fer und füllte sie frug. Nach etwa acht Taaen hielt das Mädchen dem Angeklagten die verbrecherische Tat vor und teilte ihm mit, daß sie die Vergiftung vereitelt habe. -Darum auch: ich habe mich gewundert, daß nichts vorgekommen ist. Daft Tu aber schweigst, sonst weißt du, was dir geschieht!^ drohte der Angeklagte. Nach dem Gutachten der Aerzte ist der jugendliche Verbrecher ein pathologischer Lügner und Schwindler, körperlich und physisch entartet. Gr wurde daher freigesprochen, doch dem Fürsorgeamt überwiesen.
Uermisebtes.
26 Tote bei einem HochzeitsschmauS. Eine wirkliche „Vluthochzett" wurde vor einigen Tagen, wie der „Inf." geschrieben wird, in Ruchlow bei Kasan (Rußland) geeiert. Der Bauer Sjagotn hatte zu der Hochzcitsfeler einer Tochter fast das ganze Dorf eingeladen. Es wurde chou am ersten Tage furchtbar viel getrunken und am -weiten Tage der Festlichkeit war der ganze Schnaps, den der Hochzeitsvater berettgestellt hatte, ausgetrunken. Von den 82 Geladenen war keiner mehr nüchtern und die schlimmsten Szenen spielten sich ab. Um die Mittagszeit forderten die Gäste, die an das Nachbausegehen noch nicht dachten, von dem Hochzeitsgeber neuen Schnaps. Er beteuerte ihnen, daß er keinen Schnaps mehr im Hause habe. Da begannen ihn die Gäste unbarmherzig zu prügeln, bis er endlich ihnen den Keller ausschloß und weitere Schnapsvorräte zur Verfügung stellte. Die Schreckensszenen, die jetzt nun ihren Anfang nahmen, begannen damit, daß drei Bauern den Hochzeitsvater aus Wut darüber, weil er ihnen nicht sofort die Schnapsvorräte übergeben hatte, mit Knüppeln totschlugen. Nun setzten sich die bezechten Gäste, an der Spitze das jungvermählte Ehepaar. zur Fortsetzung des wüsten Saufgelages hin. Die eigenartige Festlichkeit dauerte noch zwei Tage und hatte einen ganz furchtbaren Erfolg. Von den Hochzeitsgästen waren am Ende der Hochzeitsseier 25 an den Folgen des übermäßigen Al- kohvlgenusses gestorben, darunter der junge Bräutigam. Die meisten anderen mußten unter schweren Krankheits- erscheinungen in die Hospitäler der benachbarten Städte gebracht werden.
Folgenschwerer Kampf mit Verbrechern. Im Bahnhof von Orleans verwundeten gestern nachmittag mehrere Verbrecher zwei Bahnbeamte mit Nevolverschüssen, flüchteten und bestiegen in Aubray den Pariser Zug. Die hiervon verständigten Gendarmen setzten den Tatern nad). In dem Augenblick, als sie diese festnehmen wollten, schoß einer der Verbrecher einen Gendarmen nieder. In Etampes durchsuchten die Gendarmen die Wagen, und als sie ein Abteil erster Klasse betraten, jagte sich ein Reisender eine Kugel in den Kopf. Identität des Selbstmörders, der zweifellos einer der Verbrecher ist, ist noch nicht festgestcllt. Auch ein zweiter Verbrecher, der während der Fahrt aus dem Wagen sprang und verwundet worden war, verübte Selbstmord.
Ein dritter konnte festgenommeu werden.
Eine Orientreise des Prinzen Waldemar. Prinz Waldemar von Preußen, der älteste Sohn des Prinzen Heinrich von Preußen, tritt am 8. Februar von Genua aus mit dem Lloyddampfer „Prinzessin Alice" eine Reise an, die zunächst nach Colombo geht. Nach mehrwöchigem Aufenthalt auf Ceylon fährt 6er Prinz weiter nach Tsingtau. Die Fahrt trägt einen durchaus pri- vateu Charakter. Es steht noch nicht fest, ob auch Japan besucht wird. Der Prinz, der sich zurzeit in Dresden aufhält, wird feine Erholungsreise von Berlin oder Kiel aus antreten. Prinz Waldemar hat in Straßburg und Kiel Jurisprudenz studiert und am 15. Januar in Kiel das Referendarexamen bestanden. Nach Beendigung der etwa sechs Monate dauernden Reise wird der Prinz nach Kiel zurückkehren, nm am dortigen Landgericht neun Monate praktisch tätig zu sein.
