waggons Kriegsmaterial angehalten. Die Direktion der Staatsbahn erklärte diese Maßnahme damit, daß Serbien und Bulgarien vom 1. Oktober an den Eil- und Frachtverkehr auf ihren Bahnen eingestellt habe, weshalb nun auch das Kriegsmaterial nicht befördert werden könnte.
* Sofia, 3. Okt. Nach hier eingetroffenen Meldungen kam es gestern zu Grenzplänkeleien zwischen bulgarischen und türkischen Truppen in der Nähe von Nazlik, Dschumabala und Ropdjo-z, sowie zwischen mon- temgrini[d)cn und türkischen Truppen an der Grenze des Wilajets Skutari.
* Sofia, 4. Okt. Die Negierung beabsichtigt, an di- Mächte eine Note zu richten, in der die Gründe dargelegt werden, die Bulgarien bestimmen, zu der schwankenden Haltung der Türkei Stellung zu nehmen,
| und in der die Maßnahmen begründet werden, zu denen sich Bulgarien gezwungen sah.
* Konstantinopel. Kriegsminister Nasim i Pascha ist zum Oberbefehlshaber der türkischen Streit’ fräste ernannt worden.
* Die Pforte hat den Großmächten erklärt, daß , ste sich angesichts der offenbar aggressiven Haltung der , Valkanstaaten volle Bewegungsfreiheit vorbehalte. Sie i sei überzeugt, daß die ganze zivilisierte Welt ihren
Maßnahmen Gerechtigkeit widerfahren lassen werde. Dies j schließe jedoch nicht aus, daß die Türkei dafür sorge, j daß ihre Sicherheit und Würde gewahrt bleibe.
* Konstantinopel, 4. Okt. Hier zirkulieren Gerüchte, daß die Mächte eine Flotten Demonstra- tion gegen die kleinen Valkanstaaten vorbereiten, um sie vou dem Kriege abzuhalten. Man glaubt, England und Frankreich werde eine Demonstration vor dem Pi- i raus, Ruhland vor Varna unb Burgas veranstalten, i während Oesterreich-Ungarn Donau-Moniteure vor Belgrad erscheinen lassen würde.
* K 0 n st a n 1 i n 0 p e l, 4. Okt. Die Gesandten Englands, Frankreichs unb Rußlands erklärten dem Ministerpräsidenten Venizelos, daß die Mächte dem Versuch, den Status quo auf dem Balkan zu stören, energisch entgegentreten würden.
* Paris, 5. Okt. Ssasanow, der zum Diner bein^ Präsidenten Fallieres war, reifte heute nachmittag nach Petersburg über Berlin, wo er eine Unterredung mit den führenden Persönlichkeiten über die Orientsrage haben wird.
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Politische Rundschau
* Zwischen der Wsthelmstraße und Dominien ist ber Draht und das Telephon dieser Tage in geradezu fieberhafter Tätigkeit gewesen. Ganze Berge von Schriften und ^lftcnftüden sind in dem stillen oftpreußischen Iaedschloh eingetroffen, und der Kaiser hat unausgesetzt gearbeitet. Jede neue Pbas^ der Entwickelung wird dem Kaiser auf dem schnellsten Wege, selbst bei Nacht, nach Rominten gemeldet.
* Der Reichskanzler beaab sich gestern abend zu kurzem Aufenthalt nach Lindenhof. Er folgt • damit einer Einladung des Prinzregenten von Bayern.
Knor^uPP®
[eine schlack*1 «de Glut! ndlunger^.
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Bouillon
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^es L-Srwerers LiQche.
Erzählung au- dem bayrischen Hochland von Otto Landsmann.
dr.um. (Nachdruck verboten.)
Hilpert entfernte sich. Stunde unk Stunde ver-
l-t-e^L^â aber der Fürst er kam nicht. Es war sehr spät, als beu neue ^ . gingen, aber hie
L Mhandeue ^.^^ U111 nun 2^1 ter hielt ihre Sinne wach.
kämvfeN' 3^^ . .-fK^'.jai durchforschten der Kommandant und » âölNUkge^ G - egleiter ohne Rast den Forst. Es war eine moud- ^ . -41 * Nacht. Stundenlang waren sie schon umherge- * l utiiuirL tiefer und hefer schritten sie in den Forst hin-
V I , Janalle® war in? ringsum, nur in den Tannenwipfeln 1 ^htM'^ ^' dcüchlwiud. Aengstlich riefen sie des
ft in mHr Namen, aber nur der Widerhall ihrer eigenen
übt NW ^'!w.i ic schlug an ihr Aufspringen eines
MßständeN ? â^M'^^ Wildes. Schon dämmerte schwach der
Morgen, da kamen sie an eine mit dichten Kie- L n Neunnst^ MMtd Fichtengebüsch ^ Schlucht. Nur we=
, M Mereinzelte Hochstäunne ragten mit riesigem Haupte Men i J^iiliti iäic :^!edernng empor.
