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Druck der Gießener Verlagsdruckcrci.

Nr. 10. (1. Blatt.»

SamStag, den 3. Fevruar 1912.

Telephon: Str. 363.

24. Jahrg.

Die Errichtung eines Lehrstuhls für soziale

Medizin, an der Landesuniversität zu Gießen

Am 29. Januar fand in Gießen unter dem Vorsitz des Großh. Geheimen Negierungsrats B i ch m a n n eine Versammlung statt, in der über die von dem Vor­stand der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossen- schaft in Darmstadt gegebenen Anregung bezüglich der Errichtung eines Lehrstuhles für soziale Medizin an Oer Landesuniversität beraten wurde. Als Grundlage der Einrichtung desselben ist ein mit allen Hilfsmitteln der neuzeitlichen Heilbehandlung ausgestattetes Kranken­haus gedacht, das gleichzeitig den Lehrzweckell der Universität dienstbar gemacht und den angehenden Aerz­ten die Gelegenheit zu einer sachgemäßen Ausbildung in der sozialen Medizin, die sich immer mehr zu einem Spezialgebiet entwickelt, bieten soll. Die Versammlung war außerordentlich zahlreich besucht. Es hatten sich zu ihr die Vertreter der Großh. Ministerien, der Rektor und zahlreiche Professoren der Fakultät, die Vertreter der Er. Provinzialdirektion und Gr. Kreisamts Gießen, der Kaiserlichen Oberpostdirektton Darmstadt, der Kgl. Eisen­bahndirektion Frankfurt a. M., der Landesversicherungs- anstalt, der Ortskrankenkasse Gießen und eine Reihe an­derer Herren eingefunden. Ganz besonders zahlreich wa­ren auch die Vertreter der gewerblichen in Hessen täti­gen Verufsgenossenschasten erschienen, genannt seien die Tiesbauberussgenossenschast Berlin, die Brauerei- und Mälzerei-Verussgenossenschast Frankfurt a. M. bezieh- ungsweise Donmund, die-Sektion 1 der Knappschafts­berufsgenossenschaft in S«rbrücken, die Steinbruchsbe- russgenossenschaft in Hagen, die sämtlich ihr außeror­dentliches Interesse an der zur Beratung stehenden An­gelegenheit insbesondere aber durch ihre Bereitwilligkeit, zusammen mit der hessische,! landwirtschaftlichen Veruss- oeuossenschast die erforderlichen Mittel auszubringen, zu erkennen , gaben. Von der Bedeutung der großen be­rufsgenossenschaftlichen Versicherungstrüger macht sich der Fernerstehende kaum den richtigen Begriff. Sie stellen große Verbände dar, denen die reichsgesetzlichen Aus­gaben der Unfallversicherung übertragen und zu deren Förderung sie infolge der großen Anzahl ihrer Verletz­ten und der enormen Summen, die sie in ihren Rück­lagen angesammelt haben, ganz besonders imstande sind. Ihre Bereitwilligkeit, die Verletzten in Zukunft auch aus nicht hessischen Bezirken, mitunter von weither, nach Eiehen verbringen lassen, muß deshalb auch dankbar anerkannt werden. Ihre Geneigtheit hier­zu, auch bezüglich der Hergabe der erforderlichen Mittel für das Krankenhaus, die an sich reichlich zugesagt sind, machen sie indessen von dem Umstand abhängig, daß die Großh. Regierung ihrerseits den erbetenen Lehrstuhl sür soziale Medizin an der Landesuniversität errichtet. Ge­rade von ihm erwarten die Versicherungstrüger eine För­derung ihrer sozialen Aufgaben in besonderem Maße. Sie sind bereit, alle Opfer zu bringen, um eine mu­stergültige Anlage zu schaffen, die ihnen als Stützpunkt dienen und die Errungenschaften der modernen Behand­lungsmethoden, die in erster Linie aus eine Wiederher­stellung der Eebrauchssähigkeit verletzter Glieder gerich­tet sein muß, erhalten und wissenschaftlich weiter aus­bauen soll. Die Einmütigkeit der Ansichten kam insbe­sondere in der Würdigung dieser Ziele voll und ganz zum Ausdruck. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Lasten der sozialen Versicherungsgesetzgebung von Jahr zu Jahr anwachsen, bedeutend höher noch ist aber dcr wirtschaftliche Schaden zu veranschlagen, der durch Un­fall, Krankheit und Invalidität dem Volksvermögen ver­ursacht, wird und nicht völlig entschädigt werden kaun. Man schätzt daher den wirtschaftlichen Wert der Heil­behandlung heutzutage weit höher ein, als dies früher der Fall war, und stellt ihn über die Rentengewährung, die nur dann einsetzen soll, wenn menschliches Wissen und Können versagen, und eine bessere Wiederherstell­ung unmöglich ist. Es wird jetzt sehr wesentlich von der Erkenntnis und von dem raschen Entschluß der maß­gebenden Stellen abhängig sein, ob die Bestrebungen der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschast diejenige Unter­stützung finden, die sie ihrem inneren Wert nach zwei-