Ein neues Hochofcoungluck, das viel Ähnlichkeit mit dem auf der Zeche „Phönix" hat, ereignete sich Donnerstag auf den Rheinischen Stahlwerken zu Met- derich. Es war die Ladung des Hochofens Nr. 3 hängen geblieben und explodierte mit einem furchtbaren Knall. Die Explosion war so stark, daß sie trotz der weiten Entfernung noch wie ein Kanonenschuß in Alt- Duisburg gehört wurde. Weithin wurden glühendes Eisen und Erdmasten geschleudert, die große Verheerungen anrichteten. Zwei Arbeiter erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Zahlreiche andere Arbeiter trugen zum Teil schwere Brandwunden davon.
w> Näherin und Schutzmann. In einem Hause der Koppenstraße zu Berlin wurde gestern abend eine 45- jährige Näherin von einem Schutzmann durch einen Schuß aus dem Dienstrevolver schwer verletzt. Die Näherin war dem Hauswirt die Miete schuldig geblieben. Als er ihr deshalb Vorhaltungen machen wollte, verweigerte sie ihn» den Eintritt in die Wohnung. Der Hauswirt holte einen Schutzmann, in dessen Begleitung er mit Gewalt in die Wohnung drang. Die Näherin soll darauf den Schutzmann mit Messer und Schere bedroht haben, während zugleich andere Mieter des Hauses auf ihn eiuaedrnngen seien. Der Schutzmann habe
Holtau blieb stehen, musterte ihn mit einem bedeutungsvollen Blick und sagte langsam: „Gelüstet es Herrn von Dieskau vielleicht, seine Schtttzenkunst an mir zu erproben?"
Harald zuckte unter diesen Worten und unter dem sie begleitenden, seltsamen Blicke zusammen und erschrak sichtlich.
Holtau, der bei seiner Anspielung an die verschiedenen blutigen, für Dieskau nicht sehr ehrenvollen Ehrenhändel gedacht hatte, war erstaunt über die Wirkung seiner Worte, aber durchaus nicht unzufrieden damit. Er grüßte leicht und schritt ruhig weiter.
Gleich darauf fuhr er in der Richtung nach Meerholz davon.
Haralds Gesicht verlor auch den verstörten Ausdruck nicht, als er jetzt sein Zimmer aufsuchte.
„Verdammt, was meinte der Bursche? Ich gäbe etwas darum, wenn ich Gewißheit hätte."
Kaum war Holtans Wagen außer Sicht, als von der anderen Seite her eine Kalesche nahte, in der ein sonnengebräunter Herr mit mächtigem Schnurrbart saß.
Langsam schlenderte gerade Klaus des Weges daher und schaute diesem Herrn, dessen Miene sehr ernst war, aufmerksam nach.
Er folgte dem Wagen, der gleich darauf an der Rampe vorfuhr, sah, wie der Herr ins Schloß trat und ging zurück zu einem dichten Boskett, wo er ruhig harrend blieb
Der Diener, durch den der Fremde seine Karte bineingeschickt hatte, kam zurück und sagte: „Der Herr- Baron läßt bedauern, er ist zu unwohl, um den Herrn Oberstleutnant empfangen zu können. Würde es Ihnen genehm sein, Baron Harald zu sprechen?"
„Auch gut," sagte der Fremde, den wir unter dem Namen Felseck kennen, „führen Sie mich zu dem jungen Herrn."
darauf kurz nacheinander zwei Schüsse aus dem Dienst, revolver abgegeben, von denen einer die Näherin in den Hals traf und schwer verletzte. Sie wurde nach dem Krankenhaus gebracht.
Aufregende Szene bei einer Hinrichtung. Eine auf- regende Szene ereignete sich Donnerstag früh bei einer Hinrichtung auf dem Hose des Dresdener Landgerichts. Um 7 Uhr sollte der Mörder Ernst Göhlert hingertchtet werden, der im vorigen Jahre einen 70 Jahre alten Mann in einer Laubenkolonie ermordet und beraubt hatte. Vor einigen Tagen wurde dem Göhlert mitgeteilt, daß der König von seinem Begnadigungsrecht fei» nen Gebrauch gemacht habe und fett dieser Zeit spielte er den wilden Mann. Man mußte ihn in die Tob- fuchtszelle des Gefängnisses bringen. Zuerst ließ er sich von den Beamten anscheinend ganz gutwillig vor den draußen stehenden Gertchtstisch führen. Dann aber brach er in Raserei aus und er hielt eine lange Rede, in der er vor einem Justizmorde warnte; den Staatsanwalt und die Richter beschimpfte und beleidigte er auf das gröblichste. Unter dem Geschrei des Verurteilten wurden die Formalitäten erledigt und er wurde dem Scharfrichter übergeben. Er leistete jedoch rasenden Widerstand und sechs Mann mutzten ausgeboten werden, um den Mörder auf das Schaffst hiuaufzu- tragen. Noch als er festgeschnallt war, beschimpfte er heftig den Staatsanwalt und erst bas niedersausende Richtbeil machte der aufregenden Szene ein Ende.