A -M?>'' -Tiefe g." sagte der Vlommandant,
MrF ist kein natürliches Gem'^ch, sondern ein künst- „MBS Ä,p E
$^ ^âtte sich nicht getäuscht. Ein Eindringen in CHI ^^sMieN § ' ^ Dickicht war ungeachtet aller Anstrengungen nicht «L.^»L Die Büsche standen so dicht neben und Hinter- W^ - t \^W? ^^e^ daß kein Hurd, geschweige ein Mensch sich n ^ konnte. Eine genauere Untersuchung
ftÖ®^ âatz die weißen Büsche nicht aus dem Erdboden
., Sellas
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Herausgewaaffeu, sondern mit Gewalt in denselben em- gerammt waren.
Die beiden Männer legten rüstig Hand ans Werk, und die Arbeit ging schnell von statten. Als sie in der Schlucht bis an die letzten Büsche vor der großen Fichte, die in der Mitte der Dickung stand, vorgedrungen waren, bot sich ihren erstaunten Blicken ein furchtbarer Anblick dar. An der F'chte hing Förster Lebrecht, mit starken Stricken an den Stamm gebunden — leblos, wie es schien.
Einige Augenblicke genügten, um den Unglücklichen loszuschneiden. Der Mund war geknebelt, Hände und Füße fest zusammengeschnüvt. Eine Verwundung zeigte sich nicht. Es war aber keine Frage, die Wilderer hatten eine schreckliche Rache genommen und den Mann zum langsamen Hungertode verurteilt. Aber noch schien das Leben nicht^ganz entflohen. Nach Beseitigung der Knebel und Feffeln schlug der Unglückliche die Augen auf, aber nur, um sogleich in die frühere Apathie zurückzufallen.
^Hier tut rasche Hilfe not!" sagte Hilpert. ^Wir müssen trachten, ihn nach Hause zu bringen. Uns allein dürfte es aber kaum gelingen. Wir müssen Beistand herbeiholen."
Kaum hatte er so gesprochen, als in der Ferne Axtschläge ertönten. Es war mittlerweile Heller Tag geworden, und Holzknechte hatten ihr Werk im^ Walde begonnen. Der Gendarm eilte fort und holte einige von ihnen herbei. Mit Aerten und Beilen versehen, war es den Leuten ein Leichtes, eine Tragbahre berzu- stellen, um darauf den Förster nach seiner Wohnung
Einegu feSuppe izt die Hauptsache, deshalb /ordere jede Jfous/rau v "^"
^ n orr-^w^iis^^
9C*V4P?r77VllRP3trrK!!^V9BWBBDSBKDXBflKHOVVIkflMCW(73K32JMw>MnMaMaHM«f^ zu di lugen.
Der Kommandant eilte voraus, um die Försterin und Renata vorzubereiten.
Nach einer halben Stunde kamen die Holzhauer mit dem unglücklichen Förster auf der Tragbahre im Forsthause an. Die Försterin eilte ihnen entgegen, und mit lautem, bis ins Innerste der Seele dringenden Schrei stürzte sie sich auf den 5iörper ihres Gatten, aber ohnmächtig sank sie gleich darauf nieder. Als sie wieder zum Bewußtsein kam, befand sich bereits der schnell her- beigerufene Arzt am Bette ihres Mannes. Derselbe er» klärte, daß eine Gefahr für dessen Leben nicht bestehe, und diese Worte wirkten auf chre Herzenswunde lindernd wie Balsam.
Der Förster erholte sich denn auch bald wieder und hat noch lange seinem Amte vorgestanden. Aber es war eine wesentliche Veränderung mit ihm vorgegangen. Er war stiller, sanfter und nachderrklicher geworden. Vertraute wollen aus seinem Munde vernommen haben, daß kein Mensch das Recht habe, einem andern das Leben zu nehmen. Ueber sein Schicksal im Walde verweigerte er entschieden jede weitere Erklärung. Doch kannte man den Täter genau. Es war der Sohn des roten Peter, der „wilde Hans", wie man ihn nannte, welcher seit diesem Ereignis verschwunden wr und nie mehr zum Vorschein kam. Die Leute meinten, er sei nach Amerika gegangen.
Förster Lebrecht ist längst ' ’ üben und vergessen, aber das Andenkerr an seine Regung lebt noch in lener Gegend wie eine Sage. _