sellos verdienen und die dahin abzielen, einmal im In­teresse einee Förderung der eignen Aufgaben zu wirken, zum andern aber, vereinte Kräfte zu einem gemeinsa­men Ziel zusammenzufassen. Es wird eine nie wieder­kehrende Gelegenheit sein, eine Anstalt mit derartig gro­ßen Aufgaben und weiten Zielen in das eigne Land zu bekommen und sie der Lehrtätigkeit unserer Fakultä­ten dienstbar zu machen, wie sie augenblicklich sür Gie­ßen geplant ist. Schon jetzt wird über einen Mangel an Zugängen für die Universitätskliniken geklagt. Das wird in Zukunft anders werden, da die zu errichtende Anstalt, die nach den Wünschen der Erbauer vorerst für 100 Bet­ten eingerichtet werden dürste, in der Lage sein wird, Verletzte und Kranke ständig an die Direktoren der Spe­zialgebiete abzugeben. Man wird für die Universität damit kein Konkurrenzunternehmen schassen, sondern er­blickt vielmehr in einem Zusammenwirken der Vertreter der Wissenschaft unter Nutzbarmachung der bereits vor­handenen wertvollen Einrichtung des Heilapparales der medizinischen Fakultät eine glückliche Lösung des gesteck­ten Zieles. Das Unternehmen, das durch die bereits früher von dem Vorstande der landwirtschaftlichen Be­rufsgenossenschaft angebahnte Vereinigung der in Hessen tätigen berufsgenossenschaftlichen Verwaltungen und die persönlichen Beziehungen der Vertreter untereinander eine wesentliche Förderung erfährt, wird nach einem festen, einheitlichen Willen durchgeführt werden und man sehe sich vor, daß dies bei uns im Lande, dem die Einrich­tung ohne Aufwendung von Kosten dargeboten wird, möglich ist.

Aus Stidt utid Land.

Gießen, den 3. Februar 1912.

n Freiwillige für das Gießener I n - s a n t e r i e - R e g i m e n L Jungen Leuten, die beab- sichtigen, bei dem Infanterie-RegimentKaiser Wilhelm" Nr. 116 in Gießen in diesem Herbst als Freiwillige einzutreten, wird dringend geraten, sich den Meldeschein vor der Musterung zu besorgen, weil ihnen nachher Schwierigkeiten entstehen. Die Meldung auf dem Re­giments-Geschäftszimmer kann an jedem Dienstag vor­mittag erfolgen. Köche und Handwerker werden bevor­zugt.

n Gießen. Am 31. Januar fand die angekün­digte Verhandlung gegen den Weißbindermeister Mül­ler aus Nieder-Dorfelden vor der Strafkammer statt. Der Gerichtshof hielt die Schuld des Angeklagten nicht für erwiesen und kam zu einem F r e i s p r u ch.

n Geänderte Stationsnamen. Vom 1. März ab führt der Bahnhof 3. Klasse Hainstadt (Hes­sen) die Bezeichnung H a i n st a d 1 (Kreis Offenbach) und der Bahnhof 2. Klasse Höch st-Neu st adt die Bezeichnung Höchst (Odenwald). Beide Bahnhöfe lie­gen im Eisenbahndirektionsbezirk Mainz.

n Gießen. Der zweite Gautag der Main-Tau- nus-Vereinigung Gabelsbergerscher Stenographen, Sitz Höchst 0c M. findet am 21. April in Schwanheim a. M. statt.

n G i e ß e n. In der Nacht zum 30. Januar wurde von der Viebertalbahn auf der Rodheimerstraße un­mittelbar am Weichbild der Stadt der verheiratete Zi­garrenarbeiter Schäfer von Heuchelheim überfahren und schrecklich zugerichtet.

