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Handel • Wirtschaft • Börse

Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Handelszeitung

Freitag, den 30. Dezember 1932

Börsenbilanz 1932

Von unseren» Berliner Börsenberichterstatter.

daß es bei den Stillhalte-Verbandlunaen nicht nur zu einer bloßen Verlängerung des Stillhalteabkommens, sonder« auch

Die heimische Ernte 1932

unserer Provinz.

147218

kehrt.brachte die Runkelrübenernt« infolge der An-

;tto um 1800 ha und der ErtragKsteige- ben doch

। Hektar 12 Prozent mehr als tut »origen sich dabei

«ke. feine Bel

DIE DAME MIT DEM GMED^ELL

Die Geschichte eines rätselhaften Falles von CAREN

11 ______

6 847

516

2 286

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bauflächenern>oiteri4 rung von 29 6» pro Jahre.

'lUriiTir&eitTufe vc i o u — —— — v,

sehr stark zurückgegangen war. ist etwas gestiegen, die um 1100 Hektar verminderte Erntesläche brachte aber «in Ergeb­nis. das um 32 Prozent unter dem voriährigen liegt, umge-

M i ich frucht Frühkartoffel« Svätkartoffeln Kartoffeln ins« Zuckerrüben Runkelrübe« Kohlrüben

Erniefläche ha

143 354 206 72 495

löü 13.3 17,7 16,3

13.0

15,4

Ertrag dz »ro ha 20.8 16,4 23,5 21.4 22,3 19,1 21.5

Gesamtertrag to 298 036 316 170 090 3 283 20 011 31836 316 986

Erbicn Lveiiebohne« Saubohne»

Wicken

Luvine«

Gemenge aus Hülsenfrüchte»

Binterroggen Sommerroggen fiinterweizen ommerweizen

Wintergerste Sommergerste

zu einer Umwandlung eines Teil der Sperrguthaben in lang­fristige Anlagen kommen werde. In dieser Ansicht wurde die Börse noch bestärkt durch die Wahrnehmung, daß die deutschen Ausländsanleihen in der ersten Dezemberhälfte in Ncuyork und Amsterdam Kursreparaturen bis zu 20 Prozent erfahren batten, ein deutliches Zeichen dafür, daß man im Ausland wieder Vertrauen zur deutschen Wirtschafts- und Bankwclt gesaßt hat.

Im Gegensatz zu den Festverzinslichen herrschte an den Aktienm ärkten in der Auslanfspcriode des Kabinetts Papen und während der langen Zeit der Rcgierungskrifis noch grötzteZurückhaltungbei langsam nachgebenden Kursen, wobei nur Montanwerte und die Tarifwerte des Elektrommarktes auf die günstigen Wirtschaftsmeldungen bin eine Ausnabmestellung innchatten. Beachtung schenkte die Börse den von allen Seiten kommenden Feststellungen, daß der Höhepunkt der Krisis überschritten sei und der wirtschaft­liche Regencrierungsvrozeß begonnen habe. Die Beruhigung der innerpolitischen Lage sowie die Einigung der Fünfmächtc- konferenz in Genf in der Abrüstungstrage ließen zugleich die Hoofsnung aufleben, daß nunmehr die Vorbedingungen für einen erfolgreichen Ausgang der im Frühjahr stattsindenden Weltwirtfchaftskonferenz geschaffen seien, von der man eine- Ordnung der großen weltwirtschaftlichen Probleme erwartet, die zur Zeit den Wiederaufbau der gestörten Weltordnung noch hemmen.

So brachte der letzte JahreSmonat noch einen starke« Kursaufftteg

und damit find nun die Söchftkurse des Jahres erreicht. Wobl liegt auch dieses Niveau noch recht erheblich unter den Kursen des 13. Juli 1931 (Bankenkrifis), die ja ihrerseits be­reits Depressionskurse waren, aber ein großer Teil der vor- aufgeaangenen Wertminderungen ist ausgeglichen worden, und so bat denn das Jahr 1932 noch einen freundlichen Aus klang genommen.