Um seinen Bart und 100 Mark gekommen. Ein lu- tiges Geschichtchen macht gegenwärtig im Osten Ber- ins die Runde. Saßen da in einem Lokal in der War- chauer Strafte mehrere Geschäftsleute beim Dämmer- choppen gemütlich beisammen. Der süffige Bock tat daS Seine, und bald herrschte echte, rechte Bockbterstmmung. Man ulkte sich gegenseitig nach Kräften an. die Sticheleien wurden immer übermütiger, bis sie schließlich wie auf Verabredung an eines Schlächtermeisters — nennen wir ihn Hackebeil — Schnurrbart „hängen blieben". Meister Hackebeil war besonders stolz aus dieses Attribut seiner Manneswürde, und man wollte sogar wissen, daß er seinem blonden Bärtchen liebevollere Sorgfalt widmete als seinem schwarzen Bertchen, set- ner Frau. Hackebeil hörte sich die humorvollen Anspie- lungen ein Weilchen mit e nem selbstgefälligen Lächeln an, dann aber waren ihm die gleichsam an den Schnurrbarthaaren berbeigezogenen Witze doch zu viel, und er erklärte schließlich, jeden verlangten Beweis erbringen zu wollen, daß er auch ohne seine verspottete Manneszier leben könne. Das war Oel ins Feuer. Ein ungläubiges Hohngelächter und noch boshaftere Witze waren die Antwort. Man veranstaltete ein Sammlung und deponierte als Wertobjekt 100 Mark, die dem Meister zufallen sollten, wenn er sofort an Ort und Stelle feinem blonden Bärtchen den Abschied geben würde. Hackebeil nahm die Wette an. Schon war die eine Hälfte vergangener Pracht und Herrlichkeit unter dem Messer des Barbiers gefallen, als die feierliche Stille durch das Hereinstürmen von Hackebeils Portierfrau jäh unterbrochen wurde. „Meester" flüsterte sie mit keuchendem Atem dem erstaunt Aufblickenden zu, „bei Ihre Iatt'n is eener . . ." Vom Stuhl aufspringen, die Serviette vom Halse reißen und davonstürzen, war eins. Als der vor Eifersucht Ermannte sein Heim erreicht hatte, mutzte er sich überzeugen, daß er das Opfer eines Scherzes seiner Zechgenossen geworden war. Diesen war angesichts des BartmärtyrerS um ihr Geld doch bange geworden, und so hatten sie zu dem Eisersuchtstrick gegriffen. Dem armen Hackebeil blieb allerdings nichts anderes übrig, als auch die andere blonde Hälfte, freilich okne Entschädigung, zu opfern.
Der Wohuungskrieg in Paris. Dem Sekretär des Syndikats zur Verteidigung der Mieter gegen die Wohnungsvermieter. Couchon, der aus seiner Wohnuna exmittiert wurde, ist es bis jetzt trotz eifrigen Suchens noch nicht gelungen, eine Wohnung zu finden. Ueber- all, wo er anfragte, ist er abgewiesen worden. Nunmehr kündigt er an, daß, wenn die Vermieter ihn weiter boykottieren würden, er eine Kundgebung veranstalten werde. Unter den Mietern der kleinen Wohnungen macht sich eine sehr ernste Bewegung gegen die Hauseigentümer bemerkbar, die in der letzten Zeit die Mieten stark gesteigert haben. Wohnungen, die für 600 Frank pro Jahr zu haben waren, haben im Laufe des verflossenen Jahres eine 20prozentige Steigerung erfahren Hierzu kommt noch, daß die Lebensmittel eine Verteuerung erfahren haben und die Löhne unverändert geblieben sind. Eine Hauseigentümerin, die die Absicht hatte, 800 ihrer Mieter gerichtlich exmittieren zu lassen, wurde vom Polizeipräfekten der Rat erteilt von diesem Vorhaben bis auf weiteres Abstand zu nehmen, da die Mieter angekündigt hatten, im Falle ihrer Exmittierung zwar ihre Wohnungen verlassen zu wollen, die Häuser jedoch in Brand zu stecken. Die Wohnungsfrage hat übrigens durch die bedauerliche Exmittierung der Familie Husson, die aus neun Köpfen bestand, und der es nirgends gelang, Unterkunft zu finden, eine neue Verschärfung erfahren. Der Hausbesitzer, der diese Familie auf die Straße setzte, muß sich versteckt halten, da ihm von verschiedenen Seiten gedroht wurde, man
Harald von Dieskau erwartete den ihm nicht gan- fremden Oberstleutnant z. D. Felseck im Empfangssalon.