n Gießen. Allgem. Karnevalseier. Auf Wunsch hat sich die Bundesverwaltung genötigt ge­sehen, doch wieder eine kleine Anzahl numerierter Tische zu der am Montag stattfindenden 2. F e st- s i tz u n g einzustellen. Gleichzeitig möge die Bitte aus­gesprochen sein, die Geschäfte an diesem Abend einige Minuten früher zu schließen, damit diesmal Punkt 8 Uhr 33 Min. der festliche Einzug des Ministeriums er-

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folgen kann und die Sitzung gegen 12 Uhr beendet ist, so daß nach einer kleinen Nestaurattonspause der auge- sagte rheinische Bohnenball inszeniert werden- kann. Die für die Bohnenkönigin bestimmte goldene Uhr ist zurzeit im Schaufenster des Juweliers Stöver (Selters­weg) ausgestellt. Bei der 2. Damen- und Herren - Sitzung werden aktiv tätig sein Kappenbrüder von Würzburg, Ludwigshafen, Köln, Wiesbaden, Mainz und Frankfurt sowohl als Büttredner wie Poeten; spe­ziell das Liederbuch weißt wieder einige herrliche Schöps ungen aus, darunter aber auch von Gießener Einwoh­nern, die ebenfalls noch durch Büttreden sich bcm närri scheu Auditorium zeigen werden. Der Kartenvorverkaus zu ermäßigten Preisen findet auch Sonntag von 11 1 Uhr in der Geschäftsstelle: Seltersweg 50 (Laden Wol fengaffe) statt. Schließlich sei noch bemerkt, daß der fest­liche Einzug des Ministeriums diesmal pünktlichst um 8 Uhr 33 Min. erfolgt, man möge sich daher frühzeitig einfinden, zumal der Besuch diesmal ein weit größerer zu werden verspricht, als bei der ersten Sitzung/

o F r i e d b^e r g. Lehrer Höcker vom Alzeyer Se­minar soll an Stelle des Musikdirektors Schmitt an das Lehrerseminar nach. Friedberg berufen werden.

):( Weilburg. Der Schütze Johann Holy in Neuhäusel brachte kürzlich den 100. Hirsch, einen Zehn ender, mitten im Sprung durch einen Schuß ins Herz zur Strecke.

~ ):( Limburg. In Freiendiez soll eine größere Stuhlfabrik erstehen, die einigen Hundert Arbeitern loh­nende Beschäftigung bieten dürste.

):( Dillenburg. Negierungsassessor von Zitze­witz, der das hiesige Landratsamt seither kommissarisch verwaltete, ist zum Landrat des Dillkreises ernannt wor­den.

s Darmstadt. Das Denkmal für den so heldenmütig verunglückten Kapitänleutnant Fischer wird in dem Hose des Nealgymnasiums am 4. März enthüllt. Der Teilhaber der bekannten Chemischen Fabrik, Dr. Merck und Frau ' in den Betrag von 50 000 Mark ausgesetzt, dessen Zersen für einen ^and aufenthalt schwächlicher Kinder Verwendung finden sollen.

! Mainz. Das Komitee des Karnevalvereins be­schloß, die Veranstaltung des Nosenmontagszuges nach der Idee sämtliche Nationen der Erde senden Abord­nungen nach Mainz, um jetzt schon für das Jubeljahr 1913 (75jähriges Jubiläum des Karnevalvereins) die Verhältnisse und Quartiere zu studieren.

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)( Der Frost ist der beste Ackersmann, sagt sich mit Necht jeder fürsorgliche Landwirt und legt deshalb seine Felder über Winter in rauhe Furche, da­mit der Boden durch den Frost besser mürbe gemacht wird und dann bei der Frühjahrsbestellung die richtige Ackergare besitzt. Ebenso wichtig ist es aber auch, daß sich überall im Boden gleichmäßig verteilt leicht aus­nehmbare, reichliche Nahrung vorfindet; darum ist es unerläßlich, insbesondere mit einer kräftigen Thomas - mehldüngung dem Acker so früh wie möglich zu kom­men. Villiger Preis und billige Frachten in diesem Frühjahr lassen die Anwendung doppelt lohnend er­scheinen.

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Die Gesuche um Zulassung zur diesjährigen Meister­prüfung (§ 133 dec Gewerbeordnung) sind mit den er­forderlichen Unterlagen bis spätestens am 31. Mai ds. Is. an den unterzeichneten Morsttzenben einzureichen. Die Prüfungsgebühr von 3 5 Mk. ist an die Handwerks­kammer in Darmstadt einzosenden und die Quittung dem Gesuche beizulegen.

Gießen, am 10. Januar 1912.

Die Meisterprüfungskommifston für die Provinz Oderhessen.

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