Arbertsbes -r« nicht Rede habe di« Beden­

ken des Handwerl «^LirtAWuen vermocht, daß eine unmittelbare Belebung Berits- M»ast nicht zu erwarte» sei. Arbeitsbeschaffungsvrogramme tür die öffentliche Hand blie­ben doch immer ,Drücken für die Wirtschaft". Es handele " " ‘ rbei um künstliche Maßnahmen, die in ihrer Wirkung Belebung der Wirtschatt auslösen können. Die Regie-

tfooss-Me, auch %u Elftester

x^r^EGht in Originalpaketen hervorragend in allen Preislagen

Die soeben vom Statistischen Reichsamt veröffentlichten endgültigen Ernteergebnisse des Jahres 1932 erreichen zwar nicht ganz die Schätzungen, die man kurz vor der Ernte vor- aenommen batte, ne liegen aber doch noch über den an sich schon hohen Erntcziffern des Vorjahres. Das Bemerkens­werte dabei ist. daß die erhöhten Erntemengen nicht nur auf die Erweiterung der Anbauflächen, sondern auch aus eine Verbesserung der Hektarerträae zurückzu­führen sind. Das gilt sowohl für alle Getreideart«» als auch für di« Hackfrüchte mit Ausnahme der Zuckerrüben, bei denen zwar auch eine Erhöhung des Hektarertrages feit- gestellt werden konnte, die aber zu geringfügig war, als daß sie einen Ausgleich für die fast SOvrozentig« Verminde­rung der Anbaufläche hätte schaffen können. Hervorstechend ist die hohe, bisher in Deutschland noch nie dagewesen« Weizenernte (ö Millionen Tonnen), ferner die Rog- genrerte (8,36 Mill, t), die dank ihres ebenfalls seither un­erreichten durchschnittlichen Hektarertrages (16,9 Doppelzent­ner) den Verlust der vorjährigen Ernte nicht nur bei wei­tem aufgeholt bat, sondern sogar nab« an das Rekordrrgeb- nis des Jahres 1928 heranreicht, außerdem noch die Kartof­felernte, die mit 47 Will, t brutto nur etwas unter der Re­kordziffer des Jahres 1930 liegt, aber einen geringeren Pro­zentsatz kranker Kartoffeln enthält, so daß das Nettoergebnis ebenfalls unerreicht ist.

Hessen-Nassaus Ernte ist ei« ziemlich genaues Abbild der deutschen Gesamternte.

l-crung der Rohstoffe allein mit künstlichen Mitteln nicht durchzusübren sei. Allmählich flaute die Rohstoff- und die Wallstreethausse ab und damit gingen auch die Besserungen an den deutschen Märkten zum größeren Teil verloren.

Eine allgemeine Bertrauensftärkung erfolgte wieder, als das große Wirtfchaftsprograinm Papens verkündet wurde und die öffentliche Arbeitsvergebung einsetzte.

Erhöhte Produktionen bei den meisten Industrien, namentlich in der Schwer- und Textilindustrie, ein Rückgang der Ar­beitslosenziffern, ein Ansteigen der Eisenbahn- und Schiffs­frachten, ein Abebben der Jnsolvenzenwelle waren die deutlich sichtbaren Zeichen dieser Vertrauensstimmung, der auch die Börse durch einen großen Kursauftrieb Rechnung trug. Wie­der aber konnte die Hausse nur kurze Zeit durchgewalken wer­den, weil die Wirtschaft plötzlich durch die Pfundbaisse beunruhigt wurde. Dazu kam der Konflikt zwischen Reich und Säubern und die Reichstagsauslösung am 18. September. Ein beträchtlicher Teil der Gewinne aus der „Papenbausse" ging bis Mitte November wieder verloren. Nur die Rentenmärkte bewahrten unter dem Einfluß der internationalen Zinssen­kungswelle den festen Grundton.