Das Gesicht des alten Soldaten hatte etwas Fin- steres, als er den Sprößling des Hauses musterte.
„Es tut mir leid, Herr von Dieskau, daß Ihr Vater, ein alter Bekannter, verhindert ist, mich zu sehen, er hätte mir am besten sagen können, wo sein Bruder Hermann ist."
In Haralds Gesicht drückte sich bei dieser kurzen, in barschem Ton gehaltenen Anrede, ein Schreck aus, den er nicht zu beherrschen wußte, denn die Worte deS Fremden kamen zu unerwartet.
Felseck hatte ihn fest im Auge.
„Ich verstehe in der Tat nicht, waS Sie meinen, Herr Oberstleutnant/-
„Hermann von Dieskau, wollte, wie er mir schrieb, am 15. Oktober seinen Bruder aufsuchen und hat diese Absicht auch unzweifelhaft ausgeführt. Seitdem ist er verschwunden. Weder in feinem Domizil weiß man etwas von ihm, noch hat er mir geschrieben, was er sicher nach seinem Besuche hier unverzüglich getan haben würde — wenn — ihm nicht ein Unglück zugestoßen wäre. Also, welche Auskunft können Sie mir über seinen Verbleib geben?"
Harald war von der barschen Art und von der absoluten Bestimmtheit, mit der Felseck von der Existenz des eigentlichen Majoratsherrn sprach, so konsterniert, daß er ihn, ohne ein Wort zu finden, blöde aus seinen glasigen Augen anstarrte.
Er fühlte, daß das Unheil näher kam.
„Nun, Sie werden doch von dem Besuch Ihres Onkels unterrichtet sein?"
Harald nahm seine ganze Kraft zusammen, er fühlte, daß er der Ruhe bedürfte, um diese Husarenattacke abzuwehren.
werde ihn bei erster sich bietender Gelegenheu au erneu Laternenpsahl aufknUpfen.
Nord und Süd Am Geburtstag deS Kaisers wur- den auch Heuer zwischen den Offizierkorps der südlich» sten Garnison (20. Infanterie-Regiment, Lindau) und der nördlichsten Garnison in Deutschland (Infanterie- Regiment von Boyen in Memel) poetische Depeschen gewechselt, die diesmal folgendermaßen lauteten:
Offizierkorps Memel.
Habt die Wolken Ihr gesehen, Die sich fern am Horizont Düster bauten Sturm verheißend? Immer zu! Wir sind gewohnt, Stürmen niemals auszu weichen, Vielmehr, Stürme zu besteh'n, Und getreulich unserm Kaiser Nach durch Dick und Dünn zu gehn. Wie der Fels, an dem die Wellen Immer wieder gierig branden, Um dort machtlos zu zerschellen.
So ragt aus den deutschen Landen Zwischen der Parteien Gunst Und Haft empor die deutsche Treu', Unser Ruf: „Es leb' der Kaiser!"
Künde dieß der Welt auf's neu'!
" Offizierkorps 20. Infanterie-Regiments.
Die Kameraden in Memel antworteten nach Lindau: Das letzte Jahr, es ließ uns schauen, Daß, was dem deutschen Volk tut not, Der eignen Kraft allein zu trauen, selbst zu helfen dann hilft Gott!
Auf! Süd und Nord, schwört heut' aufs neue, Wo rings Gefahren uns umdroh'n, Zu steh'n in Germanentreue
^est um den deutschen Kaiserthron!
Die Offiziere des 8. Bataillons Inf.-RegtS. v. Boyen.