Der Rentenaufstieg hielt nunmehr big zum Jah­resschluß an, er erhielt eine Stütze von der Erwartung,

Die Tür fiel zu. Und Grau glaubte ein Geräusch zu hören, als ob von außen der Schlüssel umgedreht würde. Die rücksichtslose Energie des Andern lähmte seine Willenskraft. Wie angewachsen blieb er mitten im Zimmer stehen, unfähig, guch nur einen Schritt zu tun. Als ob er Blei in den Schuhsohlen gehabt hätte. Nur sein Gehör arbeitete fieberhaft. Er hörte Fuchs zur Haustür gehen und wieder zurückkommen. Und es war ihm, als mische sich in die schwerfälligen Tritte der leichte Rhythmus eines Frauenschrittes. Dann wurde cs eine Weile still. In seinen Ohren war nur noch das dumpfe Brausen feines Blutes. Seine Hände wurden eiskalt vor Spannung. Die Viertel­stunde des Wartens dehnte sich ihm ins Uferlose...

Endlich ächzte die Treppe unter plumpen Stiefeln, und in der nächsten Minute betrat Fuchs die Wohn­stube.

„Sie können jetzt hinaufgehen, meine Nichte ist bereit.* Sein glasbeller Blick drang gebieterisch aus Grau ein. „Sie haben drei Stunden Zeit. Ich sehe mich inzwischen in der Stadt um. Um halb sechs bin ich zurück und hole meine Nichte ab. Bis dahin ist das Bild so weit, daß Sie die weitere Ausführung nach dem Gedächtnis machen können! Prägen Sie sich aufs Genaueste alles ein! Und sorgen Sie dafür, daß niemand das Bild zu sehen bekommt! Niemand! Verstanden?"

Wenn Donald Grau sich diese Szene später ins Gedächtnis zu rufen versuchte, hatte er aufs Neue jenes Gefühl vollkommener Wehrlosigkeit, das ihn die­sem Mann gegenüber schon damals im Zug befallen hatte. Er hätte nicht erklären können, warum. Er fühlte nur dunkel — gleichsam an der Peripherie seines Bewußtseins —, daß irgendeine unerbittliche Gewalt sich seiner bemächtigt hatte. Alle Einwände, die er gegen diese einmalige Sitzung vorzubringen entschlossen war, blieben unausgesprochen. Sie schie­nen ihm auf einmal selbst gegenstandslos. Eine große Sicherheit war plötzlich über ihn gekommen. Ein nie empfundenes Selbstvertrauen. Die unerschütterliche Gewißheit, daß er dieser Aufgabe gewachsen war. Jeder Nerv spannte sich ihm in Schaffensdrang. In Sätzen jagte er die Treppe hinauf und klopfte an die Tür.

Niemand sagte „Herein". Nichts rührte sich hinter dieser Tür Die Stille hatte etwas Atemloses. Sie senkte sich wie ein dünner, singender Nebel auf sein Denken. Wieder verspürte er diesen Schwindel, dieses süße Vergehen. Wie die letzte Bewußtseinssekunde vor einem Aetherrausch...

Dann stand er im Zimmer.

In der Nähe des Fensters saß regungslos eine Frau. Die gleiche Frau, die er bereits von der Photographie

her kannte. In demselben schweren und kostbaren Kostüm eines vergangenen Jahrhunderts: über starrem Faltenfall von malcenfaroenem Brokat eine weite Mantille aus Otterfell. Unter dem Pelzbarett quoll rotflimmerndes Geringe! um eine Stirn von bezau­bernder Klarheit. Dunkle Brauen spannten sich in stolzem Bogen über einem Auge, das stark und golden leuchtete wie alter Tokayer — mit einem unvergeßlich zärtlichen und zugleich melancholischen Blick. Aber das Ergreifendste war der Mund. Feucht und rot. wie eine fremde Blume, blühte er in dem zarten Gesicht. Die Mundwinkel • waren zu einem Lächeln vertieft. Einem Lächeln, das etwas seltsam Verhülltes hatte, wie hinter einem Schleier. Aber eine unvorstellbare Gewalt ging von diesem Lächeln aus. Ein unentrinn­barer erotischer Zauber, der die Wirklichkeit auslöschte und alle Vernunft...

Donald Grau empfand diese Begegnung wie etwas Körperliches. Wie einen tödlichen Schlag auf fein Herz, der ihm für Sekunden den Atem abschnürte. Er wußte — mit einer überwachen und schmerzlichen Ge­wißheit — daß diese Frau sein Schicksal war. Daß er ihr verfallen war. Bis zur Besessenheit. Bis zur Verzweiflung...

Es dauerte lange, bis er sich zu einer Begrüßung feines Modells aufraffen konnte.

„Enten Abend, Frau Gräfin", sagte er leise. Er wußte selbst nicht, warum er diese Anrede wählte. Aber es wäre ihm als ein Unding vorgekommen, diese Frau mit einem bürgerlichen Titel anzusprechen. Sie dankte ihm nur mit einem stummen Neigen des Kopfes. Doch diese Gebärde hatte etwas tief Vertrauliches. Und ihr Lächeln glitt dabei wie eine Liebkosung über ihn hin. Donald Grau geriet in einen Zustand hilf­loser Verwirrung. Mit schweren Knieen zwang er sich zur Staffelei. Die Palette zitterte in feiner Hand. Wie im Traum begann er die Farben zu mischen.

Aber auf einmal erwachte in ihm der Künstler. Die Flamme einer nie erlebten Inspiration schlug in ihm hoch. Ein beglückender Rausch riß alle seine Hem­mungen mit fort und schleuderte ihn mit magischer Kraft über sich selbst hinaus. Er begann zu malen. Eine Raserei ergriff ihn. Ein Taumel der Verzückung. Seine Hand zitterte nicht mehr. Mit rastlosen Pinsel- strichen gestaltete er das Erlebnis feiner Seele. Traum­haft war in ihm die Erkenntnis, daß diese Stunde sein Genie gebar. Daß er aus einem kleinen mittelmäßi­gen Maler plötzlich zum Künstler geworden war. Viel­leicht nur vorübergehend. Nur für die Dauer dieser Stunde. Und die unklare Angst vor dem Rückschlag, vor einer plötzlichen Entzauberung, steigerte seine schöpferische Glut zu einer Art von Paroxismus.

Mohrrübe» Weißkohl Raps u. Rübsen Kleeheir Luzernehe« Wiesenheu _____ ___ ______

Die gesamt« heimisch« Roggenernte betrug

Semnach 296 351 to. das sind etwa 29 Prozent mehr als vori­ges Jahr. Dieser Mehrertrag ist in erster Linie der Verbes­serung der durchschnittlichen Hektarerträge von 16,6 auf 20,8 dz zu verdanken. Auch in diesem Jahre liegt der durch­schnittliche Ertrag je Hektar über dem Reichsdurchschnitt, so­gar um 1,9 dz. An Weizen erntete unsere Provinz, ebenfalls infolge einer Ertragssteigerung von 2,7 dz pro Hektar 9 Prozent mehr als im vorigen Jahre. Auch beim Weizen war die Ergiebigkeit des hessischen Bodens größer als im Reichsdurchschnitt. Die Ernte an Gerste war trotz Verringerung der Erntesläche um 1100 Hektar wiederum dank der um 2 dz gesteigerten Hektarerträae 2500 to grö- tzer. Der Durchschnittsertrag pro Hektar lag aber immer noch etwas unter dem ReiLsdurchschnitt, als einziger bei de» Körnerfrüchten. Die Erntefläche bei Hafer hat sich ebenfalls verringert, und zwar um 3600 Hektar. Nichtsde­stoweniger konnten von dieser verkleinerten Fläche 88 300 to oder fast 12 Prozent mehr eingebracht werden. Die Er­höhung Les Hektarüurchschnittsertrages bezifferte sich aus 2,7 Doppelzentner

Die heimische Kartoffelernte liegt 8 Prozent über der vorjährigen. Erntefläche und Ergiebigkeit sind ge­ltlegen. letztere erreicht aber bei den Svätlartoffeln noch nicht den durchschnittlichen Hektarertrag im Reich (167 dzj. Das Erfreuliche bei der Kartoffelernte ist, daß der Anteil erkrankter Kartoffeln gegenüber dem Vorfahr stark zurück- gegangen ist (von 13,1 auf 4,6 Prozent!. Bei den Frühkar­toffeln waren 2,2 Prozent gleich 1491 to, bei den Spätkar- toffeln 4,7 Prozent gleich 71 936 to erkrankt. Der Durch-

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Obere Jiönigstraße hl Jfiedntigsiraße h und in vielen Geschäften

Das Handwerk fordert

Forderungen des gewerblichen Mittelstandes an der Schwelle des neuen Jahres.