Berliner Getreide- und Schlachtviehmarkt.
gen wurde von Danzig zur Verkäufe viel Material bez
Der Berliner Markt folgte in der Pretsstellung von Brotgetreide den vom Ausland kommenden Auregun- MH^ AÄ^em Umfange. Das Geschäft in Weizen
sich hier vielmehr ziemlich ruhig und war im VFentlichen gekennzeichnet durch größere Abschlüsse nach der Küste zu Exportzwecken, da die Nachfrage für Ausfuhr namentlich seitens Italiens anbült. An Rog- gen wurde von Danzig zur Erfüllung früherer Export- bezogen. Auch neue Berkälife nach dem Auslande kamen zum «lbschluß, und außer- dem war die nur mit wenig Vorräten versehene Müllerei des Inlands mit Käufern am Markt. Letztere hat ouch von russischem Roggen größere Mengen erworben. Die Barpreise sowie die Notierungen auf nahe Ter- mine haben infolgedessen etwas angezogen, auf Juli- lieferung konttten sich dagegen die Preise nicht behaupten. Eine Stütze des Roggenmarktes bildete wieder die außerordentliche Festiakett des Hafers. Die Barnotie- rungen für letzteren stellten fk$ in Berlin gegenüber den Forderungen der Provinz zeitweilig niedriger, weil hier Ware aus früheren Anschaffungen erhältlich war. Diese Vorräte geben aber zur Neige, und daher muß nan sich den hohen Preissorüerungen fügen. Russi- cher Hafer stellt sich inst Zoll noch teurer als der deut- che. Die Proviantämter haben bereits um Offerten n.La Plata-Hafer sich bemüht. In Gerste ist daS Ge- chaft rühm gewesen. Für Mais hat sich die Nachfrage ettenS des Konsums vermehrt. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mast wie folgt: Weizen 218,00 X Roggen 198,50 X Hafer 196,50 X MatS 171,50 X
Preise des städtischen Schlachtvichmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ansgemästete höchsten Echlachtwer- lbs, ungejocht 79—86 X b) junge, fleischige, nicht ausge- mästete und altere ausgemästete 75—80 X c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 68—72 X 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlacht- wertes 76—80 X b) vollfleischige jüngere 71—79 X c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 66 bis 74 X 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemastete Kühe höchsten Echlachtwertes, bis zu 7 Jahren 68—75 X c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 64—69 X d) mäßig genährte Kühe und Färsen 55—64 X e) gering genährte Stühe und Färsen bis 62 X f) gering genährtes Jungvieh (Fresser) 52—64 X 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 114—143 X b) feinste Mastkälber 100 bis 108 X Mast- und gute Saugkälber 79—80 JL, e) geringe Saugkälber 60—78 X 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 70—78 X b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 60—70 X c) mäßig genährte Hammel und Schafe 56 bis 66 X 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 64—65 X b) vollfleischige Schweine 250 bis 300 Pfund 63—64 X c) vollfleischige 200 bis 240 Pfund 62—64 X d) vollfleischige Schweine 160 bis 200 Pfund 60—62 X c) vollfleischige Schweine unter 16C Pfund 55—59 X f) Sauen 59—60 X
„Sie sehen mich ganz verwirrt, Herr Oberstleutnant: ich höre von allem, was Sie sagen, nur das heraus, daß Sie annehmen, daß mein Onkel Hermann, der unseres Mistens vor Jahren im Auslande gestorben ist, noch unter den Lebenden weilen soll."
„Ja, und das ist so sicher wie ich annehme, daß Sie vor mir stehen. Und ich will wissen, was aus ihm geworden ist, Herr von Dieskau!"
„Ich bin unfähig, hierüber Auskunft zu geben, hier ist er nicht erschienen."
„So?" Die grauen Augen Felsecks schienen Harald' zu durchbohren. „Vielleicht kann Ihr Herr Vater Auskunft erteilen, wollen Sie ihn nicht fragen?"
„Mein Vater ist so krank, daß ihm die durch eine solche überraschende Frage unausbleibliche Aufregung den Tod bringen könnte."
„Also, Sie erklären mir, Herr Leutnant von Dies- kau, daß Sie weder von Ihrem Onkel Hermann noch von dessen Verbleib etwas wissen?"
Einen Augenblick zögerte Harald, der Edelmann und Offizier regte sich doch ein wenig in ihm, dann sagte er aber frech: „Wie sollte ich, Herr Oberstleutnant? Ich bin auf das Aeußerste überrascht von der fabelhaft klingenden Nachricht, daß mein Oheim noch am Leben fei --"
„Nun, 'o muß ihm einUnglück widerfahren sein unt zwar, wie die Vermutung nahe liegt, hier in der Nähe. Die Polizeibehörde wird hier aufklärend wirken. Hermann von Dieskau, von dessen Existenz ich Ihren Vater zu unterrichten bitte, ist verschwunden — und man wird thn finden, lebend oder tot, verlassen Sie sich darauf. Das war's, was mich herführte. Guten Morgen!"
Er wandte sich um und ging
(Fortsetzung folgt.)