Der Zeitungsdienst des Reichsverbandes des Deutsche« Handwerks tritt in einem Jahresrückblick für w e i ttze - hende Forderungen des gewerbliche« Mit­te l st a n de s ein. In diesem Rückblick werden u. a. die Forderungen Les deutschen Handwerks und des deutsche» Handwerks- und Gewerbetages aus Einschränkung de r Gewerüefreiheit erwähnt. Danach soll die Ausübung eines Handwerksbetriebes von der Aussertigung einer Haiwwerkerkarte abhängig gemacht werden, die auf der Grundlage der Handwerksrolle auszustellen ist. Ferner wird als Voraussetzung für Sie Ausübung eines Hand­werksbetriebes die Berechtigung zur Führung des Meister­titels verlangt. Diese Fora erringen auf Einschränkung der Gewerbefreitzett. so heißt es dann weiter, gingen von der Erkenntnis, aus. Saß sich die Ablösung des gegenwärtme» Wirtschaftsmstems durch eine berussstäirdisch geordnete In­dividualwirtschaft nicht mehr länger aufhalte» laste.

Dann befaßt sich der Artikel mit der kürzlich gehaltene»

In Kürze

Im Einverständnis mit bet Rheinische»V raun- kohle« A.-G. hat sich das Rhei n.-We st s. Elektr,- zitätswerk aus dem Besitz der Ebarlottcuhnlle etne Aktienbeteilignng im Ausmaß von n o rn. 2.1 Mill. R M Braunkohlenaktien gesichert. Ww wir dazu weiter erfahren, handelt es sich hierbei um Erwägun­gen einer engeren Zusammenarbeit zwischen beiden tverell- ichaiten aus dem Gebiet« der Elektroveriorgaug und des Bergbaues. Ein endgültiger Ankauf des Aktienpakets isi jedoch noch nicht erfolgt.

Im Reicksauzeiger vom 29. Dezember 1932 n>iri> eine Verordnung vom 28. Dezember 1982 veröffeullicht, uuck der mit Wirkung vom 1. Januar 1933 die Zollsätze des Oberlaufs bei der Einfuhr von Bode«- und Gewerbs- Erzeuguisteu kanadischen Ursprungs nicht mehr zur Erhebung gelangen.

Aus Grund des De »i se «a b ko m me «S mit Frankreich wurden im Warenverkehr mit Frankreich die gleichen Erleichterungen geschaffen, wie sie aus Grund ähnlicher Abkommen mit Italien und Schweden bestehen. Die Devi(enbewirischastungssielleu «ud Sie Handelskam­mern sind mit ausführliche» Weisungen zur Ausführung dieses Abkommens versehen worden.

Rach dem Marktbericht des Drahtnerban» des für Dezember 1932 hat sich der Austragserugang aus dem Julaude gegenüber dem Vormonat weiter ge­bessert. jedoch ist Le. Svezisikatiouseiuaallg noch nicht be­friediget«, so daß hinsichtlich der Beschäftigung der Werke nur eine geringe Besserung zu verzeichnen isi. Im Export­geschäft ist dagegen ei« Rückgang des Auftragseingangs sest- zustelleu.

Zwischen bett Vertreter» des Westdeutschen Ze» «etttuerbandes, der Kartellsielle des Reichsverbau- des der Deutschen Industrie und des Reicksniirischaftsmini- sieriirms saude» gestern Verhandlungen über die Autzen- ieitersrage statt. Heute sollen Ur Bochum wettere Eiuzeloer- harrdluugeu mit ben außenstehenden Werten ftattfirrüen.

Rach einer Bekanntmachung des Preußischen Ministers für Landwirtschaft, Domänen irnd Forsten int Reichsauzei- aer erfüllen sämtliche prentzrsch e n landschaft­lichen Kreditinstitute die Voraussetzungen des ?i 8 der Verordnung über die Ziuserleichteruua für bett aubwirtlckastlicherr Realkredit vom 27. September 1932, b. h. daß diese Kreditinstitute ihre Schuld Verschreibungen in bisheriger Höhe weitet verzinsen.

In der ao. G.-B. der Kölnischen Rückversicke» rnugs-Gesellschast, Köln, wurden nach urehr- ttüudiger Debatte die Herabsetzung des A.-K. int Verhältnis 5:1 von 10 ans 2 Mill. RM und die Wiedererböhnng um 6 ans 8 Mill. RM mit rövroz. Einzahlung sowie die Bil­dung eines gesetzlichen Reservefonds von 1 Mill. RM ange­nommen.

Di« geerntete» Menge» sind durchweg, vor allem bei ben wichtigeren Früchten, größer als tut Vorjahre. Die Lep- temberschätzunge» werden bei Haier und Kartoffeln durch die Wirklichkeit noch übertroffen, int übrigen aber nicht ganz erreicht. Die folgende Ueberflcht zeigt Sie Ernteergebnisse

Längst hatte die hereinbrechende Dämmerung alle Farben verlöscht. Von der Frau am Fenster war kaum mehr zu sehen als eine dunkle Silhouette. Aber Grau hörte nicht auf zu arbeiten. Das Haar klebte ihm an der feuchten Stirn. In röchelnden Stößen flog fein Atem. Er hatte schon lange aufgehört, nach dem Modell zu sehen. Er schaute gleichsam in sich hinein. Er schöpfte aus den Tiefen einer Impression, die ihm das Bild der vergötterten Frau in die Seele gebrannt hatte — bis zur letzten Genauigkeit, bis zur deli­katesten Farbenschattierung.

Auf einmal aber stockte ihm die Hand. Er glaubte, einen Seufzer gehört zu haben. Und plötzlich kam aus der Dämmerung eine kindlich klagende Stimme.

„Fuchs hat Sie belogen. Ich bin garnicht feine Nichte."

Der delirante Ton dieser Stimme hatte etwas Er­greifendes. Die Kehle wurde ihm eng.

„Ich — habe es — geahnt —", murmelte er be­klommen.

„Ich bin ihm verfallen. Man hat mich an ihn ver­schachert. Als Pfand gegen ein Mcs Darlehn. Meine Familie stand vor dem Ruin. Fuchs ist ein Schuft! Er trat Böses mit mir vor."

Die Stimme zerbrach in einem hohen, kindlichen Weinen.

Donald Grau hatte plötzlich ein Gefühl, als er­wache er aus einer Narkose. Der Hinterkopf schmerzte ihn wie von einem betäubenden Schlag. Wie aus­geblutet, wie erdrosselt von namenlosem Mitleid, lag ihm das Herz in der Brust. Er machte ein paar tau­melnde Schritte gegen das Fenster zu. Und lag in der nächsten Sekunde vor der weinenden Frau auf den Knieen. Niedergerissen. Ertrunken in seinen Ge­fühlen ...

Plötzlich fühlte er sich am Rockkragen hochgezerrt. Die gelben Haifischzähne Caspar Fuchs' bleckten ihn höhnisch an. Er mußte, ohne anzuläuten, ins Haus gekommen fein. Feindselig starrte er den Maler an.

„Halb sechs Uhr! Wir müssen jetzt Schluß machen, Herr Grau!" sagte er kalt. „Denken Sie an un'ere Abmachung. Bis spätestens 12. November muß das Bild in meinen Händen sein! Und jetzt machen Sie, daß sie da hineinkommen! Meine Nichte will sich um­kleiden."

Er stieß den jungen Mann mit brutalem Griff ins Nebenzimmer. Und wieder glaubte Grau das metal­lische Knirschen des Schlüssels zu hören. Als er, eine Viertelstunde später, vorsichtig nach der Klinke tastete, leistete die Tür keinen Widerstand. Das Atelier war leer. Das elektrische Licht brannte. Fetzen von brau­nem Packpapier lagen am Boden herum. Und nur das Bild der Geliebten erfüllte den Raum mit magi­scher Gegenwart.

„Und damals haben Sie also den Entschluß gefaßt, Fuchs aus dem Leben zu schaffen?"

Dr. Morris stellte diese Frage mit so ruhiger Selbst­verständlichkeit. als handle es sich um die alltäglichste

Sache der Welt. Er saß neben Grau auf dem Rande des Divans und hielt noch immer feine Hand. Der Maler schüttelte nachdenklich den Kopf. „Damals noch nicht, glaube ich — wenigstens nicht mit Bewußtsein."

„Aber Sie haßten ihn doch?"

„Za, ich haßte ihn. Rasend haßte ich den Mann! Vielleicht wünschte ich ihm auch den Tod. Ich weiß es nichi. Aber an einen Mord habe ich nicht gedacht."

,D>as ist erstaunlich. Der Gedanke hätte ja ziemlich nahegelegen. Denn so, wie Sie für die Frau empfan­den, mußte doch Ihr ganzes Sinnen darauf konzentriert fein, sie aus den Händen dieses Menschen zu befreien — nicht?"

Donald Grau lehnte sich erschöpft in die Kiffen zu­rück. ,Zch weiß nicht. Vielleicht habe ich auch gefühlt, daß mir das nie gelingen würde." _

Der Arzt bemerkte, daß das durchs Fenster eindrin­gende Tageslicht den Palienten blendete. Er zog ge­räuschlos die Vorhänge zu und entzündete eine grüne Stehlampe. Dann ließ er in einem Glas Waffer eine Tablette zerfallen und reichte Grau das Getränk. Der Paiient trank gehorsam die bittere Medizin und ver­zog dabei mit einer kindischen Wehleidigkeit den Mund. Morris nickte ihm aufmunternb zu, bis das Glas geleert war. Dann fuhr er in feinem Examen fort.

„Sie haben Kommissar Kling gesagt, daß Sie das Porträt zu dem vereinbarten Termin an Fuchs ab­geliefert haben, ohne auch nur eine Kopie davon zu- rückzubehalten. Warum haben Sie das getan?“

.Marum ich das getan habe?“

„3a, ich sehe darin einen psychologischen Wider­spruch! Dieser Mann war doch sozusagen Ihr Feind. Zum mindesten doch von dem Augenblick, als Sie er­fuhren, daß die Frau, die Sie liebten, unter ihm zu leiden hatte. Nicht wahr? Wie konnten Sie ihm dann auch noch dieses Bild ausliefern? Ein Bild, an dem Sie doch sicher mit ganzer Seele hingen! Die ein­zige (Erinnerung, die Ihnen von der Geliebten geblie­ben war! Das ist absolut unverständlich. Der" junge Mann grübelte in sich hinein.

„Sie haben recht. Jetzt erscheint es mir auch auf einmal ganz unbegreiflich. Aber damals — mußte ich es wohl tun.“ Sein Blick heftete sich starr an die Zim­merdecke.

„Und es ist Ihnen auch niemals der Gedanke gekom­men, ich meine, die Versuchung, das Bild einfach zu behalten?“

,Memals!"

„Merkwürdig! Erst nachdem Sie es fvrtgeschickt hatten, kam Ihnen die Reue?"

„Ja, eine unbezähmbare Sehnsucht nach dem Bilde! Seit es aus dem Hause war, hatte ich keine Ruhe mehr. Tagelang irrte ich wie ein Besessener in meinem Ate­lier herum. Ich konnte weder essen noch schlafen. Ich glaube, ich wäre verrückt geworden oder gestorben, wenn ich es nicht getan hätte.“

(Fortsetzung folgt).

DaS Kalenderjahr deckt sich diesmal nicht mit dem Börsen­kahr, denn bis zum 12. April bestand kein eigentli- 6er Börsenverkehr, vielmehr nur der seit September 1931 eingerichtete unkontrollierbare Efsektensreiverketzr, der sich int Dunkel von einigen Dutzend Telefonzellen zwischen einzelnen Maklern und Firmen vollzog und in dem nur einige der großen Spitzenwerte des Aktienmarktes und wenige Ren­tenpapiere regelmäßige Umsätze erzielten. Um diesen Frei handel, dessen Mängel immer krasser zutage traten, wenig, stens einigermaßen unter Kontrolle zu stellen, wurde er, nach, dem inzwischen die Bankenbereinigung unter weitgehender Mithilfe der öffentlichen Hand vollzogen war, am 17. F e > bruarindieBörsenräumeverlegt. Allein, auch dieser Verkehr unterschied sich zunächst wenig von dem tele­phonischen Freiverkehr, denn er war noch mit so gewichtigen Einschränkungen belastet, daß die Umsätze kaum größer wa­ren, als in dem undisziplinierten Telefonsreiverkehr. Dieser Handel verlief denn auch durchaus enttäuschend. Die acht- prozentigen Goldpfandbriefe, die nach der im Dezem­ber 1931 erfolgten zwangsweisen Umstellung auf den Ein- hettszinssatz von 6 Prozent sich allmählich im Telefonverkehr um 80 Prozent herum gruppiert hatten, was etwa der letzten amtlichen Notiz von 1931 für die 6proz. Pfandbriefe ent­sprach, fielen um 8—10 Prozent zurück und auch die Mtien- toerte, die sich im Telefonverkehr schon beträchtlich von nein Tiefstand gegen Mitte Dezember gebessert hatten, erreichten Zwar nicht mehr ganz den katastrophalen Tiefstand aus dieser Zeit, waren aber auch prozentweise gedrückt. Allerdings stand die Weltwirtschaft im ersten Jahresviertel noch ganz tm Depressionstief. Die Jnsolvenzwelle flutete fort und ergriff auch Firmen von Wultruf wie A. Borsig und Hanomag. Da­zu tarn noch gegen Ausgang des ersten Quartals der über­raschende Zusammenbruch des Krengerkonzerns, der die Weltbörsen tief erschütterte.

Trotzdem glaubt man es wage« zu dürfe«, mit dem offiziellen Börsenverkehr am 12. April zu beginnen.

„Man hatte diesem Tage mit einem gewissen Bangigkeits- Pfuhl entgegengesehen, denn die Kurse, auf denen die alten Effektenlombards beruhten, lagen sehr weit unter den An- rechnungskursen, und die meisten Engagements waren erheb­lich unterdeckt. Aber die Schwarzseher wurden durch den Gang der Ereignisse ins Unrecht gesetzt. Der erste offizielle Börsentag zwar verlies noch sehr irregulär, doch in den großen Spitzenwerten funktionierte der Markt einigermaßen. Rasch iwb sich das Kursniveau bei Rentenwerten bis zu 10 Prozent und im Juni kam es nach dem Sturz des Kabinetts Brü­ning sogar zu einer ausgiebigen A k t i e n h a u s s e, weil man von der Regierung Popen kapitalfreundliche Maßnah­men erwattete. Nur die Rentenwerte erfuhren stärkere Ab- ichläge. da man neue Zins- und Währungserperimente be- fnnSicte. Hier legte sich die Aufregung erst, als das Kabinett "klärte daß derartiges nicht geplant sei. Die Junihausse war jedoch nicht von langer Dauer, denn die Vorgänge im «rlick-Konzern wurden von der Börse recht ungünstig ausgenommen und die Abmackungen von Lausanne bat- ten nur zum Teil befriedigt, da eine völlige Streichung der deutsche» Reparationsschuld nicht zu erreichen war. So ging etn groger Teil der Kurssteigerungen wieder verloren.

Gilten neuen Auftrieb erhielt das Börsengeschäft erft yt Beginn des dritten Quartals, als Präsident Hoover energische Maßnahmen zur Beseitigung der

Deflationskttse traf.

Kurssteigerungen von einem feit der Rekordbausse von 1929 nicht mehr erlebten Umfang waren die Folge des konzentri- v--- «...

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hott entwickelte sich eine allgemeine Weltbörsenbausse die auch auf die deutschen Effektenmärkte, obwohl dies« durch die Devisenverordnungen nut noch lose Verbindungen zu den Anslandsplätzen unterhielten, nicht völlig einflußlos blieb, doch wegen der innerpolitischen Spannungen nicht sehr in die Tiefe ging. Die Hooverhausse dauerte zwar bis Mitte September an, bann aber erwies es sich, daß eine Manipu-

1 144

16

1834

5 328

128,1

68 269

92 430

165.2

1527 358

imt

1595 627

2144

272,7

58 461

38 720

428.4

1658 793

5506

297.1

163 573

195

215,7

4 207

1717

235.7

40 472

696

12,4

862

50 771

55,3

280 644

8 079

64,7

52 253

192 322

43.5

854406